Beiträge von Steigerwaldpilzchen

    Hallo,


    Stephan hat es ja schon geschrieben, dass der Täubling mit dem blauen Schein am Lamellenansatz und den relativ gedrängten Lamellen (momentan) auf Schmalblättriger Weißtäublig R. chloroides hört. Aber eigentlich ist es auch egal, da die Weißtäublinge eh ein Aggregat von so 8 Arten sind, die noch nicht zu trennen sind. :hmmm:


    LG Thiemo

    Hallo Sabine,

    vielen Dank für deinen interessanten Bericht. Gut, dass es scheinbar vergleichsweise glimpflich ausgegangen ist. Noch mal Glück gehabt, nicht auszudenken was mit seinen Nieren passiert wäre, hätten sich keine gastrointestinalen Symptome gezeigt.


    Ich behaupte mal, dass wir alle die hier öfters schreiben und "vom Fach" sind so eine Verwechslung für unmöglich halten. Aber man glaubt nicht was Laien ohne entsprechende Merkmalkenntnis alles verwechslent können. Oder sei es einfach Unachtsamkeit und ungenügendes Betrachten der eingenen Funde.


    Aber ich hatte auch schon einen Mann, der durch den Wald geschlappt ist und alles in die Pfanne gehauen hat, was ergefunden haben

    So einen Fall hatte ich neulich - zum Glück vor der Pfanne! Nicht nur lauter Gammelpilze, die vom Ratsuchenden mit "kann man doch noch reinschneiden" quittiert wurden, sondern auch ein paar Kahle Kremplinge ...


    LG Thiemo

    Hi,


    Panzer und brauner Büschel rasling sind seit ein paar Jahren offiziell eine Art, ein komplex. Wird offiziell nicht mehr unterschieden.

    Alles klar, dann vermute ich Lyophyylum decastes var. loricatum. :cheeky:

    Ein recht knorpeliger Pilz.

    Wenn die Fruchtkörper selten mal recht einzeln kommen (2-3) Hüte, ist genau das sein bestes Erkennungszeichen - und dass er sonst sehr merkmalarm ist. Trotz der Knorpeligkeit wundert es mich immer wieder wie gut die Art mundet. Das wird beim Erhitzen etwas besser.


    LG Thiemo

    Hallo,


    wie so oft, die Dosis macht das Gift. Jeden Tag möchte ich nicht damit arbeiten, da kann's dann schon etwas kritisch werden. Von einem einmaligen Kontakt wird aber auch nichts groß passieren. Wir habe vor Ort Hautärzte, die
    50%(!) Phenollösung den Patienten zum Veröden auf die Haut tupfen ...


    LG Thiemo

    Hallo Andy,


    #1 sieht mir für einen Braunen Rasling im engeren Sinne zu robust aus. Und dann noch die stark bereifte Huthaut. Ich denke fast das dürfte eine der kaum abgrenzbaren, anderen Arten aus dem Aggregat sein. Hast du einen Hut mal durchgebrochen? Knackt es dabei ordentlich? -> Panzerrasling


    #3 Schöner Champi, und gar nicht so rosa in den jungen Lamellen, nicht? :wink: Zur Art halt' ich mich dezent zurück.


    #5 Hast du Jodlösung (Lugol, Melzer, oder eine andere aus der Apotheke)? Dann teste mal den Sporenabwurf auf Amyloidität. Leucopaxillus Sporen müssen schwarzblaulila reagieren.


    #6 Für einen der tödlichen (phalloides var. alba, verna, virosa) hat der mir ganz schön viel Velum auf dem Hut. Die Knolle kann ich nach Bild nicht richtig beurteilen, daher wäre ich erst mal Richtung Gelber Knolli abgebogen.


    #7 Vielleicht junge Birkenporlinge?


    LG Thiemo

    Hallo Jens,


    Sehr gut! Ich wusste nicht, dass du Phenol hast, sonst hätte ich das gleich geschrieben. Na dann Volltreffer! Auf deinem Bild kann ich die Farbe nicht gut erkennen, aber wenn das violett geworden ist gibt es keinen Zweifel an Russula amaoena. Zu deutsch "Schöner Täubling" genannt, denn der Brätlingstäubling nennt sich Russula amoenicolor.


    Ein Vergleichsbild von R.amoena mit Phenol:




    LG Thiemo

    Guten Morgen,


    schieb das Pulver mal etwas mit einer Rasierklinge o.ä. zusammen. Man muss gerade bei einem so spärlichen Abwurf eine Schicht die dick genug ist beurteilen. Das es aber kein Ocker-oder Dottersporer ist sieht man schon mal. Die Frage ist jetzt blasscreme oder doch rein weiß.


    LG Thiemo

    Hallo Ines,


    ich hoffe du hast das nicht falsch aufgefasst. Das war keinesfalls bloßstellend gemeint. Ich hätte auch einfach die Antwort ausspucken können. Dann wärst du erst einmal bestätigt/wiederlegt aber weist beim nächsten mal wieder nicht so recht. Daher wollte ich sehen anhand welcher Merkmale du deine Funde beurteilst und dir Hilfestellung geben, die richtige Antwort selbst zu finden. Das kostet mich natürlich auch mehr Zeit, aber ich mache das gerne.


    > Wulstlinge/Knollenblätterpilze haben im allgemeinen (fast immer) weiße Lamellen und ein weißes Sporenpulver und eine ausgeprägte Gesammt- sowie Teilhülle. Jung ist der Fruchtkörper von der Gesammthülle vollständig umgeben, diese reist beim Wachstum dann je nach Art in unterschiedlicher Weise auf. Dabei können Reste auf dem Hut (kennt man gut vom Fliegenpilz)und/oder an der knolligen Stielbasis (Grüner Knollenblätterpilz) zurückbleiben.

    > Champignons haben jung (grau)rosa bis elfenbeinfarbene Lamellen, die bald vom Sporenpulver schokoladenbraun gefärbt werden. Die Gesammthülle ist bei den meisten Arten kaum vorhanden, es gibt also keine Hüllreste auf Hut oder Stielbasis.

    Was für ein Champignon es ist, ist ohne Geruch schwer zu sagen. Falls er leicht nach Anis riecht, dann wäre er essbar. Riecht er nach Phenol und verfärbt sich chromgelb vor allem an der Stilbasis, könnte es sich um einen giftigen Karbolegerling handeln.

    Champigons gibt es mehr giftige als nur "den" Karbol-Champignon (das sind auch mehrere Arten). Perlhuhn, Rebhuhn oder auch der eingewanderte Falsche Wiesenchampigon und Falsche Wald-Champigon enthalten das selbe Gift. Sie müssen auch nicht immer gilben oder stark riechen. Wenn er deutlich nach Anis riecht ist es zwar sicher keiner der giftigen Champis aber gerade die Anis-Champignons sind extreme Schwermetallsammler (Cadmium) und zusammen mit dem krebserregenden Agaritin zwar nicht akut giftig aber ungesund. :/


    LG Thiemo

    Hallo Jens,


    einfallen tut mir etwas, aber das bitte nicht als Bestimmung ansehen.

    Wie riecht denn der entnommene Fruchtkörper? Vielleicht etwas fischig? Ist der Hutrand so rissig wie ich den auf den Bildern sehe (Lupe)? Sind die Lamellenschneiden fein bewimpert (Lupe)?
    Wenn ja sollte das einer der Brätlingstäublinge sein (z.B. R.amoena). Ansonsten mal abwarten.


    LG Thiemo

    Hallo,


    mit den jung weißen Stielschüppchen geht das für mich eher in Richtung Pappel-Rotkappe/Espen-Rptkappe Leccinum aurantiacum. An den Berührungsstellen und im Alter schwärzen diese dann schon.

    Die seltenere Birken-Rotkappe fängt jung schon mit schwarzen Stielschuppen an. Das gleiche gilt für den Pappel-Rauhfuß, der wie schon bemerkt wurde eine ganz andere Hutfarbe hat.


    LG Thiemo

    Hallo,


    Natürlich muss man aufpassen wenn man anhand der Lamellenfarbe die Sporenpulverfarbe einschätzt. Da kann man schnell daneben liegen. Aber hier lehne ich mich aus dem Fenster und behaupte das hebt sich vom weißen Papier im Hintergrund schon ausreichend ab und der Pilz gilbt/bräunt auch sonst an keinen Stellen deutlich. Das sollte schon ein Cremesporer sein.


    LG Thiemo

    Hallo,


    Klasse, dass du Schnittbilder zeigst! Die können bei der Bestimmung von Röhrlingen sehr wichtig sein. Noch besser wären natürlich komplette Schnittbilder mit der Stielbasis.


    Ein Schönfußröhrling kann das nicht sein. Dieser wäre stattlicher, die Röhren viel feinporiger und würden deutlich blauen. Die Hutstruktur wäre auch anders.

    Noch ein toller Trick um einen Dickröhrling (im weitesten Sinne) von einem Filzröhrling (im weitesten Sinne) zu unterscheiden sieht man im Schnitt der Röhrenschicht:


    Hier sieht man die im Schnitt "Halben Röhren" eines Filzröhrlingsartigen Pilzes.


    Bei einem Dickröhrlingsartigen Pilz sind alle Röhren durchgehend.


    Herbstrotfußröhrling sein Xerocomellus pruinatus.

    Wäre auch meine Idee.


    LG Thiemo

    Hey,


    Einen grünen Knollenblätterpilz kann ich aber definitiv ausschließen, da kein Ring und keine Knolle am Fuß.

    Richtig, das hat ein Täubling nie. :thumbup: Zum Thema wie erkenne ich einen Täubling:


    - Brüchige Lamellen, die beim darüberstreichen brechen/splittern

    - Mürber Bruch des Stiels ohne auszufasern

    - Die meisten Täublinge: Kaum Zwischenlamellen/Lamelletten <-> Fast alle Faserblätterpilze (wie der Grüne Knollenblätterpilz)


    Ich hätte hier einen Frauentäubling zumindest in Betracht gezogen

    Der Frauen-Täubling scheidet aus, weil das sichtbar kein Weißsporer hier ist.


    Ich finde den Grasgrünen Täubling Russula aeruginea hier schon gut passend.


    LG Thiemo

    Hallo,


    das ist kein Frauen-Täubling, denn dein Fund hat kein weißes Sporenpulver wie man bereits an den gefärbten Lamellenflächen erkennt.


    Wenn der unter Kiefern stand und mild schmeckt, kannst du noch die Huthaut probieren die höchstwahrscheinlich bitter schmeckt und im positiven Fall deinen Fund als Buckel-Täubling Russula caerula ablegen.


    LG Thiemo

    Hallo,


    dieses Wochenende war ich mal wieder auf Pilzseminar und möchte euch ein paar Bilder von einem Teil der gefundenen Arten zeigen.
    Auch wenn es vorrangig um die Gattung Lactarius s.l. ging, machten sich die milchenden Genossen ziemlich rar.


    #1 Grubiger Tannen-Milchling Lactarius intermedius

    Ein Zotten-Milchling mit rasch gilbender Milch. Eigentlich leicht kenntlich, aber da gibt es ja noch einen...




    Der Doppelgänger ist der
    Grubigen Fichten-Milchling Lactarius scrobiculatus. Anhand der Myorrhizapartner fällt die Unterscheidung leicht, doch was wenn es beides am Fundort gibt? L.intermedius ist blasser gefärbt, die kontrastierenden dunklen Flaumbüschel auf dem Hut sind deutlich weniger gut zu erkennen und die Lamellen haben einen fleischfarbenen Reflex.


    #2 Flügelsporiger Milchling Lactarius pterosporus


    Ein recht gut kenntlicher Korallenmilchling. Bei diesen färbt sich die sehr scharfe weiße Milch nach einiger Zeit mehr oder weniger rosa. Wichtig ist der radial runzelig-furchiger Hut und die engstehende Lamellen zur Bestimmung. Beim Eintrocknen kann ein schwacher Kokosgeruch kommen.




    #3 Bitterster Schleimfuß Cortinarius vibratilis


    Name ist Programm. Hier reicht wirklch schon das Berühren des Hutes mit der Zungenspitze aus!




    #4 Nordischer Milchling Lactarius trivialis


    Dieser ist schon deutlich schwieriger festzunageln. Er hat einen violettgraubraunen, schleimig-schmierigen Hut, der auch mal undeutlich (v.a. mit dunklen Flecken) zoniert sein darf.

    Er unterscheidet sich von seinen möglichen Verwechslungspartnern (L.utilis, flexuosus, hysginus) durch die auf einem Papier gelb werdende, sehr scharfe Milch, welche sich mit KOH orange färbt.




    #5 Koralle1 Ramarisa sp.




    #6 Koralle2 Ramarisa sp.




    #7 Ein Violettmilchling wurde auch gefunden *juhu*, in Gestalt vom Fahlen Violett-Milchling Lactarius luridus.


    Wurde zunächst für L.blennius/fluens gehalten, was die Violettfärbung dann wiederlegt hat. Es kann leicht zur Verwechslung mit zwei anderen Violettmilchlingen kommen. Der Gezonte Violett-Milchling Lactarius violascens ist deutlicher gezont und der Ungezonte Violett-Milchling Lactarius uvidus ist (fast) komplett ohne Zonierung und hat ein anderes Sporenornament.





    #8 Lachs-Reizker Lactarius salmonicolor


    Der Reizker (Milchlinge mit orangeroter Milch) unter Tannen. Färbt sich nie grün (außer komplett vergammelt) und hat meist Grübchen am Stiel.




    #9 Fichten-Habichtspilz Sarcodon imbricatus





    #10 Nadelwald-Anhängselröhrling Butyriboletus subappendiculatus - Die Stieloberfäche blaut, das Fleisch nicht.




    #11 Jodoform-Täubling Russula turci s.l.


    Ein recht kleiner, milder, dottersporender Täubling. Die Stielbasis riecht nach Iod/Iodoform und der Hut ist neben der v.a. jung feinen Bereifung, mit einer andersfarbigen Zone in der Mitte.





    #12 Stahlblauer Rötling Entocybe nitida


    Ein relativ kräftiger, der blauen Rötlinge. Im sauren Nadelwald praktisch ohne Doppelgänger.





    #13 Pechschwarzer Milchling Lactarius picinus


    Der klassische "Doppelgänger" des Mohrenkopf-Milchlings. Die Unterscheidung zu letzterem mit den Stielrunzeln dürfte klar sein. Fast unmöglich ist die Abgrenzung zu Lactarius fuliginosus, der allerdings unter Buchen vorkommt.


    Geschmack unangenehm bitter nach längerem Kauen.




    LG Thiemo

    Hallo,


    einer mehr im Team Egerlingsschirmlinge :). Die dürfen schon (etwas) gilben. Einen Karbolchampignon würde ich eher auschließen, da passt mir die Ringstruktur nicht.

    Aber: Aber es gibt bei den Chapignons einige die sehr jung fast weiße Lamellen haben. Der Karbolchampigon ist auch so einer. Die Lamellen starten elfenbeinfarben, werden dann maximal blass graurosa bevor sie die Sporenpulverfarbe annehmen (schokoladenraun).


    Hier ein junger Karboli im Schnitt. Von noch jüngeren mit noch helleren Lamellen hab ich grad kein Foto zur Hand.




    LG Thiemo

    Hallo Marcus,


    das mit der Pfannentauglichkeit ist bei den Perlpilzen wirklich ein Problem. Ich konnte die Erfahrung machen, dass an etwas trockeneren, sonnenexponierten Standorten sich das Bücken mehr lohnen kann.

    Super, dass du den Pilz nicht verspeist, wenn du dir unsicher bist. Das ist bestimmt auch kein Muss! Den Perlpilz kann man aber einfach "erlernen". Das ist der einzige Wulstling der rötet. Wenn das Fleisch irgendwo Rot anläuft ist die Sache schon klar. Etwas mehr "tricky" wird es wenn er mal kaum rötet. Dann (erst Recht) die rübenartige Knollenform und die geriefte (gestreifte) Manschette verifizieren.


    LG Thiemo