Beiträge von René T.

    Hallo Bernd,


    lange nichts von dir gesehen ;)


    Also Peltigera ist schon passend. Vom Aussehen her (sowohl Aufbau Rhizinen, als auch Oberseite zumindest tlw. mit angedrücktem Filz) würde ich auf Peltigera rufescens tippen. Auf offenen Sandböden und vollexponiert kommen nur wenige Arten in Frage. Weitere dem Standort entsprechende Arten wären P. extenuata oder P. didactyla. Beide hätten kleine sorediöse Bereiche, die verschwinden zwar mit dem Hernawachsen bei P. didactyla, man müsste aber noch Überreste anhand verbleibender Flecken erkennen können.


    Beste Grüße


    René

    Guten Morgen Martin,


    ich denke an dieser Stelle, dass die umliegenden Flecken auf Bild 2 mit zu dem Flechtenlager gehören, zumindest die unteren 4. Die sehen zwar etwas separiert aus, sollten aber nichts Eigenständiges sein. Möglicherweise wurden die Abschnitte dazwischen abgefressen, oder sind teilweise abgestorben. Auf deinem ersten Foto des Posts ist beispielsweise auch ein Thallus zusehen, bei dem das Zentrum abgestorben ist und fehlt (unterhalb der Bruchkante des Schneckenhauses).


    LG René

    Nachtrag:


    Die Bereifung der Apothecien hat nichts mit der Reife zu tun, sonst müssten alle Apothecien tragenden Flechtenarten zu einem Zeitpunkt mal bereift sein. Das wäre dann kein schönes Bestimmungsmerkmal mehr 😉

    Guten Abend,


    Deine Einschätzung kann ich teilen. Denke auch, dass es sich um eine Physcia handelt, entweder P. Stellaris oder P. Aipolia. Eine sichere Unterscheidung ist durch Reaktion des Marks mit KOH möglich.


    Die schwarzen Pünktchen treten bei verschiedenen Arten von Physcia immer wieder auf. Es handelt sich um Pyknidien.


    LG René

    Hallo Martin,


    Ja so ungefähr, Intiale sind die Flechten Lager, die noch recht diffus sind. Allerdings haben auch die Stadien bereits Algen integriert. Die Algen können auch frei alleine vorkommen, der Pilzpartner dagegen ist immer auf die Algen angewiesen , um wachsen zu können. Das dünne Hyphenartige ist ein Vorlager, welches ohne Algen auskommt aber im Zentrum der Flechte müssen bereits Algen vorhanden sein.


    LG René

    Hallo Emil,


    Schöne Aufnahmen.


    Das erste Bild zeigt Lecanora muralis - der Klassiker auf Beton 😉


    Auf dem zweiten Bild ist Physcia caesia zu sehen. Bei dieser Art sind die blaugrauen Sorale {die kugeligen, Mehligen Knubbel} arttypisch. Ringsherum ist noch eine Ansammlung verschiedener Krustenflechten, z. B. unten rechts die graue mit den kraterartig vertieften Fruchtkörpern - das ist Circinaria contorta.


    Die Rentierflechte auf den beiden unteren Bildern sieht für mich nach Cladonia portentosa aus, lasse mich da aber auch gern korrigieren. Die abgebildete Flechte ist recht regelmäßig reich verzweigt und die Astenden kaum deutlich in eine Richtung gewendet. Für eine exakte Ansprache müsste man hier die P-Probe und das Leuchtverhalten im UV-Licht berücksichtigen.


    LG René

    Hallo Uschi,


    Also die hellgraue Flechte auf den Bildern (ich habe sie jetzt einfach mal gedacht durchnummeriert) 1,2,3,4 ist Physcia adscendens, typisch sind die Kupppelartig aufgewölbten Lappenenden.


    Die dunkelgraue auf Bild 5 ist Phaeophyscia orbicularis.


    Die beiden großen grauen auf Bild 6 zeigen Parmelia sulcata, die ist recht häufig auf Ästen und an Bäumen zu finden.


    Auf Bild 7 sind mehrere Krustenflechten zu sehen. Die unten rechts ist Lecidella elaeochroma. Oben rechts wächst eine Lecanora, die Scheiben sind recht dunkel was zunächst für L. argentata, L. pulicaris oder auch L. chlarotera spricht . Bei höherer Vergrößerung lässt sich eine leichte Bereifung erahnen, was dann eher in Richtung L. carpinea deutet. Hier möchte ich mich nicht festlegen.


    Bei den restlichen Bildern ist unter anderem immer wieder P. adscendens vertreten und auch andere Arten, die aber aufgrund der Unschärfe nicht richtig einzuordnen sind.


    Bei den gelben Flechten schließe ich mich gern Emils Einschätzung an.


    LG René

    Guten Abend,


    Bei dem Standort sowie der Wuchsform mit den langen Podetien und den kurz angesetzten Bechern, sollte es sich um Cladonia fimbriata (wird im Deutschen auch Trompeten-Becherflechte genannt, daher liegt Timm gar nicht mal falsch) handeln. Typisch ist für die Art auch ihre durchgängig feinmehlige Oberfläche.


    LG René

    Guten Abend,


    Das geht für mich in Richtung Psilolechia lucida (den deutschen Namen habe ich leider nicht parat). Da sprechen sowohl Standort als auch Färbung dafür. Die aufgenommenen Fruchtkörper gehören allerdings nicht dazu. P. lucida bildet die nur sehr selten aus und sie sind dann gelb-Orange.


    Chrysotrix chlorina sollte generell mehr ins gelbe gehen ohne den neongrünlichen Stich...


    Beste Grüße


    René

    Hallo codo,


    jetzt muss ich selber schauen, dass ich nicht den Überblick verliere :-) . Deine neuen Bild-Ausschnitte haben auf jeden Fall mehr Licht ins Dunkel gebracht - leider auch gleichzeitig etwas Dunkel ins Licht.


    Zu deiner ersten Frage. lass cf. stehen da bist du dann auf Nummer sicher. Es ist wie bei den Pilzen - Restunsicherheiten aufgrund von reiner Fotobetrachtung können nie gänzlich ausgeschlossen werden.



    Ich habe auch mal an deinem Bild rumgebastelt (ich hoffe das ist für den Urheber in Ordnung) und eine Aufteilung der Flechten wie ich sie sehe vorgenommen. Das macht es für mich leichter als mich auf jedes Bild einzeln zu beziehen (für zukünfte Beiträge mit mehreren Fotos wäre es gut sie zu nummerieren, dann kann ich mich immer gleich auf die Nummer beziehen.


    . Die größeren Auschnitte haben mir gezeigt, dass Hypogmnia physodes doch nicht auf der Aufnahme mit drauf war wie ursprünglich angenommen. Das was jetzt als Physcia tenella eingekreist ist war meiner Ersteinschätzung nach H. pyhsodes, aber da lag ich falsch. Da sieht man was ein zweiter Blick und ein anderer Blickwinkel so anrichten kann.



    Das was du nicht mehr einordnen konntest gehört zu der Punctelia dazu, hier ist der Anteil der Bortensorale allerdings so hoch, dass ich am Foto nicht mehr zwischen P. subrudecta und P. jeckeri unterscheiden könnte/würde.


    Tja die Unbekannte bleibt unbekannt und spannend. Das neue Bild von der "Physconia" hilft auf jeden Fall in soweit weiter, dass ich jetzt mit Sicherheit sagen kann, dass es keine Physconia ist... ;-).


    In deinem ersten Post konnte man ja nur wenige Lappen sehen. Durch die Potraitaufnahme wird klar, dass es sich habituell nicht um diese Gattung handeln kann. Ich würde die Art jetzt eher in Richtung Parmelia oder Hypotrachyna schieben, aber das ist definitiv nur ein Schuss ins Blaue. Zum Vergleich habe ich mal eine "echte" Physconia als Bild mitgeschickt, das mir freundlicherweise von Bernd zur Verfügung gestellt wurde. Man erkennt hier sehr schön die Bereifung der Lappenränder.



    Ich hoffe konnte dir etwas weiter helfen.


    Beste Grüße



    René

    Hi Matthias,


    Die Flechte in Aufnahme 11 ist entweder Physcia aipolia (Ziegen-Schwielenflechte) oder Physcia stellaris (Stern-Schwielenflechte). Für P. aipolia sprechen die zahlreich vertretenen Apothecien und die hellen Flecken auf dem Lager. Eindeutiges Bestimmungsrelevantes Kriterium wäre die Farbreaktion des Marks mit Kaliumhydroxidlösung, die nur bei P. aipolia K+ gelb verläuft.


    Beste Grüße


    René

    Hi Codo,


    sehr schöne Aufnahmen. Da dein Beitrag noch eine Antwort schuldig bleibt, möchte ich hier mal drauf eingehen.


    Also Hygogymnia physodes ist zwar auch mit bei deinen Aufnahmen dabei, allerdings nur als schmückendes Beiwerk auf dem dritten Foto von unten.

    Völlig richtig ist, dass Hypogymnia physodes auf der Unterseite keine Rhizinen hätte, daher auch der Gattungsname aus dem Griechischen: Hypo- - unten / gymnia - nackt.

    Außerdem wären die Lappen auch wie auf geblasen verdickt (siehe deutscher Name: Blasen-Flechte). Das Lager der Flechte deiner Aufnahmen (1-13) ist dagegen normal dünn.


    Deine Bilder zeigen eine sogenannte Punktschüsselflechte (Punctelia), davon haben wir drei Arten in Deutschland. Mit ziemlicher Sicherheit handelt es sich bei dem Exemplar um Punctelia subrudetca (Gefleckte Punktschüsselflechte). Erkennungsmerkmal sind die überwiegend flächenständigen Punkt-Sorale, die du selbst beschrieben hast. Die Schwesternart (P. jeckeri) hätte ihre Sorale überwiegend an den Lappenrändern als sog. Bortensorale. Die dritte Art scheidet ebenfalls vom Habitus her aus.


    Die drittletzte Aufnahme zeigt ein schönes Stillleben von mehren Arten, die aber aufgrund der Auflösung kaum zu bestimmen sind. Besonders spannend wäre eine Nahaufnahme /bzw. besser Probe ;-) der Flechte im mittleren rechten Bildausschnitt, die sieht sehr interessant aus.


    Das vorletzte Foto zeigt eine Physcia - sieht in diesem Fall schwer nach Physcia caesia (Blaugraue-Schwielenflechte) aus. Typisch sind die kugeligen Sorale (sieht man auch bei mehreren Thalli vom drittletzten Bild) auf den Lappen, die oft eine blaugraue Farbe annehmen.


    Auf dem letzten Bild deuten die Wuchsform, starke Bereifung der Lappenränder und Sorale an den Lappenrändern auf eine Art der Gattung Physconia (Rauhhreifflechte) hin, da kann man aber aufgrund des Ausschnittes keine eindeutige Bestimmung vornehmen.


    Ich hoffe ich konnte etwas weiterhelfen,


    Beste Grüße


    René

    Ich bin kürzlich über euer schönes Forum gestolpert und dann gleich durch die Tür getreten, um hier sesshaft zu werden ;-)


    Meine Name ist René und ich lebe im beschaulichen Sachsen-Anhalt. Seit jeher interessiere ich mich für alles was so kreucht, fleucht und selbstverständlich dem, was mehr oder weniger langsam vor sich hin wuchert...


    Auch die Pilzjagd hat mir schon seit meiner Kindheit viel Freude bereitet , wobei ich gestehen muss, dass es dabei nie weit über die üblichen Röhrlinge hinausgegangen ist. Daher bin ich hier im Forum an allem interessiert, speziell was Pilz-Bestimmung und auch ganz wichtig: Verwertung, angeht.


    Meine eigenen Spezialgebiete liegen im Bereich der Ornithologie und der Flechtenkunde - das passt auch gut zusammen, denn man kann draußen den Vögeln zuhören und gleichzeitig irgendwelche Krusten von Bäumen, Steinen oder dem Boden abkratzen.


    Wenn Interesse besteht, würde ich hin und wieder ein paar Flechten ein- bzw. vorstellen. Man möge mir nachsehen, dass die Bildqualität tlw. nicht ganz den National Geographic Standards entspricht, mir fehlt bislang noch ein passendes Makroobjektiv für meine Kamera...


    Ich hoffe auch eine schöne gemeinsame Zeit und viele lehrreiche Beiträge.


    Beste Grüße


    René

    Hallo,


    Vielleicht kann ich noch etwas zur Lösung beitragen:


    Also Bild 1 ist mit ziemlicher Sicherheit Ramalina farinacea (Mehlige Astflechte) die Gattung unterscheidet sich von anderen dadurch, dass beide Seiten gleich gefärbt sind.


    Anders bei 2a und 2b, da gibt es eine hellere Unterseite. Diese Aufnahmen zeigen Evernia prunastri (Eichen Moos)


    Dagegen sieht man bei Bild 3 eine deutlich dunklere Unterseite (kann bis schwärzlich sein). Das ist Pseudevernia furfuracea (Elchgeweihflechte) Typisch sind auch die zahlreichen kleinen Auswüchse an manchen Ästen (sogenannte Isidien)


    Bei 4 a und b tendiere ich ebenfalls zu P. Furfuracea die ist aber noch nicht richtig ausgewachsen, daher sind noch keine Isidien ausgebildet (aber hier will ich mich aus der Ferne nicht festlegen).


    Sicher dagegen ist, dass bei 4a am oberen Bildrand noch Hypogymnia physodes zu sehen ist, erkennbar an den Lippenartigen Aufwölbungen der Lappenenden.


    Ich hoffe, das hilft weiter


    Beste Grüße


    Rene