Leberbraunen Milchling

Es gibt 10 Antworten in diesem Thema, welches 3.413 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag (25. Oktober 2020 um 17:28) ist von RolfS.

  • Hallöchen,

    gefunden im Kiefernwald in Moosfläche. Boden sauer.

    Milch weiß. Geschmack: Kurz mild und dann wird es unangenehm = brennt scharf und lange.

    Ich tippe auf den Rotbraunen Milchling, obwohl die Milch auf einem Taschentuchzipfel (Tipp von Axel) leicht gelb wird. Hmmm?

    Was denkt ihr?

    Und weiß jemand ein gutes Unterscheidungsmerkmal zum Kampfermilchling (die sehen sich doch sehr ähnlich), da ich eine Kostprobe zukünftig unbedingt vermeiden will.

    VG Rolf

  • Hallo Rolf,

    Hmm, wenn die MIlch wirklich sehr scharf geschmeckt hat und nicht nur bitter oder unangenehm zusammenziehend, gibt es zu deiner Bestimmung keine Alternative. Denn der Scharfe Schwefel-Milchling wächst in anderen Habitaten.

    Aber irgendwie glaube ich hier nicht an den Rotbraunen Milchling, so vom Gesammteindruck. Es passt nicht, dass die Milch gilbt, der Stiel wird zur Basis hin nicht heller und die Hutoberfläche sieht nicht schorfig aus. Bei gilbender Milch halte ich den Flatter--Milchling L.tabidus für wahrscheinlicher.

    Kampfer-Milchling VS Rotbraunen Milchling (ohne Geschmack):

    - Stiel dunkeler gefärbt v.a. zur Basis hin sehr dunkel rotbraun

    - Hutoberfläche etwas runzelig, aber glatt, nicht filzig-schorfig, immer ohne Buckel
    - Lamellen fleischbraun und nicht creme bis ockerbraun

    - Geruch, beim eintrocknen nach Liebstöckel/Curry

    LG Thiemo

    Bestimmungsvorschläge anhand von Fotos sind immer unter Vorbehalt und mit Restrisiko!

    Eine Freigabe zum Verzehr können nur Pilzsachverständige vor Ort geben! -> Pilzsachverständige finden

  • Hallo Thiemo,

    die Milch gilbt nur auf dem Taschentuch, nicht auf dem Pilz. Aber auf dem Taschentuch wird sie leicht gelb.

    Bei L. tabidus steht: Milch mild bis scharf.

    Meine Kostprobe war brennend scharf und die "Nachwehen" spürte ich noch Stunden später auf der Zunge. Übler als beim Speitäubling, weil lange anhaltend.

    Die Fotos von L. tabidus, die ich mir angesehen habe, zeigen einen insgesamt helleren Pilz. Farblich finde ich den Rotbraunen passender, wenn nur nicht die leicht

    gelbe Milch auf dem Taschentuch wäre.

    Danke jedenfalls für Deine Antwort.

    VG Rolf

  • Hi,

    L. tabidus ist sehr variabel in Größe, Farbe und Form. Allerdings hat er nie eine brennend scharfe Milch. Das spricht eindeutig für den Rotbraunen. Ich denke der Frkp. ist zu alt um belastbare Merkmale zu erkennen. Vielleicht findest du noch ein paar junge, da ist die BEstimmung einfacher.

    LG Thiemo

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  • Hallo Thiemo,

    ich versuche noch welche zu finden, nach dem Regen sollten noch junge Fruchtkörper nachkommen.

    Was brauchst bei den Jungen außer Fotos noch für Angaben?

    VG Rolf

  • Hallo,


    hilfreich ist es, neben aussagekräftigen Bildern des vollständigen Fruchtkörpers, die möglichen Partnerbäume, Geruch, Geschmack und Verfärbungsverhalten der Milch zu kennen.


    LG Thiemo

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  • Hi,

    mögliche Partnerbäume: Pinus sylvestris und vereinzelt Traubenkirsche (Prunus padus). Birke vielleicht, aber größere Trupps fallen mir immer wieder in den Kieferwäldern auf.

    Auch am Waldrand, wenn Moosflächen vorhanden sind, auch dann immer Kiefer im Hintergrund. Ich denke Kiefer + Moos, also wie Marone, das lieben sie. Finde ich auch oft zusammen stehend mit Maronen.

    Der Rest wird nachgeliefert.

    VG Rolf

  • Guten Abend,

    hier einige Fotos von jüngeren Fruchtkörpern.

    Auf dem Pilz bleibt die Milch weiß. Verfärbt sich nur auf dem Taschentuch sofort in gelb.

    Geschmack: Zunächst mild und dann extrem scharf.

    Quelle: Pilze123: L. tabidus

    Mit dem Papiertaschentuchtest sofort erkennbar. Schon nach wegen Sekunden verfärbt sich die normal weiße Milch auf dem Taschentuch etwas schwefelgelb.

    Thiemo, ich denke dass Du deswegen mit L. tabidus aufgrund der Verfärbung recht hast. Mein Pilz kommt zwar recht dunkel-rötlich daher und schmeckt für mein Empfinden extrem scharf, aber der rotbraune soll ja nicht verfärben.

    VG Rolf

  • Hallo Rolf,

    anhand der neuen Bilder von jungen Exemplaren korrigiere ich meine Bestimmung auf den Leberbraunen Milchling Lactarius hepaticus. Da darf die MIlch neben bitter auch recht scharf schmecken, zumindest mehr wie beim Flatter-Milchling.

    LG Thiemo

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  • RolfS 25. Oktober 2020 um 17:26

    Hat den Titel des Themas von „Rotbrauner Milchling?“ zu „Leberbraunen Milchling“ geändert.
  • Hallo Thiemo,

    danke. Makroskopisch sollte der L. hepaticus gut passen.

    Habe den Status auf Bestimmt geändert.

    Einen schönen Sonntagabend noch und Grüße

    Rolf