Röhrlingsrätsel

Es gibt 27 Antworten in diesem Thema, welches 10.649 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag (5. Juli 2019 um 20:38) ist von Beorn.

    • Offizieller Beitrag

    Hallo, Gerd!


    Ein interessanter Hinweis zum weiteren Substratspektrum der Ochsenzunge. :thumbup:

    Hätte ich nicht gedacht, die Art (in meiner ecke ziemlich häufig) hatte ich bislang tatsächlich nur an Eichen und Esskastanien.

    Gut zu wissen, daß die auch andere Gehölze annehmen kann. Wirklich 100% strikt darf man sich ohnehin nicht am Substrat orientieren: Daedalea quercina an (vermutlich) Hainbuche hatte ich einmal, ebenso wie einmal Phaeolus schweinitzii an Eiche. :wink:

    Wichtig also immer, die morphologischen merkmale zu berücksichtigen. Weswegen ich zB auch die Gattung Phellinus nicht so wirklich mag, denn da geht es in einigen Gruppen (wenn man nicht ein Sequenziergerät in der Hosentasche hat) nur noch über das Substrat.

    Aber, eine Einschränkung scheint es noch zu geben: Es gibt in Südeuropa wohl einige stark auf immergrüne Eichenarten spezifizierte Pilze (aus diversen Gattungen), die mit unseren zentraleuropäischen Eichen (Stiel- udn Traubeneiche) schon nicht mehr wirklich was anfangen können. Diese Pilze dürften dann acuh mit Esskastanien Probleme haben.

    Am Rande vielleicht auch interessant: Die aus Nordamerika eingeschleppte Roteiche wird von vielen Pilzen als Mykorrhizapartner angenommen, aber bei weitem nicht von allen heimischen Pilzen, die sonst mit Eichen Mykorrhiza bilden. Pantherpilz geht, Echter Pfifferling auch, aber Sommersteinpilz zum Beispiel meidet Roteiche - oder tut es jedenfalls bei mir in der Gegend.


    LG, Pablo.

  • Hallo Pablo,

    ich habe meine Kommentare in blauer Schrift in deinen Beitrag eingefügt.

    Grüße Gerd

    • Offizieller Beitrag

    Hallo, Gerd!


    Ich traue dem Braten eben nicht.

    In dieser gruseligen Phellinus igniarius - Gruppe hast du ja mindestens drei Arten (wenn man trivialis nicht als eigene Art akzeptiert): igniarius s.str. ausschließlich an Weiden, cinereus an Birke und alni an Erlen und diversen Obstbäumen. Makro- und mikroskopisch sind die alle identisch,a ber wohl nicht kreuzbar und auch genetisch trennbar.

    Aber sind die wirklich so strikt an einzelne Baumarten gebunden? Bzw.: Wie würden wir Ausreißer erkennen (zB alni an Birke oder Weide)?
    Kann doch sein, daß alni (hat ja das größte Substratspektrum) auch mal an Weiden auftaucht, nur ist das für uns in der Regel nicht erkennbar, weil 99% aller Funde eben nicht sequenziert und auch nicht kultiviert werden.

    Phaeolus schweinitzii an Eiche (Quercus spec.):

    ... ist natürlich auch mikroskopisch ein Phaeolus, und nicht ein Inonotus (cuticularis sieht sehr ähnlich aus).

    Zugeschickt bekommen hatte ich auch mal einen an Kirsche (Prunus avium), natürlich auch mikroskopiert, aber Eiche ist schon noch mal spektakulärer.
    Auch wenn die Rhizomorphen auf einen "Übersteiger" schließen lassen; der Fruchtkörper selbst saß ja fest am Eichenstamm.


    LG, Pablo.