Hybriden im Pilzreich?

Es gibt 5 Antworten in diesem Thema, welches 4.056 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag (15. März 2018 um 19:34) ist von Beorn.

  • Liebe Pilzfreunde,

    mich beschäftigt schon seit längerer Zeit die Frage, ob es bei den Pilzen Hybriden gibt. In der Pflanzenkunde sind Bastarde aus verschiedenen Arten mit intermediären Merkmalen ziemlich alltäglich, aber auch bei den Pilzen? Nicht, dass ich froh darüber wäre, denn es macht ein ohnehin schon schwieriges Fachgebiet noch viel undurchschaubarer. In der Literatur habe ich zu diesem Thema bis jetzt nichts gefunden.

    Würde mich interessieren, ob es da Erfahrungen oder Erkenntnisse gibt.

    Viele Grüße
    Wolfgang

  • Hallo Wolfgang,

    im Pilzforum.eu hat man diese Frage auch schon mal diskutiert.

    https://www.pilzforum.eu/board/thema-neuzuechtung

    Ich persönlich habe von dieser Thematik keine Ahnung.

    Viele Grüße

    Veronika Weisheit
    Pilzberaterin Landkreis Rostock


    Hinweis: Hier im Forum wird es von mir keine Verzehrfreigaben geben, weil eine Bestimmung über Bild immer fehlerhaft sein kann.

  • Hallo Veronika,

    ich hab mir die dortige Diskussion durchgelesen. So wie es aussieht, scheinen wir von natürlicher Hybrisdisierung bei den Pilzen weitgehend verschont zu sein. Gott sei Dank, möchte man sagen. Wir haben ja auch so schon genug zu tun beim Bestimmen :)

    Sehr herzlichen Dank für deinen Hinweis
    Gruß Wolfgang

    • Offizieller Beitrag

    Hallo, Wolfgang!

    Es gibt so ein paar Möglichkeiten, wo so eine Hybridisierung zu diskutieren wäre. Generell ist es bei Pilzen aber anscheinend nicht gängig und wenn dann wohl nur bei sehr nahe stehenden Arten möglich, die sich dann ohnehin kaum trennen lassen und auch genetisch kaum unterscheiden dürften.
    Der Unsicherheitsfaktor: Die Genome von Pilzarten sind längst nicht so weit erforscht wie die von vielen Pflanzen- oder Tierarten. Nur wenige Arten wurden bislang völlig aufgeschlüsselt, von den meisten kennt man nur einzelne Sequenzen wie ITS oder LSU.
    Da besteht noch einiges an Forschungsbedarf, zumal es nur sehr verienzelt Kreuzungstests gibt. Das geht nämlich ohnehin nur mit saprophytisch lebenden Arten, weil Mykorrhiza - bildende Arten nicht kultivierbar (oder nur mit enormem Aufwand) sind.


    LG, Pablo.

  • Hallo Pablo,

    vielen Dank für deine wie immer sehr fundierten Erklärungen. Mit Gentests bei Pilzen und der dann zu erwartenden babylonischen Verwirrung werden sich wohl die nachfolgenden Generationen rumschlagen müssen ...

    Viele Grüße
    Wolfgang

    • Offizieller Beitrag

    Hallo, Wolfgang!

    Die Genetik schlägt seit etlichen Jahren durchaus schon in der Mykologie auf. Aber es ist noch viel aufzuholen. Trotzdem hat sie schon eine Menge "babylonische Verwirrung" gestiftet, wobei das auch immer eine Frage des Verstöndnisses ist. :wink:

    Neben den Pilzdaten in der Genbank (die ja alle Lebensformen sammelt) gibt es sogar eine Gendatenbank nur für Pilze: >Unite - Estland<
    Da ist schon Vieles gesammelt, und viele gewonnene Erkenntnisse sind durchaus hilfreich. Sofern man nicht die morphologischen Grundlagen aus den augen verliert, ohne die halt nix geht. dafür ist die Genetik bei Pilzen noch nicht weit genug entwickelt, um's mal evolutionsbiologisch auszudrücken.


    LG, Pablo.