Noch ein Zapfenrübling

Es gibt 8 Antworten in diesem Thema, welches 5.436 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag (2. März 2014 um 18:56) ist von Beorn.

  • Hallo zusammen ,
    Nachdem ich ja vorgestern die Fichtenzapfen-Rüblinge sozusagen "auf Bestellung" fand , sagte ich mir heute ,'schau mal nach denen auf Kiefernzapfen'. Also auf zum einzigen Kiefernwäldchen ,welches es in der Nähe gibt. Ich kann euch sagen , diese Pilzchen sind schwer zu sehen. Aber nach 15 Minuten gebücktem Bodenstudieren , endlich ein kleines Hütchen :

    Also schnell Messer raus , tief darunter gefahren , mit Substrat rausgehoben .... kein Zapfen darunter. Allerdings wühlte ich dann nochmal im Loch , der Zapfen fand sich , allerdings so 10 cm im Substrat drin.

    Also den richtigen gefunden - Milder Kiefernzapfen-Nagelschwamm (Strobilurus stephanocystis) , wieder ein persönlicher Erstfund. Die Stiele sind hier noch lebhafter gefärbt als bei ihren Fichtenbrüdern.

    Es gab natürlich auch noch "Beifang" , so diese Scheiben-Lorchel , ich hoffte erst auf Morchelbecherling , aber da riecht nichts nach Chlor und im Boden sind hier jede Menge Holzreste.

    Und den Ohrlöffel-Stacheling fand ich auch noch , schon recht dunkel und etwas älter , aber tatsächlich ist mir von diesen noch nie ein gutes Foto gelungen.

    Irgendwann wirds schon klappen , die sehe ich öfters.
    So , das wars für heute , bald gibts wieder größere Pilze..
    Grüße Norbert

    Das Pilzwissen kriecht mir nach , hoffentlich holt es mich mal ein .

    Einmal editiert, zuletzt von Norbert (1. März 2014 um 17:56)

    • Offizieller Beitrag

    Hallo, Norbert!

    Schön zu sehen, daß die Scheibenlorcheln auch schon da sind. Die will ich in diesem Jahr endlich mal finden.

    Zu den Kiefernzapfenrüblingen steht in den Großpilzen Baden - Württembergs übrigens Folgendes:
    Bei Strobilurus stephanocystis (Milder ~)

    Zitat


    Trama (...) mild oder bitterlich


    Bei Strobilurus tenacellus (Bitterer ~)

    Zitat


    (...) Geschmack der Basidiocarpien, der zwar gewöhnlich bitter ist, aber auch mild sein kann.


    Die Unterscheidungen in den optischen Merkmalen sind mehr als unsicher, bleibt zur sicheren Unterscheidung also nur die Form der Zystiden: Breit, bauchig, "tropfenförmig" mit konstanter, starker Inkrsutierung bei S. stephanocystis.
    Spindelig, apikal zugespitzt, selten mit Inkrustation bei S. tenacellus. :rolleyes:


    LG, Pablo.

  • Hallo Pablo,
    Eigentlich wollte ich so genau ja garnicht dahintersteigen ,aber wenn du mich so anschiebst...
    Habe mir jetzt mal ein paar Bildchen runtergeladen , wie die Zystiden bei beiden aussehen müssen , morgen ist dann mein Billigmikro dran , vielleicht finde ich ja was , auch ohne viel Ahnung.
    Gruß Norbert

    Das Pilzwissen kriecht mir nach , hoffentlich holt es mich mal ein .

    • Offizieller Beitrag

    Hallo, Norbert!

    Das klappt, da bin ich sicher. :)
    Ich hab's bisher nur beim "Milden" ausprobieren können, und das sah unter meinem "Billig-Billig-Mikro" so aus:

    Und eine Zystide, die sich beim Quetschen brav isoliert hat:

    Das bekommst du auch hin. :agree:


    LG, Pablo.

  • Hallo Pablo,
    Habe mich tatsächlich drangesetzt , und siehe da , wir haben bei beiden Pilzchen tatsächlich den Bitteren Kiefernzapfen-Nagelschwamm (Strobilurus tenacallus) , obwohl ich kaum was bitteres schmecken konnte. Die Zystiden habe ich jedenfalls gefunden und eindeutig zuordnen können.
    Danke dir für den Anschub , wieder was gelernt.
    Obwohl , wir sind hier nicht in einem Mikroskopie-Forum , Dies Thema ist hier etwas fehl am Platz.
    Grüße Norbert

    Das Pilzwissen kriecht mir nach , hoffentlich holt es mich mal ein .

    Einmal editiert, zuletzt von Norbert (2. März 2014 um 10:04)

  • Hallo Norbert!

    Zitat


    Obwohl , wir sind hier nicht in einem Mikroskopie-Forum , Dies Thema ist hier etwas fehl am Platz.

    Einen Pilz mit dem Hilfsmittel Mikroskop richtig zu bestimmen, ist in einem Pilzforum sicherlich nicht fehl am Platz, denke ich.
    Ganz im Gegenteil veranschaulicht das nach meinem Empfinden eher sehr schön, dass es eben manchmal nicht anders geht.
    Und wenn man die Möglichkeit hat, warum soll man die nicht nutzen?

    VG Ingo W

    Bezüglich Pilzbildanfragen: Pilz nur von oben ist wie Käfer nur von unten.

    • Offizieller Beitrag

    Hallo, Norbert!

    Das ist doch nun eindeutig. :agree:
    Aber fehl am Platz? Finde ich nicht. Ist doch auch nichts anderes, als das Betrachten eines Bestimmungsmerkmals.
    Ob das nun die Farbe des Stielnetzes, die Beschaffenheit des Hutvelums, die Konsistenz des Fleisches, der Geruch oder eben die Zystidenform oder die Hyphenstruktur des Fleisches ist: Sind ja alles Merkmale, es geht um Pilze und darum passt es doch ganz gut in ein Pilzforum.
    Daß man für die Darstellung mancher Merkmale eben Hilfsmittel braucht, ist ja nicht unsere Schuld.
    Wenn man zB den Farbumschlag des Fleisches unter Einfluß einer Lauge beobachten will, muss man ja deswegen auch nicht in ein Chemiker - Forum ausweichen. :wink:

    Edit: Lieber Ingo! Das funktioniert ja nun schon sehr gut auch in verschiedenen Foren, daß wir die selben Gedanken zur selben Zeit ausdrücken. :D


    LG, Pablo.

  • Liebe Mikroskopier und Nichtmikroskopierer,

    ich finde das in Ordnung, dass auch in unserem Forum mikroskopische Merkmale gezeigt werden. Ich selbst gehöre zu den Nichtm. Aber sicherlich beschäftige ich mich auch damit einmal, ich brauche nur Zeit und etwas Geld! In unseren Reihen der Pilzberater von Meck.-Pom. gibt es solche und solche - man muss nicht alles können. Dafür haben wir Ingo und Pablo.

    Viele Grüße

    Viele Grüße

    Veronika Weisheit
    Pilzberaterin Landkreis Rostock


    Hinweis: Hier im Forum wird es von mir keine Verzehrfreigaben geben, weil eine Bestimmung über Bild immer fehlerhaft sein kann.

    • Offizieller Beitrag

    Hallo, Veronika.

    Überschätz mich mal nicht. Der Schüler (Pablo) denkt ja gar nicht daran, sich mit dem Lehrer (Ingo) auf eine Stufe zu stellen. :wink:
    Ich beschäftige mich seit etwa zwei Jahren intensiv mit Pilzen. Ende letzten Jahres bekam ich ein kleines Mikro geschenkt, durch das ich ab und an mal durchschaue.
    Wenn ich mal etwas Geld übrig habe, dann kommt da auch eine gute Ausrüstung her. Aber solange verlasse ich mich auch am liebsten auf makroskopische Merkmale. Und da lässt sich ja viel machen. Immerhin gibt es etliche hundert Arten, die sich rein makroskopisch sicher bestimmen lassen. Die muss man auch erst mal alle finden.


    LG, Pablo.