Beiträge von Mykolologe

    Gern geschehen, Murmel. Die Hilfe unser Forumsteilnehmer weiß ich natürlich zu schätzen. Das find ich richtig gut. Bin ja auch noch nicht so lange wieder an den Pilzen dran und irre mich öfters. Schönes Wochenende

    P.S. Hatte übrigens heute das erste Mal seit Langem keinen Fund. Es ist schon wieder sehr trocken hier im/am Wald.

    Hallo in die Runde,

    auf einer Rasenfläche neben einem Autohaus fanden sich 14, schon ein paar Tage alte, teils madige Pilze, die die Grasmahd überstanden hatten. Größe ca. 8 cm, Hutdurchmesser 9 cm, weißfleischig, dicker, leicht keuliger Stiel. Keine Trichterlingsformen. Hut und Lamellen leicht unregelmäßig vergilbend. Hut etwas eingerollt. Lamellen fest am Stiel angewachsen. Eng stehend mit Zwischenlamellen. Geruch etwas säuerlich- fruchtig (leichte Pfirsichnote), aber dennoch unangenehm. Geschmack mild aber wie der Geruch unbefriedigend. Sporenfarbe Weiß.

    Ich vermute, das sind Mairitterlinge (Calocybe gambosa), nach denen wir früher nie Ausschau gehalten haben. Es stimmt fast alles an makroskopischen Merkmalen, aber einen Mehlgeruch haben hier drei Personen nicht wahrgenommen. Mehl hat meines Erachtens auch keinen besonderen spezifischen Geruch, vielleicht ist der trockene Geruch in einer Mühle gemeint. Kann auch am Alter der Pilze liegen.

    Bild 1

    Bild 2

    Bild 3

    Bild 4


    Beste Grüße aus Anhalt Henry

    Hallo, aus wissenschaftlichem Interesse heute noch ein Update. An den beiden Standorten (ca. 2x40m²) haben sich inzwischen 61 Exemplare gezeigt. 100 m weiter stand noch ein Einzelexemplar im Schotter (Bild 9). Deutlich sichtbar sind jetzt auch die Gluttationstropfen an vielen Exemplaren (Bild 10) sowie die verbleibenden weißen Flecken (Bild 11).

    Bild 9

    Bild 10

    Bild 11

    Gruß Henry

    Hallo, Riesenboviste riechen nur im Alter unangenehm bzw. nach Urin. Im "weißen, festen Stadium" (evtl. vergleichbar mit Bild 1 hier) riechen sie angenehm, etwas obstig sogar. Ich bringe sie immer meinen Nachbarn mit, die sie mit Gewürzpaste einreiben und panieren. Sehr lecker und wahrscheinlich gesund, aber das ist ein anderes Thema. :)Gruß Henry

    Hallo, ich war wie versprochen noch einmal am Waldrand und habe bei besserem Licht zumindest farbechte Aufnahmen gemacht. Bild 4 zeigt jetzt eindeutig die Eiche, die zu großen Teilen wieder austreibt. Hoffentlich hat das mittlere Hochwasser den Beständen gutgetan.

    Bild 4

    Die Bilder 5 und 6 zeigen einige Exemplare am Ast.

    Bild 5

    Bild 6

    In Bild 7 ist wenigstens teilweise mal ein Stück der nicht resupinaten Oberseite zu erkennen. Vielleicht hilft das später beim Bestimmen.

    Bild 7

    Bild 8

    Es zeigt allerdings auch eine fortschreitende Alterung. Sporen ließen sich erneut nicht mehr feststellen. Die Färbung des Hymenphors geht bei dem oberen Exemplar in Bild 7 ins pastellene Orange. Das Stück in Bild 8 scheint völlig verwachsen zu sein. Da schaut etwas wie ein kleiner Stiel hervor, aber ein Stiehl wird es nicht sein. Ich bleibe mal dran und schaue, ob und wie es weitergeht. Literatur ist auch bestellt. Beste Grüße aus Anhalt Henry

    Hallo, es bleibt schwierig, wenn man verallgemeinern will. Meine Gemeine Morcheln im Garten kamen zwei Jahre auf Rindenmulch unter Beerensträuchern auf Sandboden. Die Graubraunen Morcheln in einem anderen Garten kommen idR im April im ständig gemähten Gras/Moos auf Lehmboden. Das Grundwasser (es gibt zwei Schichten mit unterschiedlicher Fließrichtung) steht mindesten zwei Meter darunter. Die diesjährige Speisemorchel stand auf kurzem Gras/Moos am Wegesrand. Konnte dort aber nicht den Boden untersuchen. Gruß Henry

    Hallo, heute nur kurz für die Statistik weitere Ersterscheinungen hier:

    - (Speisemorchel, Blauviolette Lorchel und Borstrandiger Stielporling u.a. waren schon spezielle Threads)

    -Am 6.4. der erste Butterpilz (Suillus luteus) – Bild 1 und 2 im sandigen Kiefernwald:

    Bild 1

    Bild 2

    So zeitig kenne ich das nicht.

    -Am 7.4. Narzissengelber Wustling (Amanita gemmata) wahrscheinlich - Würde auch von der Zeit passen (ab Ende März). Hatten hier in der Nacht Regengüsse, die den Hut „gereinigt“ haben können. Stiel und Lamellen reinweiß. Stiellänge 7 cm, Hutdurchmesser 4 cm. Kartoffelkellergeruch fehlt (Bild 3 und 4).

    Bild 3

    Bild 4

    -Am 7.4. Goldmistpilz, mehrere Gruppen im Gras am Rand zum Kiefernwald (Bild 5 und 6). Finde ich meistens im Herbst auf den Viehweiden.

    Bild 5

    Bild 6

    -Jetzt wird es schwierig und vielleicht so nicht bestimmbar. Am 7.4. Ein hellbrauner, empfindlich-brüchiger 4 cm-Pilz (Höhe) auf Gras-/Gebüschland mit angewachsenem „Kindl“ am Hut (Man beachte die Verbindungsstruktur), Hut mit Buckel, deutlicher Rettichgeruch, überfaserter Hohlstiel (Bilder 7 und 8). Ist mir dann zerbrochen.

    Bild 7

    Bild 8

    Meine Vermutung lautetet Dunkelscheibiger Fälbling (Hebeloma mesophaeum) nach Buch. Im Netz sehen aber alle anders aus und schleimig war er auch nicht. Soll eigentlich im Herbst kommen. Vielleicht ein anderer Fälbling oder eine ganz andere Gattung?


    Außer „Konkurrenz“:

    -Am 6.4. Ein seltsames gelbes Baumschwamm-Gebilde unter einem liegenden Eichenast am Auenwaldrand. Offenbar sind das aber zwei verschiedene Aggregate. (Bild 9). Nicht vom Ast abgelöst, war mir zu schade. Könnte das links ein Becherling sein?

    Bild 9

    Beste Grüße aus Anhalt Henry

    Hallo in die Runde, bei meiner Morchel gestern standen etliche Lorcheln in der Nähe. Das muss aber nicht sein. Stephan verweist oben zu Recht auf ähnliche Ansprüche an den Boden, aber wenn keine Sporen dorthingekommen sind, wachsen eben keine Morcheln. Auch im Buch Morcheln von Gerber werden zwar Frühjahrspilze und "Zeigerpflanzen" beschrieben, die Qintessenz ist aber: "Kann sein, kann auch nicht sein." Man wird also fleißig weitersuchen müssen. Gruß Henry

    Hallo, zunächst vielen herzlichen Dank an StephanW, Schupfnudel und Andy. Ich glaube, mit dieser Bestimmung (Helvella spadicea = Braunviolette Lorchel) können wir leben. Auch die Farbbezeichnung scheint in Ordnung zu gehen. Ich war heute noch einmal darußen und habe einen zweiten Standort 50 m entfernt und etwas versetzt vom Wegesrand gefunden, ebenfalls mit acht Exemplaren (Längen 4 bis 7 cm). Ich füge noch einig Bilder (Bilder 3 bis 6) an:

    Bild 3

    Bild 4

    Bild 5

    Bild 6

    Nach 123Pilzsuche ist sie nur schwach giftig und kann nach Vorbehandlung gegessen werden. Sie soll sehr selten sein, anderseits versteckt sie sich aber auch gut (Bild 7).

    Bild 7

    Im selben Habitat des ungedüngten Randstreifens stand übrigens eine Morchel (ca. 8 cm hoch), vielleicht eine Braune Speisemorchel (Morchella umbrina):

    Bild 8

    Beste Grüße aus Anhalt Henry

    Danke Murmel für den Hinweis. Hab es mir angeschaut und bin gespaltener Meinung. Leider bin ich noch nicht so weit mit der Sporenmikroskopie, wäre jetzt aber egal, da neulich keine Sporen nachweisbar waren. War heute noch einmal am Standort wegen besserer Bilder. Kommen in Kürze. Gruß Henry

    Hallo in die Runde,

    de facto schon auf dem Nachhauseweg mit dem Fahrrad fiel mir in einem gut geschorenem Rasen-/Moosstreifen am Wegesrand eine kleine Ansammlung (acht Exemplare) schwarzer Lorcheln auf (zwei Exemplare in Bild 1), die ich noch nie zuvor gesehen hatte.

    Bild 1

    Nach meinem Dafürhalten ist es die Schwarze Sattelmorchel (Helvella fusca), die wohl relativ selten sein soll. Ist schwach giftig, aber Lorcheln isst man ohnehin nicht. Geruch vernachlässigbar, gekostet habe ich nicht.

    Bild 2

    Die maximale Größe lag bei 7 cm (Bild 2).

    Beste Grüße aus Anhalt Henry

    Hallo in die Pilzwelt,

    der Frühling grüßte heute nicht nur mit Superwetter und einer wahnsinnigen Insektenwuselei besonders auf dem Waldboden, sondern auch mit neuen Pilzen wie dem Borstrandigen Stielporling (Lentinus arcularius); diese Mal am Eichenast im Auenrandgebiet und nicht an alten Birkenästen wie den gesamten Winter über (Bild 1).

    Bild 1

    Erstmalig konnte ich an einen zweiten Eichenast einen noch ganz jungen „Borstling“ sehen (Bild 2). (Sieht aus wie ein Nagel im Holz.

    Bild 2

    Und in Bild 3 sieht man dann, wie eine kleine Pilzfamilie sich gegen die böse Eichenrinde stemmt, wobei es ein Kleiner am schwersten hat.

    Bild 3

    Bei dem bnachbarten Strauch und seinen Blüten war ich überfordert. Vielleicht hat jemand eine Idee. Sieht irgendwie fremdländisch aus (Bild 4).

    Bild 4

    Dieser Geselle konnte leider bei der Bestimmung auch nicht helfen (Bild 5).

    Bild 5

    Beste Grüße aus Anhalt Henry

    Vielen Dank Andy, von der habe ich noch nie etwas gehört oder gesehen. Ich bleibe dran und werde auch nach dem 3,6 kg- Buch schauen. Es gibt auch deutsche Bücher zu Baumpilzen (das teuerste von Jahn zu 90 Euro), ich weiß aber nicht, wie gut sie sind. Beste Grüße Henry

    Guten Tag in die Runde, ich war neulich an einer Stelle in einer Kiefernschonung (nicht mehr so jung), an der ich im Herbst immer sehr viele Schwarzschuppige Erdritterlinge (Tricholoma atrosquamosum) finde, und habe am Boden Pilze gefunden, die mich gleichfalls an Erdritterlinge erinnern. (Nebenbei: Die Schwarzschuppigen haben wir früher gern in Mischpilzgerichten verwendet. Heute ist das umstritten.)

    Die jetzt gefundenen Exemplare (Bilder 1 und 2) hatten relativ flache, nicht eingerollte bräunliche Hüte mit radialfaseriger dunkelbrauner Struktur auf der Oberseite, „wirre“ weiße Lamellen (leicht gelb-braun verfärbt), die nicht am Stiel direkt angewachsen waren („Burggraben“). Stieldurchmesser ca. 0, 7 cm. Hutdurchmesser – fast 4 cm. Stiel (6 cm) und Fleisch weiß. Kein Hohlstiel. Geruch unauffällig. Ein Hutbuckel war auf dem mitgenommenen Exemplar (unterer Pilz in Bild 1) gut zu sehen.

    Bild 1

    Bild 2

    Der Stiel ist zwar etwas dünn, aber trotzdem könnte es sich sogar um einen Gilbenden Erdritterling (Tricholoma scalpturatum) handeln. Zu letzterem passt neben dem Buckel, dem Lamellenbild und den verfärbten Lamellen auch die Zeit (Frühjahr). Das Sporenpulver war übrigens weiß. Beste Grüße aus Anhalt Henry