Hallo, Besucher der Thread wurde 3,8k mal aufgerufen und enthält 1 Antwort

Stinkmorchel und Kollegen

  • Gude,


    frisch aus dem Wald und zufrieden.
    Neben jeder Menge Maronis (Boletus badius), welche heute noch die Pfanne von innen kennenlernen werden, gab es auch ein paar interessante, weniger genießbare Kollegen zu finden, die ich im Bild festgehalten habe.
    Auch der ein oder andere Erstfund war dabei, über die ich mich doch immer sehr freue.
    Viel Spaß bei den Bildern:


    1. Fund:





    Phallus impudicus, Stinkmorchel im Hexenei und an der frischen Luft, die sie gut mit ihrem "Duft" vergiftet hat. Übrigens mein Erstfund, sie sind doch eher unscheinbar, zumindest das Hexenei, beide Male fand sie mein Freund und war jedes mal besorgt um sein Schweizer Messer, da diese gallertige Schicht doch etwas gewöhnungsbedürftig war :)
    Scheinbar wurde die Stinkmorchel in früheren Zeiten als Aphrodisiakum verwendet und die jungen Hexeneier können wohl auch als Speisepilz verwendet werden...Geschmackssache.


    2. Fund:



    Amanita gemmata, Narzissengelber Wulstling, die Manschette bereits verflüchtigt. Ein häufiger Pilz hier im nördlichen Odenwald, allgemein viele viele Amanita Arten in den Wäldern zu finden, besonders A. rubescens in Hülle und Fülle. Wie sieht's in euren "Revieren" aus?
    Giftwirkung wie der Fliegenpilz, sprich Muskimol, Muskarin, Ibotensäure.


    3. Fund:



    Cyathus striatus, Gestreifter Teuerling, gefunden im Buchenwald auf liegendem Totholz in großen Scharen und immer wieder auf dem Weg durch den Wald.


    4. Fund:




    Jaaa, da ist er der "grüne Mörder" (Amanita phalloides). Schon Kaiser Claudius und Karl VI. haben ihn nicht überlebt, der Pilzpendant zum gefleckten Schierling, ein historischer Mörder. Amatoxine und Phallotoxine führen zu Leberversagen, welche bekanntermaßen nur durch eine Lebertransplantation zu überleben ist. Besonders fies finde ich die Tatsache, dass man angeblich erst die Vergiftung merkt wenn es zu spät ist, sprich für eine Magenauspumpung.
    Über den Grünen Knollenblätterpilz habe ich mich zu Anfang meiner Pilzleidenschaft am allermeisten beschäftigt, nicht nur weil ich eventuellen Vergiftungen aus dem Wege gehen wollte, sondern weil er so ein Extrem darstellt. Daher freue ich mich immer einen zu finden, eben nur um ihn gefunden zu haben.



    So weit, so gut


    Schönen Abend an alle


    LG

  • Hallo, und auch einen schönen Abend!


    Ich kann bestätigen: WUlstlinge sind auch hier im südwestlichen Odenwald richtig häufig zur Zeit. Auch wenn die Masse an Grünen Knollis schon durch ist. Aber den Narzißgelben, den Grauen, den Panther, den Perlpilz und diverse Scheidenstreiflinge findet man immer noch zu hauf. Den Porphyrbraunen hatten wir am Wochenende etwas weiter südlich bei Pforzheim.


    Hexeneier von Stinkmorcheln sind übrigens durchaus essbar.
    Ich nehme gerne das Innere (der weiße kern auf deinem Schnittbild) als kleinen Erfrischungssnack im Wald. Roh, schmeckt ein bisschen wie Radieschen.
    Wenn man's mag kann man die Dinger auch als braten, da erlaube ich mir mal auf eine >aktuelle Diskussion im Nachbarforum< zu verlinken.
    Aber als tollen Speisepilz würde ich es echt nicht bezeichnen. da gibt es weit bessere Sachen.



    LG, pablo.

    Das Internet ist "Hilfe zur Selbsthilfe" und kann nur Vorschläge zu Bestimmung von Pilzen bieten. Eine Verzehrfreigabe ist online nicht möglich, die gibt's beim >Pilzsachverständigen<.

    • Gäste Informationen
    Hallo, gefällt Dir das Thema und willst auch Du etwas dazu schreiben, dann melde dich bitte an.
    Hast Du noch kein Benutzerkonto, dann bitte registriere dich, nach der Freischaltung kannst Du das Forum uneingeschränkt nutzen.