Hebeloma theobrominum (Kakaofälbling) ?

Es gibt 3 Antworten in diesem Thema, welches 311 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag (30. Dezember 2023 um 12:04) ist von Mykophilos.

  • Der Fund stammt von einer Wiese (Birke in der Nähe, das Eichenblatt ist angeweht) in einem Parkfriedhof in Hamburg.

    Der Pilz wuchs büschelig, der Hut ist jg. halbkugelig, spä. konvex bis flach und stumpf gebuckelt, die Farbe zunächst gleichmäßig dkl. braun, der Buckel spä. rotbraun. Die Huthaut ist trocken, rauh-körnig anzufühlen, nicht abziehbar.

    Lamellen buchtig angewachsen, breit, erst blass, spä. hell braun, ohne Tröpfchen.

    Der Stiel ist zylindrisch 3x0.8 cm, fest, weiß und zur Basis bräunend; auf fast ganzer Länge fein weiß flockig.

    Sporen ellipsoid bis mandelfg., sehr unterschiedlich groß (7-10 x 4-6), Staubfarbe hell braun.

    Mikro: Cheilozystiden stabfg. etwas kopfig, keine Pleurozyst.; HDS eine dicke filzige Schicht mit vielen Haaren.

    Das Fleisch ist im Buckel dich, sonst dünn, Farbe creme, fast weiß.

    Geschmack schwach bitter, Geruch stark, angenehm.

    Im Band 5 von Die Großpilze Baden-Würtembergs steht: nördlich der Mittelgebirge fehlend

  • Hallo

    Also die Gattung sollte klar sein -> Hebeloma

    Um auf die Art zu gelangen, ist es in der Tat kein einfaches Unterfangen.

    Der Geruch wäre schon noch entscheidend -> du schreibst Geruch stark, angenehm?

    Konntest du den Geruch keinem Aroma zuordnen? Bei deiner gewählten Art, wäre ein Kakaogeruch wahrnehmbar.

    Für Hebeloma zu bestimmen, empfehle ich die Literatur;

    Fungi of Northern Europe, Volume 3: The Genus Hebeloma

    Fungi Europaei 14 Hebeloma (Fr.) P. Kumm. (2016)-H. J. Beker-U. Eberhardt & J. Vesterholt

    Hebeloma (Fr.) P. Kumm. – Supplement Fungi Europaei 14A

    Und zum schlüsseln mit Gröger versuchen.

    Leider ist diese Gattung für mich etwas Schleierhaft, bzw. Es gibt nur wenig aktuelle Monographien.

    Es kann gut sein, das du deinen Fund korrekt bestimmt hast. BG Andy

  • Geschmack schwach bitter, Geruch stark, angenehm.

    Im neuen Gminder/Karasch (S. 468) steht, dass der Kakaogeruch durch den gleichen Stoff verursacht wird wie der Rettichgeruch bei anderen Arten und deshalb die Geruchswahrnehmung individuell ist.

    Alle meine Aussagen in diesem Forum sind nur als Bestimmungshilfen und keinesfalls als Verzehrfreigabe zu verstehen.

  • Danke Andy!

    Was den Geruch angeht, so habe ich die Erfahrung gemacht, dass die Beurteilung ziemlich unzuverlässig ist: fragt man neutral: 'wie riecht das?' so kommen die unterschiedlichsten Antworten, fragt man aber 'Riecht das nach Kakao? ' bekommt man wahrscheinlich 90% Zustimmung. (ein Thema für der Psychologie). Was die Literatur angeht, so habe ich nur die 2 Bände 'Fungi of Temperate Europe' . Dort ist auch H. theobrominum abgebildet und beschrieben. Das kommt meinem Fund recht nahe (vorallem die Kompaktheit) . Ich habe auch die Bestimmungsbücher von Gröger und werde sie gleich konsultieren.

    Besten Dank für die Hinweise.

    Myk