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Pilze aus dem Berchtesgardener Land - Erste Augustwoche

  • Hier ein paar Funde aus meiner ersten Urlaubswoche. Eigentlich wollte ich erst noch mehr davon zu bestimmen aber da ich nicht dazu komme hier schonmal die Bilder. Die mit ? makierten "Bestimmungen" sind eher "Arbeitsbezeichungen" (erst recht die mit ???).
    Für Korrekturen und Anregungen bin ich wie immer dankbar auch wenn es sich hier nicht um einen Bestimmungsthread handelt (mangels detailierter Bilder und Informationen).
    Einzel stehende Exemplare habe ich am Standort belassen und damit auch auf nähere Bestimmung verzichtet.
    In erster Linie geht es mir darum mal wieder ein paar Pilzbilder zu zeigen und die Alpen war da doch endlich mal wieder etwas ergiebiger :D


    Bild 1a,b - Zinnoberschwamm (danke Pablo!)


    Bild 2: Direkt im Moor stehend (eventuell Saftling):


    Bild 3a,b,c,d Netzstieliger Hexenröhrling (hier sehr häufig), hier wieder eine Varität mit gelben Röhrenboden:


    Bild 4 - Lag am Rande des Weges, bei ca. 800m, (in der Nähe Fichten und Buchen), leider nicht zugängig (Absturzgelände) daher nur eine Aufnahme von der Seite:


    Bild 5a,b,c - Reizker (event. Fichten?) auf ca. 900m, leider überständig:


    Bild 6 a,b (etwas aus der Ecke Weichritterling???? bei Fichten und Buchen auf ca. 900m):


    Bild 7a,b,c event. Weißtäubling? direkt auf einem Forstweg (auf ca. 900m):


    Bild 8 Geruch, schwach wie Mairitterlinge (mehlartig), event. Mehlräsling???:


    Bild 9 - Täubling in nächster Nähe zum Pilz aus Bild 8:


    Bild 10 - Rindenpilz an Buche auf ca. 660m:

    Bestimmungsvorschläge sind immer unter Vorbehalt. Auf keinen Fall sind eine Freigabe zum Verzehr.

    Einmal editiert, zuletzt von ThomasL ()

  • Hallo, Thomas!


    Ui schön, da gab's ja auch richtig Pilze!


    Um die Verwirrung mal komplett zu machen: Es gibt da noch einen Hexenröhrling, der nennt sich Boletus mendax. Das ist ein recht schmächtiges Pilzchen und scheint ziemlich variabel zu sein. Meist sieht er aus wie eine Mischung aus Boletus luridus, Boletus queletii und Boletus erythropus. Meistens mit recht viel Rottönen an Hut, Stiel und im Schnitt, überall kräftig blauend (Hexenröhrling eben), manchmal mit rötlichem Röhrenboden, manchmal ohne, meist mit Stielnetz an der Stielspitze, seltener ohne oder mit Netz am ganzen Stiel. In der unteren Stielhälfte oft mit roten Flöckchen.
    Im Netz geistern da viele Bilder umher, ich glaube mindestens dreimal die Hälfte von denen zeigen irgendwelche anderen Arten, aber >das hier< kommt schon recht nahe an einen typischen B. mendax dran.


    Das aber nur am Rande, den zu erkennen ist auch alles andere als leicht, wenn er nicht typisch ausgeprägt ist. Ich denke, deine Pilze sind schon eher Netzhexen (Bolatus luridus) und glaube sogar einen teilweise orangenen Röhrenboden zu erahnen. Das würde dann auch schon zählen. Aber nichts heißen: Das kann mendax ja auch.


    Pilz 1 ist ein Zinnoberschwamm (Pycnoporus cinnabarinus).
    Pilz 2 kann ein Saftling sein (dann ev. Hygrocybe helobia / Sumpsaftling oder Hygrocybe cantharellus / Pfifferlingssaftling oder Hygrocybe coccineocrenata /???) aber ich glaube fast, es ist einfach ein Orangener Heftnabeling (Rickenella fibula).
    Pilz 4 ist ein Rißpilz (Gattung: Inocybe), wahrscheinlich eine Art aus der Sektion Rimosae. Ohne Mikro und recht viele weitere Details: Keine Chance. Und auch dann müsste sich ncoh jemand den Pilz angucken, der sich sehr, sehr gut auch mit dem aktuellen Stand der Gattung auskennt.
    Pilz 5 ist korrekt, Lactarius deterrimus. :agree:
    Pilz 6 müsste man mehr von wissen. Das kann auch ein Wuzelrübling (Gattung: Xerula) oder ein Dachpilz (Gattung: Pluteus) sein.
    Pilz 7: Wenn der nicht milcht, dann vielleicht in der Umgebung von Russula delica (Gemeiner Weißtäubling, Erdschieber) mal nachforschen.
    Pilz 8: Sehe ich auch so wie du. Rosa Lamellen sind ja deutlich erkennbar.
    Pilz 9 dürfte beim Reiben nach Stachelbeerkompott gerochen haben (--> Russula queletii)
    Pilz x: Eine Art aus der Gattung der Hundsflechten (Peltigera).



    LG, Pablo.

    Das Internet ist "Hilfe zur Selbsthilfe" und kann nur Vorschläge zu Bestimmung von Pilzen bieten. Eine Verzehrfreigabe ist online nicht möglich, die gibt's beim >Pilzsachverständigen<.

    Einmal editiert, zuletzt von Beorn ()

  • Hallo Pablo,


    erstmal ein ganz, herzliches Dankeschön!:agree:


    Zitat

    Ui schön, da gab's ja auch richtig Pilze!


    Ja, dort war vergleichweise viel los. War ein Genuss mal wieder richtig viele Arten zu finden. Allerdings täuscht es sicher auch ein bisschen, die Bilder stammen von mehreren Wanderungen.


    Das mit Boletus mentax ist sehr intessant, davon hatte ich bisher noch nichts gehört.



    Zitat

    Pilz 6 müsste man mehr von wissen. Das kann auch ein Wuzelrübling (Gattung: Xerula) oder ein Dachpilz (Gattung: Pluteus) sein.


    Hatte tatsächlich recht viel von einem Dachpilz, habe ihn aber nicht näher untersucht (wollte ihn stehen lassen und hatte auch nur begrenzt Zeit - Wanderung mit der Familie).



    Zitat

    "Pilz 7: Wenn der nicht milcht, dann vielleicht in der Umgebung von Russula delica (Gemeiner Weißtäubling, Erdschieber) mal nachforschen."


    Das war der auf den ich bei meiner bisherigen Rechereche auch gestoßen bin. War definitiv kein Milchling, war meine erste Vermutung aber beim abbrechen eines Stückes war nicht von Milch zu sehen. Lustig ist, als "Erdschieber" kenne ich einen Milchling der hier bei uns auch wächst.


    "Pilz 8: Sehe ich auch so wie du. Rosa Lamellen sind ja deutlich erkennbar."
    Super, Danke


    "Pilz 9 dürfte beim Reiben nach Stachelbeerkompott gerochen haben (--> Russula queletii)"
    Schade, war an einem Hang und ich habe ihn nur aus der Distanz fotografiert. Würde ich gerne mal dran riechen um diese Richtung kennenzulernen. Hätte nicht gedacht, dass man da mit den Bildern allein schon was machen kann - Respekt!


    Pilz x: Eine Art aus der Gattung der Hundsflechten (Peltigera):
    Muss ich gleich mal Googln, die finde ich ziemlich häufig.

    Bestimmungsvorschläge sind immer unter Vorbehalt. Auf keinen Fall sind eine Freigabe zum Verzehr.

  • Hallo, Thomas!


    Bei der 6 will ich aber nicht ausschließen, daß es sich nicht auch um einen Weichritterling handeln könnte. Das ist eine seltsame, kaum untersuchte Gattung mit allerhand wunderlichen Arten, die so gar nicht bestimmbar sind.


    Stimmt, Erdschieber ist auch der Wollige Milchling (Lactarius vellereus). Der Name wird aber wohl auch für einen dieser scharfen Weißtäublinge verwendet.


    Bei dem Stachelbeertäubling bin ich auch nicht sicher. Aber es würde optisch sehr gut passen. Das ist eine der wenigen Täublingsarten, die ich kenne und auch gut ansprechen kann. Obwohl ich um die Gattung normalerweise einen riesen Bogen mache.
    Ist aber ein ganz unangenehm schmeckender Pilz.



    LG, Pablo.

    Das Internet ist "Hilfe zur Selbsthilfe" und kann nur Vorschläge zu Bestimmung von Pilzen bieten. Eine Verzehrfreigabe ist online nicht möglich, die gibt's beim >Pilzsachverständigen<.

  • Zitat

    Stimmt, Erdschieber ist auch der Wollige Milchling (Lactarius vellereus). Der Name wird aber wohl auch für einen dieser scharfen Weißtäublinge verwendet.


    Passt da auch sehr gut, sah dem wolligen Milchling von oben durchaus ähnlich - in Bezug auf die Bedeckung mit "Erde".

    Bestimmungsvorschläge sind immer unter Vorbehalt. Auf keinen Fall sind eine Freigabe zum Verzehr.

  • Hallo Uwe,


    alle Merkmale bis auf den Röhrenboden (ein natürlich nicht unwessentliche Ausnahme) passen auf diese Art. Eine andere Art die hier genau so gut passt konnte ich nicht finden. Soll aber nicht heissen, dass ich mich hier nicht irren kann. Zweifelos kenne ich auch nicht alle in Frage kommenden Arten (habe ich beim Lesen des Thread "Quartett von der Hexe" bemerkt.


    Was kommt Deiner Meinung nach hier noch in Frage?

    Bestimmungsvorschläge sind immer unter Vorbehalt. Auf keinen Fall sind eine Freigabe zum Verzehr.

  • Zitat von ThomasL pid='23173' dateline='1440264150'

    Hallo Uwe,


    alle Merkmale bis auf den Röhrenboden (ein natürlich nicht unwessentliche Ausnahme) passen auf diese Art. Eine andere Art die hier genau so gut passt konnte ich nicht finden. Soll aber nicht heissen, dass ich mich hier nicht irren kann. Zweifelos kenne ich auch nicht alle in Frage kommenden Arten (habe ich beim Lesen des Thread "Quartett von der Hexe" bemerkt.


    Was kommt Deiner Meinung nach hier noch in Frage?


    Hallo Thomas
    Ich kenne auch nicht alle Arten Hexenröhrlinge. Aber auf dem ersten Blick war das für mich kein Netzstieliger. Da paßt was nicht oder Bilder können täuschen? :denkend_smilie_0025:
    Der rötende Stiel passt sehr gut zum Glattstieligen Hexenröhrling. Aber ich kann mich auch irren, der Pilz ist schon älter und da sehen die Hexen nicht mehr so typisch aus.
    Von gelben Röhrenboden bei Netzstieligen Hexen bin ich auch nicht restlos überzeugt. Ich vermute eher. daß im Alter das Rot verblasst.

  • Danke für die Erläuterung.
    Auf den ersten Blick hatte ich bei dem auch nicht an einen Netzstieligen gedacht (aus der Entfernung), da ich die bisher immer mit etwas anderem Habitus gefunden hatte (aus der Erinnerungen, muss nochmal meine Aufnahmen sichten - hätte ich sie nur schon sortiert). Das Stielnetz spricht aber wohl gegen den Glattstieligen, war zumindest vor Ort deutlich zu erkennen.


    Das mit verblassen des Röhrenbodens halte ich für durchaus möglich. Schade, dass ich hier in der Nähe keine Fundstelle habe, wäre interessant dies mal zu untersuchen.

    Bestimmungsvorschläge sind immer unter Vorbehalt. Auf keinen Fall sind eine Freigabe zum Verzehr.

  • Hallo.


    Wie auch bei Flockis ist der Habitus bei Netzhexen sehr variabel. da gibt es Riesenoschis, die von der Größe und Form her fast an radicanse (Wurzelnde Bitterröhrlinge) erinnern. Diese schlanken Formen wie hier findet man dann eher in geschlossenen Wäldern.
    Ob der Röhrenboden rot oder galb ist, hat nichts mit dem Alter zu tun. Das ist einfach ein variables merkmal (wenn auch bei ca. 95% der Funde zumindest orange).
    Wenn dann der Pilz noch etwas älter ist wie hier und so einige eher ungewöhnliche merkmale zusammenkommen (u.A. hier schwaches Blauen, sehr roter Stiel, kaum rote Poren und die bereits genannten), dann wird's schwer.
    Was in diesem Fall noch ähnlich wäre, habe ich zum Teil erwähnt (Boletus mendax), eine weitere Art wäre Boletus permagnificus (Büscheliger Hexenröhrling), der aber eine eher mediterrane Verbreitung hat.
    Extrem mediterran und mit meist nur rudimentärer Netzzeichnung wäre noch Boletus comptus (kommt hier auch aus anderen Gründen nicht in Frage).
    ich bin mir bei diesem Fund mit Boletus luridus so sicher, wie man sich bei einer Bestimmung nur durch Bild irgendwie sein kann.



    LG; pablo.

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