Beiträge von podiceps

    Hallo,


    gestern hatten wir zwar kalten Wind, aber herrlichen Sonnenschein und ich bin noch mal auf Fotojagd gegangen. Die meisten Funde konnte ich wenigstens bis zur Gattung eingrenzen, einige auch konkret bestimmen (Fotos folgen), aber diese Lamellenpilze entziehen sich jedem Bestimmungsversuch meinerseits. Gefunden am Wegrand im Gras im Uferbewuchs der Tarpenbek. Unter Birken, Weiden, Erlen. Kleine Gruppe von - soweit erkennbar - büschelig gewachsenen, schon weit aufgeschirmten Lamellenpilzen mit olivbraunen Hüten, hellen (fast weißen, rosa überhauchten) Stielen und weißen, rosa überhauchten Lamellen. Die Lamellen waren biegsam, nicht brüchig, ließen sich auch nicht gut ablösen. Der Stiel hinterließ beim Herausbrechen einen tiefen Krater im Hut, war ziemlich faserig in Längsrichtung. Geruch kaum wahrnehmbar, sehr leicht pilzig. Fleisch wässrig. Die Pilze ließen sich nicht gut aus dem Boden herausdrehen, die Stiele rissen knapp über dem Mycel ab.


    Bis auf die Hutfarbe sehen die Pilze in meinen Augen dem Violetten Rötelritterling sehr ähnlich. Könnt ihr mir ein bisschen weiterhelfen?


    Danke und viele Grüße

    Anita








    Aus irgendeinem Grund, jep. Der Grund besteht in erster Linie darin, dass die "einfachen" Röhrlinge in diesem Jahr schlicht nicht zu finden sind und ich halt fotografiere, was ich finde und sehe, und dann auch versuche, dahinter zu kommen, was ich gefunden habe. Kannst es ausgeprägte Neugier nennen.


    Dieses Jahr ist es hier oben bei uns extrem mau mit Pilzen. Sämtliche "sicheren" Fundstellen geben wenig bis gar nichts her. Selbst die Täublinge, die wir letztes Jahr massenhaft in vielen verschiedenen Arten hatten, lassen sich nicht blicken. Bei meinem letzten Fotospaziergang in einer vermeintlich absolut pilzsicheren Gegend habe ich einen, einen einzigen winzigen Täubling gefunden. Da ich keine Geschmacksproben nehme, versuche ich gar nicht erst, den bis zur Art zu identifizieren ... Keinen Stäubling, keinen Bovist, nur eine Handvoll Fliegenpilze, sonst keinerlei Wulstlinge, einen einzigen nicht näher bestimmbaren Filzröhrling. Irgendwie frustrierend ;) Ich ziehe trotzdem gern los und lasse den Blick schweifen. Gesammelt wird eh nur mit den Augen und mit der Kamera.


    Zurück zu den Gesellen da oben. Die Gattung scheint ja schon mal richtig zu sein. Darüber hinaus bin ich sowieso schon davon ausgegangen, dass sie nicht näher bestimmbar sind - mangels aussagekräftigem Bildmaterial. Danke, dass du trotzdem darauf eingegangen bist. Ich weiß das sehr zu schätzen. Die Quelle, aus der der Vorschlag stammt, wird künftig mit mehr Vorsicht behandelt. Ich hatte schlicht vergessen, einen Blick auf die Verbreitungskarte zu werfen und die wenigen Meldungen, die dort verzeichnet waren, darauf zu überprüfen, ob sie verifziert waren oder nicht. Sie waren es nicht ...


    Viele Grüße, Anita

    Verflixt, ich habe mich vertippt. Agaricus subrutilescens meinte ich. Das ist aber auch eigentlich eine nordamerikanische Art, wie ich gerade sehe. Sie wurde mir trotzdem als ähnlich und in der Nähe beobachtet vorgeschlagen. Es gibt aber keine verifizierten Meldungen aus der Gegend. Die beiden von dir genannten Arten schaue ich mir jedenfalls genauer an - danke. Ansonsten bleiben die dann eben unbestimmt.


    VG, Anita

    Hallo, noch einmal eine Bitte um Bestimmungshilfe. Ich weiß, nur die Hüte von oben sind eigentlich viel zu wenig, und ich weiß auch, ich war zu blöd, diese Exemplare auch nur genauer anzusehen, weil ich beim Fotografieren sicher war, Safranschirmlinge (Chlorophyllum sp.) im weitesten Sinne vor mir zu haben. Schließlich habe ich die letztes Jahr dort ganz in der Nähe in großer Zahl gesehen. Je öfter ich mir die Fotos anschaue, desto mehr kommen mir aber Zweifel, ob das nicht viel eher eine Champignonart sein könnte.


    Meine Vermutung geht in Richtung Agaricus augustus oder Agaricus rutilescens. Inzwischen stehen an diesem Standort - Stadtwäldchen Ossenmoorpark - zwar kaum noch Fichten, aber dafür liegen sie massenhaft im Wäldchen herum. Die sind fast alle dem letzten großen Orkan zum Opfer gefallen.


    Eine echte Bestimmung erwarte ich mangels aussagekräftiger Fotos von Stiel und Lamellen natürlich nicht ... Aber haltet ihr es grundsätzlich für möglich, dass es sich um eine der genannten Arten oder einen anderen Agaricus handelt?


    Danke, viele Grüße und einen schönen Abend! Anita




    Wer den Pilz daneben abgeschnitten hat, weiß ich nicht. Ich war es nicht. Das war mir beim Fotografieren auch nicht aufgefallen.


    Bei meiner Kamera greife ich, wenn Gelb- bis Rottöne einfach nicht "richtig" dargestellt werden, zu einem Trick, nämlich zur Einstellung Unterwasser-Aufnahme. Dabei werden die Farben, die unter Wasser am schnellsten geschluckt werden, verstärkt, d. h. vor allem Rot-, aber auch Gelbtöne kommen viel deutlicher zum Tragen. Bei Smartphones kann man häufig die Farbsättigung von Hand einstellen oder am Weißabgleich drehen, und dann heißt es ausprobieren.

    Hallo,


    eigentlich hatte ich die schon als nicht näher bestimmbar abgehakt, und der Fund liegt auch schon fast zwei Wochen zurück, aber nun versuche ich es doch mal. Entdeckt habe ich diesen recht großen Hexenring am Ufer eines Bachlaufs unter einer großen, weit ausladenden Weide im Gras. Auf der einen Seite Wiese, auf der anderen Eichen, Erlen und andere Laubbäume am Bach. Ein besonderer Geruch ist mir an den Pilzen nicht aufgefallen., und Schnittbilder gibt es leider auch nicht. In der Nähe fanden sich außerdem vereinzelt Fliegenpilze und Verkahlende Kremplinge.







    Danke und viele Grüße, Anita

    Marzipangeruch = bittermandelartig? Dann könnte das ein Vertreter der Gattung Agaricus sein. Da gibt es ein paar, die einen mehr oder weniger starken Bittermandelgeruch aufweisen und einen hohlen Stiel haben.


    VG, Anita

    Hallo Pablo,


    Tricholoma album klingt bisher am ehesten nach meinem Fund, und was ich außerhalb des Forums dazu gefunden habe, passt auch. Wie Kunsthonig riecht bzw. der Grüne Knollenblätterpilz, weiß ich leider nicht; das kann ich also weder verneinen, noch bestätigen, aber sonst sieht es gut aus. Also mache ich daraus jetzt "Tricholoma album, bestimmt mit Restunsicherheit".


    Vielen Dank und viele Grüße, Anita

    Ich weiß nicht, ob ich das mit der "kantigen Knolle" richtig verstanden habe und ob das ein sicheres Erkennungsmerkmal ist. Man korrigiere mich, wenn ich mich irre, aber ich stelle mir das so ähnlich vor wie bei der Kantigen Laubschnecke (Hygromia cinctella): Die Knolle (bzw. das Gehäuse) ist nicht kugelig-rund, sondern hat einen umlaufenden Grat.

    Gallertfleischiger Fältling (Merulius tremellosus), wage ich mal zu behaupten. Den habe ich selbst erst kürzlich zum ersten Mal gesehen, und ich halte ihn für ziemlich unverwechselbar. Warte aber dennoch ab, was andere sagen. Ich kenne mich viel zu wenig aus.


    Sehe gerade, der läuft hier unter Phlebia tremellosa: Gallertfleischiger Fältling, Gallertartiger Fältling, Gallertfleischiger Kammpilz, Gallatartiger Fältling (MERULIUS TREMELLOSUS SYN. PHLEBIA TREMELLOSA)

    VG, Anita

    Hallo, diese beiden - der eine ist deutlich jünger als der andere - habe ich gestern im Garten im Gras in der Nähe unserer beiden Apfelbäume gefunden. Ich halte sie für Wiesen-Stäublinge (Lycoperdon pratense), hätte aber gern eine Bestätigung oder Korrektur.


    Das jüngere Exemplar habe ich aufgeschnitten und auch daran geschnuppert. Ich muss aber sagen, Geruchsbeschreibung fällt mir schwer. Er roch kaum wahrnehmbar, leicht feucht, höchstens ein Hauch von pilzig. Die winzigen "Stacheln" lösten sich beim Anfassen leicht ab und blieben krümelig-feucht an den Fingern hängen. Darunter war der Pilzkörper glatt. Eine Trennhaut zwischen sterilem Stielteil und Sporenmasse war mit dem Auge unter der Lupe gut erkennbar, ob auch auf den Fotos ist eine andere Frage.


    Das ältere Exemplar (Foto 1) habe ich stehenlassen. Es war heute früh bereits oben eingerissen, die dunkle Sporenmasse wurde sichtbar.








    Was meint ihr? Danke und viele Grüße, Anita

    Hallo, Hallimasch ist das definitiv. Zur Art kann ich nichts sagen, das wissen andere besser als ich. Ob "man" den essen kann, hängt davon ab, ob "man" Hallimasch verträgt, aber im Internet wird dir niemand, der ein bisschen Verantwortungsgefühl hat, sagen: "Den kannst du getrost essen." Das kann nur ein Pilzsachverständiger leisten, der deinen Fund in die Hand nehmen kann, genau betrachten, dran riechen usw.


    Viele Grüße, Anita

    Hallo Stephan, danke für deine Hinweise. Es bleibt schwierig.


    Mögliche Baumpartner: Dort stehen jede Menge unterschiedlicher Laubbäume - vor allem Rotbuchen und Eichen, aber auch verschiedene Arten Ahorn, Faulbaum, Kreuzdorn, Pappel, Birke, dazu Brombeeren, Holunder und andere Sträucher.

    Geruch: Wenn überhaupt ein Geruch feststellbar war, war dieser sehr mild, aber keinesfalls unangenehm. Mit der Einschränkung, dass sich meine Geruchswahrnehmung nicht immer mit der anderer Leute deckt und ich Gerüche auch nicht gerade gut beschreiben kann.


    VG, Anita