Beiträge von Steigerwaldpilzchen

    Hi,

    Probiert habe ich nur die Milch, die war definitv mild.

    Wenn die Milch mild war kannst du deinen Fund als Rauchfarbenen Milchling Lactarius azonites abspeichern. Lactarius acris, ruginosus & pterosporus scheiden schon allein deswegen aus, dass die Milch deutlich scharf geschmeckt hätte. Lactarius romagnesii sieht ganz andes aus.

    LG Thiemo

    Hallo,


    ich stimme Andy in allen Punkten zu, außer:


    Der Milchling scheint mir jedoch ein anderer Korallenmilchling als Lactarius acris zu sein. Es sei den die Verfärbung kommt wirklich sofort und nicht erst nach 1-2 Minuten. Da bräuchte es aber mehr Info bzw. sogar Mikroskopie der Sporen um sich auf eine Art festzulegen. Ich würde jetzt den Rauchfarbenen Milchling Lactarius azonites vermuten.

    #4 Der Stiel ist nicht bräunlich gestreift, wie bei Maronen üblich. Das sieht schon nach einem der Rauhfußröhrlinge aus.


    LG Thiemo

    Hi Jens,


    ich konnte den Lilastiligen dieses Jahr erstmals finden und hatte ihn mir dabei genau angeschaut. Was mich hier stört ist das Lila im Fleisch. Alle Fruchtkörper (ob jung oder alt) der Lilastiel-Rötelritterlinge hatten im Schnitt weißliches Fleisch. Das Violett war ausschließlich auf der Stielrinde. Auch die Lamellen hatten keinerlei Hauch dieser Farbe. Aufgrund dieser Merkmale wäre das hier für mich kein Lepista personata.
    So im Detail fehlt mir aber die Formenkenntnis bei Lepista, würde aber L. nuda hier nicht ausschließen.


    LG Thiemo

    Hallo Samuel,


    Timm hat eigentlich schon das meiste dazu gesagt. Ist die Bestimmung der Art per Bilder allein schon nie ganz sicher, ist die Beurteilung der Frische gar nicht seriös möglich. Du kannst deine Funde einem ehrenamtlichen Pilzsachverständigen vorlegen (Link s. Signatur), der mit dir einen Termin ausmachen kann, wann du damit vorbeikommen kannst. Dann bekommst du hierzu eine sichere Auskunft.

    Diese Trichterförmigkeit zeigen eher ältere Exemplare, die wenn sie nicht bereits verdorben sind zumindest sehr zäh sein werden.

    LG Thiemo

    Hallo Rigo,

    Ohne Nadelbäume im Umkreis und mit schleimigen Stiel, kann eigentlich nur dein vermuteter Kandidat in Frage kommen. Da die Schleimschicht am Stiel gebändert aufreist und der Pilz recht kräftig zu werden scheint, kann der Verwechslungspartner Hygrophorus mesotephrus auch ausgeschlossen werden.

    Leider kenne ich den Zweifarbigen Schneckling Hygrophorus personii nur aus Literatur, nicht aus eigenen Funden, eben weil es bei uns kaum Laubwälder gibt.

    Der Natternstielige Schneckling Hygrophorus olivaceoalbus scheidet als Art der montanen Fichtenwälder aus.

    Achja und ein "Herzlich Willkommen" an Thys. :)

    LG Thiemo

    Hallo,


    viel raus gekommen bin ich die letzten Wochen nicht, aber ein paar Eindrücke von Winterpilzen gibt es:

    Austernseitlinge Pleurotus ostreatus an Weide:



    Hier an eher ungewöhnlicher Stelle mitten im Nadelwald. Alles noch kleine Babys




    2 1/2 Wochen später...




    Ubiquitär zeigen sich die Rettich-Helmlinge Mycena pura




    Lilastiel-Rötelritterlinge Lepista personata haben wohl ein gutes Jahr. Vor drei Wochen zum ersten mal gefunden und heute gleich noch mal an einer anderen Stelle.


    Bleibt gesund!


    LG Thiemo

    Hallo Andy,


    ich bin momentan recht im Stress, daher habe ich deinen Thread erst jetzt entdeckt.
    Der Milchling #8 dürfte mit großer Wahrscheinlichkeit der Milde MIlchling Lactarius subdulcis sein, ein häufiger Buchenbegleiter im Spätherbst.


    LG Thiemo

    Hallo,


    Anleitung Sporenabwurf:


    Dazu den Stiel ganz oben abschneiden und den Hut mit den Lamellen nach unten auf ein kariertes, weißes Blatt Papier oder, noch besser, eine transparente Glasplatte legen. Das Ganze dann mit einer Schüssel o.ä. abdecken. Am nächsten Morgen ist die Schicht der herabgefallenen Sporen so dick, dass man sie mit dem Auge sehen kann. Dann am besten mit einer Rasierklinge oder Messer zu einem Haufen zusammenschieben.

    Die Farbe kann (I) weiß, (II) creme, (III) ocker oder (IV) dottergelb sein. Die feinerern Unterteilungen wie z.B. IIa, IIb, IIc lassen sich nur mit einer guten Referenztabelle erkennen und sind erst mal nicht so wichtig.

    LG Thiemo

    Hallo,


    danke für's mitnehmen. Vereiste Pilzhüte sind auch gute Fotomotive!

    Sind das vielleicht der Rosa Helmling (Mycena rosella) oder der Gemeine Rettich-Helmling (Mycena pura).

    Das sind Rosa Rettich-Helmlinge Mycena rosea. Rosa Rettichhelmling (MYCENA ROSEA)


    Mycena rosella ist ein ganz anderer Pilz Rosa Helmling, Rosaschneidiger Helmling (MYCENA ROSELLA SYN. MYCENA STROBILINA, AGARICUS RHODELLUS, MYCENA ROSEA, OMPHALIA ROSELLA, AGARICUS ROSELLUS)

    LG Thiemo

    Hallo,


    Den Wechselfarbigen Spei-Täubling Russula fragilis sehe ich hier nicht. Zum einen ist der etwas scharfe Geschmack absolut untypisch und zum anderen stört mich, so komisch das klingen mag, die Hutfarbe. Ob Gelbgrün, rötlich oder purpur, es ist nie ein so schönes lila und auch das Grün wäre eher braunoliv.


    Der etwas scharfe Geschmack und die Farbe würde zu einem Griseinae passen. Am wahrscheinlichsten erscheint mir der Papagei-Täubling Russula ionochlora. Zerbrechlicher Habitus, jung etwas scharf in den Lamellen, lila Hut mit grüner Mitte, Buche - passt alles. Zum „bestimmen“ müsste man aber mikroskopieren.


    Und mein Tip: Nächstes mal einen Sporenabwurf machen und die Farbe davon bestimmen. Dann wären wahrscheinlich die Weissporer wie fragilis rausgefallen.


    LG Thiemo

    Hallo Annerose,


    schön, dass du dranngeblieben bist und die Sporenpulverfarbe nun klarer ist. :thumbup:

    Ich habe noch mal die Guajak-Reaktionen nachgeschaut und denke, dass man Russula persicina ausschließen kann. Von Habitus und Farbgebung wäre das auch nicht der beste Kandidat.


    Hier hätte sich am Frischpilz gelohnt mit Ammoniak die Lamellen zu prüfen. Im Falle vom Zitronenblättrigen Täubling gäbe es eine Rosafärbung. MIr fällt gerade auf, dass ich davon gar kein Foto in meinem Fundus habe... =O.
    Auch ohne die Reaktion kann man anhand scharfer Sporenbilder abschätzen ob isoliert warzig oder doch mit feinen Graten teilnetzig verbunden, um damit den Zitronenblättrigen (fein teilnetzig) vom Aggregat der Stachelbeer-Täublinge zu trennen.

    Die mäßig scharfen, cremesporenden Birkenbegleiter (R.exalbicans & gracillima) schließe ich aus. Das sollte schon einer der oberen Säufernasen sein.

    LG Thiemo

    Lieber Frank,


    auch als Gegenpol zu dem kürzlich geschlossenen Beitrag, möchte ich mich für deinen stetigen Einsatz bedanken. Auch wenn du es bestimmt gerne macht, ist es trotzdem deine Freizeit die du opferst. :thumbup:

    95% der Zeit läuft das Forum nach meinem Empfinden problemlos. Das gerade zu Hochzeiten die Server stark belastet werden ist natürlich ärgerlich. Aber andererseits ist es auch verständlich, dass man dafür nicht extra in die private Tasche greift und zusätzliche Kapazitäten einkauft. Es ist ein hohes Gut das Forum werbefrei zu halten. Das ist mir persönlich wichtiger als die paar Tage mit Problemen.

    LG Thiemo

    Hallo ihr beiden,


    gleich vorweg gesagt, lösen kann ich das Rätsel nicht.


    Es besteht insbesondere das Problem, dass die Sporenpulverfarbe nicht korrekt ermittelt wurde. Nach dem Abwurf und vor dem Vergleich mit der Tabelle, ist es wichtig das Sporenpulver mit einer Klinge zu einem Häufchen zusammenzuschieben. Dann kann man einen Objektträger darauf legen oder - noch besser, das Sporenpulver zwischen zwei Objektträgern fixieren und am Rand mit Tesa fixieren. Das wir hier keinen Dottersporer haben ist natürlich klar, aber ob weiß oder creme sieht man so nicht. Erst recht wenn der Pilz nur spärlich absport.

    Angenommen es wäre ein scharfer Weissporer, also Atropurpurinae oder Emeticinae. Gilbend kenne ich da nur den von Andy vorgeschlagenen Gelbfleckenden Täubling Russula luteotacta. Dafür sprechen tatsächlich einige Punkte, wie das feste Fleisch, der sehr scharfe Geschmack und das Gilben. Jedoch passt mir da zugleich so einiges nicht. Die Hutfarbe ist viel zu dunkel (zu weinrot), das Gilben viel zu schwach (luteotacta läuft richtig kanariengelb am Stiel an), das Sporenornament zu derbwarzig, der Fundort unpassend und die Guajak-Reaktion zu schwach.

    Bzgl. des Guajak stellt sich natürlich auch die Frage der Frische (aus diesem Jahr?) und der Beachtung der 8 bzw. 10 Sekunden Regel(?).

    Zweite Annahme: Das Gilben wäre ein Artefakt (Bakterienbefall, etc.), dann passt die Hutfarbe nicht für einen Emeticinae und die Sporen nicht für Russula atrorubens & fragilis, die einzigen rasant scharfen Atropurpurinae.


    Dritte Annahme: Die Rote Hutfarbe ist abnorm. Die Roten Formen von Russula raoultii & solaris hätten auch ein abweichendes Sporenornament.


    Wie ich oben schon angedeutet habe würde ich daher eher an einen Scharfen Cremesporer denken, v.a. auch deswegen weil kein Weissporer in Frage kommt.


    Mit festem Fleisch und gilben landet man da beim Schwachfleckenden Täubling Russula persicina agg.. Dann müssten da aber ein paar Laubbäume gestanden haben.

    Wenn ich den Titel lese "Gilbender Täubling im Kiefernwald" kommt mir zuerst natürlich der Bluttäubling Russula sanguinaria in den Sinn. Das mit der nicht abziebaren Huthaut und auch die recht derben Warzen im Ornament würden passen. Aber mit Guajak sollte da schon eine starke Reaktion stattfinden. Daher noch mal die Frage nach Frische?

    Somit bleiben unter Nadelbäumen nur die anderen Säufernasen, wo z.B. der Zitronenblättrige Russula sardonia ein typischer Kiefernbegleiter wäre, rasant scharf, fest und mit der oberen Guajak-Reaktion.

    Edit: Stephan war schneller als mein Aufsatz hierzu :D.

    Edit2: Du machst das schon mit Vanillin und Schwefelsäure (60-70%)? NICHT Salzsäure - da reagiert nichts wie es sollte.

    LG Thiemo