Selbstversuch

Es gibt 3 Antworten in diesem Thema, welches 2.808 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag (26. Oktober 2017 um 21:51) ist von Donna Wetter.

  • Heute fand ich Violette Rötelritterlinge, welche ich eigentlich gut kenne. Ein Stück weiter standen etwas hellere Exemplare, welche ich ebenfalls einsammelte (Kannte die Stelle aus den letzten Jahren). Sie rochen angenehm süßlich, halt wie Erstgenannte. Dazu gesellte sich ein Champignon von 631g, der nach Anis roch und ein ebenfalls nach Anis riechender Champi, der noch geschlossen war.

    Pilze geputzt, geschnippelt, angebraten. Der Geruch entwickelte sich wie in einer Chemiefabrik. Es stank regelrecht nach Industrie. Hm, was habe ich falsch gemacht?

    Zuerst alle Pilzbücher nach Doppelgängern gewälzt und keine neue Erkenntnis gewonnen. Karbolchampis waren es nicht, auch keine Schleierlinge.

    Der Geruch verflog nach etwa 20 Minuten und die Pilze schmeckten (etwa 16 Uhr) vorzüglich. Hab jedoch vorerst nur 4 Löffel voll probiert und alles gut.

    Wieso haben die Pilze beim Erhitzen so gestunken? Oder kommt das manchmal vor? Der Geruch verflog ja später.

    Hab keine Fotos gemacht, jedoch noch welche aus 2014.

    Viele Grüße, Donna Wetter

  • Liebe Donna,

    eine Erklärung habe ich nicht. Am wahrscheinlichsten würde ich bei der Geruchsbeschreibung einen Karbolegerling finden, denn gerade bei denen entwickelt sich der Geruch beim Kochen scheinbar noch mal enorm. Aber den hast du ja ausgeschlossen. Ansonsten empfinde ich den Geruch, den Rötelritterlinge und Champignons, die nach Anis riechen, beim Kochen entwickeln, als sehr angenehm.

    Soweit ich mich entsinne, kennst du die Nebelkappe ja ganz gut. Ansonsten könnte ich mir vorstellen, dass einer von deinen "etwas helleren" Rötelritterlingen vielleicht eine Nebelkappe gewesen sein könnte. Die wachsen ja häufig in unmittelbarer Nachbarschaft und riechen auch irgendwie komisch-süßlich. Für mich riecht die Nebelkappe unangenehm, aber viele meiner Kursteilnehmer finden das überhaupt nicht. Vor Jahren, als die Nebelkappe noch als essbar galt, habe ich die mal probiert und fand sie auch gebraten echt eklig, aber mit "Chemiefabrik" hätte ich auch diesen für mich unangenehmen Geruch nicht bezeichnet.

    Aber ich weiß, dass ich von einer Pilzpfanne, die beim Zubereiten nach Chemiefabrik stinkt, keinesfalls etwas gegessen hätte, egal was für Pilzarten ich darin vermutet hätte.

    Beste Grüße und weiterhin gute Gesundheit
    Sabine

  • Hallo,

    vergleiche Deinen "helleren" mal mit Lepista glaucocana.

    Ich finde übrigens, dass L.nuda beim braten genauso wiederlich stinken wie sie schmecken. Ein Pilz stinkt die ganze Wohnung voll. Aber das ist Geschmackssache...

    LG

    Andreas

  • Geschmeckt haben sie super, auch wenn das ganze Haus nach Industrie roch. Wenn ich mir die Fotos von L. glaucocana ansehe, dann haben die alle einen eingerollten Rand. Die Pilze auf meinem 2. Foto nicht. Vielleicht sind meine schon etwas älter.

    Viele Grüße, Donna Wetter