Beiträge von FerreumVariabilis

    Danke an alle!


    CH-Andy, die hatte ich oben schon erwähnt und man sieht sie wirklich gut. ;-)


    Die ich recht junge Exemplare hatte und es zuletzt nicht trocken war, klingt die Erklärung von Steigerwaldpilzchen plausibel, denn was ich auf Bild 2 zu sehen ist Corinne wären für mich eher Hubbel gewesen.


    Wie auch immer, das mit den trocknenden Guttationtröpfchen werde ich in diesem Fall nicht mehr prüfen können, sie sind schon in Pfanne und Magen verschwunden und haben sich sofort einen Spitzenplatz unter meinen Lieblings(speise)pilzen erobert. Lecker!


    vg

    jan

    Hallo zusammen,


    mit Schmierröhrlingen durfte ich bisher noch keine Erfahrungen sammeln. Deshalb dachte ich am Ende meiner gestrigen Runde, die außer einigen Krausen Glucken noch fast nichts zu bieten hatte, zunächst an Butterpilze.


    Als dann aber keine Spuren von Ringen zu finden war und ich die milchigen Tröpfchen an den Röhren bemerkte, schien mir der Körnchenröhrling schnell ziemlich sicher.

    • Standort Wegrand im Mischwald mit Kiefern in der Nähe
    • klebrige, leicht abziehbare Huthaut ohne Faserung darunter
    • Geruch erste Assoziation Apfel
    • Fleisch gelblich weiß, nicht verfärbend
    • ansonsten s. Fotos.

    Nur das mit den Körnchen ist mir nicht so recht klar geworden. Ich dachte wenn die namensgebend sind, sollten die irgendwie prominenter sein, aber selbst mit Lupe konnte ich den Namen nicht so recht nachvollziehen.


    Liege ich also richtig und wie ist das nun mit den Körnchen?


    vg

    Jan




    Ist das links eine Portion "mei cai kou rou" (Schweinebauch mit getrocknetem Kohl drunter)?

    Kann ich so leider nicht sagen, müsste man mal einen Blick in die Karte vom Pak Choi werfen, wozu ich (leider!) derzeit nicht komme.


    Fakt ist aber, dass "die" chinesische Küche (in Wahrheit sind es eher mind. vier chinesische Küchen) so viel mehr und so viel anderes ist, als was wir hier in den meisten Fällen unter dem Namen geboten bekommen, darauf kann man sich wohl tatsächlich einigen.


    Um den Schlenker zu den Judasohren zurück zu bekommen: Wenn man sich ein bisschen näher mit der chinesischen Küche beschäftigt, lernt man, dass dort neben dem Geschmack die Textur der Speisen eine viel größere und eigene Rolle spielt als bei uns. Qualle z.B. ist praktisch geschmacksfrei, in der Konsistenz aber interessant. Gerade das Knautschige der Judasohren ist dann eben auch eine Bereicherung der Vielfalt, vorausgesetzt, man versucht sie nicht als Hauptgericht zu essen, sondern eben in Kombination mit anderen Gerichten.


    vg

    Jan

    Danke für das Rezept! Aus der nordchinesischen Küche kenne ich den Salat noch deutlich puristischer, Gurke und Karotte eher als Deko, dazu viel frischen Koriander und Knoblauch und das Dressing kalt und milder zubereitet ohne Sichuanpeffer und Chili dafür mit dunklem Essig wie z.B. aus dem Pak Choi in Frankfurt.



    Hmm, lecker! Natürlich nicht alleine, sondern wie es sich gehört als eine von N+1 Speisen auf dem Tisch.


    Grausen tut es mir ja eher bei zusammengematschten "Asia"pfannen mit "Asiatischer Finesse" und TK-Gemüsemischungen.


    Aber in der Tat, Geschmackssache...


    lg

    Jan


    Liebe Marie,


    mache ich gerne, aber vorab: ich habe hier nicht die Absicht irgendwen oder Dich zu bekehren, Risikoempfinden und dessen Einfluss auf das eigene Handeln müssen alle für sich selbst beantworten.


    (1) Zu Wikipedia: Ja, das ist alles bekannt, darüber müssen wir nicht weiter reden. Wie bei jeder andere Information auch(!) sollte man zu einer begründbaren Bewertung der Quellenlage kommen. Das habe ich im Fall des verlinkten Artikels getan und (damals nicht gestern noch einmal) einige der wichtigsten wissenschaftlichen Originalpublikationen angesehen (ich bin Wissenschaftler, wenn auch anderer Disziplinen, bilde mir aber ein, die Qualität empirischer Arbeiten auch anderer Fächer beurteilen zu können).


    Wir sind uns also einig, dass jede Information auf Wikipedia (und übrigens auch in wiss. Fachpublikationen) im Hinblick auf ihre Verlässlichkeit hinterfragt werden muss. Deine Argumentation beruht aber m.E. auf einem logischen Fehler: "Weil es Fehler auf Wikipedia gibt, taugt Wikipedia grundsätzlich nicht als Quelle". Letztlich hätte ich hier statt der Wikipedia-Seite auch die dort verlinkten empirischen Arbeiten zitieren können, dann müssten wir über Wikipedia hier gar nicht sprechen.


    (2) Beim BEML verstehst Du mich falsch. Ich gehe durchaus davon aus, dass die die Quellenlage des Wikipedia-Artikels auch kennen und unterstelle denen ja keinen Fehler. Und in der Tat müssen die nicht in jeder Maßnahme der Öffentlichkeitsarbeit ein Quellenverzeichnis mitliefern, die dürfen durchaus auch auf das Vertrauen der Öffentlichkeit in ihre Einschätzungen setzen.


    Mein Punkt war, dass die Seite des BML nur etwas über die Möglichkeit einer Infektion sagen, nicht über die Wahrscheinlichkeit des Eintretens. Bei Risikoabschätzungen ist aber immer beides relevant (und zusätzlich den Nutzen des mit dem Risiko verbundenen Verhaltens): Auch die Teilnahme am Straßenverkehr bringt die Möglichkeit des unverschuldeten Todes mit sich. Das führt aber in der Regel nicht zur Entscheidung, nicht mehr auf die Straße zu gehen. Wir berücksichtigen zusätzlich die Wahrscheinlichkeit eines Unfalls und auf was wir verzichten müssten (Nutzen). Dass das BML auf mögliche Gefahren hinweist, ist deren Aufgabe, für eine mündige Entscheidung reicht mir aber das Wissen um eine theoretische Gefahr alleine nicht aus.


    (3) Entschuldigung, wenn Du Dich mit "inkonsequent" persönlich gemeint fühlst. Das meinte ich allgemein und bezog es eher auf Personen meines Umfelds, mit denen ich diese Unterhaltung auch schon hatte. Die essen z.B. rohe Erdbeeren und Karotten aus dem Laden oder dem eigenen Garten, vermeiden aber jede im Wald gesammelte Frucht aus großer Furcht vor dem Fuchsbandwurm. Das halte ich aus genannten Gründen für inkonsequent und rational nicht begründet.


    Wie gesagt, das soll jede/r halten wie er/sie will. Wem angesichts der relativ geringen Fallzahlen und des eher unwahrscheinlichen Risikofaktors "Wildfrüchte" (vs. Hunde/Katzen-Haltung und Tätigkeit in der Landwirtschaft) das Risiko einer Infektion mit dem Fuchsbandwurm (unstrittig ja ein Horrorbefund) zu groß ist - ehrlich keinerlei Problem.


    Mir war es nur wichtig, darauf hinzuweisen, dass ich es wichtig finde, sich bei Risikoeinschätzungen nicht von gefühlten Risiken und Wahrscheinlichkeiten lenken zu lassen, sondern diese mit Blick auf belastbare wissenschaftlich gewonnenen Informationen zur Sachlage zu stützen, so sie vorhanden sind.


    lg

    Jan

    halte ich persönlich inzwischen Befürchtungen vor dem Fuchsbandwurm für (1) übertrieben und (2) inkonsequent.

    1. Wikipedia ist keine seriöse Quelle, da vertraue ich eher dem Bundesamt.

    2. Es geht nicht darum, nichts mehr aus dem Wald oder Garten zu essen, sondern bodennahe Lebensmittel ABZUKOCHEN und nicht roh zu verspeisen.

    Liebe Marie,


    1. Wikipedia gibt nachprüfbare Quellen an. Traust Du denen auch nicht? Die Seite des Bundesamts gibt keine Quellen an, weist also nur pauschal auf eine bestehende Gefahr hin, ohne die Wahrscheinlichkeit ihres Eintretens beurteilbar zu machen.


    2. Genau, deswegen schrieb ich auch "roh essen", also bitte nichts in den Mund legen (pun intended).


    vg

    Jan

    Dann hast du auch sicher in dem Thread gelesen, dass dann es Probleme mit dem Fuchsbandwurm geben kann.


    Ich bin da weiß Gott kein Experte, nachdem ich mich da aber mal ein wenig eingelesen hatte, halte ich persönlich inzwischen Befürchtungen vor dem Fuchsbandwurm für (1) übertrieben und (2) inkonsequent.


    (1a) Es gibt nur sehr wenige Fälle:

    2015 wurden für Deutschland 44 Fälle gemeldet, 2016 waren es 26, 2017 gab es 36 Fälle Erkrankungen, 2018 wurden 49 Fälle gemeldet.


    (1b) Der Übertragungsweg über Wildfrüchte etc. ist theoretisch denkbar, aber unwahrscheinlich:


    Es wird davon ausgegangen, dass bei den meisten Fällen erst eine Dauerexposition zur Infektion führt, und keine einmalige Aufnahme der Bandwurmeier.



    (1c) Der Übertragungsweg über Wildfrüchte, Pilze etc. ist nicht empirisch nachgewiesen:


    Nur sieben Prozent der Erkrankten hatten weder eine landwirtschaftliche Tätigkeit oder Gartenarbeiten ausgeübt, noch Haustiere gehalten.

    [...]

    Der Verzehr von ungewaschenem Obst einschließlich Beeren, Gemüse oder Pilzen konnte, mit Ausnahme des Verzehrs ungewaschener Erdbeeren und dem Kauen von Gras, nicht mit einem erhöhten Risiko in Verbindung gebracht werden.

    [...]

    Der Verzehr von rohem Gemüse, Beeren und Pilzen konnte weder in Österreich noch in Alaska mit Erkrankungen in Verbindung gebracht werden.



    (2) Inkonsequent scheint mir die Angst, weil Füchse nicht nur im Wald unterwegs sind, sondern auch in Feldern und Gärten selbst in der Stadt.

    Wissen wir, wie waldnah unsere Erdbeeren gewachsen sind und wie oft Füchse dort im Beet unterwegs waren? Wer aufgrund der Angst vor dem Fuchsbandwurm Waldfrüchte etc. meidet müsste also konsequenterweise auch kein bodennah wachsendes Obst etc. roh essen.


    vg

    Jan

    Von mir als relativem Neuling mit 2-3 Jahren Erfahrung, also noch wenigen Vergleichswerten, gibt es für die erste Jahreshälfte hier in Mittelhessen eine 10 und für die zweite Jahreshälfte eine 1. Ich habe hier relativ nah einen großen Mischwald, in dem ich seit dem Frühjahr mind. alle 2 Wochen einmal meine bisherigen Fundstellen und ein paar neue nachsehen konnte.


    Bis zum Frühsommer Täublinge in rauen Mengen, reichlich gemeine Steinis und ein paar Sommersteinis, zum ersten Mal für mich Pfifferlinge nicht üppig aber 2-3 Mahlzeiten, einige Raufüße und Ziegenlippen, darüber hinaus vieles und vielfältiges zum Bestimmen oder nur Bestaunen.


    Danach: toteste Hose auch an in den bisherigen 2 Jahren verlässlichen Stellen. In nennenswerter Zahl eigentlich nur grüne Knollenblätterpilze und grünblättrige Schwefelköpfe. Eine krause Glucke, die kaum Handtellergroß vertrocknet ist, ein mickriger Parasol, wo ich letztes Jahr noch mehrfach "ernten" konnte.


    Ich hoffe auch noch auf einen goldenen November, aber mental habe ich das Jahr schon abgehakt.


    lg

    Jan

    Hallo miteinander,


    neulich stieß ich (hier?) auf den Verweis auf diese extrem lehrreiche Seite zur Bestimmung von Totholz.


    Da findet sich ein für mich sehr plausible Hinweis, der vielleicht auch hier eine Rolle spielt:

    Ganz besonders, wenn man sich in einem artreinen Baumbestand befindet, ist die Wahrscheinlichkeit, dass der verrottete Stamm dort zu einer ganz anderen Art gehört, sehr groß. Solche Bestände werden "gepflegt". Das bedeutet, von Zeit zu Zeit durchforstet. Dabei werden unerwünschte Arten wie z.B. Birke, Kirsche, Weide und Esche gefällt und im allgemeinen liegengelassen. Wenn also rundum ausschließlich eine Art steht, ist der Wald mit ziemlicher Sicherheit durchforstet worden.


    vg

    Jan

    Hallo MarciMarc ,


    als relativer Neuling habe ich die Täublinge erst seit dieser Saison auf dem Speiseplan (was leicht fällt, denn bei uns gibt es sie seit Wochen in rauen Massen) und halte mich weitgehend an die Geschmacksprobe. Frauentäubling traue ich mir bisher als einzigem relativ sicher zu, verzichte da aber auch nicht aufs Probieren. Wenn ich ausreichend Zeit und Muße habe, versuche ich auch mal die anderen genauer zu bestimmen, musste aber schon öfters vor Vielfalt und Variabilität kapitulieren, was hier aber dank der Täublingsregel (plus Ausnahmen) ja zum Glück geht, wenn es einem nur um das schnöde Futtern geht.


    Die Probe halte ich konservativ, lasse es also schon beim leisen Anflug von unschönem Geschmack in jegliche Richtung bleiben. Um der Sache ausreichend Zeit zu geben, habe ich mir angewöhnt die Probe beim Putzen zu nehmen, wo es wie ich finde besser und konzentrierter als nebenbei im Wald geht.


    Geschmacklich hatte ich noch keinerlei Reinfälle, ich fand alle positiv Getesteten bisher super lecker, vielleicht auch Glück dabei. Ich brate sie meistens - Stiel halbiert, Hut geviertelt - im Butter-Öl-Gemisch sehr kross an und esse sie nur mit einer kräftigen Prise Salz zum Butterbrot - hmmm!


    lg

    Jan

    Vielen Dank für Eure Einschätzungen und Rückmeldungen, sehr interessant.


    Aufgrund der vielen Unbekannten in der Rechnung, nicht zuletzt auch das subjektive Sicherheitsbedürfnis und -empfinden, geht es wahrscheinlich gar nicht anders, als dass man sich seine eigenen Faustregeln macht.


    Weil ich mir nicht vorstellen konnte, dass es keine Untersuchungen dazu gibt, habe ich trotzdem vorhin selbst mal ein wenig gesucht und habe in diesem SZ-Artikel den Hinweis auf einen Überblicksartikel von 2010 zum Thema gefunden. In einem kurzen Abschnitt "4. The effects of environmental factors on trace element contents in fruiting bodies" geht es um Faktoren, die einen Einfluss auf die Schadstoffkonzentration nehmen. Dort findet sich auch ein Absatz zu unserer Fragestellung:


    Zitat

    Several works continued in the observations on the level of contaminating elements in polluted areas. The increased contents of cadmium, lead and zinc were reported in several mushroom species picked along a French motorway (Cuny, van Haluwyn, & Pesch, 2001). Fruiting bodies of Lactarius sanguifluus collected near a highway had higher contents of cadmium, lead, manganese and cobalt than bodies from inner parts of forests. However, for zinc, copper, nickel and iron such differences were not observed, as well as in other five mushroom species (Is ßiloğlu, Yilmaz, & Merdivan, 2001). Considerably increased contents of cadmium, lead and mercury were determined in Agaricus maleolens and Agaricus arvensis growing within a town (Svoboda & Kalač, 2003).

    Nun sind wir mit Formulierungen wie "near a highway" oder "within a town" auch nicht so viel schlauer als zuvor. Vielleicht steht in den zitierten Originalquellen auch noch Genaueres, hier ist es ja nur ein Überblicksartikel.


    Interessant, vielleicht aber auch schon bekannt, fand ich noch folgende Passagen des Abschnitts (meine Hervorhebungen):



    So viel mehr davon darf ich aber gar nicht mehr lesen, sonst fehlt mir noch die Zeit für die heutigen Funde... :cheeky:



    vg

    Jan

    Hallo miteinander,


    ich hoffe die Frage passt hierher: Üblicherweise wird ja empfohlen, wegen der Abgasbelastung "in Straßennähe" keine Pilze zum Verzehr zu sammeln, weil diese sonst übermäßig schadstoffbelastet sein können.


    Gibt es belastbare Informationen aus wiss. Untersuchungen darüber, wie nah "straßennah" in diesem Sinne ist?


    Natürlich wird es praktisch von einer Menge Randfaktoren abhängen wie sonstige Vegetation, Verkehrsaufkommen, Witterung, Niederschlag, Pilzart, Menge etc., so dass es keine direkt ableitbaren Distanzen gibt. Aber begründbare Faustregeln wären ja schon hilfreich. Interessant fände ich auch, ob der Zusammenhang zwischen Entfernung und Belastung linear oder eher kurvilinear ist.


    Falls Euch nichts bekannt ist, wie handhabt Ihr das Thema? Ab wie viel Abstand zur Stadtstraße, Bundesstraße, Autobahn fühlt Ihr Euch wohl mit Euren Funden?


    vg

    Jan

    PS: Begangene Faserlinge übrigens sind in der Regel nicht mehr für die Suppe brauchbar.

    *duckundweg*

    Tatsächlich hat unser Hund sie inzwischen begangen, so dass sich das mit der Suppe in jedem Fall erübrigt hätte...;(^^


    Hier noch nachgeliefert die Sporenprobe, auch sie passt 1a zum Steckbrief:



    Nach Durchsicht der genannten Verwechslungspartner wäre ich pers. bei 99% Sicherheit, die mir ausreicht, da ich selbst bei 100% derzeit noch nichts mit wirklich fiesen Verwechslungspartnern zum Essen sammle (schade um die vielen Perlpilze, die ich deswegen noch stehen lasse...).


    Aber noch was anderes: Ich habe mal nachvollzogen, warum ich nicht von alleine per Pilzsuche auf den behangene Faserling gekommen bin. Das lag daran, dass ich bisher davon ausgegangen bin, dass Lamellenpilze immer entweder angewachsene, freie oder herablaufende Lammellen haben und hier daher immer angewachsen in der Suchmaske ausgewählt hatte. Der behangene Faserling ist aber in der Datenbank offenbar mit keinem dieser Merkmale versehen, nur mit dicht stehenden Lamellen.


    Liege ich also (a) falsch mit meiner Annahme oder liegt (b) ein Fehler in der Datenbank vor?


    vg

    Hallo miteinander,


    mit Eigenmitteln komme ich hier als relativer Anfänger nicht weiter und im Wald würde ich die noch ignorieren, aber nachdem sie jedes Jahr im Garten zum Besuch vorbei kommen, freue ich mich über Eure Hilfe:


    • Standort: Nähe altem Baumstumpf unbekannter Art, aber die meisten in der Wiese stehend, einzelne auch auf bodennah liegender Wurzel.
    • Auftreten: Immer mehrere Ex., aber eher kein Hexenkreis.
    • Hut: hygrophan, aufschirmend
    • Lamellen: sehr dicht und jung wellig gedrängt; Farbe jung cremeweiß, später ins bräunliche dunkelnd
    • Stiel: hohl, leicht faserig brechend, im mittleren Bereich mit feinen weißen Schuppen
    • Geruch (nicht meine Stärke): angenehm pilzig, erinnert mich an Kaufchampignon
    • Evtl. runtergespülte Velumreste(?) am Hutrand beim Ex. (2)

    Diese Fotos sind von gestern Vormittag nach längerem leichten Regen:

    (1)


    (2)


    (3)


    (4)


    Das hier ist von vorhin knapp 24h später:

    (5)


    Ich hoffe, mit den Angaben ist etwas anzufangen.


    Danke + Gruß

    Jan

    Hallo zusammen,


    darf ich mich bei der Frage einfach mal dranhängen? Bin dieses Jahr zum ersten Mal im Frühling auf Pirsch und habe heute diese Exemplare am Wegrand im Mischwald gefunden, in der Nähe kamen noch ein paar weitere.



    Meine Frau hat bei der Frage nach dem Geruch mit dem Tipp "Küche" "wie beim Bäcker" geantwortet und ich finde auch, dass Mehlgeruch hinkommt, auch wenn da immer ein bisschen Psychologie dabei ist. Ansonsten sehr festes Fleisch, trockener ledriger Hut.


    Ich wäre mir bei Maipilz ziemlich sicher, freue mich aber über weitere Einschätzungen natürlich ohne Verzehrfreigabe.


    vg

    Jan

    Damit will ich wie gesagt keineswegs die komplette Forschung diskreditieren. Aber wenn ich solche Sachen lese, kommen mir schon Zweifel an der Kompetenz so manch eines Menschen, der sich Wissenschaftler schimpft.

    Mit Verlaub Kay, aber wenn man Äußerungen irgendwelcher Youtuber für eine geeignete Quelle hält, um über wissenschaftliche Befunde informiert zu werden und um diese beurteilen zu können, oder sich von einem äußerst dubiosen (Links entfernt, Sorry) Selbsthilfeguru der Youtube-University über Wissenschaftstheorie fortbilden lässt, dann sitzt das Problem m.E. vor dem Rechner und nicht bei der Wissenschaft. Letztlich bestätigt das meine These, dass das eigentliche Problem der Umgang mit Evidenz ist, nicht die Evidenz selbst.


    Ansonsten kann ich mich nur Sabine anschließen.

    bei einem solchen Rundumschlag und Stichwörtern wie "Autoritätshörigkeit", "Sicherheitsfanatiker" und Forderungen nach Zensur bin ich persönlich raus.


    vg

    Jan


    Edit by Hiatamandl

    Einige Links entfernt

    Hallo Kay,


    da wirfst Du eine Reihe sehr interessanter Fragen auf, die ich mir als relativer Neuling auch schon so ähnlich gestellt habe. Z.B. gestern mal wieder angesichts von Nebelkappen, die in meinem Revier gerade noch kiloweise wuchern. Als Neuling möchte ich aber nur hierzu was sagen:

    Ich möchte wirklich nicht "DIE WISSENSCHAFT" als Totschlag-Argument gelten lassen, denn die hat sich schon oft genug geirrt und heutzutage wird alles nur noch mit der Lupe betrachtet, ohne das große Ganze zu sehen.

    Hier ist es m.E. sehr wichtig zu differenzieren, denn es geht hier nicht nur um die Richtigkeit wissenschaftlicher Ergebnisse, sondern um deren Bewertung im Sinne einer Risikoabschätzung.


    Bei den Nebelkappen z.B. ist offenbar bereits seit 1954 bekannt, dass sie Nebularin enthalten. Wenn erst seit Kurzem von ihrem Verzehr abgeraten wird, hat es also wohl weniger mit der wissenschaftlichen Befundlage zu tun, sondern eher mit unserer Bewertung des damit verbundenen Risikos, die sich z.B. durch vermehrte Berichte über Unverträglichkeiten oder ein allgemein gestiegenes Bewusstsein von Gesundheitsrisiken verändert.


    Die Diskussion hat also nicht nur mit "DER WISSENSCHAFT" zu tun, sondern in mindestens gleich starkem Maße mit unserem gesellschaftlichen Umgang mit Risiken und dessen Veränderung.


    An dieser Beobachtung kann man dann wiederum lange gesellschaftliche Diskussionen aufhängen, z.B. warum man sich heute nicht mehr vorstellen kann, dass Kinder mal ganz legal ohne Gurt im Auto saßen und ohne Helm Fahrrad fuhren und keiner das komisch fand.


    Mir geht es aber nur darum, "die Wissenschaft" hier ein Stück weit aus der Schusslinie zu nehmen, und das ist vielleicht auch das, was Du mit "das große Ganze sehen" meintest.


    vg

    Jan