Beiträge von Beorn

    Hallo, Ulrich!


    Die trennung zwischen "Lamellen" und "Röhren" ist in vielen Fällen ziemlich virtuell, wie man zB in dieser Gattung gut sieht. Bei vielen pileaten "Porlingen" ist das gelegentlich schon innerhalb einzelner Arten variabel. Für den Pilz ist ja in erster Linie nur wichtig, eine möglichst große Oberfläche zur Sporenbildung zu entwickeln. Ob er das mit Poren oder Lamellen oder irgendwelchen Mischungen daraus tut, ist hier zweitrangig.


    Dein dritter Fund ist übrigens kein Winterporling, sondern Lentinus arcularius, de Weitlöchrige Porling. Erkennbar an dem helleren Farbspektrum, dem auffallend stark bewimperten Hutrand und vor allem den durchgehend deutlich heterodiametrischen (länglichen) Poren. Bei diesen Poren passt es dann wieder zum Thema: Das kann man auch als Lamellen mit regelmäßigen, diagonalen Querverbindungen interpretieren. :wink:



    LG; Pablo.

    Hallo, Andy!


    Mit dem vom Mycel rot gefärbten Holz müsste das in der Tat Phanerochaete sanguinea sein. Normalerweise werden zunächst die Rhizomorphen, und erst danach die Fruchtkörper rot, aber das kann variieren, siehe Bilder. Insgesamt passt jedenfalls die Bestimmung sehr gut zu deinem Fund.













    LG, Pablo.

    Moin!


    Beim Zottigen Schillerporling muss die Oberseite ja deutlich behaart sein. Hier ist sie glatt (und harzhaltig), Schnittbild sieht auch anders aus und Poren bräunen nicht auf Druck. Also zusammen mit der beschriebenen Konsistenz: Der Pilz auf der Stammrückseite ist FomPini (Fomitopsis pinicola). :wink:


    Das Wesen, welches sich da auf den abgestorbenen Fruchtkörpern auf der Vorderseite breit gemacht hat, ist sicherlich ein Schleimpilz. An eine Lohblüte hätte ich da eher nicht gedacht, denn da sehen die Plasmodien kurz vor der Sporocarpienbildung doch etwas anders aus. Eher so die Ecke Stäublingsschleimpilz...



    LG, Pablo.

    Hallo, Franz!


    Diese Gesellen benötigen ihre Hüte auch wirklcih dringend, denn denen brennt ja eh schon die Rübe. :wink:



    LG; pablo.

    MoinMoin!


    Um die einzelnen Arten der Rehbraunen Dachpilze voneinander zu unterscheiden, braucht's halt auch unausweichlich ein Mikroskop, zum Schnallenzählen in Huthuat und Lamellentrama. :wink:
    Aber eine der Arten aus der gruppe wird das vermutlich sein.
    - wenn der "pilzige" Geruch halt in Wirklichkeit ein rettichartiger wäre.



    LG; Pablo.

    MoinMoin!


    Pluteus chrysophaeus (Senfgelber Dachpilz) sollte eigentlich schon richtig gelb sein. Inwieweit auf der Huthaut auch Brauntöne gebildet werden können, weiß ich allerdings nicht. Die einzige Kollektion von Pluteus chrysophaeus, die mir mal begegnet ist, sah so aus:




    Gefunden in den Rheinauen bei Wyhl (nähe Kaiserstuhl) an einem dicken, stark vermorschtem / zersetzten Laubholzstamm.
    Wirkt farblich eher wie Pluteus leoninus (Löwengelber Dachpilz), allerdings mit glatter Hutoberfläche (nicht fein behaart wie bei leoninus).

    Alles, was mir bisher mit braunem, wenig gelblichem, glattem bis geadertem Hut und Gelbtönen am Stiel begegnet ist, hat sich bisher immer entweder als Pluteus romellii (Gelbstieliger Dachpilz, wäre bei Veronikas Fund makroskopisch mein erster Gedanke gewesen) oder als Pluteus phlebophorus agg. (Runzliger Dachpilz) entpuppt.


    Schicke Pilze sind das aber so oder so.



    LG; Pablo.

    Ahoi!


    Psathyrella spadicea / Homophron spadiceum wächst selten vereinzelt (meistens büschelig) an dickerem Laubholz. Am Stammfuß geschädigter Bäume oder an Stümpfen vor allem. Die Fruchtkörper sind auch ziemlich groß und fleischig. Das phänologische Maximum der Art liegt eher im Spätsommer / Herbst.

    So zumVergleich, das hier wäre Homophron spadiceum:





    Bei dem Fund von Jens wäre eine der Arten aus der Umgebung von Psathyrella spadiceogrisea s.l. (Früher Mürbling) aus meiner Sicht eher plausibel.
    Aber Faserlinge sind schon schwierig, da gibt es noch ein paar Sippen / Aggregate, die makroskopisch total ähnlich wie Psathyrella spadiceogrisea s.l. aussehen.



    LG, Pablo.

    Bon Jour, Stephan!


    Na, immerhin. Gerade Käppchen habe ich in diesem Jahr noch keine einzige gesehen.

    Zudem auch erstaunlich wenig anderes Gelörch, also kaum Becherlorcheln, Peziza - Becherlinge, keinen einzigen Anemonenbecherling...

    Das ist schon komisch - aber siehe auch deinen letzten Beitrag im Nachbarforum zum Thema "Fungizideinsatz"...
    Es fällt schon auf, daß in vielen Gegenden seit einigen Jahren das Gesamtvorkommen (nicht nur Artenzahl sondern auch Fruchtkörpermenge einzelner Arten) immer weniger wird.
    Was wohl nur zum Teil an der zunehmenden Trocknheit liegen kann.



    LG; Pablo.

    Salve!


    Morchelmäßig ist das bisher ein sehr schwaches Jahr. Betrifft sowohl die Wabigen als auch den Flaaatsch.

    Von beidem bislang nur hier und da vereinzelt mal was zu sehen, also quasi nix. :smilec:



    LG; Pablo.

    Servus!


    Ich habe Schwefelporlinge noch nie gewässert. Geht also auch durchaus so, ganz normal, wie andere PIlze auch zu verwenden. Nun sind die ja ohnehin im Geschmack eher mäßig ausdrucksstark, wenn man die dann noch durchwässert, geht ja noch zusätzlich Geschmack flöten. Schlecht sind die allerdings in der Tat nicht, aber meiner Ansicht nach auch nicht großartig. Riesenporling (Meripilus giganteus) und vor allem Klapperschwamm (Grifola frondosa) sowie Eichhase (Polyporus umbellatus) mag ich noch lieber.



    LG; Pablo.

    Hallo, MIC.


    Was ist denn auf den Bildern "das Braune Ding?"
    Das Astloch?
    Bei genauem Hinsehen ist da schon noch ein dünner Rindenpilz, der mehr oder weniger den gesamten Balken überzieht. Mit viel Phantasie kann das eventuell Coniophora arida sein - ist aebr unwahrscheinlich. Viel eher käme irgendwas aus der Ecke Hyphoderma oder Xylodon / Hyphodontia s.l. in Frage.
    Ohne mikroskopische Eckdaten sind solche Rindenpilze nicht bestimmbar.

    Der Schleimpilz (die ockergelben Dingerchen) interessiert sich eher nicht für das Holz. Der dürfte sich eher von den Fruchtkörpern anderer Pilze ernährt haben.
    Das Einzige auf deinen Bildern, was man eventuell mit einem Hausschwamm (Serpula lacrymans) in verbindung bringen könnte, wäre der Mycel- / Rhizomorphenplacken auf dem zweiten Bild rechts oben. Aber auch das ist nicht allzu wahrscheinlich, weil es ungefähr 1001 andere (und erheblich häufigere) Pilzarten gibt, die solche Mycelaggregationen bilden können. Aber auch das ist nicht wirklich bestimmbar - in dem Stadium allenfalls genetisch.


    Auf dem ersten Bild scheinen übrigens zwei Myxos (Schleimpilze / Myxomyceten sind gar keine PIlze, so am rande) zu sein. einmal die gelbockerlichen Warzenknöpfe und dann die winzigen, schwärzlichen Kügelchen am Stiel.



    Lg; Pablo.

    MoinMoin!


    Mir erscheint die Myxo - Hypothese am sinnvollsten.
    Ein Hausschwamm (Serpula lacrymans) oder ein Kellerschwamm (Coniophora spec.) ist das nicht, die hätten jeweils ganz andere Strukturen und bilden Fruchtkörper, die im Vergleich zu diesen kleinen Erscheinungen erheblich größer wären.



    LG; Pablo.

    Hallo, Franz!


    Hm... Kombiniere, kombiniere.
    Der Hut ist ab vom Stiel, daraus folgere ich buttermesserscharf, daß der Hut vermutlich irgendwie abgebrochen ist.
    Suizid kommt bei Pilzen nicht vor (biologisch bedingt ausgeschlossen), insofern gehe ich von einem Unfall aus; eventuell infolge von Angefressensein. :wink:



    LG; Pablo.

    Hallo, Christine!


    Das würde ich für FomFom (Fomes fomentarius / Zunderschwamm) halten.

    Es gibt Regionen, wo die eine Vorliebe für Pappeln entwickelt haben (so auch am Oberrhein entlang, alles voller FomFom an alten Pappelstämmen).

    Auch in und an Zunderschwämmen gibt es ungefähr 1001 verschiedene Tierchen, die von den Fruchtkörpern leben, sich dort hineinbohren und auf die eine oder andere Weise ihren Detritus aus den fruchtkörpern hinauskrümeln lassen. So würde ich jedenfalls die gelblichen Klebanhängsel an den Poren erklären.



    Lg; Pablo.

    MoinMoin!


    Die Radialfaserung ist beim Breitblatt meistens deutlicher und gleichmäßiger, die Hutoberfläche weniger speckig, weniger knubbelig-verdellt - aber das muss ja nicht allzu viel heißen. Darum ja auch der Hinweis, was noch zu prüfen wäre (Lamellenansatz + Sporenpulverfarbe), weil das in diesem Fall schon notwendig ist, um überhaupt mal sicher zu einer Gattung zu gelangen.



    Lg; Pablo.

    MoinMoin!


    Wenn man die Sektion ("Rehbraune Dachpilze" ist eine ganze Gruppe von Arten, nicht nur cervinus und primus und pouzarianus etc.!) wirklich auflösen will, müsste man dem aktuellen Stand der Bearbeitung versuchen zu folgen. Also >so<. Überraschung dabei: Die Farben sind kaum bestimmungsrelevant. Die meisten Arten aus der Gruppe haben ein ziemlich großes Farbspektrum, von weiß bis dunkelbraun. Geruch funktioniert übrigens auch nicht, zumindest Pluteus pouzarianus (s.str.) hatte ich schon mit deutlichem Rettichgeruch in der Hand, und cervinus (s.str.) auch nahezu geruchlos.

    Ist nur halt die Frage, ob man das wirklich so detailliert aufdröseln will. Man darf ruhig auch zusammenfassend von "einem der Rehbraunen Dachpilze" sprechen. Und darin die ganze Artengruppe einschließen.



    Lg; pablo.

    Morgen!


    Bei Goswalds Pilz würde ich auch einen Weichritterling (Melanoleuca) vermuten. Bei Corinnes Pilz ist halt die Frage, ob die Lamellen tatsächlich frei sind (vom letzten Bild her sieht es so aus), und welche Farbe das Sporenpulver hat (müsste man im Abwurf beurteilen). Je nach dem, wie es sich mit den beiden Details verhält, würde ich da dann einen Dachpilz (Pluteus spec.) vermuten. Ein Märzschneckling ist das nicht, theoretisch möglich wäre noch ein Rötling (Lamellen angewachsen - ausgebuchtet; Sporenpulverfarbe rosabraun) oder ein Breitblatt (Lamellen angewachsen, Sporenpulverfarbe weiß), für letzteres erscheint aber die Hutoberfläche komisch, nicht radialfaserig genug.



    LG; pablo.

    Hallo, Toni!


    Was umgangssprachlich als "Schimmel" bezeichnet wird, sind ja in den meisten Fällen irgendwelche "Nebenfruchtformen" bzw. anamorphe, asexuelle Stadien von Pilzen. "Schimmel" ist allerdings kein systematischer Begriff. Gemeint sein können asexuelle Stadien aller möglichen Pilze, sowohl Asco- als auch Basidiomyceten. Auch die sexuellen Stadien von vielen Rindenpilzen zB "sehen aus wie" Schimmel.

    Bei deinem Fund könnte ich mir schon Nodulosporium (also ein asexuelles Stadium einer Kohlenbeere im weiteren Sinne) vorstellen. Dazu müssen keine sexuellen Fruchtkörper vorhanden sein, die werden nicht immer gleichzeitig mit einem anamorphen Stadium gebildet. Die Mikrostrukturen zeigen meiner Ansicht nach jedenfalls kein sexuelles Fortpflanzungsstadium, sondern Konidien und Konidienträger. Damit kenne ich mich allerdings kein bisschen aus, also mit der Bestimmung / Einordnung von Nebenfruchtformen.



    LG; Pablo.

    Hallo, Roger!


    Da bin ich ziemlich sicher, daß du diese Semmel auch richtig eingeordnet hast.
    Demnach dürfte auch der Geruch einer echten Semmel deutlich angenehmer ausfallen, als der Geruch dieser Semmel. :wink:



    LG, pablo.

    Servus!


    7, 8 & 9 könnte eventuell tatsächlich FomPini (Rotrandschwamm) sein. Das Hauptsubstrat von FomPini ist Holz (egal welches). :wink:

    5 wäre noch mit Ganoderma applanatum zu vergleichen (Flacher Lackporling), die Fruchtkörper sehen manchmal sehr ähnlich aus.

    Ansonsten wäre bei den anderen fruchtkörpern schon FomFom meine erste Idee. Zunderschwämme haben ein sehr hohes Farbspektrum, da gibt es auch welche, die ganz schön rötliche Fruchtkörper bilden können.



    LG; Pablo.

    Moin!


    Ganoderma carnosum (s.orig.?!?) an anderen Hölzern als Abies alba?!?
    ---> das "glaube" ich dann, wenn ich die entsprechenden Funde (mindestens Makrodoku) und die dazugehörigen Sequenzen (mindestens 5.8s!) sehe, um da mal ein Vergleichsbäumchen mit Berücksichtigung von Ganoderma "tsugae" und "valesiacum" und ein paar weiteren "ghosts" in der Gruppe zu basteln..

    Ansonsten würde ich das mal als "zweifelhaft" einstufen, die ganze lucidum - Gruppe ist da einfach zu komplex und zu schwach bearbeitet.

    Auch wenn ich das Dörfelt / Ruske - Buch sehr schätze. :thumbup:


    Dein Fund sieht nach ziemlich typischen (nassen!) Fruchtkörpern von Ganoderma applanatum (Flacher Lackpolring) aus, Andy.

    Ganoderma carnosum ist ja eine Art aus der lucidum - Gruppe, also demnach erstens gestielt, zweitens Fruchtkörper niemals mehrjährig, drittens mit harzhaltiger, dünner Kruste und erheblich weicher in der Konsistenz als die Arten aus der applanatum - Gruppe.


    LG; Pablo.

    Servus!


    Oft ist das ja auch eine Glückssache, ob ein Fruchtkörper von vielen "zersetzern" (Schnecken, Würmchen, Mäuse etc.) entdeckt wird oder verschont bleibt. Die Witterung spielt natürlich auch eine Rolle, und diese Rolle ist sehr eng mit der Zersetzertätigkeit verknüpft (zu kalt = wenig madenaktivität zB).

    Zudem ist es aber auch so, daß manche Pilzarten "dauerhaftere" Fruchtkörper bilden als andere. Auch das ist wieder jeweils eine Kombination aus diversen Faktoren, da spielen auch chemische Details eine große Rolle (chemische Abwehr zB gegen div. Bakterien, Viren, Schleimpilze usw. usf.).

    Strubbelköpfe bilden nach meiner Beobachtung schon verhältnismäßig dauerhafte Fruchtkörper (für Röhrlinge).
    Die sind ziemlcih zähfleischig, zudem scheint die zerfranste Oberfläche viele "Zersetzer" abzuhalten. Was günstige Voraussetzungen sind, damit sich Fruchtkörper bei geeigneten Witterungsverläufen sehr lange halten können.



    LG; Pablo.