Stark blauender Dickröhrling: was könnte das sein?

Es gibt 3 Antworten in diesem Thema, welches 1.050 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag (23. August 2022 um 17:02) ist von Steigerwaldpilzchen.

  • Wer kennt diesen Pilz?

    Anhängselröhrling, Schwarzblauender Röhrling, Silber-/Sommerröhrling?

    Habe leider an Ort und Stelle kein Bild gemacht. Kann aber noch gemacht werden.

    Beschreibung:

    Hut hellbraun, fein, etwas uneben, wie Kartoffel, mit Schneckenfrass, Haut nicht abziehbar

    Röhren Schwefelgelb (jung) bis oliv (alt), bei Druck stark blauend, etwas oval

    Sporen olivgrün, bräunlich

    Fleisch weiss, sofort stark blauend, aber nach einer Halbstunde wieder weg

    Fuss schwefelgelb an der Spitze, nach unten braun, dick, bei jungem Exemplar rundlich, fein, kein Netz

    Geschmack mild, pilzig, Geruch pilzig

    Grösse: junger Pilz Hut 8 cm, Fuss ca. 5 cm Durchmesser, alter Pilz: Hug 18 cm, Fuss 6 cm dick

    Fest, auch im Alter (bei grosser Trockenheit, August)

    Fundort: Garten unter Birken, Haselnuss, Liguster

    Es sind drei Exemplare: Jung (Foto oben), Mittel, Alt

  • Moin EstherA,

    in solchen Fällen meinte mein Opa immer grinsend: "Alle schossen(beim Schützenfest) vorbei, aber ich schoß ganz dicht vorbei." Nein, es ist keiner der genannten Dreien, sondern der Allerweltspilz in unserer Gegend: Wurzelnder Bitterröhring oder Bolétus rádicans. Im Wald kommt selten vor, häufiger dagegen ist er auf auf Kulturflächen zu finden. Leider sehr bitter und darum für die Küche nicht verwertbar. Schade!

    Gruß - Franz

  • Hallo Franz

    Vielen Dank für die rasche Antwort!

    Das Daneben-Schiessen ist wahrscheinlich meinem Zweckoptimismus zuzuschreiben. Ich wollte sie eben schon sehr gerne essen. Die riechen so gut! Einen habe ich getrocknet, und der sieht aus und riecht wie Steinpilz. Und bitter ist der Alte nicht. Jetzt habe ich aber noch den Jungen probiert, und der ist schon sehr bitter. :(

    Herzliche Grüsse

    Esther

  • Hallo Esther,

    auch wenn die Bitterkeit von Wurzelnden Bitterröhrlingen sehr schwanken kann, sind auch die fast milden Exemplare dennoch keine Speisepilze. Es gibt einige Berichte nach dem Verzehrversuche mit Magen-Darm Vergiftungen quittiert wurden. Freilich können manche "Saumägen" das durchaus ab, aber Unverträglichkeit ist wohl die Regel.

    LG Thiemo

    Bestimmungsvorschläge anhand von Fotos sind immer unter Vorbehalt und mit Restrisiko!

    Eine Freigabe zum Verzehr können nur Pilzsachverständige vor Ort geben! -> Pilzsachverständige finden