Resupinatstacheling, Steccherinum spec.

Es gibt 4 Antworten in diesem Thema, welches 2.488 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag (27. Dezember 2020 um 19:29) ist von Beorn.

  • Frohe Weihnacht allerseits!

    Habe heute wieder mal etwas tiefer ins scharfe Glas geschaut ;)

    Das Knipsen im Wald war mangels Licht nicht ganz so einfach heute, doch es wird reichen. Ein Rindenpilz bzw. Stacheling ist mir da ins Auge gefallen.

    Ich dachte erst, es könnte auch in die Richtung Reibeisen Rindenpilz gehen doch zu Hause beim Herstellen eines Präparates merkte ich, dass dieser nicht

    infrage kam.

    An einem liegenden Laubholz Ast. Auwald, mit Linden, Erlen, Espen, Hasel, Birke usw.

    Fruchtkörper war über einen Meter lang am Ast entlang gewachsen. Oder mehrere Pilze sind zusammen gekommen.

    Leuchtend orange mit weiß filzigen Rändern.

    Der Pilz inklusive der Stacheln ist sehr widerstandsfähig. Präparat ist im Gegensatz zum Reibeisen Rindenpilz kaum zu quetschen!

    Ich habe nur eine Spore gefunden, die rundlich war und ~5 µm Ø maß.

    Mein Bestimmungsversuch orientiert sich an den Morchelförmigen Pseudozystiden und den Hyphen die Schnallen besitzen,

    so wie der großen Ausbreitung am Ast.

    Basidien habe ich nur Zweisporige gefunden.

    Ich habe gelesen, dass diese Art nicht nur resupinat, sondern auch Hut bildend vorkommen soll?

    Ich bin auf eure Meinung gespannt...

    LG Rigo

    • Offizieller Beitrag

    Moin, Rigo!

    Für Steccherinum bourdotii ist es sogar das typische Verhalten, daß der ausgeprägte Hüte bildet. Muss nicht, aber meistens kommt der vor allem bei ausgewachsenen Fruchtkörpern deutlich pileat daher.

    Bei diesen ganzen Steccherinum - Arten ist es oft ein Debakel, nach Sporen suchen zu müssen. Leider braucht man die wirklich dringend für Bestimmungen, und leider2 ist eine Spore = keine Spore. :wink:
    Es reicht darum nicht, weil es dann auch immer eine Fremdspore sein kann, oder untypisch ausgeprägt usw... Man benötigt schon mehrere, um ein einigermaßen belastbares Bild von Form und Größe zu bekommen.

    Natürlich kann dein Fund trotzdem gut Steccherinum bourdotii sein.
    Es gibt aber >ein Aber<.

    Nun ist Steccherinum robustius schon eine eher mediterran verbreitete Art, aber es sind auch einzelne Funde in Deutschland schon verzeichnet worden. Auszuschließen wäre es nicht, und makroskopisch passt dein Fund schon zu dem, was Beli mir aus Kroation zugeschickt hatte. Einige der inkrustierten "Pseudozystiden" auf deinem Bild könnten zudem sogar echte Lamprozystiden sein (also nicht Enden von Skeletthyphen, sondern tatsächlich im Hymenium / Subhymenium gebildete Elemente), was auch noch ein Hinweis auf robustius wäre. Runde Sporen allerdings würden wiederum dagegen sprechen.
    Hast du Lust, von dem einen beleg zu verschicken? Da würd' ich ja zu gerne selbst mal reinlinsen.


    LG; Pablo.

  • Hallo zusammen und schönen Sonntag!

    Ich hatte Glück und mein Stachelpilz hat über Nacht dann doch eine dünne Schicht Sporen abgeliefert :)

    Ich muss also korrigieren!

    Sporenpulver ist Weiß!

    Sporen sind ellipsoid, inamyloid und hyalin.

    Also kommt Pablo der Sache viel näher als ich und der Rundsporige r. ist somit aus dem Rennen.


    @Pablo

    Lass mich deine Adresse wissen ich schicke dir ein Exikkat von 10 cm² zu. Ein größeres Exikkat kann ich nachliefern,

    aber erst in ein paar Tagen, da ich zurzeit wegen Sturm nicht ins Gewälde kann.

    LG Rigo

    • Offizieller Beitrag

    Hi.


    Adresse kommt gleich, Größe des Pilzstückes ist nicht so wichtig. Besser kein Risiko bei umherfliegenden Ästen eingehen. :thumbup:
    Wenn die Sporen jetzt noch etwas größer wären, würde das schon arg in Richtung Steccherinum robustius gehen.
    Aber schaun mer mal...


    LG; Pablo.

  • Rigo 29. Dezember 2020 um 21:13

    Hat den Titel des Themas von „Rundsporiger Resupinatstacheling, Steccherinum bourdotii cf.“ zu „Resupinatstacheling, Steccherinum spec.“ geändert.