Beiträge von MisterX

    Ich hätte den ersten für einen Dachpilz gehalten. Lamellen sehen frei aus (zumindest rechts) und haben Rosastich. Aber den hätte ich eher im Wald vermutet und weniger auf einer Wiese...

    Was ich mich allerdings frage: Wie sollte man hier im Forum den Wunsch nach Bestätigung einer Bestimmung zum Ausschluss von Restunsicherheit formulieren für Pilze, die man essen möchte? (wird jetzt vielleicht heißen, wenn man einen Pilz isst, darf es keine Restunsicherheit geben, insbesondere bei Anfängern ist das aber nicht so richtig realistisch)


    Wenn man klar sagt, dass man die Pilze essen möchte, antwortet vielleicht niemand, weil befürchtet wird, dass dies als Verzehrfreigabe gewertet werden könnte. Wenn man es im Voraus nicht sagt, könnte der Vorwurf kommen, man hätte es verheimlicht.


    :denkend_smilie_0025:

    Ergänzung bei Mykorrhizapilzen:


    Herkuleskeule (Clavariadelphus pistillaris, essbar, minderwertig) - Mykorrhiza bevorzugt mit Buchen.

    Abgestutzte Herkuleskeule (Clavariadelphus truncatus, essbar, schonenswert) - Mykorrhiza bevorzugt mit Tannen.


    Dachte immer, dass die wegen ihrer clavaroiden Form wie viele andere Keulen (z.B. Geweihförmige Holzkeule) oder Korallen ein Folgezersetzer ist. Scheinbar gehören sie aber zu den Schweinsohrverwandten und damit eher zu den Leistlingen und bilden Mykorrhiza.

    Ich finde Bildmaterial und die Informationslage hier auch sehr dürftig.


    Wo genau sind die Pilze gewachsen? Der Glimmertintling (und Tintlinge generell) wächst gerne direkt auf Holz. Passt das? Wenn er z.B. auf Dung gefunden wurde, wäre ein Düngerling vielleicht wahrscheinlicher.


    Bei den Tintlingen gibt es meines Wissens wenn 2 Tage vorher bis 3 Tage nach der Mahlzeit kein Alkohol konsumiert wird keine bekannten Giftpilze, jedoch Pilze mit unbekanntem Speisewert, die theoretisch auch giftig sein könnten. Ich frage mich, ob man anhand der Bilder und Informationen hier überhaupt mit hinreichender Sicherheit zur Gattung kommt. Wie sehen ältere Exemplare aus? Tintlinge sollten von der Lamellenschicht her mit der Zeit schwarz werden. Wenn nur die Lamellen schwarz werden wäre z.B. auch ein Faserling oder potenziell giftiger Düngerling denkbar.


    Der Glimmertintling (und viele andere Tintlinge) wächst in der Regel in Gruppen gesellig, büschelig bis substrat-bedeckend rasenartig. Ist das der Fall?


    Das Schnittbild wäre interessant. Tintlinge müssten freistehende Lamellen haben.


    Vielleicht ist im vorliegenden Fall das Risiko nicht ganz so groß, allerdings gilt hier meiner Meinung nach "wehret den Anfängen" . Wenn es sich einbürgert, dass Pilze aufgrund von Forenkommentaren verzehrt werden, kommt früher oder später ein Fall, wo es schief geht. Ist ein bisschen wie das Halten an einer Roten Ampel. Ist oft eigentlich nicht unbedingt notwendig, wir machen es aber trotzdem, auch Nachts um 2h bei vollkommen leerer Straße.

    Vielen Dank für die Antworten! Das Buch werde ich mir merken.


    Ich habe allerdings den Eindruck, dass es was die Beschreibung der Pilze anbelangt eher etwas weniger detailliert ist, wie der Gminder. Dort steht zu jedem Pilz für Hut, Stiel, Fleisch, Hutunterseite und Vorkommen eine teils recht ausführliche Beschreibung.


    Als nächstes auf meiner Liste stand bisher eigentlich der Grundkurs Pilzbestimmung von Dr. Rita Lüder, auch wegen dem ausführlichen Theorieteil.


    Muss mal überlegen welches ich mir am Besten zulege...


    Ergänzung bei Parasitischen Pilzen:

    Weißkerniger Zitterling, Kiefern-Kernling, Alabaster-Kernling (Tremella encephala) parasitiert Blutenden Nadelholz-Schichtpilz.

    Sicher alles richtig, ich dachte aber eigentlich daran, es der Übersichtlichkeit halber auf die bekanntesten und für die Speisepilzsuche relevantesten Gattungen (Gattung mit Speisepilzen, Giftpilzen, Verwechslungspartnern bzw. anderen bekannten/wichtigen Pilzen) zu beschränken.


    Was genau unter diese Definition fällt ist natürlich Ansichtssache.

    In Field Mycology sind 2 Personen am selben Gericht erkrankt. Da muss man schon viel Pech haben 2 Leute gleichzeitig mit einer Unverträglichkeit zu erwischen.

    Stimmt natürlich. Wäre aber auch denkbar, dass vielleicht die Pilze verdorben waren.


    Aber klar, der Pilz wäre dann besser zu meiden.

    Also ich würde diese Pilze nie im Leben essen, auch nicht ein paar Teelöffel und hätte auch keine Geschmacksprobe genommen. Auch wenn man erstmal nur eine kleine Menge probiert und dann schaut, ob sich Unwohlsein ergibt: Es gibt so viele Pilze, bei denen schon diese Menge gefährlich sein könnte (Amanitin-haltige Pilze), bei denen die Schädigungen mit teils wochenlanger Latenz eintreten (Orellanus-Syndrom) oder erst nach mehrmaligem Genuß auftreten (Equestre-Syndrom, Paxillus-Syndrom).


    Auch darauf, dass hier im Forum keine wirklich gefährlich giftigen Champignons bekannt sind würde ich mich nicht verlassen. Habe mal gegooglet, ob es z.B. auch im Ausland stimmt, dass es keine tödlich giftigen Röhrlinge gibt. Aus den USA ist für eine Art namens Rubroboletus pulcherrimus ein Todesfall bestätigt. Auch bei den hier nur magen-darmgiftigen Riesenschirmlingen findet sich ein bestätigter Todesfall in Asien (Korean J Gastroenterol 2018; 71(2): 94-97, Mushroom Poisoning by Macrolepiota neomastoidea). Da gibt es sicher eine erhebliche Dunkelziffer.


    Auch lange bekannte Speisepilze, bei denen eigentlich die wesentlichen Gattungsvertreter alle als essbar galten, wurden zu Giftpilzen erklärt, bspw. der Weiße Rasling. Weiß man sicher, ob dieser Champignon nicht ein unbekanntes Gengift enthält? Dort gibt es ja scheinbar überhaupt keine Pilztradition. Regelmäßig untersucht wird da wahrscheinlich gar nichts und solche Giftpilze überhaupt nicht erkannt.


    Dort jetzt selbst anzufangen, die mögliche Giftigkeit von Pilzen auszutesten halte ich für sehr gefährlich, auch wenn eine hinreichend sichere Gattungseinordnung das Risiko zum gewissen Grad begrenzt.

    Die Belastung durch Abgase würde ich für mich persönlich als eher gering einschätzen/außer es handelt sich um stark befahrene straßen...

    Naja, auch eine nicht-stark befahrene Straße...sagen wir 10 Autos pro Tag. Über die letzten 60 Jahre seit der Massenmotorisierung...das läppert sich. 3650 Autos pro Jahr, x 60 = 219.000 vorbeigefahrene Autos, jahrzehnte lang mit verbleitem Benzin.

    Agaricus bresadolanus hat nachweislich zu Vergiftungen geführt - hatte ich doch geschrieben. Kann man nachlesen in Field Mycology Vol.15 (4) 113f oder bei den Italienern.

    Danke, den Hinweis auf die weiterführende Literatur muss ich wohl überlesen haben. Italienisch ist für mich leider unverständlich und irgendwie funktioniert der Google Übersetzer auf der Seite leider auch nicht.


    Das wäre dann in der Tat eine solche Ausnahme, ABER: Die kann hier auf 123Pilze nicht gemeint sein, denn hier wird Agaricus bresadolanus als essbar mit Relativer Wertigkeit 1 beschrieben.


    Wurzelchampignon, Bewurzelter Champignon, Wurzelnder Egerling, Wurzelnder Champignon (AGARICUS BRESADOLANUS SYN. AGARICUS RADICATUS, AGARICUS ROMAGNESII)


    Es müssen hier also andere Ausnahmen gemeint sein.


    Das mit der "GIftigkeit" dieser Art scheint mir eher vergleichbar mit vielleicht dem Hallimasch zu sein. Eher individuelle Unverträglichkeit als wirklich ein Pilzgift.

    Siehe hier.


    Zusätzlich: Agaricus bresadolanus rötet zwar nicht so intensiv (eher ein leichtes Rosa anlaufen), soll aber auch zu Vergiftungen geführt haben. Der hat auch nicht zwangsläufig einen unangenehmen Geruch sondern sogar gerne mal eine Anis-Komponente dabei.

    Vielen Dank für die Antwort. Sehr spannend, da lerne ich noch neue Arten kennen.


    Zur hier gesuchten Ausnahme passen Agaricus Freirei und Agaricus Pseudopratensis aber beide nicht, da sie zwar röten (können), aber eben auch nicht pilzig angenehm riechen.


    Agaricus bresadolanus ist ebenfalls keine der gesuchten Ausnahmen, da er ja essbar ist.


    Mir ging es um folgende Aussage:


    "Verfärben sich Champignons rötlich im Anschnitt und riechen angenehm, sind sie fast immer essbar!"


    "Fast immer" bedeutet doch, dass es auch Champignons geben muss, die röten, angenehm riechen und mindestens ungenießbar (oder sogar giftig) sind. Die drei von dir bzw. in dem Link angeführten Beispiele passen hierauf nicht, da die zwei im Link nicht angenehm riechen und der dritte essbar ist.

    Also mir wäre das alles viel zu gefährlich, ganz ehrlich. Ist Bolivien nicht Amazonas? Da gibts doch alle möglichen Pilze. Kann man sicher ausschließen, dass es im Amazonas nicht auch eine tödlich giftige Champignonart gibt? Ich würde im Ausland an Wildpilzen ohne lokalen Sachverständigen gar nichts essen. Und mit Ausland meine ich schon z.B. Frankreich.


    Ich hätte mich nicht mal zu der Geschmacksprobe getraut (und definitiv auch wieder ausgespuckt).

    Es gibt keinerlei Hinweise, daß es auch nur in irgendeinem Fall irgendeinen positiven Nutzen hat, Pilze in Alkohol einzulegen.

    Das klingt sehr überzeugend, ich will auch hier keinesfalls allzu penetrant eine Gegenposition vortragen (zumal meine Kenntnisse gering sind), allerdings habe ich über dieses Thema schonmal recherchiert, also die Frage reicht bei Pilzen grundsätzlich ein Heißwasserextrakt, um an alle wertvolle Inhaltsstoffe zu kommen, und bin da z.B. auf diese Studie gestoßen:


    Alcohol Extracts From Ganoderma lucidum Delay the Progress of Alzheimer’s Disease by Regulating DNA Methylation in Rodents, Front. Pharmacol., 26 March 2019


    Frontiers | Alcohol Extracts From Ganoderma lucidum Delay the Progress of Alzheimer’s Disease by Regulating DNA Methylation in Rodents


    Dort wurden verschiedene Extrakte des Glänzenden Lackporlings getestet ("Polysaccharide" - vermutlich Wasserextraktion, Ölextraktion und Alkoholextraktion), und bestimmte positive Effekte konnten nur beim alkoholischen Extrakt beobachtet werden:


    "Together, these results demonstrate that the main active anti-aging extract from G. lucidum resides in the alcohol extracts."


    Ich will mich damit keineswegs für diese Praxis aussprechen, und es ist sicher richtig, dass man über die Wirkung viel zu wenig weiß. Die Idee, dass es in Wasser schwer lösliche Inhaltsstoffe gibt, für die man andere Lösungsmittel bräuchte erscheint mir aber eigentlich nicht so abwegig.


    Vielleicht ginge auch Essig...