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Morcheln roh verarbeiten

  • Hallo zusammen alle hier!


    Hab schon lange nichts mehr geschrieben hier im Forum. :blush: Ich hoffe, Ihr hattet alle bereits "Pilzglück" und seid wohlauf.


    Ich werde kommenden Sonntag bis Donnerstag eine kleine Tour entlang der Emme in der Schweiz machen. "Survival" nennt man das heute. Das Gebiet ist sehr bekannt für Morchelfunde, ich war allerdings noch nie da, um explizit nach den Dingern zu suchen.


    Nun zu meiner Frage: Sollte ich unterwegs das Glück haben, Morcheln zu finden, wäre das natürlich super, diese gleich zu verarbeiten. Und das ist der springende Punkt. Normalerweise würde ich die trocknen, da ich aber weder Backofen noch Dörrex bei mir haben werde, stellt sich mir die Frage, ob ich die roh verarbeiten kann. Abkochen, etc., oder besteht die Gefahr einer Vergiftung? (Gyromitrin glaube ich).


    Für eine klare Antwort danke ich Euch bereits jetzt!


    Wie immer mit einem lieben "Grüezi" aus der Schweiz.


    Dinu

  • Hallo Dinu,


    der oberste Grundsatz für das Verspeisen von Pilzen lautet - niemals roh verzehren!!! Es sei denn Zuchtchamp. Die Gefahr einer Vergiftung mit rohen Pilzen ist groß und den Fuchsbandwurm, der auf den Hüten sitzen kann, bekommst du gratis.
    Wenn du keine Trockengerät zur Hand hast, trockne sie einfach in der Sonne oder im Raum und zu Hause kannst du sie in deinen Dörrgeräten nach trocknen.


    Viele Grüße

    Viele Grüße


    Veronika Weisheit
    Pilzberaterin Landkreis Rostock




    Hinweis: Hier im Forum wird es von mir keine Verzehrfreigaben geben, weil eine Bestimmung über Bild immer fehlerhaft sein kann.

  • Hallo Dinu,


    sieh an, das Tal der Emme ist bekannt für Morchelfunde?
    In 1985 habe ich dort mal einige Tage verbracht, in der Nähe von Burgdorf...im Hochsommer allerdings.


    Zu deiner Frage:
    Du kannst die Morcheln schon direkt verwerten, gut durcherhitzt sind sie ungefährlich.
    Bei gutem Sonnenschein lassen sich die Morcheln auch in ganz kurzer Zeit auf Alufolie ausgebreitet trocknen.


    Beste Grüße
    Julius

  • Hallo Veronika!


    Danke für die rasche Antwort. Das mit dem Rohessen von Pilzen ist mir bewusst, würde ich andere finden auf meiner Tour (Hexer, Perl, Mairitterling oder ähnliche) würde ich die so oder so abkochen vor dem Verzehr. Mir ging es konkret darum, ob frische Morcheln, wenn sie genügend lange abgekocht wurden, essbar sind, oder ob die wirklich erst nach dem Trockenvorgang ohne Beschwerden gegessen werden können.


    Ein liebes "Grüezi" aus der Schweiz!


    Dinu

  • Hallo Julius!


    Das geht ja fix hier! Dann ist Dir ja das "Emmental" bekannt. Burgdorf werde ich auf meiner Tour sicher auch erreichen, ich starte von Derendingen aus Richtung Langnau i. E., einfach der Nase nach und dort, wo's mir gefällt, werde ich im Schlafsack übernachten.


    Sollte ich Morcheln finden (wie gesagt, ich gehe nicht auf Pilzsuche, sondern wandere 5 Tage durch), dann werde ich die an der Sonne trocknen, der Wetterbericht verspricht sagenhafte 26 Grad.


    Danke für deine Antwort und ein liebes "Grüezi" aus der Schweiz!


    Dinu

  • Hallo Dinu,


    es sind auch bei gut erhitzten und nicht überständigen Morcheln Vergiftungen bekannt. Diese Substanz ist eine andere als das Gyromitrin, welche genau, ist noch nicht gewiss. Diese Substanz ist wohl Hitze stabil und es kann zu neurologischen Ausfallerscheinungen kommen.


    Viele Grüße

    Viele Grüße


    Veronika Weisheit
    Pilzberaterin Landkreis Rostock




    Hinweis: Hier im Forum wird es von mir keine Verzehrfreigaben geben, weil eine Bestimmung über Bild immer fehlerhaft sein kann.

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