Bereifter Leistling?

Es gibt 4 Antworten in diesem Thema, welches 2.616 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag (2. Juli 2019 um 16:38) ist von Easy.

  • Hallo liebe Pilzfreunde,

    eigentlich wollte ich einen Beitrag über meine gesammelten Werke von den letzten Monaten erstellen, schaffe es aber aus Zeitmangel (noch) nicht. Diese kleinen Freunde haben mich aber besonders neugierig gemacht (und verwirrt) und deswegen stelle ich diese nun hier vor.

    Gefunden habe ich sie letztes Wochenende in einem Eichen- Buchenwald, unmittelbar unter einer Buche stehend, in der Nähe eines kleinen Wasserlauf ( allerdings eher schlammig als wässrig). Zu den Bodenverhältnissen kann ich nichts weiteres sagen. Diesem Thema sollte ich mich in Zukunft intensiver widmen.

    Die Pilze fassten sich sehr fest und kompakt an, im ersten Moment am Mairitterling erinnerend, hinzu kam ihre mattweißliche Huthaut, teilweise aber schon leicht gelb. Allerdings fehlte der mehlige Geruch und im Juni sind die Mairitterlinge ja auch schon sehr selten. Der Geruch war süßlich, fruchtig, angenehm-pilzig. Wie ihr sehen werdet, gilbten die Pilze stark nach, nachdem ich sie entnommen habe. Der Geschmack war dezent, pilzig, matt. Ca. zwei Stunden nach Entnahme habe ich nochmals probiert und der Geschmack hatte sich etwas verändert. Da war eine Note dabei, die man entfernt als schärflich bezeichnen könnte. Die Sporenträger sahen für mich eher nach Leisten als nach Lamellen aus. Auch im Längsschnitt kann man keine Lamellenschicht erkennen. Sporenabwurf klappte nicht so recht. Die Leisten laufen zwar runter aber nicht besonders weit Hier mal ein paar visuelle Eindrücke

    Ich dachte an den bereiften Pfifferling, Cantharellus subpruinosus, kann das aber nicht mit Bestimmtheit sagen. Ich freue mich auf eure Ideen.

    Liebe Grüße

    Easy

  • Hallo Easy,

    gerade Bild 2 sieht für mich eindeutig nach einem der bereiften Pfifferlinge aus. Dann wird es aber wieder kompliziert, denn da gibt es mehrere die einen bereiften Hut haben können.

    Ich verlinke hier einen von von Christoph zusammengestellten Schlüssel für die Gattung Cantharellus.
    Der Cantharellus-Fred

    C. subpruinosus wird dort mit C. pallens zusammengestellt. Entscheident ist (und das sehe ich auf den Bildern schlecht) der Farbkontrast der Leisten am äußersten Hutrand. Dort sollten sie deutlich gelb gefärbt sein im Gegensatz zum Rest der Fruchtschicht.

    Die Pfifferlinge sind gar nicht so ohne...:wink:

    LG Steigerwaldpilzchen

    Bestimmungsvorschläge anhand von Fotos sind immer unter Vorbehalt und mit Restrisiko!

    Eine Freigabe zum Verzehr können nur Pilzsachverständige vor Ort geben! -> Pilzsachverständige finden

  • Danke für den Link. Nee, die Pifferlinge sind nicht ohne. Sehr interessant. Ich würde da am ehesten doch auf den  Cantharellus feferruginascens tippen, darauf festlegen kann ich mich natürlich nicht. Aber ich freu mich, dass ich Leistlinge zum ersten Mal gefunden habe und sie als solche auch annähernd erkannt habe.

    Liebe Grüße

    • Offizieller Beitrag

    Morgen!

    Cantharellus pallens (= Cantharellus subpruinosus = Bereifter Pfifferling) verfärbt schon auch rostbraun. Im grunde entspricht das hier den Bereiften Pfifferlingen, die ich hier auch regelmäßig finde. Auch wenn die Verfärbung hier extrem ausgeprägt ist und der Kontrast zwischen Leistenfarbe und Hutoberfläche nicht so extrem. Auf dem zweiten Bild sieht man allerdings schon einen ordentlichen Farbunterschied. Weil Cantharellus pallens auch zum Verkahlen neigt, lohnt es sich immer, jüngere Fruchtkörper mit noch etwas eingerollten Huträndern von unten zu betrachten - so wie hier ist der Kontrast dann am besten zu erkennen.

    Cantharellus ferruginascens sollte da mehr Ton-in-Ton sein und insgesamt blasser oder sogar mit schwachen, olivgrünen Tönen.


    LG, Pablo.

    Das Internet ist "Hilfe zur Selbsthilfe" und kann nur Vorschläge zu Bestimmung von Pilzen bieten. Eine Verzehrfreigabe ist online nicht möglich, die gibt's beim >Pilzsachverständigen<.