Beiträge von Steigerwaldpilzchen

    Hallo Martin,


    makroskopisch gibt es an deiner Bestimmung nichts auszusetzen, da passt alles zum Pfeffermilchling. Ob es jetzt allerdings L.piperatus oder L.glaucescens ist lässt sich so nicht sagen. Beide(!) können grünen oder auch nicht, wie sich gezeigt hat. Letzte Sicherheit bringt nur die Mikroskopie der Hutdeckschicht, die bei glaucescens eine deutlich dickere (3-4mal) hyphige Haarschicht hat.


    Auch die KOH Reaktion ist wohl ziemlich variabel. Manchmal wird noch der längere Stiel von
    L.piperatus genannt, aber ob die Stiellänge wirklich konstant ist und ausreicht kann ich nicht sagen.


    LG Thiemo

    Hallo Steffi,


    von der pharmazeutischen Seite ist zu sagen, dass Psilocybin bereits seit Jahrzehnten(!) in der Forschung untersucht wird. Obwohl es durchaus Besserung bei einigen Patienten mit Major Depression gibt, konnte bisher keine aussagekräftige Studie hervorgebracht werden, die eine Marktreife rechtfertigt.
    Unsere Anforderungen an ein Arzneimittel nicht sind nur Wirksamkeit, sondern auch Überlegenheit bzw. Gleichwertigkeit ggü. bestehender Therapiestandarts und Unbedenklichkeit (Nutzen VS Risiko). Selbst therapieresistenten Patienten können mit Lithium meist erfolgreich behandelt werden, es gibt daher auch keinen Therapienotstand.

    Genau wie du schreibt muss das Ganze kritisch betrachtet werden - aber das gilt für beide Seiten. Ich bin dagegen, „Wundermittel“ ohne kritisch Betrachtung zu bewerben.


    Ich finde dass der Betreiber (s)eines Forums durchaus entscheiden kann, welche Themen er zulässt oder für bedenklich hält. Zensur ist da ein Kraftausdruck, aber letztendlich gilt nicht unsere Auffassung von Gerechtigkeit und Ethik sondern das Gesetz.


    In jedem Fall wünsche ich Dir alles Gute.


    LG Thiemo

    Hallo,


    für Steinpilze kann man sich merken, dass diese niemals blauen. Weder an den Röhren noch im Fleisch. Allein deswegen ist hier die Steinpilzgruppe ausgeschlossen.


    Mit der sichtbaren Netzzeichnung bei gleichzeitig fehlender roter Farbe an Röhrenmündungen und Fleisch könnte das tatsächlich in Richtung Butyriboletus gehen. Die Hutfarbe würde da auch zu ein paar Arten passen. B.fuscoroseus = Falscher/Blauender Königsröhrling müsste meines Wissens nach mehr rote Farbe an der Stielrinde im unteren Teil haben. Aber mir geht es da ähnlich mit der fehlenden Funderfahrung. Erschwerend kommt hinzu, dass es mediterrane Arten gibt, die ich alle nicht kenne.


    LG Thiemo

    Hi,


    leider ist es mittlerweile auch hier zu trocken für die meisten Pilze. ;(

    Ein kleiner Lichtblick waren diese Lungenseitlinge Pleurotus pulmonarius auf einem liegenden Stamm, die ich heute bei einem spontanen Ausflug gefunden habe.




    LG Thiemo


    EDIT: Natürlich könnten das auch "Sommeraustern" sein, aber bei der sehr dünnen Huthaut, hellen Farbe und den zum gilben neigenden, schmächtigen Fruchtkörpern tendiere ich eher zu pulmonarius.

    Hallo Raphael,

    Das sind inzwischen zwei Arten, Rhodocollybia butyracea und Rhodocollybia asema sind genetisch gut voneinander trennbar (Publikation Bendiksen & Dima 2021).

    Hier an einem jungen Einzelfruchtkörper zu entscheiden, welche von beiden das ist, scheint mir recht gewagt. Aber Butterrübling (Rhodocollybia butyracea agg.) ist sonst schon korrekt.

    Schön, dass die langjährige Frage der eigenständigen Art geklärt ist. Weist du, ob es nun außer der Hutfarbe gute Trennmerkmale der Beiden gibt? Oder geht das (wieder mal) nur per ITS?


    LG Thiemo

    Hallo,


    das ist doch was. Könnte für meinen Geschmack länger sein aber die Dickwandigkeit ist zu erkennen.


    Bei Romagnesi im Kommentar zu vesca heißt es:

    „Der Hut ist typisch weinbraun, purpurlich-braun, aber ziemlich poly- chrom, graulila, steinfarbig, schwärzlich, selten mit grünlichem Ton.„


    Also darf er sogar lila Töne haben, was mir völlig neu ist.


    LG Thiemo

    Hallo Stephan,


    Griseinae fallen klar raus, da bin ich bei dir.


    Aber das was Romagnesi und Marxmüller zu den Zystiden schreiben und zeichnen, sieht mir bei vesca & cyanoxantha ziemlich ähnlich aus. Nämlich unscheinbare, schmale Zystiden. Auch die Sporen sind bei beiden sehr ähnlich, mit ihrem niedrigen, fast isolierten Ornament. Ich könnte anhand dieser Merkmale die Beiden nicht trennen.


    Wenn du dir jedoch die Haare in Kongo anschaust, die Hubi zeigt, fällt auf, dass diese wenig untergliedert sind und recht lange Endzellen vorherrschen. Das spricht für mich, neben dem Fehlen von Crins gegen R. vesca. Ist deiner Erfahrung nach R. vesca da recht variabel? Ich habe tatsächlich noch nicht so viele R. vesca & cyanoxantha mikroskopiert.


    Nach meiner Beobachtung kommen die Rostflecken an der Stielbasis generell bei den Heterophyllae gerne vor. Das umfasst die Frauentäublinge, Griseinae, Speisetäublinge, und auch die Gruppe um den Grüngefelderten.
    Da Hubi schreibt, die Lamellen seien biegsan gewesen, wurde bestimmt mit etwas mehr Druck der Lamellentest durchgeführt und bei trockenen Frauentäublingen kann dann schon mal irgendwann etwas abbrechen.

    Nur das Eisen(II) stört mich persönlich noch. Hubi Waren das grüne Kristalle oder Lösung? Oder finde eine Crins und wir sind hier fertig. ^^

    LG Thiemo

    Hallo,


    Es gibt die ersten Täublinge in Mittelfranken, juhu! ^^


    Frauentäubling Russula cyanoxantha bei Fagus




    Aufgrund der Trockenheit übrigens mit nicht schmierigen Lamellen und kleinwüchsig. Da kann es dann noch leichter zur Verwechslung mit dem Papagei-Täubling Russula ionochlora kommen! Für Speisezwecke ist das ja egal.

    Makroskopisch hilft Eisen(II) und die Sporenpulverfarbe zur Unterscheidung.


    LG Thiemo

    Hey,

    makroskopisch paßt eigentlich gar nichts zu R. vesca und bin wie Andy hier eher bei R. cyanoxantha.

    Auch mikroskopisch sieht das klar nach Russula cyanoxantha aus. Das was Hubi als "Crins" zeigt, sind lange Haare, die typisch für den Frauentäubling sind. Ich weis nur nicht was beim Eisen(II) schief gelaufen ist, denn es sollte damit nur graugrün werden. Evtl. noch mal an einer zweiten Stelle mit frischen Kristallen probieren? Ich hatte auch schon Funde die ganz schwach positiv reagiert haben. An einer zweiten Stielstelle wars dann aber nur graugrünlich und passte. :)

    LG Thiemo

    Hallo Hubi,


    tolle Doku, du hast dir wieder richtig viel Mühe gemacht. :thumbup:


    Aber ein entscheidendes Merkmal könntest du noch suchen, erst das würde mich von Russula vesca überzeugen. Farben sind nicht unbedingt ausschlaggebend, aber mit violett-Tönen hab ich noch keinen Speise-Täubling gesehen.


    Such in der Huthaut zwischen den Haaren und Zystiden nach sehr langen, schmalen Elementen. Diese Rosshaare, Wimpernhaare oder auch Crins, haben nur die Speise-Täublinge! Das wäre dann die unumstößliche Beweisführung.


    Tip: Manchmal sind die Crins recht spärlich, am meisten findet man um die Hutmitte. Ohne Crins ist’s leider kein Russula vesca.


    LG Thiemo

    Hallo,


    tatsächlich gibt es Täublinge, die eine keulig erweiterte Stielbasis haben (Lederstieltäubling Russula viscida, Rauchfarbener Schwärz-Täubling Russula adusta um welche zu nennen).


    Aber das nur am Rande, das ist jedenfalls kein Täubling. Uwe liegt mit Butterrübling Rhodocollybia butyracea meiner Meinung nach richtig.


    LG Thiemo

    Hallo,


    wenn man davon ausgeht, dass das zuletzt gezeigte Bild unmittelbar nach dem Abbrechen des Stücks aufgenommen wurde, spricht das schon sehr für Stephans Vermutung der gezeigte Pilz könnte ein Blutreizker Lactarius sanguifluus sein. Auch wenn es beim Spangrünen Kiefernreizker recht fix mit dem Farbumschlag nach dunkelrot geht, ein paar Minuten (2-5) dauert das trotzdem.


    LG Thiemo

    Hallo,


    Komisch dass du weder Rettich noch Kakao hier rausriechen kannst. Der Geruch ist aber auch beim Voreilenden Ackerling Agrocybe praecox agg., den ich hier vermuten würde recht komplex. EIn typisches Merkmal sind genau diese Myzelstränge an der Stielbasis, die dir aufgefallen sind.

    LG Thiemo

    Hallo,

    Hoffen wir, dass sich demnächst auch die ersten Röhrlinge, Täublinge und Co. mal zeigen werden.

    Das will ich auch stark hoffen. Der Wald ist noch leer. Selbst diverse Frühsommer Arten (Sommersteinpilz, Wurzelnder Schleimrübling, Frauentäubling, etc.) lassen sich nicht blicken.

    LG Thiemo

    Hallo,


    beim Täubling müsste man raten, da die Angaben zum Geschmack und Sporenpulverfarbe fehlen. Aber die Wahrscheinlichkeit, dass es so früh im Pilzjahr im Buchenwald, mit diesem Habitus und der Farbe ein Frauentäubling Russula cyanoxantha ist, ist hoch.

    LG Thiemo

    Hallo Uwe,


    Es gibt dann noch den nicht bitteren Gallenröhrling

    zum Thema Gallenröhrling hast du den nicht bitteren ja schon öfters erwähnt. Kommt dieser denn bei dir vor und hast du Fotos dazu? Interessiert hier bestimmt nicht nur mich, sich davon ein Bild machen zu können.

    Ich selbst zweifle ja ob es das Phantom Tylopilus felleus var. alutarius wirklich gibt. Das Problem ist, dass der Gehalt von Sekundärstoffen in Pilzen wie auch Pflanzen stark schwanken kann. Manchmal schmeckt z.B. auch ein eigentlich scharfer Täubling fast mild. Zudem gibt es noch das Problem, dass wohl ca. 5-10% der Bevölkerung den Bitterstoff gar nicht wahrnehmen können. Das liegt daran, dass der Rezeptor dafür fehlt und hat nichts mit der allgemeinen Fähigkeit bitter "schmecken" zu können zu tun. Aber jeder hat seine Meinung.


    Er ist zumindest keine eigenständige Art sondern zählt als Varietät der Hauptform und soll l. Theorie durch das mild bis unangenehm süßlich schmeckende Fleisch, einem nicht genetzten Stiel und einem mehr lederbraunen Hut auffallen.

    LG Thiemo