Beiträge von Beorn

    Hallo, Alex!


    Der letzte könnte auch gut eine Pachyella sein - wobei Psilopeziza eine nahe verwandte Gattung sein sollte, und wohl nur durch die Jodreaktion der Asci unterschieden werden kann. Durchaus möglich, daß das was Ausgefallenes ist, aber voraussichtlich auch hier ohne Mikroskopie keine Erkenntnisse zur Artzugehörigkeit.


    Pachyella violaceonigra (Midnight - Disco) ist es eher nicht, obwohl die nicht violett sein muss, sondern auch mal braun daher kommen kann:




    Wobei, wenn die Fundstelle auf dickem Laubholz in einem feuchten Tal liegt, wo das Laubholz tendenziell auch mal zeitweise überschwemmt wird, würde ich das nicht ausschließen. Erscheint zwar bie mir normalerweise im Frühjahr / Frühsommer, aber phänologische Ausreißer sind grundsätzlich immer möglich.



    LG, Pablo.

    Hallo, Daniel!


    Bei Kiefern und Fichten kommt es drauf an. Dort, wo die außerhalb ihres natürlichen verbreitungsraumes aufgeforstet sind, sind die Bestände eher artenarm. Dort, wo diese Baumarten ursprüngliche, und natürliche Bestände gebildet hatten, sind selbst reine Fichten- und Kiefernwälder sehr artenreich. Also in den Höhenlagen des Schwarzwaldes zB, wo Fichten schon immer natürlich verbreitet waren, findet man eine hohe Artenvielfalt an Pilzen (Mykorrhiza wie auch zersetzer).
    Ist aber wohl generell einfach so, daß die ganzen Tier-, Pilz-, Pflanzen- und Bakeriengemeinschaften eines Waldes über sich über Jahrhunderte entwicckeln müssen, um ein wirklcih diverses und auch funktionierendes Gleichgewicht zu bilden, und das geht wohl auch nur bei einigermaßen konstanten Bedingungen.
    Wenn man den Douglasien in europa einige hundert Jahre Zeit gibt (uund vorerst vor allem in gemischten Beständen mit Weißtannen, Fichten, Rotbuchen usw. eingestreut belässt) haben die sicher auch eine Chance, sich hier zurecht zu finden.
    Das klappt nur nicht mit der Hauruckmethode, wie es manche Forstwirte und leider auch politische Institutionen gerne hätten, sondern richtet im derzeitigen Modell leider auch immense Schäden an den bestehenden Biotopen an, weil die (heimischen) artenreichen und damit entwicklungsfähigen Biotope durch verstandfreie Aufforstungen mit "Exoten" immer weiter verdrängt werden, bzw. sich nicht entwickeln und anpassen können.

    Wenn in Nordamerika Douglasien außerhalb ihres natürlichen verbreitungsareales massiv in geschlossenen Beständen aufgeforstet wurden, dann dürfte da das gleiche Porblem bestehen, wie mit der Fichte in Europa, daß sie einfach keinen Anschluss an die biologischen Gegebenheiten finden, darum artenarm sind und bleiben und entsprechend wenig Wiederstandskraft gegenüber sich ändernden Bedingungen (zB Klimawandel) haben.



    Lg; Pablo.

    Hallo, Toni!


    Klar, das ist auch völlig ok so.
    Wobei man auch wissen darf: Das Abmachen der Fruchtkörper (vorsichtiges ausdrehen oder aushebeln) schadet dem Mycel nicht. Der Vergleich hinkt zwar, weil Pilze keine Pflanzen sind, aber: Einem Apfelbaum schadet das Pflücken der Äpfel ja auch nicht. So ähnlich kann man sich es immerhin vorstellen.


    Beim letzten Fund wurde das ja auch so gemacht, also alles richtig, aber: Da scheint es so zu sein, als wäre mit den Fruchtkörpern im Wachstum irgendwas schief gegangen. Die aufgeplatzten Hüte und Stiele sowie die irregulär verschrumpelten und verklebten Lamellen zeigen an, daß da massive Zersetzungsprozesse im Fruchtkörper stattfinden. Solche Kollektionen sind dann oft gar nicht mehr bestimmbar, egal wie intensiv man die beobachtet.



    LG; Pablo.

    Hi.


    Es könnte auch daran liegen, daß bei allen Gattungen und selbst innerhalb einzelner Gattungen bei den unterschiedlichen Arten die Fruchtkörper auf verschiedene Weise verwittern.
    Was Dachpilze betrifft: Wenn man da so wie hier schon so deutlich das Sporenpulver auf den Lamellen sieht, können die schon mal nicht mehr jung sein. Lamellen mit sichtbarem Sporenpulver, die dann auch noch komisch wellig erscheinen oder gar aneinander kleben, sind bereits eine Zersetzungserscheinung.



    Lg; Pablo.

    Servus!


    Es gibt leider eine ganze Reihe von Saftlingen mit eingeschürten Sporen. Die Makroskopie ist in der Gattung extrem wichtig - und mit einem Einzelfruchtkörper oft besonders erschwert. Hier müsste man zB den lamellenansatz genauer beurteilen können, also ob gerade angewachsen oder eher ausgebuchtet, und ob das alle Fruchtkörper des Mycels so machen oder nur der eine. Zudem wäre die Hutoberfläche sehr wichtig. Schleimig, schmierig (im Frischzustand, ggfs. anfeuchten), trocken, faserig, schuppig oder körnig. Reinbeißen könnte man auch mal noch, ob der nicht zufällig bitter schmecken könnte.


    LG; Pablo.

    Hallo, Daniel!


    Willkommen im Forum!

    Melanoleuca verrucipes habe ich allerdiings durchaus auch schon völlig ohne Bezug zu irgendwelchen Douglasien gefunden. Die muss der anscheinend nicht haben, und ist ja auch kein Mykorrhizapilz, sondern ein Zersetzer.
    Soweit ich weiß (das müsste ich aber nochmal nachrecherchieren, woher ich das habe), bildet Pseudotsuga auch in Europa durchaus Ektomykorrhizaverbindungen. Nur läuft blöderweise irgendwas dabei verkehrt, denn die Mykorrhizapartner sind nicht in der Lage, Fruchtkörper zu bilden (oder nur ganz vereinzelt). Das meint selbstverständlich die europäischen Arten, die als Allrounder für Pseudotsuga für Symbiosen in Frage kommen. Also zB Boletus edulis (gibt's jaa auch in Nordamerika), Imleria badia, sicherlich auch etliche weitere Pilzarten.
    Warum das aber so ist, daß die in Europa von Psudotsuga nicht genug Energie bekommen, um fruchtkörper zu bilden, das entzieht sich meiner Kenntnis. Vermutlich hat es was damit zu tun, daß hier ja das gesamte Mikrobiom im Boden anders ist, nicht nur die Pilze, sondern auch Bakterien, Schleimpilze und so weiter und so fort, udn die ja allesamt in Wechselwirkungen stehen.

    Jedenfalls klappt es in europa nicht mit den Douglasien, zumindest nicht in geschlossenen Beständen.
    Da wo Douglasien aufgeforstet werden und nicht nur vereinzelt zwsichen heimischen Baumarten stehen dürfen, ist hierzulande in null komma nichts alles tot im Boden. Tot im Sinne von: Artenvielfalt reduziert sich bald um sowas zwischen 70 und 90 Prozent. Das betrifft wohl auch die anfangs mykorrhizafähigen Pilzarten, die wohl irgendwann auch aufgeben, wenn sie a) keine fruchtkörper bilden können und b) von Springkraut und Brombeeren erstickt werden.

    Die Bodenökologie in Nordamerika ist halt schon irgendwie grundlegend anders als in Europa, und was dort im Zuge der Evolution an Gleichgewichten und Netzwerken entstanden ist, lässt sich nicht mal so eben hierher übertragen (und würde ja auch keinen Sinn machen).



    Lg; Pablo.

    Salve!


    An einen Schleierling würde ich da nicht glauben. Was die Bindung an Totholz betrifft: Es kann ja auch ein zersetzer sein, der an vergrabenem Holz siedelt (dann oft auch kein büscheliger Wuchs bei normalerweise büschelig wachsenden Pilzen) oder kleinen, verholzten Detritus im Boden verstoffwechselt.

    Die Schleierlinge mit dem Farbspektrum, die ich kenne, hätten eine anders strukturierte HUtoberfläche. Entweder hygrophan (Cortinarius limonius zB) oder irgendwie faserig, schuppig oder körnig (div. andere Haut- und Rauköpfe).



    LG; Pablo.

    Servus!


    Nr. 6 ist ein Gymnopilus, aber leider so wenig von dem Pilz zu sehen...

    Standortbilder sind schon was Tolles, idealerweise macht man beides, Bilder an der Fundstelle (von möglichst vielen Individuen einer Fruchtkörperkollektion), und dann nochmal daheim im "Studio" (so wie du's bei den anderen gemacht hast), wobei ich bei "Studiobildern" immer darauf achte, die Bilder bei Tageslicht aufzunehmen, bei künstlichem Licht wird's immer schwierig.


    Gymnopilus picreus würde so aussehen:





    LG, Pablo.

    Ahoi!


    Auf dem Bild sehen die Stiele allerdings ganz glatt aus. Stiele von Samtfußrüblingen müssen behaart / samtig sein. Wenn glatt, dann kein Samtfußrübling.



    LG; Pablo.

    Hallo, Jörg!


    Einzelfruchtkörper von dem können schon verwirrend sein.
    Aber Farbspektrum, Habitus, weißlicher Stiel (mit purpurbraun bepuderter Velumzone) und Struktur vom Velum auf dem Hut sind doch schon ganz schön typisch, oder?



    Lg; Pablo.

    Hallo, Alex!


    Wieso passen bräunliche Lamellen nicht zu Schwefelköpfen?
    Lamellenfarbe cremeweißlich + Sporenpulverfarbe purpurbraun, das kann zusammen in der Überlagerung durchaus mal braun ergeben.

    Ich glaube aber, du könntest da auch einen Schüppling aus der "glatten" Fraktion um Pholiota spumosa, Pholiota subochracea usw erwischt haben. Das wären dann die für Stockschwämmchen gehaltenen am Anfang.
    Eventuell wären die vergesellschaftet mit Hypholoma radicosum (Wurzelnder Schwefelkopf), das könnten die anderen mit den glatteren Stieltexturen sein.

    Ist aber reichlich unsicher, weil mir da die Funderfahrung dieser Arten fehlt.



    LG; Pablo.

    Hallo, Alex!


    Schmetterlingstrameten mit Guttationstropfen wollen einem oft signalisieren, daß sie lieber "Wurzelschwamm" genannt werden wollen. Auch die Wurzelschwämme (Heterobasidion annosum s.l.) sind ja sehr variabel, aber das hier ist schon außerhalb deren Variatoinsbreite, darum: Trametes versicolor ist richtig, die Tropfen sieht man da eher selten, aber es kann eben auch mal vorkommen.

    Deine 114 hätte ich jetzt eiskalt als Macrolepiota fuliginosa (Rußbrauner Riesenschirmling) angesprochen. Hat sicherlich in der Stielrinde beim Anschnitt auch etwas weinrötlich verfärbt? So Ton in Ton dunkelgrau (Schuppen ebenso wie Untergrund) und dann mit weinrötlich verfärbender Stielrinde (5min zuwarten) bei zugleich reichlich mächtigem Habitus (Parasolartig) ist das meine Vorstellung von Macrolepiota fuliginosa (bzw. M. procera f. fuliginosa). Manche Kollektionen sind diffus und nicht leicht entweder fuliginosa oder procera zuzuordnen, aber ich denke schon, daß das tatsächlich zwei Arten sein könnten (und nicht nur Wuchsformen).
    Die Kraterelle passt genau so. :thumbup:

    Bon Soir!


    Lepista panaeolus kenne ich nicht mit so stark herablaufenden Lamellen und insgesamt etwas dunkler.
    Zu Lepista densifolia (Dichtblättriger Rötelritterling) würde das Erscheinungsbild hier besser passen, aber: Bei rötelritterlingen sind Geruch und ev. auch Geschmack ziemlich wichtig. Das wird aber bei den Fruchtkörpern hier in die Irre führen, denn die sehen vom Alter her so aus, als wären diese merkmale nicht mehr zuverlässig ausgeprägt.
    Sporenpulver ist natürlich auch wichtig (ob mit violetton oder eher ockerweißlich), das ist zwar nie wirklich weiß, aber es sind auch keine Dunkelsporer. Es ist also "fast" weiß, eben hell aber mit einem farblichen Schimmer. Auch da ist in diesem Fall die Frage, ob die Fruchtkörper überhaupt noch so vital sind, daß die noch einen ausreichend dicken Sporenabwurf hinbringen würden.



    LG; Pablo.

    MoinMoin!


    Möglich wäre auch noch einer der beiden moosbewohnenden Nabelinge aus der Loreleia - Gattung (Loreleia postii & Loreleia marchantiae).

    Das hier ist aber wohl schon Rickenella fibula, weil: An den Stielen erkennt man durchaus so eine feine Behaarung. Rickenella hat diese Zystiden / Haare ja überall, auf Hut, Lamellen und Stiel. MEistens erkennt man die mit der Einschlaglupe dann ganz gut, oder aber auf guten Bildern, wo sich diese Behaarung auch erkennen lässt.



    LG; Pablol

    Hallo, MArcus!


    Das wird auch schwierig, weil die Fruchtkörper schon am zerfallen und recht stark verwest sind: Dachpilz ist aber immerhin sicher, aber vermutlich eine Art aus der phlebophorus - Gruppe. Und die sind ohnehin schon schwierig genug, auch mit frischeren Fruchtkörpern.



    LG; Pablo.