Erdblättriger Risspilz oder Seidiger Risspilz

Es gibt 4 Antworten in diesem Thema, welches 6.504 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag (6. November 2013 um 08:55) ist von Norbert.

  • Manchmal ist es wirklich nicht schwer, interessante Pilze zu finden. Insbesondere in einem naturnahen Garten, wie vor der Haustür.
    Da wuchsen nahe an einer Silberweide herrlich weiß leuchtende Pilzhüte in einem Hexenring aus dem Rasen.

    Faserling ? Rötling ? Oder doch ein Champignon ? Beim Umdrehen des größten Exemplares, immerhin 6,5 cm Hutbreite und 6 cm eines stämmigen Stiels, war ich doch überrascht und es klingelten alle Alarmglocken.

    Die knollige Basis und die Beflockung des Stiels und überhaupt das Erscheinungsbild ließ sofort den Verdacht auf einen Rißpilz entstehen. Aber welcher ? Es gibt doch nur über 300 Artbeschreibungen und es werden noch 300 Unbeschriebene vermutet. Die Hutbeschaffenheit war auffällig glatt und trocken, die feinen, anliegenden braunen Schüppchen waren nur unter der Lupe zu erkennen. Dazu ein schön seidig glänzender Stiel... Na, soviel weiße Rißpilze gibt es nicht.

    Aber Pustekuchen. Genau die Weißen sind wissenschaftlich kräftig durcheinander gewirbelt worden. Inocybe whitei passte gut, aber es existiert davon keine genaue Beschreibung ? Genauer wird es erst unter Inocybe pudica und der passt fast perfekt. Denn der hat nicht solche starken Rosafärbungen im Anschnitt wie der vergleichbare Inocybe geophylla var. lateritia.

    Welcher Name ist also richtig ? Neuerdings tatsächlich keiner von allen, denn alle vorgenannten Namen sind nur noch Synonyme und jetzt unter Inocybe whitei zusammengefasst worden. Deshalb die schwere Suche.
    Nach der Bestimmung bin ich nach Draußen und habe alle Fruchtkörper vernichtet. In dem Moment kam ein Kind mit der Mama vorbei. Dem Kind habe ich dann ausdrücklich erklärt, dass sie das, was ich mache, auf keinen Fall nachmachen soll, weil die Pilze sehr böse sind.

    Netter Gruß vom Rudi

    Einmal editiert, zuletzt von Rumpelrudi (2. November 2013 um 01:07)

  • Hallo Rumpelrudi,

    mit einem Risspilz liegst du hier falsch. Soweit vom Bild möglich, sehe ich hier einen Fälbling.

    Viele Grüße

    Viele Grüße

    Veronika Weisheit
    Pilzberaterin Landkreis Rostock


    Hinweis: Hier im Forum wird es von mir keine Verzehrfreigaben geben, weil eine Bestimmung über Bild immer fehlerhaft sein kann.

  • Der vollständig beflockte Stiel stiftete bei mir auch Verwirrung. Ich wollte aber unbedingt ein knuspriges Exemplar vor die Kamera legen. Es ist nicht der, den ich aussporen lassen habe, denn der stand daneben. Der war nur im oberen Stielbereich beflockt, stank penetrant nach Pilz in Sauerteig und verfärbte sich zusehends in ein Braunrosa. Nur die Lamellen blieben grauocker.
    Vielleicht war er auch nur zu alt und in die Vergänglichkeit übergegangen.

    Heute ist es regnerisch und da habe ich noch einmal nachgeschaut. Diesmal waren die Hüte schleimig und bei den ganz jungen Exemplaren sind nun auch Tautröpfchen an den gesägten Lamellen. Auch riechen sie angenehm nach Senf. Also typisch Fälbling.

    Zum Überfluss wachsen jetzt auch noch viele Rotbraune Nabelinge dazwischen.

    Lieber Gruß von einem leicht verwirrten Rudi

    Netter Gruß vom Rudi

  • Hallo Rudi,
    schön, dass du diesen "Risspilz" noch einmal eingestellt hast. Nach deiner Beschreibung handelt es sich um einen Tränenden Fälbling (die Tröpfchen auf den Lamellen verraten das ).

    Mit freundlichen Grüßen

    Viele Grüße

    Veronika Weisheit
    Pilzberaterin Landkreis Rostock


    Hinweis: Hier im Forum wird es von mir keine Verzehrfreigaben geben, weil eine Bestimmung über Bild immer fehlerhaft sein kann.

  • Hallo Rudi,
    Auch der naturnahe Rasen und die Weide passen gut zum Tongrauen Tränen-Fälbling (Hebeloma crustuliniforme).
    Gruß Norbert

    Das Pilzwissen kriecht mir nach , hoffentlich holt es mich mal ein .