Beiträge von ThomasL

    Hallo,


    hier mal eine kleine Dokumentation von einem Tintenfischpilz (Clathrus archeri) Fund bei mir im Garten

    Erstmals bemerkt habe ich die Hexeneier am 07.Juni, die Tage davor gab es wechselhafter Wetter und immer wieder auch etwas Regen.


    Bild 1 Hexeneier 07.Juni


    Seit dem beobachte ich sie ständig. In der Zeit vom 07. Juni bis zum 22.Juni gab es immer wieder, teils auch kräftiger Regen. Seit dem ist es trocken, mit der Ausnahme von wenigen Tropfen morgens am 1.Juli.

    Am Dienstag fand ich dann den ersten Fruchtkörper vom Tintenfischpilz:


    Bild 2 Erster Fruchtkörper 02.Juli


    Am 03.Juli abends war noch nichts neues da, am 04.Juli morgens beginnen zwei weitere sich zu öffnen.


    Bild 3a,b Öffnende Fruchtkörper 04. Juli (morgens)


    Bild 4 Fruchtkörper 04. Juli (abends).


    Bild 5a,b: Fruchtkörper 05.Juli morgens


    Leider war ich von Fr bis Sa Nacht dann unterwegs.

    Heute morgen waren dann zahlreiche, große Fruchtkörper zu sehen:

    Bild 6:


    Heute regnet es erstmals seit 2,5 Wochen. Mal sehen wie sich das auswirkt.


    Viele Grüße

    Thomas

    Hallo Graubart,


    erstmal vielen Dank für die ausführlichen, sehr interessanten Hinweise. Das Buchen vorwiegend belaubt abbrechen kann ich aus eigenen Beobachtung bestätigen, wobei meine Beobachtungen meist im Rahmen von Sturmereignissen im Frühjahr / Herbst stattfanden. Teils mit sehr massiven Schäden. Das mit dem Starkregen gibt mir aber doch zu denken, ich war diesen Winter öfters bei solchen Ereignissen in einem Buchenwald mit teils sehr altem Bestand unterwegs – sollte ich vielleicht in Zukunft lassen.

    Auch das Thema Schleimfluß finde ich sehr interessant. Hast Du dazu einen Link mit weitergehenden Informationen?


    Zur Besonderheit. Ich kenne auch liegende Buchen, bei denen ausschließlich solche Exemplare zu finden sind (teils sogar sehr große, alte). Ich könnte mir vorstellen, dass zur Wurzel ausgerichteten Exemplare nicht sehr zahlreich waren und schon abgefallen und verrotete sind. Zugegeben, reine Spekulation. Allerdings habe ich auch schon den ein oder anderen Zunderschwamm gesehen, der am vergehen war und irgendwann abfield (auf dem Bild sieht man auch einen, allerdings mit korrekter Ausrichtung bezogen auf den liegenden Stamm).

    Eine andere Möglichkeit wäre ein Bruch ohne das solche Fruchtkörper vorhanden waren. Eine entsprechende Buche habe ich im Herbst in Augenschein genommen. Alt, dick und in ca. 6m Höhe abgebrochen, ohne dass daran Zunderschwämme zu finden waren (war ein sehr starkes Sturmereignis mit massiven Schäden).

    Eventuell verstehe ich dich hier aber auch falsch.


    Viele Grüße

    Thomas

    Hallo Bibiane,


    ich würde mich da Steigerwaldpilzchen anschließen. Solche abgebrochenen Buchen mit starkem Zunderschwammbefall sind auch ziemlich häufig zu finden. Wann immer ich einen davon angeschnitten und/oder gesammelt habe, bestätigte sich das es Zunderschwämme sind (Schnittbild).


    Viele Grüße

    Thomas

    PS: Das anschneiden geht sogar oftmals ohne den Fruchtkörper abzumachen. Einfach ein Stück heraustrennen - mit einem scharfen und stabilen Messer.

    Hallo Thomas,


    das die üben müssen verstehe ich, dass es über bewohntem Gebiet geschieht aber nicht. Auf alle Fälle eine schlimme Sache.

    Ich bleibe weiter auf der Suche. Interessant finde ich deine Aussagen zur Verwendung des Kälberkropfs. Ich kannte die Arten bisher nur als „giftig“, war mir nicht klar, dass es darunter auch essbare Arten gibt.

    Beim Thema Notnahrung werden die normal auch nicht erwähnt, ich denke bis auf die von mir genannten Arten sind die Doldenblüter aufgrund des Verwechselungsrisikos einfach zu riskant (für diesen Zweck), so dass Nutzen / Risiko in keinem sinnvollen Verhältnis stehen. Was natürlich nicht bedeutet, dass man mit entsprechendem Spezialwissen und Erfahrung sie nicht sinnvoll verwenden könnte – so wie Du.


    Vielen Dank für diesen schönen Austausch. Gut möglich das ich demnächst auch mal die ein oder andere Pflanze hier einstelle (dann ordentlich dokumentiert)


    Viele Grüße und auf baldige Freigabe Deiner Jagdgründe

    Thomas

    Hallo Thomas,


    erstmal volle Zustimmung zu „Doldenblüter“ bestimmen ist schwierig. Bisher kenne ich da 2 Arten so zuverlässig, dass ich sie verzehre und ohne Buch bestimme. Den Giersch und die Wilde Möhre. Beide gehören zu den leicht bestimmbaren Doldenblütern und sind für meine Hauptthema (essbare bzw. nutzbare) Pflanzen die wichtigsten Vertreter dieser Familie.

    Einige andere Arten (Wiesenkerbel, diverse Kälberkröpfarten,…) habe ich bestimmt, als ich mich noch intensive mit Pflanzenbestimmung beschäftigt habe (bevor ich vor einigen Jahren, schwerpunktmäßig zu Pilzen wechselte). Selbst für diese Arten würde ich aber (inzwischen) wieder ein Buch benötigen (lediglich die Einstufung in Kälberkropf würde ich für schon bestimmten Arten noch ohne hinbekommen – die waren alle auch mit rotfleckigem Stiel).

    Was mich bei den Funden nicht an Kälberkropf denken lies war der in der Gesamtheit vollkommen glatte Stiel (alle Kälberkropfarten die ich in der Vergangenheit bestimmt hatte waren behaart). Ich meine er war auch ganz unten kahl, aber dass würde ich sicherheitshalber nochmal abklären. Ich war mit meiner Frau auf Radtour, da habe ich mir nur (zu) kurz Zeit genommen. Letztlich muss ich mir einfach die Zeit nehmen um, wie ursprünglich auch geplant, nochmal dort vorbei zufahren und mit dem Bestimmungsbuch (bzw. büchern) in der Hand alle Merkmale abzugleichen. Falls ich es dieses Jahr schaffe, mache ich dabei noch mehr Bilder für ein vollständiges Porträt.

    Bzgl. Geruch, da mir der Mäuseuringeruch als Bestimmungskriterium noch im Kopf war (diese Art will ich schon sehr lange, näher kennen lernen) habe ich auch die Blätter (und dann den Stiel) zerrieben und daran gerochen – vorher roch ich gar nichts. Ich fand ihn eher „würzig, aromatisch“. Ich werde den nächsten Kälberkropf (von denen, bei denen ich mir der Gattung sicher bin) mal ebenfalls zerreiben ob der auch so richt.

    Bin gespannt was „es“ ist. Vermutlich stehen da auch verschiedene, ähnliche Arten rum. Ob da auch ein Schierling drunter ist, bin gespannt.

    Vielen Dank für dein ausführliches Feedback

    Viele Grüße

    Thomas

    Wieder was gelernt, so netzartige Strukturen habe ich bei Flockis noch nie gesehen. Danke Euch beiden. Netzhexen finde ich leider bei uns fast nie, eine Ausnahme hier für den TE damit man das Netz deutlich sieht (so ich ihn richtig bestimmt habe, wie gesagt, bei uns finde ich die normal nicht, der aktuelle Fund erfolgte auf einer alten Bahnstrecke im Schotter):


    Ist die Hutfarbe bei dieser Art eigentlich immer "heller" als beim Flocki, oder ist sie eher variable?

    Hallo Thomas,


    was mich bei diesem Fund (wie auch bei allen bisherigen Verdächtigen) stört. Ich fand nicht das der nach Urin riecht, wobei ich auch nicht so genau weiß wie Mäuseurin riechen sollte.


    Was meinst Du?

    Viele Grüße

    Thomas

    PS: Leider habe ich nicht mehr gemacht, wollte die Stelle eigentlich nochmal mit meinem Bestimmungsbuch aufsuchen - hat leider (noch) nicht geklappt ;-(

    Hallo Franz,


    solche Funde habe ich öfters. Die fressen sich gerne (öfters auch zu mehreren) durch Pilze. Zerschnitten habe ich zum Glück noch keinen, meist waren die Fruchtkörper schon ziemlich verfallen - aber nicht immer.


    Viele Grüße

    Thomas

    PS: Wieso Biotonne. Ich würde ihn irgendwo im Wald entsorgen (oder im Garten, Park). Alleine schon wegen dem Käfer.

    Hallo Karl Oscar,


    ich habe ein bisschen Probleme die Bilder scharf zu sein. Wenn ich richtig sehe, hat er am Stiel ein Netz. In dem Fall könntest du mal die Merkmale mit den Netzstieligen Hexenröhrling vergleichen.


    Viele Grüße

    Thomas

    Hallo Thomas,


    diese Art will ich auch schon länger mal bestimmen. Bisher habe ich meistens Kälberkröpfe gefunden. Letzte Woche aber am Main eine große Anzahl mutmaßlicher Schierlinge. Finalle Bestimmung steht noch aus.

    Wenn ich mir sicher bin würde ich die Bilder zur Überprüfung gerne hier einstellen, wenn es für dich in Ordnung geht.


    Gruß Thomas

    Hallo Thomas,


    ich denke wir sind da schon der gleichen Meinung. Mir ist es nur immer wichtig zwischen dem Risiko (Gefährlichkeit, Schadenshöhe) und der Eintrittswahrscheinlichkeit sauber zu trennen (hat berufliche Gründe).

    Ansonsten hat denke ich Pablo hier eine schöne, abschließende Bewertung verfasst!


    Viele Grüße und einen schönen Sonntag

    Thomas


    PS: Dauerregen seit 5h, genial ;-)

    Zitat

    Übertriebene Panikmache des Hantavirus wegen ist jedenfalls vollkommen unnötig! Nicht nur weil der Krankheitsverlauf in unseren Breitengraden relativ harmlos ist, auch ein periodisch verstärktes Auftreten, siehe Mastjahr, ist seit Jahrzehnten bekannt. Wie gesagt: Da gibt es "da draußen" wesentlich "Gefährlicheres".

    Dem kann ich nicht ganz zustimmen. Das es draußen gefährlicheres gibt und man nicht in Panik verfallen sollte: Volle Zustimmung (siehe auch Pablo's Beitrag). Allerdings sollte man Hanta auch nicht unterschätzen. Bei uns sind mir Fälle mit langem Krankenhausaufenthalt bekannt und auch Todesfälle gibt es immer mal wieder.

    Hallo Jutta,


    ich lebe ja in einem besonders stark betroffenen Gebiet. Das größte Risiko sehe ich bei arbeiten in meinen Holzschuppen (kehren) und beim Holzbearbeiten, da dort durchaus öfters mal Mäusekot zu finden ist und viel Staub entsteht. Den Schuppen kehre ich daher nur nach vorherigem anfeuchten.


    Bei Pflanzen und Pilzen habe ich eher wenig bedenken, da diese wenn überhaupt vermutlich eher mit einer geringe Menge an Viren verschmutzt währen (im Vergleich zum Staub im Schuppen) und UV Licht diese vermutlich ziemich schnell abtöten wird. Im Spessart (besonders stark betroffen) essen die Menschen auf alle Fälle immer noch Obst und Gemüse aus dem Garten und bisher habe ich keine Empfehlungen gesehen, dass dies zu unterbleiben hat. Vermutlich bekommt man eine stärkere Dosis wenn man bei Wind im Wald wandert, als bei einer Geruchsprobe im Wald. Ich würde natürlich keine direkt an einem Mäusepfad oder in der Nähe von Mäusecode verzehren.

    Aber: Ich bin kein Arzt, daher nur eine persönliche Einschätzung basierend auf dem, was ich bisher darüber weis!

    Aus dem folgenden und den Anzahl der Fällen schließe ich, dass man schon eine gewisse Konzentration für eine Infektion benötigt:


    Zitat


    Die Übertragung auf den Menschen erfolgt entweder über die Atemwege, indem virushaltiger Staub oder Aerosole (Tröpfcheninfektion) eingeatmet werden oder durch Schmierinfektionen über die Hände nach Kontakt mit lebenden oder toten Nagetieren bzw. deren Ausscheidungen.

    Hantavirus-Infektionen

    Hallo Dave,


    schöne Funde, herzlichen Glückwunsch. Das Spektrum passt zu dem was auch bei uns gerade wächst.


    Thomas : Bei uns hier sind sogar schon die ersten voll ausgeprägten Stinkmorcheln zu finden. Das Jahr schreitet schnell voran ;-)


    Viele Grüße

    Thomas

    Hallo,


    das sind doch großartige Funde. An meiner Steinpilzstelle kam nichts nach, aber dafür fande ich dieses Doppelexemplar (den Hut teilten sich ein großer und ein "normaler" Sommersteinpilz), den ich offenbar beim letzten sammeln übersehen hatte. Ist aber auch gut, konnte er sporen.

    Nachdem es letztes Jahr gar nicht gab, holt die Natur dieses Jahr wohl alles nach.

    Viele Grüße

    Thomas

    Morsche,


    im nachhinein wundere ich mich, dass ich ihn nicht erkannt habe. Danke Euch beiden.


    Bei dem Steinpilz dachte ich auch an den Fichtensteinpilz, konnte es aber nicht so richtig glauben -das war der Hauptgrund warum ich ihn näher angesehen habe, ich habe noch nie einen so früh im Jahr gefunden (da sind wir wieder beim Thema, im Herbst hätte ich ihn ohne Zögern so abgelegt;-))

    Geschmacklich (und vom Geruch beim Kochen) fande ich die Perlpilze nicht so toll, vertragen habe ich sie aber einwandfrei. Werde die nächsten Tage nochmal welche sammeln, will sehen ob die den selben Beigeschmack haben.

    Was das Wetter und die Funde anbelangt. Es könnte auch hier feuchter sein. Stellenweise wächst gar nichts und die gezeigten Funde sind aus einem recht großen Suchgebiet, d.h. die Funddichte ist eher schlecht.


    Vielen Dank und ein feuchtes Wetter, die Vorherschau ist ja vielversprechend

    Thomas

    Hallo Jörg,


    ich kenne den goldgelben eigentlich in dem Zustand (noch sehr jung) nur mit Ring, dadurch hatte ich ihn nicht einmal im Fokus, wäre aber eine Option.


    Bzgl. Arterhaltung. Im Prinzip gebe ich Dir da recht, allerdings war der schon soweit drüber, dass er wohl kaum noch am absporen war (innen waren schon mehrere Mistkäfer am fressen). Abgemacht hatte ich ihn weil ich ihn mir näher ansehen wollte (zur genaueren Artbestimmung), insbesondere das Netz (war weiß). Den Flocki hätte ich aber stehen lassen können, da wollte ich einfach ein Foto das die Größe zeigt - wäre wohl eher nicht nötig gewesen.


    Viele Grüße

    Thomas

    Hallo,


    nachdem es hier immer wieder regnet habe ich am Freitag zum ersten mal meine Sommersteinpilzstelle aufgesucht. Mit Erfolg:


    Bild 1a,b Sommersteinpilze (Boletus aestivalis)


    Die Flockis machen sich zwar etwas rar. Dafür gab es an meiner Flocki Stelle eine großen Steinpilz, den ich nicht näher einstufen konnte

    Bild 2a,b Steinpilz (in dem Zustand konnte ich den nicht näher einstufen)


    Flockis ( Boletus luridiformis) zum Essen gab es dieses Jahr noch nicht, dafür dieses Monstrum, dass ich von 10m Entfernung schon sah

    Bild 3a,b:


    Die ersten Rotfußröhrlinge (welche auch immer ;-)) sind auch schon da

    Bild 4:


    Dann gab es noch den (muss ich noch in der Literatur nachschlagen - Arbeitsthesen Pfirsichröhrling)

    Bild 5a,b,c:


    Neben des gezeigten gab es noch Stockschwämmchen, irgendwelche Champions, Laubholzknäulinge, graue Wulstlinge und viele Perlpilze.

    Eine Frage, die Perlpilze schmeckten und rochen etwas "streng". Zieht ihr vorher die Huthaut ab?


    Viele Grüße

    Thomas