Beiträge von Steigerwaldpilzchen

    Hallo Peter,

    Angeblich ist Langstielige Pfeffermilchling eine Mutprobe, der brennt einem ein Loch in die Zunge. Der Grünender fährt gleich mit der ganzen Zunge ab,

    Das kann ich unterschreiben. Dagegen ist jeder Spei-Täubling ein Witz. :evil:
    Das ist ähnlich wie mit Chilli-Schoten in der Küche, bloß nicht mit den Fingern die Milch abbekommen haben die Lippen berühren! Um so lustiger ist, dass der Pilz nach dem Braten vollkommen mild und essbar ist. Die Terpene sind nur in der Milch und nicht im Fleisch konzentriert.

    Mit diesen Bänden arbeite ich sehr gerne, weil sie gezeichnete Mikrostrukturen zu jedem Pilz enthalten. Dass sich die HDS von L. glauccescen vs. L. piperatus mikroskopisch eindeutig trennen lässt ist darin dargestellt.

    Das hab ich schon oft gehört, dass die Mikrozeichnungen absolut klasse sind. Leider hab ich die Reihe nicht um mich davon zu überzeugen.


    "Both Lf. piperatus and Lf. glaucescens clades contain collections with the latex turning greenish when drying."

    Das die KOH-Reaktion nichts aussagt wusste ich, aber dass das Grünen, wenn es zu beobachtet ist, nicht sicher zum Grünenden Pfeffermilchling führt ist schon überraschend. Gut dass ich mir bei meinem letzten Fund die Huthaut angeschaut habe :D.


    LG Thiemo

    Hallo Bernhard,


    dann willkommen im Forum! :party:

    aber dem Wissenschaftler in mir zerreißts das Herz, wenn er den Dingen nicht 100%ig sicher einen Namen geben kann - den richtigen!

    Das kann ich sehr gut nachvollziehen, ich möchte den Dingen auch auf den Grund gehen. Aber aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass das manchmal ganz schön schwierig wird und nicht immer funktioniert...


    Die Grüngefelderten Täublinge Russula virescens hast du richtig bestimmt. Angemerkt sei aber, dass es den Rissighütigen Frauentäubling Russula cutefracta gibt, der ähnlich aufreist aber dunkler bzw. mit violetttönen gefärbt sein sollte. Dieser würde mit Eisen(II)sulfat grau und nicht rosa reagieren.

    Violettstielige Pfirsichtäublinge Russula violeipes und Frauen-Täublinge Russula cyanoxantha können so wie deine gezeigten Funde aussehen.


    Bei den vermuteten Speise-Täublingen bin ich mir noch nicht ganz so sicher. Die zurückgezogene Huthaut taugt als Merkmal wenig und ist zu 50% mal ausgeprägt oder auch nicht. Diese Art ist farblich variabel aber z.B. der gänzlich gelb ausgeblasste kommt mir wie etwas anderes vor. Von der Kollektion wäre auch ein Bild mit Lamellenansicht nicht schlecht. Die Sporenpulverfarbe bei Speise-Täublingen Russula vesca ist jedenfalls weiß was man auch überprüfen könnte. Wenn du dann deine Chemikalien zur Hand hast reagiert er mit Eisen(II)sulfat rasch lachsorange.

    Die Brätlinge sind auch welche, nur wenn man es genau wissen will :wink:, werden da mittlerweile drei Arten unterschieden. Den Kurzhaarigen Brätling Lactifluus oedematopus kann man mikroskopisch bestimmen, die anderen beiden nur molekular.

    LG Thiemo

    Hallo Hubi,


    Pilze der Schweiz ist eine tolle Buchreihe, aber in einigen Punkten leider deutlich veraltet. Daher die Abweichung. Natürlich ist es nicht falsch den Pilz mit Lactarius anzusprechen und jeder Mykologe weis, was damit gemeint ist, aber korrekterweise gehört er in die zweite MIlchlingsgattung Lactifluus mit trockenen ungezonten oft samtigen Hüten.

    LG Thiemo

    Hallo,


    Nicht nur Dir ging der Goldflüssige Milchling durch den Kopf. Auch mein erster Gedanke, jedoch wäre die gilbende Milch schon bemerkt worden?! b0nkrates
    Die Zeit der Verfärbung kann manchmal sehr abweichen. Normalerweise geht das in wenigen Sekunden aber ich hatte auch schon mal einen Kollektion die mehrere Minuten brauchte!


    LG Thiemo

    Hallo,


    mit deinen ersten beiden Bestimmungen aus dem letzten Beitrag bin ich einverstanden, aber nicht mit der letzten.


    Der Lärchen-Milchling Lactarius porninsis sieht farblich ganz anders aus und solltest du die Milch gekostet haben, würdest du ganz sicher keinen milden Geschmack vorfinden :evil:.


    Dein Fund gehört zu den Pfeffermilchlingen. Ob L. piperatus oder L. glaucescens lässt sich makroskopisch nur im Falle des Grünens für letzteren (kann auch fehlen) herausfinden.


    LG Thiemo

    Hallo,


    Zunächst mal ist es sehr gut, dass du den Pilz als Täubling richtig erkannt hast und auch gleich noch eine Geschmacksprobe mit lieferst. Ohne diese oder entsprechende Artenkentnis geht in der Gattung fast gar nichts.

    Du musst leider verstehen, das ein paar unscharfe Bilder nicht für eine Bestimmung ausreichen. Mein Tip für das nächste mal wäre es am Fundort Bilder aufzunehmen, denn damit kann man durch Streu die Größe und den Baumpartner besser einschätzen auch wenn du nichts dazu schreibst.

    Ein Sporenabwurf ist dabei fast genau so wichtig wie die Geschmacksprobe:

    Dazu den Stiel ganz oben abschneiden und den Hut mit den Lamellen nach unten auf ein kariertes, weißes Blatt Papier oder, noch besser, eine transparente Glasplatte legen. Das Ganze dann mit einer Schüssel o.ä. abdecken. Am nächsten Morgen ist die Schicht der herabgefallenen Sporen so dick, dass man sie mit dem Auge sehen kann. Dann noch mit einem Messer/Rasierklinge zu einem Häufchen zusammenschieben. Die Farbe kann weiß, creme, ocker oder dottergelb sein. Je nach dem kommen andere Täublinge in Frage.
    LG Thiemo

    Hallo,


    Milchling Nummer 1 hat Andy bereits als Eichen-MIlchling Lactarius quietus benannt. Den typischen Geruch kannst du dir gleich einprägen, denn die Angabe "riecht nach Eichenmilchling" kommt öfters in der Gattung. Der Kampfer-Milchling Lactarius camphoratus hat keine konzentischen Flecken auf dem Hut und viel rotbraunere Lamellen- und Stielfarben.


    Der zweite scheint mir alles andere als trivial. Wenn die Milch weiß bleibt sind wir tatsächlich eher in der Sektion Zonarii (Zonenmilchlinge). Hier sind ökologische Angaben sehr wichtig, da würde ich dich bitten noch mal zu schauen, welche Bäume (Eiche, Fichte, Pappel, Tanne?) an dessen Fundort in Frage kommen. Bist du im Flachland oder Gebirge unterwegs? Ist der Boden eher suaer oder kalkhaltig? Lactarius zonarius hätte Gruben am Stiel, scheint leider nicht so zu passen.


    Der Buckel-Täubling Russula caerula geht in deinem Kiefernwald bestimmt auf und sollte das auch sein. Der Test wäre eine Geschmacksprobe der Huthaut -> bitter

    Unter Kiefern wächst auch gerne der Bluttäubling Russula sanguinea. Den kenne ich mit scharf und bitteren Geschmack zugleich. Die Fruchtkörper haben auch eine Tendenz zum Gilben und die Huthaut lässt sich recht schlecht abziehen. Wenn du ihn noch hast kannst du das am nächsten Tag gut überprüfen.

    LG Thiemo

    Hallo,


    ich für meinen Teil trage die Chemikalien auf den oberen Teil der Stielrinde auf. So scheint zumindest der gängigste Ablauf zu sein.

    Um dem Täubling näher zu rücken, wüsste ich nun schon gerne ob die Huthaut Dermatozystiden oder inkrustierte Elemente hat. Ohne das lässt er sich nicht schlüsseln. An einer konkreten Idee für einen milden Dottersporer im Nadelwald mit dem Aussehen fehlt es mir. Die Chamaeleontinae sind zierliche Pilzchen. Ein einzeles Exemplar kann schon mal leicht abweichen, dass die ganze Kollektion deutlich kräftiger ist würde mMn leider nicht passen.


    LG Thiemo

    Hi,

    Auf jeden Fall ein 1A Sporenbild mit sämtlichen Details fast schon 3D mässig. Das ist wohl auch kein Heim und Hobby Mikroskop 😉

    Danke für das Lob, freut mich das es dir gefällt. Aber wenn ich mir manche Sporenbilder aus dem Nachbarforum anschaue, finde ich meine immer zu unscharf, was vielleicht daran liegt, dass ich eben kein teures Marken-Mikroskop besitze. :)
    Auf jeden Fall sind die Mikrobilder besser gworden, seitdem ich eine Einsteckkamera im Fototubus benutze und nicht mehr mit dem Handy durch Okular knipse.

    LG Thiemo

    Hallo Franz!


    Ich möchte dir noch einmal folgene Hilfestellung anbieten.

    Es geht auch ohne Mikroskop bei Täublingen erstaunlich viel, sofern man ein paar wichtige Minimal-Merkmale zu Täublingsbestimmung abfragt:


    - Geschmack mild oder scharf (wie scharf?)?

    - Sporenpulver weiß, Creme oder ocker?

    - Habitus groß und fest oder klein und zerbrechlich?

    - Welche Bäume in der Nähe?

    - Andere Auffälligkeiten, also Merkmale die nicht trivial sind, wie zB. Farbveränderungen am nächsten Tag, Geruch, etc.

    Wenn du diese Punkte in deinen Anfragen zukünftig berücksichtigst, kann man/ich dir auch weiterhelfen. Ansonsten ist das leider meist sinnlos.

    Trotzdem wird es auch immer wieder Fälle geben wo chemische Reaktionen und mikroskopische Merkmale unerlässlich sind. Falls dich das mikroskopische interessiert, kannst du hier mal reinschauen Täublinge - Mikromerkmale (Dermatozystiden & Inkrustierte Primordialhyphen)

    Sporenbilder die nicht mit Iod angefärbt wurden (Melzers Reagenz ist Goldstandart) sind übrigens suboptimal, da man das Ornament nicht richtig beurteilen und mit der Literatur vergleichen kann.

    LG Thiemo

    Hallo,


    das scheint mir ein im vergehen befindlicher Saftling, von der Gruppe um den Kegeligen Saftling Hygrocybe conica agg. zu sein. Die sind im Alter nahezu komplett schwarz gefärbt. Saftlinge sind keine Speisepilze und gehen Lebensgemeinschaften mit Gräßern ein. Wo die wachsen ist der Boden noch intakt, freu dich darüber. :thumbup:


    LG Thiemo

    Hallo,


    Die "Täublingsregel" mit mild oder scharf kann man schon anwenden, aber wie Uwe bereits schrieb muss nicht alles auch schmackhaft sein.


    Letztlich gibt es ein paar gutschmeckende Arten die man sich antrainieren kann. Den Frauen-Täubling hast du schon genannt. Was sich auch anbietet sind die Speise-Täublinge (Fleischroter-, Grüner-), der Grüngefelderte-Täubling, Wiesel-Täubling, Violettstielige Pfirsichtäubling und Orangerote Graustieltäubling, je nach Verfügbarkeit. Es gibt noch weitere aber die Genannten sind mit Übung relativ gut zu erkennen. In einem guten Pilzbuch sollten diese auch alle beschrieben sein, schau sie dir einfach mal an. Und zur Sicherheit kann man ja immer noch reinbeisen und kosten.

    Das mit den biegsamen Lamellen beim Frauen-Täubling ist Übungssache. Wenn man mit Durck darüberreibt verschmieren sie irgendwie "fettig". In Kombination mit lila-grünlich gemischten Hutfarben und weißlichen Lamellen ist die Art gut gekennzeichnet. Im Jungzustand können aber auch die Lamellen von anderen Täublingen etwas elastisch sein, bzw. bei ganz ausgetrockneten Frauen-Täublingen auch brechen.

    LG Thiemo

    Hallo,


    in den Wäldern sieht es noch recht mau aus, nur vereinzelt trifft man auf Hutpilze.


    #1 Steinpilze im Duo Boletus edulis



    #2 Goldröhrlinge Suillus grevillei



    In größeren Mengen gab es diese Freunde hier:

    #3 Gallenröhrling Tylopilus felleus als Steinpilz-Double



    #4 Ein paar kaum vermadete Perlpilze Amanita rubescens



    #5 Ein Grauer Wulstling Amanita excelsa lies sich auch blicken




    #6 Fund des Tage ist der erste Brätling seit 2 Jahren. Ist meine Stelle doch noch aktiv. :happy:





    Jetzt wollte ich auch mal wissen welcher der drei Brätlinge es denn ist.
    Das Mikro zeigt kurze Haare (unter 60 Mikrometer) in der Huthaut, daher bekam er den Namen Kurzhaariger Brätling Lactifluus oedematpus.



    LG Thiemo

    Hallo,


    ein kleines Highlight der letzten Tage war für mich dieser kleine Milchling, den in im folgenden kurz vorstellen möchte.

    Ein ziemlich kleiner Vertreter seiner Gattung mit Wuchs unter Eiche. Auffällig sind die sehr dunklen Farben, junge Exemplare sind fast schwarzbraun. Die Hutoberfläche ist fein runzelig.
    Im frischen Zustand riecht der Pilz dem häufigen Eichen-Milchling sehr ähnlich (wanzenartig). Allerdings ist er kleiner, dunkler gefärbt und ohne konzentrisch angeordnete Flecken auf dem Hut. Beim Antrocknen geht der Geruch in einen würzigen, schwer definierbaren über. Dieser erinnert etwas an den in Fichtenwäldern vorkommenden Kampfer-Milchling, der mit dieser Art nah verwandt ist.

    Ein markantes Zeichen ist sein Milchsaft. Die Tropfen, welche sich beim anritzen der Lamellen bilden sind zwar weißlich, aber sehr wässrig. Kleine Mengen Milch, die sich nicht zu Tropfen sammeln können sind nahezu transparent analog dem Maggipilz. Verfärbungen der Milch gibt es keine. Der Geschmack von Milch und Fleisch ist mild.
    Auf die Milch bezieht sich auch sein Name: Wässriger Milchling Lactarius serifluus s.l.. Eine besonders dunkle Varietät wird von manchen Autoren auch als eigene Art Lactarius subumbonatus abgetrennt, mehrheitlich jedoch synonymisiert.




    Die Sporen besitzen ein komplettes bis fast komplettes, netzartiges Ornament von ca 1 Mikrometer Höhe.

    x1000[Öl] in MELZER



    LG Thiemo

    Leider ist das mit dem Grünen etwas tricky. Nicht immer grünt der Grünende Pfeffermilchling, meist aber schon. Aber der Lange Stiel und die fehlende Verfärbung macht 90% Sicherheit für den Langstieligen Pfeffermilchling. Für die 100% müsste man die Hutdeckschicht mikroskopieren.

    LG Thiemo

    Hallo,


    die sehr dichtstehenden Lamellen und scharfe Milch sind typisch für die beiden Pfeffermilchlinge Lactifluus piperatus (Langstieliger Pfeffermilchling) & glaucescens (Grünender Pfeffermilchling).

    LG Thiemo

    Hallo,


    Genau bei Guajak ist die Zeit ausschlaggebend.

    Bei den anderen beiden ist es die Farbe.


    Für Eisen(II) gibt es folgende Fälle:

    - keine Reaktion: Frauen Täubling

    - grünliche Reaktion: Heringstäubling

    - schnelle Orange-lachsfarbene Reaktion: Speise-Täublinge, Wiesel-Täubling

    - mehr oder weniger rosa bis aprikosenfarben: Rest


    Bei Phenol zählt positiv was ich oben in meinem Bild gezeigt habe. Das giftige Zeug brauchst du nur zur Unterscheidung der Brätlingstäublinge amoena u. amoenicolor und bei den Ledertäublingen olivacea z.B.


    LG Thiemo

    Hallo,


    Russula risigallina kann man ausschließen.

    Stephan hat es bereits angedeutet, dass dieser vom Habitus nicht passen kann. Der ist kleinwüchsig und nie so ein Gerät wie auf dem Bild. Man beachte die anhaftenden Blätter.


    LG Thiemo