Sporen von Seitlingen

Es gibt 8 Antworten in diesem Thema, welches 2.488 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag (7. Oktober 2022 um 12:11) ist von Idhreneth.

  • Hallo,

    soweit ich weiß, sind die Sporen von Austernseitlingen nicht so toll und man sollte vermeiden sie einzuatmen. Nun ist es ja kein Problem, die Dinger einfach draußen hinzustellen, sie mögen es schließlich kalt beim fruchten.

    Wie sieht es jetzt aber mit Rosen- und Limonenseitlingen aus. Momentan hängen sie (noch nicht fruchtend) erstmal im Wohnzimmer, weil es hier am wärmsten ist. Raus hängen kann ich sie nicht, ist schon zu kalt. Wie macht ihr das mit denen? Sind die Sporen, wenn man sie recht früh erntet, überhaupt ein Problem? (Wenn wir von gesunden Menschen ohne Allergien ausgehen)

    Ich finde dazu kaum Infos im Netz.

    Danke schonmal

  • Hallo, das Sporen nicht Gesund sind stimmt schon besonders die Florida Auster hat recht ungesunde Sporen.

    Um verständlich zu Antworten muss ich etwas ausführlicher schreiben. Es dauert etwa 2 Wochen bei ca 20°C das dein Substrat mit Myzel besiedelt ist, danach beginnt die Reifezeit die ca. 4 Wochen dauert. Für beides passt sicher dein Wohnzimmer schon von der Temperatur her ganz gut. Zum Fruchten reicht beiden deutlich weniger Wärme die Limone macht es definitiv schon bei 16-17°C . In meinen alten zu Hause habe ich die Seitlinge im Keller fruchten lassen hatte da nur ein kleines Fenster nach Norden hat voll gereicht, in meinen jetzigen nutze ich das Bad. Wohnraum ist für die meisten Seitlinge eh nicht zu gebrauchen wir Atmen co2 aus und zu viel davon bringt bei denen Krüppel Wachstum, lange dünne Stiele und winzige verkrüppelte Hüte.

    Jetzt liegt es an dir den besten Platz zu finden.

  • Vielen Dank,

    dann schau ich nach der Reifezeit mal, wo ich sie am besten hin hänge. Leider sind es ziemlich viele Säcke geworden, da ich 2 Myzelspritzen zum starten geschenkt bekommen hatte und alle Körnerbrutansätze voll losgelegt hatten. Wir waren von etwas mehr Ausfallrate beim ersten Versuch ausgegangen.

    Jetzt hängen hier 7 durchwachsene Schlauchwürste in meinem Wohnzimmer. Am besten verteile ich sie dann irgendwie auf die Kellerräume. Ich habe nur Sorge, dass sie zu kalt werden. Aber im Zweifelsfall kommen sie in irgendein Bad.

    Die kurzzeitige Sporenbelastung ist dann kein Problem, ja?

    Danke :)

  • Jetzt hängen hier 7 durchwachsene Schlauchwürste in meinem Wohnzimmer

    Kenn ich und dann weiß man nicht mehr wohin mit der ganzen Ernte.

    Einfach mal mit einen Thermometer messen und daran Denken etwas Licht brauchen die Pilze schon.

    Nochmal zu den Sporen, Seitlinge brauchen etwa 1 Woche bis sie ausgewachsen sind. Also wenn sie dir am 5 oder 6 Tag groß satt sind ernten.

    Bei mir ist auch schon so manches ausgesport passiert halt vor allen wenn man neugierig ist wie groß die Teile werden können, nur habe ich nicht jeden Tag 8 Stunden Sporen um mich herum so wie die Berufszüchter.

    Na dann viel Erfolg weiterhin.

  • Ah ja das ist super zu wissen, wann sie anfangen zu sporen. Danke für die Info, jetzt weiß ich auch wo ich fragen kann, wenn nochmal was unklar ist ^^

    Das mit dem Licht hatte ich schon gelesen, das ist aber kein Problem. Licht ist hier in jedem Raum genug. Ich habe nur auch 3 kleine Kinder im Haus und Sorge, dass sich das zu sehr im Haus verteilt, deshalb wäre mir der Keller lieber als ein Bad.

    Ich hatte vor den Myzelspritzen 1 Zuchtbox Champignons und Kräuterseitlinge bekommen, die hatte ich im Keller einfach in einer (belüfteten) Ikea Box eingesperrt, das hatte super geklappt, weil es wie ein Gewächshaus funktionierte und keine Sporen rumflogen. Aber das war relativ langweilig, das mit den Myzelspritzen war/ist deutlich spannender.

    Ich überlege sogar welche Pilzsorte ich als nächstes mal teste, aber überall steht auch im Internet, dass die Sporen von dieser und jener Sorte nicht gut sind, das hält mich tatsächlich ganz schön ab :/

    Ich habe noch 2 Boxen angesetzte Körnerbrut von graublättrigem Schwefelkopf (mein netter Spender wusste nicht, dass die ultra kompliziert sind), danach schau ich mal, ob noch etwas dazu kommt. Von den Seitlingen habe ich jeweils die Körnerbrut weiter vermehrt, nur so viel von einer Sorte muss es nicht nochmal werden.

  • Vom graublättrigen Schwefelkopf kenne ich keinen der den auf Substrat geknackt hat, in der Natur wächst der auf Fichtenholz vielleicht direkt Holz beimpfen?

    Körnerbrut kannste aber nicht dauerhaft weiter vermehren irgendwann mag das Myzel nicht mehr einwachsen, nur als Info.

    Ja zur Zeit wird recht vieles an Sorten angeboten, recht gut ist auch die Black Pearl soll eine Hybride zwischen Auster und Kräuterseitling sein.

  • Ja das mit dem Schwefelkopf habe ich im Nachhinein gelesen. Hatte 2 Behälter Körnerbrut und 1 mit Sägespänen (war aber Kiefer) beimpft. Der mit den Spänen ist nichts geworden, die Körnerbrut durchwächst noch. Er ist aber deutlich langsamer als die Seitlinge unterwegs. Dennoch tut sich stetig was und ich würde es dann mit der Brut mal auf Fichte oder Douglasie versuchen. Große Erwartungen habe ich natürlich keine.

    Weißt du woran das liegt, dass die irgendwann die Körnerbrut nicht mehr durchwachsen wollen? Kann ich dann einfach versuchen vom Fruchtkörper auf Petrischale zu ziehen oder gilt das allgemein für den ganzen Pilz, dass irgendwann Ende ist? Wie erhält man sonst einen Zuchtstamm?

    Wenn man eine Myzelspritze kauft, könnte man ja auch einen kleinen Teil neu in Nährlösung spritzen und sich einen Magnetrührer besorgen, aber das hat am Ende vermutlich denselben effekt, wie zu oft auf Körnerbrut zu vermehren?

    Ich hatte noch meine Kräuterseitlinge, aus der fertigen Zuchttüte, die ich bekommen hatte, erst auf Buchendübel und Späne (ich wusste zu dem Zeitpunkt noch nicht, dass die in der Natur gar nicht auf reinem Holz wachsen) und dann mit dem Dübel auf Körnerbrut umgesiedelt. So steril es eben ging. Das scheint erstmal geklappt zu haben, es ist jedenfalls bisher nicht kontaminiert und wächst auch. Ist der jetzt aber im Grunde zu schwach?

    Einmal editiert, zuletzt von Idhreneth (7. Oktober 2022 um 08:24)

  • Mal einfach geschrieben wenn du jeden Tag nur Leberwurstbrot isst hängt die die auch mal zum Hals raus;)

    Ich fange jetzt an meine Myzelien wieder neu zu machen (Gott sei Dank habe ich da Hilfe) alles was ich letztes Jahr auf Malz gemacht hatte muss auf einen anderen Nährboden zum Beispiel Dog.

    Die mögen nun mal nach einiger Zeit nicht das selbe.

    Das arbeiten mit Petris muss man sich halt anlernen ob mit Impfbox oder Hepa Filter ist egal Hauptsache steril, das musst du aber von dir aus entscheiden wie weit du mit den Züchten gehen willst .

    Auf Nährboden jedenfalls kann man schon mit einen Getreide Korn den Stamm sichern.

  • Ah super, danke für die Erklärung. Dann sollten meine Kräuterseitlinge das ja erstmal ok finden, da sie von Holz auf Getreide wechseln und dann auf passenderes Substrat.

    Mit den Petrischalen habe ich eh schon geliebäugelt, ich muss nur meinen Mann überzeugen, der ist begrenzt begeistert, angesicht der 7 Würste im Wohnzimmer und einem Autoclav auf der Terasse...

    Aber Substrat/Nährboden wechseln ist ja immer möglich.

    Vielen Dank für die ganzen Erklärungen :)