Beiträge von Steigerwaldpilzchen

    Hallo zusammen,


    muss ich denn wirklich noch auflösen? :wink:



    Sehr gut, hab ihr natürlich alle richtig erkannt, das Europäische Goldblatt Phylloporus pelletieri. Ein hübscher Röhrling mit Lamellen.

    Das war wohl zu einfach, hm... :P


    Ärger dich nicht Alex, ich hab das Pilzchen seit 8 Jahren nicht mehr gesehen. Das Bild ist nicht aus diesem Jahr.


    LG Thiemo

    Hey,


    Nur um noch mal Position zu beziehen, ich bin nicht für einen Leucopaxillus. Mein erster Gedanke war Mönchskopf, es kann aber auch gut ein Rötelritterling sein. Ich fürchte, dass die alten Exemplare hier nicht mehr viel Bestimmarbeit zulassen.
    Mein Beitrag oben sollte nur zeigen wie man die in Spiel gebrachte Gattung Leucopaxillus bestätigen oder ausschließen könnte. :)


    LG Thiemo

    Hallo,


    ich schwanke hier zwischen einem kleinen Laccaria proxima (3,5cm Durchmesser ist da nicht viel) oder einem kräftigen Laccaria tetraspora, und mag mich hier ohne den Pilz in Natura zu sehen nicht festlegen. Wäre mit einem Blick auf die Länge der Sporen Stacheln im Mikro zu klären. Feinschuppiger Hüte können beide haben, der kräftigere L. proxima aber tendenziell gröber, schollig-schorfiger.


    LG Thiemo

    Hallo,


    schau doch mal ob du einem frischen Pilz noch Sporen entlocken kannst und mach einen Abwurf:


    Dazu den Stiel ganz oben abschneiden und den Hut mit den Lamellen nach unten auf ein weißes Blatt Papier oder, noch besser, eine transparente Glasplatte legen. Das Ganze dann mit einer Shüssel o.ä. abdecken. Am nächsten Morgen ist die Schicht der herabgefallenen Sporen so dick, dass man sie mit dem Auge sehen kann. Auf das Kunstwerk einen Tropfen Jodlösung geben (gibt's in jeder Apotheke) und schauen ob sich die Sporen schwarzblau-schwarzviolett verfärben (=amyloid). Dann wären es Krempentrichterlinge (Gattung: Leucopaxillus & Aspropaxillus).


    Dazu könnte man noch prüfen ob die Lamellen mit dem Finger leicht ablösbar sind ohne das Fleisch zu verletzten.


    LG Thiemo

    Hallo,


    also ein Holzritterling ist das schon. Wenn man erst mal weis, dass der Purpurfilzige Holzrittterling Tricholomopsis rutilans eigentlich ein Aggregat von fünf Arten ist, wo nicht einmal alle bisher beschrieben wurden (bisher: T. pteridicola, T. alborufescens), sieht das ganze nicht mehr so trivial aus. Der Stiel ist hier schon sehr sonderbar glatt, vielleicht aber auch ausgebleicht wie der Hut. Und dann gäbe es noch den kleinen, gelbstieligen Tricholomopsis flammula s.l. (auch wahrscheinlich zwei Arten), der hier eher unwahrscheinlich ist. Der gelbe T. decora scheidet natürlich ganz aus.

    Bevor man das Aggregat nicht trennen kann, würde ich das als Purpurfilziger Holzrittelring im weiten Sinne ablegen. Und dann braucht es neben Mikroskop wahrscheinlich einen Sequenzierer.


    LG Thiemo

    Hallo,


    Schon interessant was er da so schreibt. Das ist das erste mal, dass ich derartiges beim Lachsreizker lese.


    Man sollte nie vergessen, dass es bei wirklich allen Stoffen individuelle Unverträglichkeiten geben kann. Aber hier sind es ja mehrer Personen betroffen. Dann steht noch die Möglichkeit einer unsachgemäßen Lagerung (Händler) oder Zubereitung im Raum. Zudem sind die "Vergiftungen" scheinbar "nur" gastrointestinal, könnte beispielsweise in dem Dorf oder bei genau diesem Händler zeitgleich ein hochansteckender Norovirus umgegangen sein. Solange unspeziefische Magen-Darm Probleme nicht nachweislich auf die Pilzart zurückzuführen sind, bin ich diesbezüglich erst einmal skeptisch, denn da gibt es viel zu viele Faktoren, wie man sieht.

    LG Thiemo.

    Hallo,


    Uwe hat die Thematik bereits umrissen. Wer sich unsicher ist, sollte erst mal einen Sporenabdruck machen und die vermeintlichen Pilze nicht verzehren. Sie kommen wieder, also erst mal kennenlernen und/oder einem PSV zeigen.

    Meiner Meinung nach gibt es bei entsprechender Formenkenntnis keine wirklichen Doppelgänger der Samtfußrüblinge. Daher braucht es beim Erkennen der Gattung eigentlich kein "Schema". Oder kurz gesagt, ich kenne keine anderen auf Holz büschelig wachsenden Weißsporer, mit braunsamtigen Stiel und gelben, klebigen Hüten ohne sichtbares Velum. Diese Merkmale lassen alle Häublinge, Flämmlinge oder auch Schwefelköpfe sogar mehrfach ausscheiden. :wink:

    LG Thiemo

    Hallo,


    beim Schneckling sollte man auch den Verfärbenden Schneckling Hygrophorus discoxanthus in Betracht ziehen. Entweder ein paar alte Exemplare betrachten, den Fruchtkörper daheim über Nacht lagern oder Kalilauge (>20%) auf die Stielbasis auftragen und nach Verfärbungen schauen.


    #3 :cool: ?! Edit: Möglicherweise ein geschädigter Schleimfuß, mit dem Blaulila Schleim am Stiel (Blaustiel-, Honig-).


    In #4 sehe ich weniger einen Rübling, sondern einen Anis-Trichterling Clitocybe fragrans. Die Angabe "süßer Geruch" passt dafür hervorragend.


    LG Thiemo

    Hallo,


    natürlich ist Tierfraß die plausibelste Erklärung.

    Aber ich frage mich schon, auch wenn mann den bitteren Geschmack mal außer Acht lässt, wie Rehe, die ja auch Säugetiere sind, die Fasciculole vertragen. Diese Triterpene konnten in Tierversuchen sogar Atemlähmung auslösen, weshalb man früher von einer deutlich drastischeren Giftigkeit des Pilzes ausging. Leider finde ich keine Quelle mehr zu den Versuchen, vielleicht wurde das Gift auch injiziert um derartiges zu erreichen. Normalerweise fressen Wildtiere instinktiv nichts giftiges. Wer weis was da der Trick ist. :wink:

    LG Thiemo

    Hallo,


    da hätte ich jetzt gern den Pilz in der Hand und selber mal daran gerochen. Ohne Geruch würde ich erst einmal einen Sporenabdruck anfertigen:


    Dazu den Stiel ganz oben abschneiden und den Hut mit den Lamellen nach unten auf ein weißes Blatt Papier oder, noch besser, eine transparente Glasplatte legen. Das Ganze dann mit einer Shüssel o.ä. abdecken. Am nächsten Morgen ist die Schicht der herabgefallenen Sporen so dick, dass man sie mit dem Auge sehen kann. Evtl. noch mit einer Klinge zusammenschieben und auf weißem Untergrund die Farbe bewerten.

    LG Thiemo

    Hallo Murmel,


    Graugrüner Milchling Lactarius blennius würde ich solche unter Buchen wachsenden Milchlinge auch erst mal nennen.


    Beim Täubling kann ich nichts entdecken was gegen den Ockertäubling Russula ochroleuca spricht, der sollte auch passen. Wenn du einen rein weißen Hintergrund verwendest und ggf. das Sporenpulver mit einer Klinge zusammenschiebst, sollte es nicht ganz weiß sein, sondern eine Spur Cremefarben (Farbskala Ib n. Romagnesi). Diese Feinheit sieht man mit einem schwarzen Hintergrund nicht.


    LG Thiemo

    Hallo Alex,

    Mischwald mit Tanne, Fichte, Buche, kalkhaltiger Boden

    Das ist natürlich die denkbar blödeste Situation, wenn Tanne und Fichte am Fundort vorkommt. Die beiden Grubigen können dann sogar durcheinander wachsen. Basenreiche Böden mögen auch beide Arten.

    Auf der Hutoberfläche sieht man's hier nur schlecht aber dafür am Hutrand: Den zu Schüppchen zusammen neigenden Haarfilz. Das ist typischerweise bei Lactarius scrobiculatus der Fall. Daher wäre ich hier gegen L. intermedius. Auch der Hut scheint recht kräftig gelb-gelbbraun gefärbt zu sein, da ist der Tannenbegleiter eigentlich blasser. Dann gibt's noch so Feinheiten wie ein Rosa Reflex in den Lamellen von L. intermedius, aber das kann man nur in Natura prüfen. Ich denke hier ist der Gubige Fichten-Milchling sehr wahrscheinlich.


    LG Thiemo

    Hallo Matthias,


    tolle, Funde bei eisigen Tenperaturen. Den Samtpfiffi würde ich auch gern finden. Ebenso den Orangerandigen Hautkopf, eine Art die ich erst seit diesem Jahr auf dem Schirm habe, als ich mich zum ersten Mal mit Dermocybe etwas mehr beschäftigt hatte. Ich kann auch nachvollziehen wie schwer es ist, bei diesen Pilzchen farbechte Aufnahmen zu bekommen. Irgendwas wird immer an Farbe geschluckt.

    Aber sag mal, hattest du eientlich auch Haareis? :D


    LG Thiemo

    Hallo,


    Ob man jetzt Paralepista flaccida und Paralepista gilva in zwei Arten trennt wird ja viel diskutiert. Ich kenne gilva jetzt eher so:




    Und muss sagen, dass gilva schon wirklich dem Parfümierten Trichterling, was man so auf Bildern aus Italien sehen kann, recht ähnelt, was ich jetzt beim normalen flaccida nicht so finde. Aber ohne den Giftpilz mal in Natura gesehen zu haben, ist das natürlcih schwierig zu beurteilen.


    Funfact am Rande: Lamellen von Nebelkappen sind zwar auch abschiebbar, aber die hat glatte Sporen und kann gar nicht zu Lepista transferiert werden, weil sie die Typusart der Gattung Clitocybe ist. Würde man aus Clitocybe nebularis eine Lepista machen, hört automatisch die gesamte Gattung Clitocybe auf zu existieren! (Taxonomieregeln sind schon was Lustiges)

    Nicht zwangsläufig. :wink:

    Als Beispiel für so einen taxonomischen Kunstgriff kann man den Wollige Milchling, als ehemalige Typusart der Gattung Lactarius nennen. Nachdem sich herausgestellt hat, dass er verwandtschatlich in eine zweite Milchlingsgattung gehört, wurden der Einfachheit halber nicht alle anderen Milchlinge umbenannt sondern die Typusart von Lactarius mit dem Birkenmilchling neu festgelegt. Der Wollige und seine Verwandten heisen dafür jetzt Lactifluus.


    LG Thiemo

    Hallo,


    bei #1 wär ich in der selben Ecke wie Stephan.

    Versuche doch über Nacht einen Sporenabwurf zu machen, dann kann man das Pilzchen vielleicht sogar festnageln.
    Dazu den Stiel ganz oben abschneiden und den Hut mit den Lamellen nach unten auf ein weißes Blatt Papier oder, noch besser, eine transparente Glasplatte legen. Das Ganze dann mit einer Shüssel o.ä. abdecken. Am nächsten Morgen ist die Schicht der herabgefallenen Sporen so dick, dass man sie mit dem Auge sehen kann.

    Der Bleiweise-/Laubfreundtrichterling Clitocybe phyllophila hätte kein rein weißes, sondern blass cremerosa Sporenpulver bei gleichzeitig unauffälligem Geruch (nicht nach Anis, ranzigen Mehl oder Tomatenblättern).


    LG Thiemo