Hallo, Besucher der Thread wurde 17k mal aufgerufen und enthält 31 Antworten

knolliger Unbekannter

  • Fundzeitpunkt:30.09.2014
    Fundort: Böschung am Rande eines Fichtenwaldes, in der Humusschicht im Wurzelbereich von Fichten
    Ausehen: wie ein Stein, faustgroß bis Handballgröße, hell , warzig, keine Hüte sichtbar bis auf dieses Exemplar mit rosarbigen Lamellen


    wohl riechend nach Pilz, Fleisch weißlich elastisch


    Kennt jemand diesen Pilz, bin mit meiner Recherche nicht weiter gekommen.


    Gruß


    Thomas

  • Porling war von mir jetzt falsch ausgedrückt. Die Pilze sind richtig knollig und waren auch nicht an Totholz angewachsen, die Meisten ragten so zu 1/3 aus der Humusschicht, die zu 90% aus Fichtennafeln bestand. Deren Oberfläche ist glatt und warzig, keinesfalls filzig oder striegelig.

  • Hallo.


    Das ist ein hochinteressanter Fund!
    Ich habe keine Ahnung, um was es sich handelt. Die Optik der Fruchtschicht erinnert schon an Merulius tremellosus. Aber es kann auch eine andere Art sein, die sehr merkwürdig verwachsen ist. Wie wäre es mit einem Mehlrädling (Clitopilus prunulus)?


    Wovon man hier auf jeden Fall ausgehen kann: Es handelt sich um einen Pilz, der normalerweise anders aussieht. Hier liegt eine Wachstumsstörung vor. Das kann verschiedene Ursachen haben und führt eben dazu, daß Pilze ihr Aussehen stark verändert haben.


    Für diesen Bereich bin ich alles andere als ein Experte, aber es besteht immerhin eine Chance, daß ein Spezialist was dazu sagen kann.
    Ich weiß, daß sich Gerd Fischer intensiv mit Mißbildungen auseinandergesetzt hat. Wenn jemand in einem deutschen Forum was dazu sagen kann, dann er.
    Dazu wären aber mehr Bilder und Angaben erforderlich, am besten solltest du auch den Pilz einsammeln und trocknen.
    Gerd erreichst du >hier im Gruselkabinett<.



    LG, Pablo.

    Das Internet ist "Hilfe zur Selbsthilfe" und kann nur Vorschläge zu Bestimmung von Pilzen bieten. Eine Verzehrfreigabe ist online nicht möglich, die gibt's beim >Pilzsachverständigen<.

  • Hallo.


    Das kommt darauf an, wie groß der Pilz ist.
    Da ja auch ein Schnittbild (einmal halbieren von oben nach unten) notwendig ist, kann man versuchen, die beiden Hälften zu trocknen. Oder eben in Vierteln. Wenn du ein Dörrex hast, ist es optimal, einfach bei 50° oder so ganz normal wie einen Speisepilz trocknen.


    Dabei kannst du auch leich mal noch ein Bild der Basis des Fruchtkörpers machen und nachprüfen, ob Kontakt zu Holz besteht oder nicht.



    LG, pablo.

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  • Servus Thomas,


    sorry...aber auch wir können an unsere Grenzen stoßen, gerade wenn es um solch missgebildete Pilze geht. Und wenn der Pablo schon nicht eindeutig zuordnen kann...


    Ich für meinen Teil habe jetzt sicherlich eine halbe Stunde gesucht und verglichen und bin selbst auch auf nichts eindeutiges gekommen. Wie die anderen wäre mir der Gallertfleischige Fältling (merulius tremellosus) zunächst in den Sinn gekommen. Aber dennoch passt die Beschreibung und Bilder nicht hundert prozentig.


    Wenn uns noch was einfällt, dann werden wir uns sicherlich noch auf deinen Thread zurückmelden und wenn du noch Infos einfährst, wäre es nett wenn du mit zur Aufklärung beitragen könntest.


    LG, Bea

  • Vielen Dank Euch allen für die Mühe!
    Ich wollte nicht ungeduldig erscheinen.
    Morgen werde ich mich mit Stativ ausgestattet noch mal an diese Stelle begeben.
    Auf Mißbildung bin ich nicht gekommen, zumal alle diese Pilze dort im Umkreis von 3 Metern so aussehen.
    LG
    Thomas


    demnächst mehr

  • Hallo.


    Zitat


    [font="Verdana, Arial, sans-serif"]zumal alle diese Pilze dort im Umkreis von 3 Metern so aussehen.[/font]


    [font="Verdana, Arial, sans-serif"]
    Das ist interessant.[/font]

    [font="Verdana, Arial, sans-serif"]Mach ruhig auch ein paar mehr Bilder auch von anderen Fruchtkörpern an der Stelle. Wenn die ganze Kollektion so deformiert ist, dann liegt die Ursache im Mycel. Das kann ein genetischer Defekt sein oder auch ein Virus, der das Mycel und nicht die Fruchtkörper befallen hat.[/font]



    [font="Verdana, Arial, sans-serif"]Nach dem was ich hier sehe, ist mir jedenfalls keine europäische Art bekannt, die so ein Aussehen hat.[/font]





    [font="Verdana, Arial, sans-serif"]LG, pablo.[/font]

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  • Hallo.


    Das ist nicht Abortiporus biennis. Die Art kenne ich recht gut, insbesondere die Struktur der Fruchtschicht ist ganz anders. Der Pilz wächst auch nur an Laubholz (wahrscheinlich ausschließlich Eiche), meist an alten Stümpfen und Wurzeln, aber auch im Wurzelbereich absterbender Bäume.



    LG, pablo.

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  • Liebe Pilzfreunde!
    Ich glaube jetzt kommen wir weiter!
    Ich war heute noch einmal an diesem Fundpunkt und konnte nach einigem Suchen dort eine Pilzgruppe vofinden, wo praktisch vom normal ausgebildeten Pilz bis hin zu dieser annormalem Missbildung sämtliche Stadien vertreten waren.


    Hier der normale Pilz:


  • Liebe Pilzfreunde!
    Ich glaube jetzt kommen wir weiter!
    Ich war heute noch einmal an diesem Fundpunkt und konnte nach einigem Suchen dort eine Pilzgruppe vofinden, wo praktisch vom normal ausgebildeten Pilz bis hin zu dieser annormalem Missbildung sämtliche Stadien vertreten waren.


    Hier der normale Pilz:




    Hier eine missgebildete Variante. Ich bezeichne sie mal als Stadium 1:



    Dazu die Hutoberseite, wo man schon deutlich diese Warzen sieht:



    Und jetzt diese missgebildete Variante 2:



    und ein Detail davon:



    Ich tendiere zu Nebelgrauem Röteltrichterling ( Lepista nebularis), zumal dieser Pilz in diesem Waldstück häufig anzutreffen ist und dort viele Hexenringe bildet.


    Was meint Ihr?


    Gruß


    Thomas

  • Hallo, Thothie!


    Zunächst mal Hut ab: Das ist eine wunderbare Dokumentation. :agree:
    Ich habe keine Zweifel, daß der verwachsene Pilz der ist, den du auch im "Originalzustand" gefunden hast.
    Nebelkappen sind recht wahrscheinlich, aber irgendwas irritiert mich da beim Gesamteindruck. Vielleicht ist es der Lamellenansatz oder eine unpassende Biegung des Hutrandes, ich kann's nicht so recht dingfest machen. Einmal dran riechen können und der Fall wäre klar...
    Naja, wahrscheinlich ist es nur ein kleiner Bug in meiner Pilzerkennungs - Matrix.


    Aber ob das eine morchelloide Prolifikation ist?
    Dazu kenne ich mich aber bei solchen Mißbildungen zu wenig aus.
    Hast du den mal bei Harry im Gruselkabinett vorgestellt? Gerds Ideen dazu würden mich schon interessieren.



    LG, pablo.

    Das Internet ist "Hilfe zur Selbsthilfe" und kann nur Vorschläge zu Bestimmung von Pilzen bieten. Eine Verzehrfreigabe ist online nicht möglich, die gibt's beim >Pilzsachverständigen<.

  • Hallo, Thomas!


    Ist deine Entscheidung.
    Bei soclhen Spezialistenforen ist es ganz normal, wenn nicht täglich ein Beitrag kommt. Aber das ist wie in jedem Forum: Das lebt dann, wenn Leute was schreiben. Wenn nichts gezeigt wird, kommt's auch nicht zur Diskussion. :wink:



    LG, pablo.

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