Beiträge von Beorn

    Hallo, gelBlau!


    Also... Der Zuchtausternpilz ist Pleurotus ostreatus. Die ursprünglichen, wildwachsenden (meist in den Wintermonaten fruchtenden) Austernseitlinge hierzulande sind: Pleurotus ostreatus. Persönlich gefunden habe ich so viele so unterschiedlich aussehende "Austernseitlinge" (Pleurotus ostreatus, übrigens zu allen jahreszeiten), nur ist es bei Wildfunden ja gar nicht nachvollziehbar, aus welcher Zuchtlinie die ausgebüxt sind und ob überhaupt und wie stark bzw. wie oft die sich schon mit ursprünglichen Wildformen gepaar und vermischt haben.
    Denn das ist ja alles eine und die selbe Art (wie Dackel und Bernhardiner, und natürlich ebenso wie die untereinander reproduktiv). Lungenseitlinge (Pleurotus pulmonarius) sind allerdings eine eigene Art - Hybriden mit Austernseitlingen (Pleurotus ostreatus) will ich nicht ausschließen, aber bisher ist nicht nachgewiesen, daß das geht.

    Das Problem ist - und darum dein Nachhaken auch mehr als berechtigt: Man findet immer wieder mal Kollektionen, gerade in den Sommermonaten, die sich gar nicht einer der beiden Arten zuordnen lassen, eben weil die Morphologischen merkmale eher quantitativ sind, also eher einen Blick für ein "Durschnittsverhalten" erfordern als die Beobactung eines konkreten merkmales, wo man sagen kann "trifft zu" oder "trifft nicht zu".


    Übrigens - leider! - ist das mit dem Sulfovanillin ebenso eine Sache.
    Das kann nicht zur Bestimmung heran gezogen werden, weil die magentafarbene "Seitlingsreaktion" in erster Linie abhängig ist vom Mischungsverhältnis von Schwefelsäure und Vanillin (Hinweis von Andreas Gminder kürzlich im Nachbarforum). Das deckt sich mit meinen Beobachtungen, daß alle drei Arten (Pleurotus ostreatus, Pleurotus pulmonarius und auch Pleurotus cornucopiae; getestet wurden jeweils morphologisch eindeutige Kollektionen) mit SV reagieren können aber nicht müssen.


    Wobei cornucopiae (Rillstieliger Seitling) ganz schön anders aussieht, aber die trennung von pulmonarius (Lungeseitling) und ostreatus (Austernseitling, Zuchtseitling, einschließlich aller Farb-, Jahreszeit-, und Sonderformen) ist ein ganz schön kniffliges Thema.



    Lg; Pablo.

    Hallo, Ralph!


    Die unterschiedlichen Entwicklungsstadien der Fruchtkörper können schon ziemlcih verschieden aussehen, das stimmt.

    Es wird aber in diesem Fall schon alles die selbe Art sein.

    Und die sehen prima aus jetzt, da sollte man wirklich nicht länger warten, wenn man damit kulinarische Pläne hat. :wink:



    Lg; Pablo.

    Ahoi!


    Ja, ich denke, da wird man noch einige Tage bis Wochen warten müssen, wie sich das auswächst.
    Einer der Lackporlinge könnte aber gut sein, wobei in dem frühen Entwicklungsstadium der Fruchtkörper durchaus noch Überraschungen möglich sind.



    LG; Pablo.

    MoinMoin!


    Rillstielige (Pleurotus cornucopiae) sind das hier nicht. Dazu sind die Stiele viel zu wenig ausgeprägt und sitzen viel zu deutlich lateral (seitlich) an den Hüten. Die Hüte sind ja auch kaum wirklich tütenförmig / füllhornförmig. Ich würde das für ganz normale Austern (Pleurotus ostreatus) halten, die Wuchsform passt einwandfrei, solche weit herablaufenden, teils auch anastomosierenden Lamellen kann Pleurotus ostreatus auch bilden.


    PS.: Das, was da auf den Bildern im Wiki - Artikel zu sehen ist, würde ich auch für Pleurotus ostreatus s.l. halten. Wie Rillstielige sieht das ganz und gar nicht aus, also solange zu den Bildern keine Sequenz mit Bäumchen zu sehen ist, sind das für mich keine Rillstieligen.



    LG; Pablo.

    MoinMoin!


    Einfache Kopfschmerzen (ohne weitere Symptome) sollten nicht ins Spektrum von individuell unverträglichen Pilzen gehören. Ich vermute, daß das eine andere Ursache hat. Aber Vorsicht ist immer besser, also meiner Meinung nach völlig richtig, das weiterhin behutsam und mit bedacht zu beobachten.



    LG; Pablo.

    Morgen!


    Hui, und ich schwanke jetzt wieder mehr: Der "5 meter entfernt stehende Bruder" ist auf jeden Fall mal ein Sommnersteini (Boletus aestivalis). Das sagt natürlich grundsätzlich erstmal nichts aus über die Identität des anderen Fruchtkörpers. Bei dem finde ich genauso wie Uwe die Farben ziemlich komisch. Insbesondere den gelben Stiel. Aber die Struktur des Netzes und die Schattierungen sowie Struktur der Hutoberfläche lassen mich auch da jetzt mehr an einen Steinpilz denken.

    Schwierig in dem Fall, und wieder mal ein gutes Beispiel, warum die Aussagekraft von Bestimmungen nach Bildern eben limitiert ist.

    Mit dem Pilz in der Hand wäre es so viel einfacher - denn Gallier und Sommersteinpilz fühlen sich unterschiedlich an, sowohl was die Haptik mancher Oberflächen betrifft, als auch die Konsistenz vom Fleisch. Vom Geschmack mal abgesehen, daß der auch bei Gallenröhrlingen initial mild sein kann, wurde ja schon erwähnt.



    LG; Pablo.

    Hi.


    Beachtlicher Baum! Jedenfalls würde das sehr unangenehm werden, wenn man so einen Ast abbekommt.
    Ob das Entfernen einzelner Äste ausreicht, um dem Pilz das Leben schwer zu machen, ist fraglich. Die Möglichkeit besteht, daß der auch bereits im Stammholz aktiv ist. Zudem ist der Befall mit einem Schwefelporling schon ein deutliches Zeichen, daß der Baum sehr anfällig geworden ist, und dadurch auch die Abwehrmöglichkeiten gegen andere Pilze stark eingeschränkt sein dürften. Eine Entfernung größerer Äste müsste dann schon fachleutig durchgeführt werden, um nicht ein Tor für weitere Schwächeparasiten zu öffnen.



    Lg; pablo.

    Hallo, Ulrich!


    Hm, die Alternativen zu Nr. 4 - da kommt eine Menge an Pilzarten in Betracht. Selbst wenn man sich darauf festlegt, daß es ein Hellsporer wäre, muss man mit anderen Helmlingsarten rechnen, aber auch verschiedene Rüblinge und Schwindlinge will ich da nicht kategorisch ausschließen.



    LG; Pablo.

    Hallo, Arnel!


    Das sieht aus wie Mumien der Anistramete (Trametes suaveolens). Die Fruchtkörper werden meistens im Winter (bei milder Witterung) oder im Frühjahr gebildet, halten sich aber nach dem Absterben noch für lange Zeit.



    LG, Pablo.

    Hallo, Mary!

    Den Pilz kannst du nicht entfernen. Nur den Fruchtkörper, aber das ist ja nur das Forpflanzungsorgan des eigentlichen Pilzes, der als Mycel aus mikroskopisch feinen Fäden im Holz des Baumes selbst lebt.

    Man sollte das Verhalten des Baumes beobachten, und ggfs. morsche Äste entfernen (man will ja nicht auf einmal so ein 100Kilo schweres Holzgedöns auf dem Bauch haben, wenn man gerade gemülich im Liegestuhl liegt).

    verzehren würde ich diesen Fruchtkörper nicht mehr, ich nehme zum Essen generell nur noch ganz junge, fast noch "butterweiche" Fruchtkörper. Die wachsen allerdings wirklich sehr schnell.



    Lg; pablo.

    Hi.


    Komisch, ich sehe die Bilder jetzt auch im anderen Thema...
    Kleiner Tip: Du musst nicht alles nochmal neu schreiben. Wenn der Beitragstext erhalten ist, aber die hochgeladenen Dateien vorschütt gehen (passiert sehr oft, wenn man einen automatisch gespeicherten Entwurf weiter bearbeitet), kannst du auch den ursprünglichen Beitrag bearbeiten, unter "Dateianhänge" die Bilder erneut hochladen, einbinden und direkt veröffentlichen. Nur blos nicht während dem Hochladen oder kurz danach das Thema verlassen, sonst ist wieder alles futsch!


    Was die Pilze betrifft: Bei dem Dornigen Stachelbart brauchst du bei der Ausprägung nicht zwingend das Substrat (auch wenn das grundsätzlich immer interessant ist), mit der Fruchtkörperform und den anliegenden Dornen auf der Hutoberseite sind alle anderen Stachelbärte auszuschließen - und Spongipellis pachyodon (Breitstacheliger Schwammporling) ebenfalls.

    Bei 4 könnte ich mir einen Rosablättrigen Helmling (Mycena galericulata, heißt "Rosablättrig" weil die Lamellen meistens weißlich sind!) gut vorstellen.

    Der fünfte wird schon ein Sommersteinpilz (Boletus aestivalis) sein.



    Lg; Pablo.

    BonJour!


    Dieser komische Gelbton, den man hier an den Stielen sieht, ist ziemlich markant. Das ist eine Farbe, die bei Sommersteinpilzen gerade bei so jungen fruchtkörpern außerhalb des möglichen Farbspektrums liegt. Soll heißen: Solche jungen fruchtkörper mit so einer Stielfarbe sind nie Sommersteinpilze. :wink:



    LG; Pablo.

    Hallo, Ralph!


    Bei diesem Ekelwetter musst du dich beeilen!

    Da verläuft der Fruchtkörperzyklus rasant, und manchmal sind die (bei großem Fliegenandrang) schon wenige Tage nach dem "Schlüpfen" schon wieder verwest.



    LG; Pablo.

    Moin Moin!


    Hm. Die Struktur der Hutkruste ist etwas atypisch (weil keine konzentrisch mäandernden Linien), aber ich würde das wegen der Ausprägung der Zuwachskanten und vor allem der Kontextstruktur und -farbe eher für FomFom (Zunderschwamm) halten. Man könnte noch einen Brutzeltest machen, oder KOH5% auf die Schnittfläche schmieren oder mikroskopieren, aber da der Fruchtkörper auch noch so aussieht, als wäre da ein Myceliarkern eingelagert gewesen, der nur irgendwie rausgebrochen ist, sieht's doch mehr nach FomFom aus.


    Der Guttationstropfen ist so oder so pathologisch. Es gibt solche Guttation durchaus bei FomFom, aber nur bei irgendwie befallenen Fruchtkörpern. Bei FomPini (Rotrandporling) sind die physiologischen Tropfen klar bis blass bernsteinfarben.



    LG; Pablo.

    Morgen!


    Lungenseitlinge sind ein bisschen weicher, die Hyphen etwas lockerer verknüpft und zudem sind die gesamten fruchtkörper noch dünnfleischiger als Austernseitlinge. Dadurch haben die gerade bei warmem Wetter ohnehin schon extrem aktiven Fliegen und anderen Tierchen noch leichteres Spiel, die abzubauen.

    Rillstielige sind tendenziell noch ein wenig fester und stabiler als Austernseitlinge - bei dem abscheulichen Ekelwetter, das jetzt auf uns zukommt, wird das aber kaum noch eine Rolle spielen. Da ist eh alles in wenigen Tagen tot.



    LG, Pablo.

    Morgen!


    Aha, demnach wären die Sporen doch viel eher überwiegend kleiner als 10µm und damit ein weiterer HInweis auf Agrocybe praecox s.l.. :thumbup:



    LG, Pablo.

    Morgen!


    Ich bin mal gespannt. Stellen, wo Gallier und Sommersteinis durcheinander wachsen, gibt es allerdings durchaus. Die ganz jungen fruchtkörper dann auseinanderzuhalten, finde ich recht schwierig manchmal.



    LG, Pablo.

    Salut!


    Genau, oder Agrocybe praecox s.l. (Voreilender Ackerling), mindestens eine der Sippen aus dem Aggregat bildet solche eher schlanken, hellen Fruchtkörper.
    Mir erscheint der Ringrest etwas zu kräftig für Agrocybe dura und die Huthaut etwas zu dunkel, die Frage ist aber: Stimmt die Messkala im Sporenbild? Also 1 Strich = 1 µm? Weil dann würden die Sporen in der Größe eher zu dura als zu praecox passen, bei praecox erreichen nicht viele Sporen eine Länge von mehr als 10µm. An der Form der Cheilo- und Pleurozystiden könnte man die beiden auch noch auseinanderhalten.



    LG; Pablo.

    Bonjour, Jens!


    Kommst du bei dem "Steini" noch mal vorbei? Ich würde ja so einige Chips dagegen wetten, und eher auf "Geschmack = +/- bitter" setzen. :wink:
    Die Seitlinge sind ja eine ganz, ganz scheusliche Kollektion - wieder mal so ein totales Merkmalsdurcheinander und kaum einer spezifischen Art zuzuordnen.
    In solchen Fällen hilft nur: Schnell aufessen! Wenn sie noch frisch genug sind.



    LG; Pablo.

    Salve!


    Vom letzten Pilz könntest du mal einen fruchtkörper in der Hand zerbröseln / zerreiben. Dabei könnte ein mehr oder weniger deutlicher Rettichgeruch zum Vorschein kommen, und einen vergleich mit Mycena pelianthina (Schwarzschneidiger Rettichhelmling) erforderlich machen. :happy:
    Sieht halt ziemlich angetrocknet aus, darum Geruch vermutlich undeutlich - wenn es denn was aus der Ecke ist.

    Betreffs den Seitlingen bin ich bei Andy, und bei den anderen gehe ich mit Uwe. :thumbup:



    Lg; pablo.

    Hallo, Murmel!


    Deine ersten Pilze könnten Risspilze sein, genauer gesagt Wirrköpfe (Mallocybe).

    Die mittig niedergrdrückten Hüte wären zwar komisch, aber das kann möglicherweise mal vorkommen.


    Der Saftling ist Hygrocybe persistens s.l. (einer der Spitzgebuckelten Saftlinge), die Art erscheint gerne schon sehr früh im Jahr.



    Lg; pablo.

    MoinMoin!


    Ich hätte mal Chemie nicht in der Oberstufe abwählen sollen. :wink:
    Wobei das schon Gegenstand in 8 oder 9 gewesen sein dürfte, aber mein Wissen ist da halt doch sehr verwaschen.


    So vage meine ich mich übrigens zu erinnern, schon einmal eine madenfreie Netzhexe gesehen zu haben...
    Aber selbst wenn die so aussehen:


    ...im Inneren tobt das Leben!



    LG; Pablo.

    MoinMoin!


    Coprin ist allerdings nicht die einzige Substranz, die auf irgendeine Weise in den Stoffwechsel beim Alkoholabbau im menschlichen Organismus einwirkt. :wink:

    Bei Coprin ist der Wirkmechanismus nur einfach gut bekannt und erforscht, aber es gibt offenbar noch eine ganze Reihe an pilzlichen Proteinen, die ebenfalls irgednwas bewirken können. Bei Netzhexen scheint es sowas auch zu geben, allerdings auch das im Rahmen von "individuellen Unverträglichkeiten".
    Ich selbst vertrage Netzhexen gut, auch in Verbindung mit Alkohol, kenne aber plausible Berichte von Leuten, denen genau diese verbindung (Netzhexen + Alkohol) richtig Probleme gemacht hat. Der Mechanismus ist unbekannt, aber es kann eben vereinzelt vorkommen.
    Darum, wie so oft: Ausprobieren. Kleine Mengen, und auch bei der Kombination C2H5OH zunächst vorsichtig dosieren.



    LG; Pablo.

    Hallo, Diether!


    Die Laubholzknäuelinge (Panus conchatus / torulosus) würde ich auch so nennen - wenn auch schon etwas angeknabbert.

    Bei den Seitlingen ist es hier etwas schwieriger, ich könnte mir da auch gut Lungenseitlinge (Pleurotus pulmonarius) vorstellen, wegen den lang gestielten, jung irgendwie löffelförmigen Fruchtkörpern. Der Basisfilz kann auch zB durch das Moos angeregt sein - wirklich konstante merkmale um P. ostreatus und P. pulmonarius sicher zu trennen sind meiner Ansicht nach noch nicht wirklich herausgearbeitet, also muss man da immer das Geasmtbild von einer Kollektion beurteilen (meiner Einschätzung nach mit besonderer Beachtung von Habitus und Wuchsweise).



    LG; Pablo.