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Zerfließende Gallertträne oder Gelber Kreiselbecherling?

  • Hallo Pilzfachleute,


    heute lade ich einen kleinen gelben Pilz hoch. War in der letzten Kälteperiode schon 'mal gefrostet.
    Fund-Datum: 22.11.2016
    Durchmesser 1,5mm
    Auf verwittertem Nadelholzbrett, seit Jahren im Freien in Kälte, Trockenheit, Feuchtigkeit und Nässe.


    Meine Datei: Verbatim DSC_0339


    Mit vielen Grüßen von Gerd



  • Hallo, Gerd!


    Das sollte schon eine der Gallerttränen sein. Viel kann man da nicht erkennen, aber ich denke eine Art aus dem Umfeld von Dacrymyces lacrymalis ist nicht sehr unwahrscheinlich.



    LG, Pablo.

    Das Internet ist "Hilfe zur Selbsthilfe" und kann nur Vorschläge zu Bestimmung von Pilzen bieten. Eine Verzehrfreigabe ist online nicht möglich, die gibt's beim >Pilzsachverständigen<.

  • Hallo Pablo,
    nach 5 Monaten: Vielen Dank für den Bestimmungsversuch.
    Leider kann ich in 123pilze unter den wissenschaftlichen Artnahmen Deinen Vorschlag Dacrymyces lacrymalis nicht finden.


    Die Pilzchen haben sich inzwischen vergrößert, ohne daß weitere Merkmale zu erkennen sind. Welche weiteren Details wären nötig, um die Bestimmung eventuell noch zu verbessern?


    2 neue Bilder lade ich hoch, aufgenommen 5 Monate später.


    Bild 1:
    Aufnahmedatum: 24.4.17, nach mehrtägiger Trockenheit.


    Bild 2:
    Aufnahmedatum: 27.4.17, nach längerem Regen
    Max. Durchmesser jetzt 4mm


    Vielleicht geht ja noch 'was.
    Mit vielen Grüßen von Gerd


    Bild 1:



    Bild 2:


  • Hallo, Gerd!


    Wenn die so klein bleibt und so "knopfig" aussieht, kommt zB auch gut >Dacrymyces capitatus< in Frage. Gehört in die selbe Artengruppe wie >D. lacrymalis<, eine sehr schwierige Gruppe mit teils ganz schwer zu beurteilenden Trennmerkmalen.
    Insofern ist ohnehin jede Präsentation zu einzelnen Arten der Gruppe im Netz mit Vorsicht zu genießen, es gibt nur sehr wenige Leute, die sich mit Heterobasidiomyceten wirklich auskennen, und die schreiben in der regel nichts im netz sondern publizieren höchstens in Fachzeitschriften.
    Wenn in der 123 - Datenbank unter dem Namen nichts zu finden ist, könnte man halt auch mal das Netz generell durchsuchen.



    LG; Pablo.

    Das Internet ist "Hilfe zur Selbsthilfe" und kann nur Vorschläge zu Bestimmung von Pilzen bieten. Eine Verzehrfreigabe ist online nicht möglich, die gibt's beim >Pilzsachverständigen<.

  • Hallo Pablo,


    vielen Dank für Deine Hinweise. Meistens versuche ich zuerst in den Bildern von 123pilze meine aufgenommenen Pilze zu finden. Wenn ich keinen Erfolg habe, lade ich die Bilder hier hoch. Nach Bestimmung durch Euch vergleiche ich die Ergebnisse mit der 123pilze-Datenbank. Falls die Art nicht enthalten ist, schaue ich, wie Du in Deinem Beitrag vorgeschlagen hast, ins weltweite Netz. Allerdings sind die meisten Beiträge dort für einen Laien nicht sehr verständlich aufbereitet, im Gegensatz zum vorbildlichen 123pilze.


    Im Fall der Dacrymyces-Art werde ich weiter beobachten. Sie wachsen, trocknen ein und wachsen weiter neben unserer Terrasse.


    Mit vielen Grüßen von Gerd

  • Hallo, Gerd!


    Oft sind Pilze um einiges komplizierter als es auch gut gepflegte Seiten wie die 123 - datenbank vermuten lassen. Und vieles ist ohne Mikroskop und gute Spezialliteratur (was halt noch mal einen großen Schritt weiter geht als die Suchmaschine) nicht bestimmbar. Diese Gallertpilze mit den Stimmgabelförmigen Basidien sind auch darum so verzwickt, weil es eben nur wenige gute, zusammenhängende Studien gibt. Und wenn es sie gibt, ist das natürlich nicht immer leicht zu verstehen, weil es um morphologische Details geht, die halt auch eine intensivere Beschäftigung mit der Gattung voraussetzen. Die genetik kommt dabei auch immer mehr dazu, ein weiteres, großes Feld mit dem man sich eingehend beschäftigen muss.
    Ist ja bei vielen Pflanzen und Tieren auch nicht anders, wer versteht schon ohne Vorwissen einen Artikel um die Dutzenden Arten und Abgrenzungen von südamerikanischen Fruchtfliegen? :wink:


    Ich fürchte: Selbst wenn du mir eine Probe von den Pilzen zuschickst, und ich das mikroskopisch untersuche, kommt kaum mehr raus als "halt eine Art aus dem lacrymalis - capitata - Komplex".


    Insofern ist manchmal weniger auch mehr: Sagen zu können, "es ist ein Pilz aus dieser oder jener Artengruppe" ist dann oft solider, als einen Namen hinzuschreiben, der am Ende vielleicht gar nicht stimmen kann.



    LG; Pablo.

    Das Internet ist "Hilfe zur Selbsthilfe" und kann nur Vorschläge zu Bestimmung von Pilzen bieten. Eine Verzehrfreigabe ist online nicht möglich, die gibt's beim >Pilzsachverständigen<.

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