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Der Wald voller Fragezeichen

  • Hallo zusammen,
    Heute Mittag sagte ich zu meiner Frau "Ich gehe mal kurz in den Wald ,irgendwas Unbekanntes finden , da habe ich wieder was zum Knobeln". Na ja , wie es so geht , da meine Kenntnisse noch gering sind , fand ich jede Menge pilzliches , was mir für die nächsten Tage Grübelbasis genug gibt.
    Abgesehen von den "üblichen" Trameten , Schichtpilzen und Judasohren fand ich folgendes , was mich teilweise doch ins Grübeln bringt :
    1) Die Geweihförmige Holzkeule , ein Allerweltspilz , aber ich habe die bewußt bisher nur mit dunklen Spitzen gesehen , jetzt sind sie rotbraun - Frühlingsgefühle ??

    2) An einem Stapel Fichtenholz dieses Pilzchen , da wuchsen im Herbst Graublättrige Schwefelköpfe. Aber hier ist nichts Graublättriges zu sehen (zu jung ?) , na ja , ich habe ihn mitgenommen und zum Aussporen hingelegt ,das Fragezeichen werde ich bis morgen abhaken können.


    3) an der Schnittstelle eines alten (Fichten?) Stammes dieser Porling , schneeweiß die Fruchtschicht , hellbraun die nur 2-3mm hervorstehenden Hutkanten , Fleisch auch nur millimeterdick , aber auch den werde ich irgendwann identifizieren können.

    4) Ein umgedrehter Wurzelstumpf eines vor langer Zeit gefällten Baumes , das noch vorhandene Holz sehr hart , wahrscheinlich wars ne Eiche. Zwischen Wurzelholz und Moos dieser schwarze Belag , welcher sich aber brüchig ablösen ließ , trocken , papierdünn. Ist oder war bestimmt auch ein Pilz , aber welcher (Brandkrustenpilz ?) , ehrlich keine Ahning.

    5) Und dann sah ich an einem liegenden Buchenast ein paar kleine Hutkanten und teilweise weißen Belag.

    Wäre ich nur weitergegangen , aber ich Dummbaddel habe das Ding umgedreht, jetzt bin ich wieder am Grübeln : sind die dünnen feinen Zähnchen auf der Rinde und die deutlich abgesetzten Fruchtkörper (die mit der Kante und dem weißen Rand) derselbe Pilz oder handelt sich es da um zwei friedlich miteinanderlebenden Arten ?

    Das ist jetzt keine Bestimmungsanfrage , ich wollte nur zeigen , was auch im Februar bei genauem Hinschauen so alles Unbekannte zu finden ist , aber bei sachdienlichen Hinweisen bin ich doch dankbar.
    Und Spaß gemacht hat die Stunde im Wald auf jeden Fall.
    Grüße Norbert

    Das Pilzwissen kriecht mir nach , hoffentlich holt es mich mal ein .

  • Zitat von Norbert pid='9508' dateline='1391356038'

    2) An einem Stapel Fichtenholz dieses Pilzchen , da wuchsen im Herbst Graublättrige Schwefelköpfe. Aber hier ist nichts Graublättriges zu sehen (zu jung ?) , na ja , ich habe ihn mitgenommen und zum Aussporen hingelegt ,das Fragezeichen werde ich bis morgen abhaken können.


    Hallo Norbert
    Schön das du auch Rauchblättrige Schwefelköpfe ohne graue Lamellen gefunden hast. Ich kann dir nicht sagen, warum die keine grauen Lamellen haben. Aber es sind welche! Finde ich hin und wieder auch so!

  • Hallo Norbert,
    ja, Uwe hat recht, Graublättrige Schwefelköpfe ohne grau/violette Blätter gibt es. Es kann sogar seiin, dass dein Pilzchen keine Sporen bildet.


    Dein letzter Pilz, der mit den Hutkannten, ist für mich ein Lederhäutiger/Lederartiger Fältling (Meruliopsis corium).


    Viele Grüße

    Viele Grüße


    Veronika Weisheit
    Pilzberaterin Landkreis Rostock




    Hinweis: Hier im Forum wird es von mir keine Verzehrfreigaben geben, weil eine Bestimmung über Bild immer fehlerhaft sein kann.

  • Hallo Uwe und Veronika,
    Ja , das mit den Schwefelköpfen ist so eine Sache. Ich fand auch schonmal welche ,die eigentlich nach allen Bestimmungsversuchen grünblättrige sein sollten , hatten aber rein gelbe Lamellen und keine Sporen. Ohne Sporen stimmt die Lamellenfarbe natürlich nicht mehr , aber woran liegts ? Wenns jemand weiß , nur her damit.
    Den Porling an der Stammschnittstelle halte ich inzwischen für die Reihige Tramete , bin mit der Überprüfung aber noch nicht fertig.
    @Veronika ,Meruliopsis corium kann hinhauen , Sporen hyalin und inamyloid und Substrat stimmt schon mal , ich schaue weiter.
    Das auf dem letzten Bild sind übrigens 2 Arten auf einem Ast, das sagen die Sporen:
    1) der mögliche Fältling :

    2) die Zähnchen darunter :

    Soweit bin ich nun , jetzt Feierabend , morgen ist auch noch ein Tag.
    Wünsche noch einen schönen Abend
    Norbert

    Das Pilzwissen kriecht mir nach , hoffentlich holt es mich mal ein .

  • Hallo Norbert!


    Das, was du zur Xylaria hypoxylon (Geweihförmige Holzkeule) schreibst, wundert mich ziemlich. Normalerweise ist es nämlich anders rum, und die meisten kennen nur das Konidienstadium (welches du auch hier abbildest) und die schwarze Hauptfruchtform dafür nicht.


    3. Antrodia serialis (Reihige Braunfäule-Tramete) passt;
    4. Sowas kann man mit Ustulina deusta (Kohlen-Krustenpilz) vergleichen;
    5. Der Pilz beim Lederfältling (Meruliopsis corium) dürfte Schizopora paradoxa (Veränderlicher Spaltporling) sein.


    VG Ingo W

    Bezüglich Pilzbildanfragen: Pilz nur von oben ist wie Käfer nur von unten.

  • Hallo Ingo,
    Danke für deine Einschätzung. Der Veränderliche Spaltporling paßt da wohl gut , ein Stück weiter am Ast war der auch sehr deutlich zu sehen (Bild). Ich hatte mich aber sehr auf den Fältling konzentriert , da ich den noch nicht kannte , und bei den Zähnchen darunter war ich mir absolut unsicher, aber die Sporen haben das so ziemlich geklärt.
    Gruß Norbert

    Das Pilzwissen kriecht mir nach , hoffentlich holt es mich mal ein .

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