Auf ein Neues LEPIOTA OCHRACEO FULVA - Ockerbrauner Schirmpilz, oder auch nicht ...

Es gibt 5 Antworten in diesem Thema, welches 2.640 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag (16. Dezember 2018 um 21:05) ist von Beorn.

  • Hallo zusammen,

    wer es lernen will muss üben.


    Also habe ich erst einmal versucht die Merkmale zu erkennen und fände es prima wenn Ihr mich korrigiert.

    Pilz Art:

    Lamellen

    Hut:

    Farbe braun, hellbraun, ockerbraun

    Form abgeflacht, etwas stumpf gebuckelt

    Rand flatterig und die Oberfläche gaschuppt

    Lamellen:

    Weiß, schmutzig weiß, creme und hellbraun, ocker

    entfernt stehend, dick, mit Gabelungen und Zwischenlamellen

    wellig, bogig

    ausgebuchtet, angewachsen

    Stiel:

    Zylindrisch, Basis knollig

    Farbe weiß, creme, und eine Frage, da wo der Stil brauner ist, ist das zur Spitze hin? Oder wie nennt man das?

    Ohne Ring, längsfaserig, das Fleisch ebenfalls faserig, weiß.

    Geruch eher unbedeutend

    Standort Grünstreifen in Gras zwischen Buchen, humusreich und feucht.

    Sporen ... hab ihn nicht mit nach Hause genommen.

    Aus den Abbildungen die ich entsprechend den Merkmalen gefunden denke ich könnte es sich um

    Ockerbrauner Schirmpilz - Lepiota Ochraceo Fulva handeln.

    Oder sagt Ihr mir um welchen Pilz es sich handeln sollte und warum ich falsch liege :)


    LG,

    Markus

    • Offizieller Beitrag

    Hallo, Markus!

    Das ist einer der gilbenden Erdritterlinge, mit der Schuppenstruktur würde ich Tricholoma scalpturatum vermuten (Tricholoma argyraceum normalerweise weniger kontrastierend geschuppt, weniger stark gilbend, letzteres aber durch Witetrungseinflüsse stark variierend).

    Bei Schirmlingen sind die Lamellen frei, erreichen also den Stiel nicht (ist bei einigen Arten aber schwer zu erkennen), die meisten Arten sind in der Statur etwas schmächtiger und das velum etwas deutlicher. Daß du hier keinen mehlartigen (Salatgurke) Geruch erwähnst, ist kein Wunder: Der hat man bei Tricholoma scalpturatum gelegentlich sowieso erst beim Zerreiben des Fruchtkörpers, und bei bestimmten witterungsbedingungen ist es gar nicht mehr wahrnehmbar (zB Frost).

    Übrigens: Einzelfruchtkörper sind immer äußerts undankbar in der Bestimmung (in vielen Gattungen sind einzelfruchtkörper generell unbestimmbar), besser sind Kollektionen mit mehreren Fruchtkörpern, idealerweise in verschiedenen Altersstufen, damit man auch Merkmalsverläufe beobachten kann.
    Kein Wunder, bei den teils sehr großen Variationsbreiten der ungefähr 8000 "Großpilz"arten, die in Deutschland vorkommen. :wink:


    LG, Pablo.

  • Hallo Pablo,

    aaaaaahhhh .... mimimimimi


    Danke! :)

    Ok, was gelernt, bei Schirmlingen sind die Lamellen frei.

    Ich sehe, ich benötige dringen Literatur für die Grundlagen.

    Waren denn so im Grundsatzt die von mir beschriebenen Merkmale halbwegs akzeptabel

    auch wenn die Schlussfolgerung weit weg war?

    LG,

    Markus

    • Offizieller Beitrag

    Hallo, Markus!


    Deine Beschreibung des Pilzes ist sehr gut! :thumbup:

    Also man merkt, daß du die Merkmale richtig beobachtet hast und auch gut eingeordnet.
    Das ist die Basis zum Entwickeln von Formenkenntnis, und eigentlich sogar wichtiger als die "Schlussfolgerungen".

    Ein Detail kann man noch anpassen: Die Lamellen hier würde ich nicht als "bogig" bezeichnen, denn das meint eigentlich den Schwung der Lamellen im Profil vom Stiel zum Hutrand hin.
    Die "Mäander" in den Lamellen hast du hier schon richtig mit "wellig" beschrieben. Das ist hier übrigens eine Folge von Witterungseinflüssen und passiert bei diversen Pilzen aus diversen Gründen, hat aber kaum jemals eine bestimmungstechnische Relevanz.

    Das Idealbild von "bogigen" Lamellen wäre vielleicht so wie hier bei Hygrocybe insipida (Gelbrandiger Saftling):

    So etwa, als wäre jede Lamellen wie der Bogen einer Brücke vom Stiel zum Hutrand gespannt.


    LG, Pablo.

  • Hi Pablo,

    danke für Deine Erläuterungen :)

    Gestern bin ich auf meiner Hunderunde an dem Fundort vorbei gekommen und weiß jetzt auch was Du mit:

    "Übrigens: Einzelfruchtkörper sind immer äußerts undankbar in der Bestimmung (in vielen Gattungen sind einzelfruchtkörper generell unbestimmbar), besser sind Kollektionen mit mehreren Fruchtkörpern, idealerweise in verschiedenen Altersstufen, damit man auch Merkmalsverläufe beobachten kann."


    gemeint hast.

      

    Ok, richtig junge waren jetzt nicht mehr dabei, aber bei mehreren sieht man dann die Variationen und hat ein ganz anderes Bild.

    LG,

    Markus.

    • Offizieller Beitrag

    Hallo, Markus!

    Genau, das "Gesamterscheinungsbild" wird einfach voller und runder. :thumbup:

    Auch wenn es immer noch nicht sicher zu sagen ist, ob nun Tricholoma scalpturatum oder Tricholoma argyraceum, aber das sind auch zwei sehr schwer zu trennende Arten (selbst mikroskopisch), daß manche Autoren die auch lange Zeit gar nicht unterschieden haben.


    LG; Pablo.