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steriles Arbeiten in unsteriler Umgebung

  • Moin Pilzverrückte,


    bitte sagt mir mal, was an meiner Idee falsch oder nicht durchdacht sein könnte.


    Grundannahme: Substrat lässt sich auch mit einer entsprechend großen Menge an Flüssigmyzel direkt beimpfen.


    Idee: Ich habe noch eine gesunde Spritze mit Flüssigmyzel herum liegen. Wenn ich nun mehrere größere Gefäße mit einem Impfport versehe, Nährlösung herstelle, sterilisiere und dann mit einer jeweils geringen Menge an Flüssigmyzel beimpfe, kann ich relativ schnell eine große Menge an Flüssigmyzel herstellen. Das Beimpfen sollte auch in unsteriler Umgebung mit Hilfe von H2O2 und ausglühen problemlos möglich sein. Wenn ich nun Substratbeutel oder andere Gefäße auch mit einem Impfport versehe, diese sterilisiere und dann mit einer großen Menge (100ml) an Flüssigmyzel beimpfe, arbeite ich doch trotz unsteriler Umgebung immer im sterilen Bereich und die Gefahr durch Kontis ist minimiert? Könnte diese Idee funktionieren? Der Aufwand ist relativ gering.


    LG André

  • Hallo Andre,

    ich schreibe mal was bei mir nicht funktioniert hat.

    - klonen in flüssiger Nährlösung - nichts gewachsen

    - flüssig Myzel in neuer Nährlösung einwachsen lassen - nicht weiter gewachsen

    - flüssig Myzel auf Nährboden einwachsen lassen - immer Kontis

    Das ist aber nur meine Erfahrung! Andere haben da vielleicht mehr Glück?


    In Korea, Japan wird viel in Zuchtflaschen angebaut, die werden Teilweise mit Flummi beimpft dazu habe die Flaschen spezielle Impflöcher.

    Wir können das ja nach machen in dem wir Gläser nehmen, ist auch kein Problem die Ernte beschränkt sich halt auf die erste Welle die 2-3 kommen meist seitlich was bei Flaschen- Glas zucht nicht so geht wie bei Folienbeutel die man dann einfacht seitlich öffnet.

    100 ml sind nicht viel hier meine Ansätze 150 bzw 200 ml.


    Einen kleinen Notfall steril Raum kann man sich am Kochherd einrichten, einen großen Topf oder Tiegel mit etwas Wasser zum kochen bringen und im Wasserdampf arbeiten. Es gibt da solche Spritzschutz Siebe die kann man gut als Arbeitsfläche benutzen.

    Mein Vorschlag, beimpfe mit der Spritze ein Glas Körnerbrut. Sobald die bewachsen ist mache dir ein paar Gläschen mit Nährlösung und gebe je 1 Korn ins Glas.

    Wenn es funzt ( lasse die Qualle nicht so groß werden, siehe Foto) ziehe deinen neuen Flummi auf Spitzen denn von den Korn könnten früher oder später Kontis ausgehen.

    Gruß Matthias


    PS wünsche allen hier ein Gesundes neues Jahr.

  • Hallo Matthias,


    wäre ja auch zu schön, wenn es mal einfach gehen würde. Ich bin echt davon ausgegangen, dass die Vermehrung von Flüssigmyzel ohne Probleme möglich ist. Ist schon ulkig, dass das nicht funzt, allerdings bei deiner Erfahrung muss es ja ein generelles Problem sein, welches sich mir noch nicht erschließt. Dann werde ich wohl im ersten Step doch die Körnerbrut ansetzen und dann damit ein paar Kulturen ansetzen und mit dem Rest Substrat beimpfen. Der Tipp mit dem Herd ist eine gute Idee, so einen Spritzschutz habe ich sogar in der Küche herum liegen. Ich finde es toll, dass du immer schnell antwortest und diene Erfahrungen weiter gibst.


    Ach ja, gesundes Neues natürlich auch an die ganze Mannschaft.


    LG André

  • So liebe Mitverrückte,


    hier mal ein kleines Update. Die Idee war ja, steril in unsteriler Umgebung zu arbeiten. Dazu habe ich Kunststoffeimer mit Deckel genutzt. In den Deckel kam eine Belüftungsöffnung mit 3x Micropor und ein Impfport für Flüssigmyzel. In den Eimer habe ich dann das entsprechende Substrat gefüllt, oben drauf eine gute Handvoll Roggenkörner (unter den Impfport) und dann ab in den SKT. Nach dem abkühlen wurde dann mit Flüssigmyzel beimpft. Apropos Flüssigmyzel. Es ist mir sehr gut gelungen, gekauftes Flüssigmyzel in Flüssigsubstrat zu vermehren. Da dies in den letzten Wochen meine Hauptaktivität war, habe ich mittlerweile einen guten Vorrat im Kühlschrank, sehr zum Leidwesen meiner Frau ;-).


    Testlauf 1:


    hier wurde ein Substrat aus einer Mischung von Buchenchips, Roggen und Gips verwand. Beimpft wurde das Ganze mit Enoki. Stand heute sind die Körner vollständig vom Myzel überwachsen und auch im eigentlichen Substrat sind deutliche Myzelspuren zu sehen. Beimpft wurde am 16.01.21.


    Testlauf 2:


    Hier wurde ein Substrat aus Buchenchips und Kaffeesatz verwendet. Beimpft wurde das Ganze mit Limonenseitling. Hier sieht man ganz deutlich die Nachteile der Eimermethode. Der Roggen wurde sehr schnell vom Myzel eingenommen und es wächst dort wie der Teufel. Es erfolgt jedoch ein sehr sehr schleppender Übergang von den Körnern zum eigentlichen Substrat. Hier wäre ein Beutel, welchen man ja kneten kann deutlich im Vorteil.


    So, das wärs fürs Erste. Melde mich dann in ein paar Tagen wieder.


    LG André

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