Beiträge von Beorn

    Hallo, Diether!


    Unter den Becherlingen war doch sicherlich uraltes Nadelholz drunter, richtig?
    Die sehen schon so aus wie ganz junge Fruchtkörper von Gyromitra ancilis s.l. (Scheibenlorchel), müssten dann einen +/- deutlichen (im Substrat eingesenkten) Stiel haben, der auf dem letzten Bild zwar abgebrochen aber andeutungsweise zu sehen ist.
    Gyromitra ancilis s.l. ist mittlerweile aufgespalten in mehrere Arten, aber das muss man nicht unbedingt im einzelnen nachvollziehen, wenn man nicht will, und die Trennung geht dann auch nur mikroskopisch. Mit "s.l." kann man's aber gut zusammenfassen.


    Schwefelköpfe um die Jahreszeit sind nicht ungewöhnlich.
    Hypholoma fasciculare bildet eh ganzjährig Fruchtkörper (am allerhäufigsten aber von Januar bis Dezember), Hypholoma capnoides bevorzugt im Winterhalbjahr (Mai bis Oktober eher selten und nur bei längeren, feuchtkalten Witterungsperioden) und Hypholoma lateritium ebenso ganzjährig aber am liebsten so um September bis Dezember / Januar.
    Bei den ganzen anderen Hypholoma - Arten weiß ich's nicht, wie die sich phänologisch verhalten.



    LG; Pablo.

    Hallo, Emil!


    Ich denke eher nicht, daß das ein Schillerporling ist, sondern würde mal vermuten, daß der im Schnittbild sehr hell wenn nicht gar weiß ist.
    Schnittbild ist hier aber unbedingt nötig (so wie eigentlich fast immer).
    Es kann allerdings auch sein, daß das einfach kolossal verunglückte Schmetterlingstrameten sind, wo bei der Fruchtkörperbildung irgendwas total schief gegangen ist. Das ließe sich aber eben im Schnittbild besser erkennen, ebenso wie wenn es zB eine etwas abweichende Kollektion von Bjerkandera fumosa wäre.



    Lg; Pablo.

    Servus!


    Ach, danke, Rigo!


    Knorpelporling = Skeletocutis, das sollte eigentlich sitzen bei mir. In dem Fall ist die Bezeichnung sogar gut etabliert und gängig.

    Was man bei vielen anderen Porlingsgattungen ja nicht so sagen kann, aber in dem Fall hätte ich's schon wissen müssen.

    Ja, eine Ähnlichkeit ist durchaus gegeben, aber die hütchenbildenden Skeletocutis - Arten sind wesentlich dünnfleischiger als hier, und dürften auch weicher sein.


    Die Hutoberseiten (wenn welche gebildet werden, es gibt auch rein resupinate Fruchtkörper) von Heterobasidion sind recht variabel übrigens. Meistens jung und bei trockenem Wetter sehr samtig filzig, darunter aber schon mit einer angelegten Krustenschicht. Die samtige Oberfläche verwittert oft und dann hat man eben nur noch eine +/- glatte Kruste. Insgesamt kann das schon mal etwas strukturiert aussehen, so als würde die Kruste aus verschiedenen Texturen bestehen. In dem Sinn ist deine Beobachtung auch nachvollziehbar, Hubi. Nur sind solche Linien und Schichten immer nur ein Zusatzmerkmal (manchmal auch ein sehr wichtiges).
    Bei der von Alex erwähnten Skeletocutis carneogrisea gibt es auch einen mehrschichtigen Kontext, auch da kann zwischen dem Hutfilz und dem Fleisch eine mehr oder weniger deutliche dunkle Linie zu sehen sein. Bei Cerrena unicolor (Aschgrauer Wirrling) ebenfalls, und auch bei mehreren Trametes - Arten. Ein Alleinstellungsmerkmal wäre das also auch dann nicht, wenn es ideal und typisch ausgeprägt wäre.



    LG; Pablo.

    Moin!


    Ach ja, noch so ein Influencing - Troll...


    Um noch was richtig zu stellen:

    Das Olivenblattextrakt hat ihr super geholfen.

    Nein, hat es nicht. Das ist eine blanke Lüge.

    Antibiotika helfen gegen Helicobacter.
    Irgendwelche Zaubermärchen nicht.


    PS.: Ach, die Wahrscheinlichkeit, daß die ganze Geschichte mit Mutter und blabla frei erfunden ist, beträgt ungefähr 99,999%.
    Das ist genau die von mir oben erwähnte Masche, wenn man mit betrügerischen Absichten irgendwelche vermeintlichen Wundermittel (deren Wirksamkeit in Wirklichkeit nicht existiert oder nicht belegt ist) verkaufen will: Einfach Geschichten erfinden, an die man dann glauben soll.
    Also danke für das Beispiel: So sieht das bei nicht vertrauenswürdigen Quellen mit hoher Wahrscheinlichkeit zu einer Betrugsabsicht aus.



    LG, Pablo.

    Bon Jour!


    Dein Pilz dürfte ein Wurzelschwamm (Heterobasidion spec.) sein, Hubi. Wenn du Melzer hast, dann gib mal einen Tropfen auf die Röhrentrama im Schnittbild, das dürfte dann dunkelrotbraun werden (wegen dextrinoiden Hyphen).

    Datronia mollis hat ein grauschwarz filzige Hutoberseite und noch gröbere Poren.
    Die Bezeichnung "Weicher Resupinatporling" für Datronia mollis finde ich irritierend. Datronia mollis wächst effus reflex, meistens mit +/- deutlicher Hütchenbildung, also eben nicht resupinat.

    Auch "Knorpelporling" ist ein ziemlich diffuser Begriff, das wird ja mehr so nach Tagesform und Autor ganz verschieden verwendet. Falls damit irgendwelche Arten aus der Gattungsgruppe um Oxyporus, Physisporinus und Rigidoporus gemeint sein sollte: Keine Art aus diesen Gattungen bildet so eine Hutkruste wie hier - wenn überhaupt Hutkanten gebidlet werden (die meisten Arten sind da rein resupinat).

    Im Schnittbild oben meine ich auch keine dunkle Cortexschicht zwischen Hutfilz (ist ja gar kein Filz da) und Kontext zu erkennen, sondern eigentlich nur eine braune, vom Hutfleisch (Kontext) abgesetzte Kruste.



    LG, Pablo.

    Servus!

    Noch besser bei Bluthochdruck wirken Salzverzicht, Kaffeeverzicht, Nichtrauchen, Abnehmen und körperliche Bewegung. Seltsamerweise glauben immer mehr Leute, dass man bei körperlichen Beschwerden noch etwas Zusätzliches zu sich nehmen muss, damit es einem möglichst schnell besser geht. An Verhaltenskontrolle verdient halt niemand etwas, an den Sachen zum Einwerfen schon.

    Auch deinen Beitrag würde ich jetzt gerne ein paar Mal mehr "liken", Stephan. :thumbup:

    Einen ganz wesentlichen Punkt habe ich nochmal extra hervorgehoben. Beim Salz würde ich mal behaupten, daß das ja auch eine wichtige FUnktion hat für den WEH (Wasser-Elektrolyt-Haushalt) des Körpers, also ganz weglassen sollte man es nicht - aber was du wohl meinst, ist daß man das eben auch in einem vernünftigen Maß halten kann, damit der Körper nicht ständig mit Druckerhöhung gegenregulieren muss (verstärkte Ausscheidung von MIneralstoffen wird ja auch über den Blutdruck reguliert, ganz grob zusammengefasst).


    Insofern: Wenn man Heilwirkungen von Pilzen ausprobieren will, ist das Beste was man machen kann: Selbst informieren (*), selbst sammeln, selbst zubereiten.
    Alleine durch das Suchen, Sammeln und Verarbeiten wird sich ein wohltuender Askept einstellen - weil man körperlich im Wald aktiv ist.

    (*) "Informieren" bedeutet die Recherche mit seriösen Quellen; siehe zB oben im Beitrag von Schupfnudel.
    Auch das ist nicht verkehrt, weil man dadurch auch die geistige Aktivität erhöht. Auswirkungen ebenfalls positiv. Man muss sich natürich da reinarbeiten, aber für den Anfang hilfreich, um valide Quellen zu erkennen foldende zwei Tips:
    Sobald eine Quelle (mehr oder weniger direkt) versucht, einem etwas zu verkaufen oder Verkaufshinweise enthält, ist das unseriös. Hier steht Profit im Vordergrund, nicht valide Information.
    Sobald eine Quelle in irgendeiner Form "Glauben" ins Spiel bringt, kann man die Quelle vergessen. Also zB in der Form wie "hilft bestimmt gegen.."; "selbst so erlebt..." usw.



    LG, Pablo.

    Hallo, Wilhelm!


    Das ist bemerkenswert, denn die Lieblingssubstrate von Lenzites betulina sind Eiche und Rotbuche, Birke kommt erst knapp danach.
    Manche nennen den Pilz darum auch "Laubholzblättling", was Sinn macht weil es weniger verwirrend ist. Aber Namen sind ja keine Beschreibungen, und "Birkenblättling" ist halt etabliert.



    LG, Pablo.

    Salut!


    Ich schließe mich der Schwefelporlings - Fraktion an.

    Mit den scharfen, eckigen Bruchkanten in den Fruchtkörperresten kann das keine Buckeltramete (Trametes versicolor) sein, denn die kann aufgrund ihrer Hyphenstruktur so nicht aufreißen. Bei alten Schwefelporlingsmumien ist das dagegen Standard.



    LG; Pablo.

    Servus!


    Inonotus nodulosus passt meiner Ansicht nach zu beiden der stufigen Schillerporlinge an Buche.
    Wenn das Substrat beim ersten Tanne ist, dann wird das auch Phellinus hartigii sein. An Fichte oder Kiefer müsste man nochmal genauer gucken, da könnte man noch andere Arten vergleichen.
    Der resupinate, weiße Porling ist ohnehin makroskopisch nicht eingrenzbar, sowas geht nur mit mikroskopischen Eckdaten.



    LG; PAblo.

    Salve!


    Das sind ziemlich sicher Schmetterlinge (Trametes versicolor). Wenn die so ein wenig verdeckt wachsen, kann die Hutoberseite ganz schon hell sein (gelegentlich sogar fast komplett weiß). Trametes ochracea hat auch eine dunkle Trennschicht zwischen Kontext und Tomentum, die aber farblich analog zum Hutfilz eher in Ocker- und Brauntönen gehalten ist. Hier ist schon so ein versicoloriges Schieferolivbrüngraun dabei, und die Hutoberseiten mit den scharfen Zonen und den haarigen Bereichen dazwischen ohne Knbbel, Sprenkel oder Schlieren weist auch zu versicolor, ebenso wie die flachen Hüte.



    LG; Pablo.

    Hallo, Alex!


    Hm, wenn man so will...
    Ich konnte mit dem Begriff eigentlich noch nie viel anfangen. "Trama" bezeichnet bei Porlingen ja das Röhrenfleisch, das Hutfleisch ist "Kontext". GAnoderma applanatum bildet bei mehrjährigen Fruchtkörpern schon oft solche weißen Flecken in der Trama, das sind einfach Myceleinlagerungen die wohl beim durchwachsen der alten Röhrenschichten entstehen. Gelegentlich findet man aber auch im Kontext kleinere solche weißen Einlagerungen, die dann im Schnitt eher wie Rebhuhnsprenkel aussehen.
    Selten findet man sowas aber auch bei Ganoderma australe, allerdings habe ich da bisher nur weiße einschlüsse im Kontext gesehen, würde aber vermuten, daß das in Ausnahmefällne auch in der Trama vorkommen kann.



    LG; Pablo.

    Hallo, Joe!


    Die Fruchtkörper von Sidera vulgaris (und lenis dann wohl ebenso) sind ja eigentlich ganz schön fest und starr. Wenn dieser Porling and er Fichte weich und wattig / gazeartig war, könnte das eine Trechispora sein, wenn eher weich und wachsartig dann tendenziell mehr richtung Postia s.l.



    LG; Pablo.

    Hallo, Joe!


    Phellinus cinereus müsste ein Synonym sein zu Phellinus nigricans (ich glaube, in den meisten neueren Werken heißt der dann nigricans, zB in FoTE).

    An Birken kommt zudem mit Phellinus lundellii noch eine weitere, +/- konsolig wachsende Art vor, was die Sache nicht einfacher macht. Ausgehend von der Fruchtkörperform und der Struktur der Kruste dürfte das hier aber schon cinereus / nigricans sein.
    Wenn denn die anderen Arten aus der Gruppe (alni, igniarius) nicht auch mal an Birke vorkommen können.



    LG; Pablo.

    Hallo; Diether!


    Es sei denn, sie würden von rosafarbigen Bakterien besiedelt. Oder von Tulasnella violea...
    Beides wäre ja theoretisch möglich, gesehen habe ich das aber noch nicht.



    LG; Pablo.

    Hallo, Dub!


    Ein kleiner Hinweis: Daß diese Pilze unter Schutz stehen, hat durchaus eine Berechtigung, denn alle Rotkappen - Arten sind eher selten oder zumindest gebietsweise selten. Auch wenn jetzt jemand die Schweizer Studien ins Feld führt, daß den Mycelien das Absammeln der Fruchtkörper nicht schadet (was ja richtig ist): Die Fruchtkörper haben sehr wohl eine wichtige Funktion im Wald um die ökologischen Kreisläufe zu stützen, und natürlich auch für die Verbreitung der Art sowie die Entwicklung des Gen-Pools (weil sexuelle Fortpflanzung für den Erhalt jeder Art wichtig ist). All ihre wichtigen Funktionen erfüllen sie am besten, wenn die Fruchkörper an Ort und Stelle im Wald bleiben.

    Also: Wenn ausreichend frische, schöne Fruchtkörper da sind, würde ich die auch verschnabulieren (sind halt einfach köstlich, wie alle Rotkappen), aber immer darauf achten, daß genug Fruchtkörper im Wald stehen bleiben. Vor allem die älteren und ganz jungen Fruchtkörper würde ich stehen lassen, damit wir alle an der Art noch lange Freude haben.



    LG; Pablo.

    Hallo, Marcus!


    Ich sehe zumindest in den Randbereichen der Hüte ganzrandige Poren, damit also Trichaptum abietinum.
    Trichaptum fuscoviolaceum (= Trichaptum hollii) ist schon durchgehend zahnförmig. Sieht von unten im Grunde aus wie Irpex lacteus.



    LG; Pablo.

    Hallo, Franz!


    Ganz ehrlich: So stark verweste Fruchtkörper würde ich persönlich überhaupt nicht essen wollen, egal was für eine Art. Suillus bovinus ist hier naheliegend, aber bei so alten, stark verwitterten fruchtkörpern sind Bestimmungen natürlich auch ziemlich unsicher (und mindestens ebenso fraglich wie die Bekömmlichkeit).



    LG, Pablo.

    Hallo, Emil!


    In dem Zustand ist eine Bestimmung des Fruchtkörpers aussichtslos.

    Bei so viel Moos, das schon auf der mumifizierten Oberseite wächst, würde eventuell sogar ein Brutzeltest nichts mehr bringen.

    Also anders ausgedrückt: Die Chancen FomFom vs. FomPini vs. Phellinus vs. Ganoderma stehen so ungefähr 25:25:25:25.

    Auch mit Schnittbild und Mikro wird sich da nichts mehr rausholen lassen.



    LG, Pablo.

    Hallo, Alex!


    Genau, Nr. 29 ist eine Buckeltramete. :thumbup:

    Nr. 30 dürfte ein etwas komisch geformter Zaunblättling (Gloeophyllum sepiarium) sein, Onnia triqueter (= Inonotus triqueter) hat eine andere Porenform und die Oberseite ist anders strukturiert.
    Nr. 31 ist mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit Irpex lacteus, aber da sollte man immer reinlinsen, weil Pilze mit solchen Zähnchen gibt es schon eine ganze Menge - und die haben alle ganz bemerkenswerte Variationsbreiten. Irpex wäre schnell sicher erkannt, wenn man die Pseudozystiden und schnallenlosen Septen sieht.



    LG; Pablo.

    Hallo, Rigo!


    Ich müsste jetzt auch nachschlagen...

    Einerseits um zu gucken, wie lang welche Setae bei welcher Art sein müssen, und dann auch was für resupinate Phellinus - Arten noch in Frage kommen könnten.

    Bei den Sporen kann es immer mal zu einzelnen Ausreißern kommen. Einzelne, deutlcih größere Sporen können zB auf zweisporige Basidien zurückzuführen sein.

    Wenn die Sporen sich in der Masse im normalen Bereich bewegen, dann ist alles in Ordnung.



    LG; Pablo.

    Ahoi!


    Nr. 3 dürfte ebenfalls eine Schmetterlingstramete (Trametes versicolor) sein, Nr. 4 ist ohne mikroskopische Eckdaten nicht bestimmbar.
    Bei 1 & 2 bin ich ganz bei Andy. :thumbup:



    LG; Pablo.

    MoinMoin!


    Emil schätzt das Substrat ja alsErle oder Ulme ein, was angesichts der Rindenstruktur durchaus vorstellbar wäre.

    Rein morphologisch sind Ischnoderma benzoinum und Ischnoderma resinosum schwierig zu unterscheiden. Also wenn man das Susbtrat nicht kennt, hilft im Grunde nur die Fruchtkörperform und Wuchsweise sowie mit Abstrichen Färbung (Schnittbild!) jüngerer Fruchtkörper, diese Details würden mich hier eher zu Ischnoderma resinosum führen. Die Trennung ist dabei allerdings diffus, weil sich die Variationsbreiten dabei schon überlappen.
    Das Substrat ist aber einigermaßen sicher als Unterscheidungsmerkmal.



    LG; Pablo.