Beiträge von Steigerwaldpilzchen

    Hallo,


    ich denke hier kann man sich mit dem Ockertäubling Russula ochroleuca schon sicher sein. Warum?


    - Schärflicher Geschmack passt, nicht mild nicht sehr scharf

    - Einheitliche semmelgelbe Hut Färbung

    - Das recht deutliche grauen der Stieloberfläche. V.a. im Alter und bei durwässerten Fruchtkörpern schön zu sehenund charakteristisch. Der ähnliche Gelbe Graustieltäubling Russula claroflava würde beim ärgern dunkler (schwarzgrau) anlaufen unf wächst auf moorig-moosigen Böden.


    LG Thiemo

    Hey,


    noch einen Tipp zum Frostschneckling. Dieser gehört in eine "Gruppe" der Schnecklinge, die immer gelbliche Lamellen haben. Allein schon deswegen kann dein Duft-Trichterling kein Frost Schneckling sein.


    LG Thiemo

    Hallo zusammen,


    ich denke auch, dass der andere ein Milchling ist. Allerdings wirkt er für mich eher wie ein Vertreter der Sektion Tabidi, also aus der Verwandtschaft des Flatter-Milchlings. Die weiße MIlch müsste auf einem Taschentuch gilben.


    Den Rotbraunen Milchling Lactarius rufus würde ich ausschließen, denn der hat eine ganz anders strukturierte Huthaut. Der Kampfer Milchling Lactarius camphotatus ist für gewöhnlich dunkler in den Lamellen gefärbt und hat keinen gerieften Hutrand.


    LG Thiemo

    Hallo Andy,


    Man könnte nun eine chemische Reaktion auslösen mit Sulfovanillin oder Phenol.

    Ich denke nicht das solche Lösungsmittel frei erhältlich sind.....


    Wichtig sind vor allem zwei Reagenzien, Guajaktinktur = Guajak Harz in Ethanol ~70% gelöst (ungiftig) und Eisen(II)-Verbindungen bevorzugt als festes Eisen(II)-sulfat Salz (es ist "nur" Eisen, also auch weitgehend ungiftig). Diese Beiden sind ein Muss, wenn man sich mit Täublingen befassen möchte und dabei recht umkompliziert.


    Die Reaktion auf Guajak ist oft bei äußerlich ähnlichen Täublingen unterschiedliche und erlaubt beispielsweise die Arten um den Kirschroten Spei-Täubling vom Buchen Spei-Täubling abzugrenzen. Lohnt sich durchaus, auch oder gerade weil man makroskopisch arbeiten will. Wichtig ist eine jährlich frisch angesetzte/bezogene Lösung und die Reaktion nach ca. fünf Sekunden zu notieren. Lässt man sich mehr Zeit reagieren nahezu alle mehr oder weniger positiv Täublinge.


    Eisen(II) hilft dir v.a. beim erkennen von Herings-Täublingen wenn der typische Geruch fehlt oder nur sehr schwach ist. Auch die Speise-Täublinge (R. vesca, R. heterophylla) haben eine besonders auffällige Reaktion ist sind mit einem Körnchen Reagenz sofort zuzuordnen.


    Klar gibt's noch weitere Reagenzien: Ammoniak oder KOH verfärbt die Lamellen des Zitronenblättrigen Täublings rosa (Unterscheidung zu anderen sehr ähnlichen "Säufernasen"), Sulfovanillin reagiert z.B. mit dem Buckel Täubling Himbeerrot und Phenol entlarvt den Brätlingstäubling R. amoena (VS negativ bei R. amoenicolor & violeipes) sowie Ledertäublinge (R. olivacea, vinosobrunnea, alutacea). Das ist dann aber schon fortgeschritten und nicht ungefährlich. Sulfovanillin (Vanillin in konzentrierter Schwefelsäure, sehr ätzend und gewebeschädlich!) wird auch eher bei der Mikroskopie von der Huthaut (Dermatozystiden) benötigt. Phenol gilt als CMR-Stoff, also krebserregend, erbgutschädigend und fruchtschädigend, daher wird der nur ausgepackt wenn zwingend nötig (auch wieder eher für die Mikroskopie der Huthaut als Karbolfuchsin). Chemikalien können in Kleinstmengen z.B. über den mykoshop von Andreas Gminder bezogen werden. Nut theoretisch überlegt: Frei erhältlich sind die meisten, bei Phenol kommt man als ohne Sachkunde-Nachweis dem Graubereich schon nahe...(gut, dass ich den als Apotheker habe)




    Man kommt makroskopisch schon weiter als man glauben mag. Allerdings ist die Farbe des Sporenpulvers unerlässlich und an den Lamellen nur schwer und unzuverlässig abschätzbar. Zusammen mit Aussehen, Geschmack, Ökologie, Abziehbarkeit der Huthaut, Guajak & Eisen(II) lassen sich doch recht viele Arten makroskopisch ansprechen und müssen nur für Restzweifel oder Bestätigung unter die Linse (Sporen, Huthaut).
    Wichtig ist natürlich auch die richtige Literatur zur Gattung. Mit einem "Laien Pilz-Bilderbuch" lässt sich schlecht arbeiten. Fr. Marxmüller's RUSSULARUM ICONES ist zwar vergriffen, die kürzlich erschienene digitale CD Auflage aber trotzdem empfehlenswert, da sie auch mit einem Schlüssel und einer hochwertigen Sporenpulver Farb-Tabelle kommt. Schwer erreichbar und teuer wären natürlich die Werke von Romagnesi oder Einhellinger.



    Zu deiner vermutetetn Art, welche ich noch nicht kennenlernen durfte:

    Gelbfleckender Täubling: Diese scharf schmeckende, rothütige, meist bald ausblassende Art kann man mithilfe der „Nagelprobe“ bereits im Gelände bestimmen: Ritzt man mit dem Fingernagel den Stiel oder die Lamellen an, verfärben sich die betroffenen Stellen nach einiger Zeit knallgelb. Die weißlichen Lamellen, die beim jungen Pilz Tröpfchen ausscheiden können, laufen oft deutlich herab und stehen ziemlich entfernt. Geschmack: sehr scharf. Geruch: mehr oder minder fruchtig. Sporenpulverfarbe: I a, I ab oder I b.

    - Marxmüller, H. (2019): RUSSULARUM ICONES [digital].


    Das war jetzt ziemlich viel Info und ich hoffe dich damit nicht erschlagen zu haben :).


    LG Thiemo



    Hallo Gerd,


    danke für die Klarstellung. Ich wusste nicht, dass der Hainbuchen Milchling (für mich L. circellatus) auch unter dem Taxon "pyrogalus" von manchen Autoren geführt wird.


    In meinem Post bezog ich mich zwar auf den Scharfe Hasel-Milchling im Sinne von (L. pyrogalus (Bull.:Fr.) Fr., hatte allerdings zwischen den beiden den Flexibleren verwechselt und gebe dir daher Recht:


    L. pyrogalus (Bull.:Fr.) Fr. - nur unter Hasel

    L. circellatus Fr. - unter Hainbuche, aber auch Hasel oder Eiche1


    LG Thiemo


    1: Kibby, G. (2016): British Milkcaps

    Hallo,


    Ein Kaffeebrauner Scheintrichterling

    (Pseudoclitocybe cayathiformis)

    Schöner Pilz, wäre auch anscheinend Essbar.

    Hat jedoch nicht so angenehm gerochen.


    Der Pilz riecht oft etwas stechend, bittermandelartig. Besonders stark kann man den Geruch wahrnehmen, wenn man ihn zum Absporen über Nacht abdeckt und am nächsten Tag die Schüssel wieder anhebt. Ich nehme an er wird auch zu den Blausäure ausscheidenten Pilzen gehören um sich vor Schneckenfraß zu schützen (analog zum Feld-Schwindling, Ockerbraunen Trichterling,...).


    LG Thiemo

    Hallo,


    vielleicht lässt sich noch herausfinden welche möglichen Bäume (Mykorhizzapartner) in der Umgebung stehen? Das ist bei Milchlingen schon eine entscheidende Information.
    L. pyrogalus wächst ausschließlich unter Haselnusssträuchern, selten auch Hainbuche (NICHT Buchen). Eine angedeutete Zonierung meine ich sogar zu sehen. Aber die Lamellen sind für den Scharfen Hasel-Milchling zu hell (wie Gerd schon geschrieben hatte) und auch zu gedrängt stehend.

    L. blennius kenne ich mit anderem Erscheinungsbild, aber möchte ihn auch nicht ausschließen, da dieser sehr veränderlich ist. Die Huthaut ist schon mal sehr klebrig/schmierig, da viele Blätter anhaften.


    LG Thiemo

    Hallo Andy,


    die Gattung hat mit Trichterlingen im weitesten Sinn nichts zu tun. Gut, beides sind Ständerpilze die Fruchtkörper mit Hut und Lamellen ausbilden aber das war's auch schon. Sie kommen sogar aus komplett verschiedenen Familien. Die Lackpilze gehören zu den Heidetrüffelverwandten wohingegen Trichterlinge zu den Ritterlingsverwandten zählen.


    Auch von den Eigenschaften der Fruchtkörper her sehe ich keine Ähnlichkeiten. Typische (nicht alle!) Trichterlinge sind durch herablaufenden Lamellen und trichterförmige Hüte charakterisiert, das findet man bei den Lackpilzen so nicht. Vor allem für interessierte Laien und Einsteiger ist der Name irreführend, kann man doch keinerlei Zusammenhänge mit den Trichterlingen erkennen.


    LG Thiemo

    Hey,


    ich habe an meiner einzigen Stelle letztes Wochenende ein kleines Grüppchen von 7 Fruchtkörpern gefunden. Leider nicht mehr im besten Zustand, also gehen ich mit einem Wachstum vor ca.2 Wochen (Ende November) aus.


    LG Thiemo

    Hallo,


    also vom Gesammteindruck halte ich alte Schlappen von Nebelkappen am wahrscheinlichsten. Vielleicht riechst du noch mal daran, die dürften schon ganz schon aufdringlich-süßlich müffeln.


    Den Riesenkrempen-Trichterling Leucopaxillus giganteus schließe ich hier aus. Der sollte relativ rein weiß sein und hat deutlich gekerbte Hutränder. Seine amyloiden Sporen wären mit einem Tropfen Jod-Lösung auch makroskopisch nachweisbar.


    Den Mönchskopf Infundibulicybe geotropa kenne ich mit anderen Habitus, Farben (mehr ins fleischockere im Alter, nicht trüb grau) und v.a. zumindest mit fühlbaren Buckel in der Hutmitte.


    LG Thiemo

    Hallo Andy,


    die Lackpilze (ich finde "-trichterlinge" irreführend) sind makroskopisch nicht so einfach in der Artbestimmung.


    Grundsätzlich ist eigentlich nur eine Art wirklich einfach zu bestimmen: Der Violette Lackpilz Laccaria amethystina, mit seinen recht einheitlich violetten Farben am ganzen Fruchtkörper - und das ist deiner sicher nicht.


    Die Roten Arten haben es in sich und da geht oft nicht viel ohne Mikro:

    - DER Rote Lackpilz Laccaria laccata s.str. ist eine bei uns sehr seltene, recht einheitlich rote Art und wird in der Literatur durchwegs falsch durch Bilder des Gemeinen Lackpilz=Blasssblättrigen Lackpilz Laccaria tetraspora abgebildet. Die Unterscheidung geht nur mikroskopisch über die Sporenform (kugelig VS. elliptisch).


    - Der Braunrote Lackpilz Laccaria proxima hat in seiner Variationsbreite ebenfalls Überschneidungen mit den o.g. Arten. Wenn typisch ausgeprägt, kann man ihn doch ganz gut an seinem stattlichen Wuchs, den fein schorfig-schuppigen Hut und dem braunfaserigem Stiel erkennen. Leider können auch die o.g. Arten schorfige Hutoberflächen ausbilden, sicher ist deshalb wieder nichts.


    - Der Zweifarbige Lackpilz Laccaria bicolor hat als gutes Merkmal ein violettes Basismyzel. Da du ein Bild der Stielbasis zeigst, kann ich den ebenfalls ausschließen.


    Es gibt noch weitere, vorwiegend kleine Lackpilze wie L. tortilis aber die sehen etwas anders aus.


    LG Thiemo

    Hallo,


    Hübsche Kerlchen, erst recht die Keulen. Ja man braucht einen geschulten Blick für die Dinge, vor allem wenn sie klein und gut getarnt sind. :)


    Der Knoblauchmüffler auf den Blättern ist dieser hier Großer Knoblauchschwindling, Scharfer Knoblauchschwindling, Eichenknoblauchschwindling = MYCETINIS PRASIOSMUS (MARASMIUS PRASIOSMUS, MYCETINIS QUERCEUS, MARASMIUS QUERCEUS, AGARICUS PRASIOSMUS, CHAMAECERAS PRASIOSMUS, AGARICUS PRASIOSMUS)


    LG Thiemo

    Hi,

    als bitterlich hat mein Pilz auch nicht geschmeck


    In der Tat, seltsam.


    War ziemlich wässrig!

    Das könnte der Grund sein. Alt und durwässert, bei diesen Witterungsverhältnissenist das schon im Bereich des Möglichen. Da werden auch manche scharfe Täublinge fast mild. Oder, du gehörst zu den Menschen, welche den enthaltenen Bitterstoff nicht schmecken können. Gibt's z.B. beim Gallenröhrling ja oft.


    LG Thiemo

    Hallo Franz,


    das ging aber fix, da hatte ich gestern nicht mehr damit gerechnet. :thumbup:


    Ich sehe Rosa Sporenpulver, also ist dein Fund kein Fälbling. Was im Nachhinein eigentlich klar war, da alle Hebelomas mehr oder weniger bitter schmecken und du von einem milden Geschmack berichte hattest.

    Ein Rötelritterling kann schon möglich sein, aber die genaue Art kann ich ohne den Pilz in der Hand (und selbst dann vielleicht nicht) leider nicht bestimmen. In der Gattung Lepista ist mir bis auf wenige Arten doch einiges recht konfus.


    LG Thiemo

    Hallo Pablo,


    super, vielen Dank für deine Erklärungen! Dann geht das wieder in Richtung C. stillatitius. Jetzt, wo ich die Stelle gefunden habe, werde ich nächstes Jahr hoffentlich auf mehrere, jüngere Fruchtkörper stoßen und die Bestimmung absichern.


    LG Thiemo

    Hallo Rigo,


    noch kein Meister ist vom Himmel gefallen und auch ich bin bei weitem nicht mit meinen Mikroskopier-Künsten zufrieden.


    Das Mirkoskop gibt dir einfach mehrere (sichtbare) Merkmale und ist keine eilerlegende Wollmilchsau. Oft ist die Gattungsbestimmung makroskopisch viel leichter, wie man in deinem Fall sieht. Die Farbe des Sporenpulvers im Abwurf reicht vollkommen um zwischen Lepista und Hebeloma zu unterscheiden.


    Ein Tipp, vielleicht auch unnötig: Wenn möglich, würde ich beim Betrachten der Sporen die Blende maximal öffnen, um A ein scharfes Bild zu bekommen und B auch dadurch vernünftig Oberflächenstrukturen und Größe messen zu können.


    LG Thiemo

    Hallo zusammen,


    Ein paar Gedanken zu dem Fund aus dem Startbeitrag. Erst einmal gehen ich ebenfalls wie Jan und Thomas von einem Fälbling aus.

    Nicht nur Farbe, Habitus und Lamellenansatz, allein das ockerbraune Sporenpulver schließt jeden Rötelritterling aus. Auch die mandelförmigen Sporen passen zu einem Hebeloma und nicht Lepista. Weil das Argument aufgekommen ist, dass Lepista eine warzige Sporenmembran hätte, das hat Hebeloma ebenfalls. Nur fürchte ich, kann man es auf dem gezeigten Foto nicht ausreichend erkennen. Mit viel Fantasie sieht man dunkle Schattierungen auf den Sporen.


    Franz : Für deinen Fund würde ich auch zu einem Sporenabdruck raten. Das dürfte die Möglichkeiten schon einengen. :)


    LG Thiemo

    Hallo Matthias,


    danke für deine Antwort. Das hilft mir sehr weiter. Der Hut war, wie man sieht, stark runzelig-riefig und auch die konisch-kegelige Form von der du schreibst hatten zwei von drie Fruchtkörpern deutlich ausgeprägt. Wenn es bei der Ökologie Überschneidungen der beiden Arten gibt, werde ich diese als Merkmal wohl ausklammern. Und daher denke ich ebenfalls, dass C. elatior besser passt.


    LG Thiemo

    Hey, :)


    Glückwunsch zum Fund! Ein toller Beitrag, wirklich. Da freut man sich mit Dir zusammen. Das ist aber auch ein richtig schöner, kompakter Pilzfruchtkörper, dieser Tellerling.

    Komischerweise haben die mir bekannten Myzelien dieses Jahr überhaupt nicht fruktifiziert. Die Fundstellen liegen bei uns zwei mal im Nadelwald und eine weitere kenne ich aus dem Laubwald in Ostfriesland.


    LG Thiemo