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Pilzunverträglichkeit oder Pilzallergie

  • Sammle seit sehr vielen Jahren Pilze. Hauptsächlich Steinpilze und Maronen, es war auch schon der eine oder andere Rotfussröhrling, oder ne Ziegenlippe dabei. Vor zwei Jahren kochte ich für meinen Mann und mich zum Abendessen ein Pilzpfännchen, aus Steinpilzen und Maronen. Wie ich das die Jahre davor auch schon immer gekocht habe. Sechs Stunden nach dem Abendessen ging´s los. Mitten in der Nacht wahnsinnige Schweißausbrüche, extremster Durchfall. Dachte schon an die Giftnotzentrale....Übrigens meinem Mann hat das Pilzgericht sehr gut geschmeckt und hatte überhaupt keine Probleme. Ich dachte, das kann nicht wahr sein. Und habe einige Tage es erneut mit einem Maronen-Pfännchen zum Mittagessen probiert. Jedoch hatte ich erneut dasselbe Problem. Extreme Schweißausbrüche und ich musste mich extremst übergeben🤢🤮. Am nächsten Tag ging es besser, aber es blieb für einige Wochen ( die Dauer kann ich nicht mehr genau sagen, es war sehr lange)... Magenkrämpfe und Darmprobleme zurück. War auch damals bei Ärzten, die mich aber nur „belächelten“ , als ich von den Pilzen erzählt habe.
    Letztes Jahr konnte ich keine Pilze sammeln, bzw. essen, da ich eine andere schwere Erkrankung hatte, bzw. mich noch immer nicht ganz erholt habe.
    So!!! Und nun sind wir wieder durchgestartet. So wie eigentlich jedes Jahr, mein Mann fotografiert die Pilze und ich sammle sie ein. Und ich war so happy, da wir so viele Pilze gefunden haben. So viele Schönheiten! Zur Sicherheit habe ich noch einen Pilzkenner drüberschauen lassen. Wollte ja kein Risiko eingehen. War alles ok, ich hatte wunderschöne Exemplare! So hatte ich ...nur für mich!....wieder mein geliebtes Pilzpfännchen aus Maronen und Steinpilzen gezaubert. Es war nur ne ganz kleine Portion, wollte ja nur testen...und hatte wieder dieses Problem. Nicht so heftig wie vor zwei Jahren, aber Magenkrämpfe und Durchfall. Das war jetzt vergangenen Dienstag, also vor vier Tagen. Habe nach wie vor Darmzwicken und Magenkrämpfe, teilweise im unteren Rücken Schmerzen. Sprich, die gleichen Probleme wie vor zwei Jahren. Ich kann es nach wie vor nicht fassen! Hatte bis vor zwei Jahren nie Probleme gehabt.
    Können wir jetzt nur noch in den Wald gehen, um die Pilze zu fotografieren.....😭

  • Hallo Jens,
    vielen Dank für deinen Rat. Bei den Maronen, Steinpilze, Rotfuss-Röhrling und Ziegenlippe bin ich mir absolut sicher. Könnte es mal ausprobieren und z.B. nur Steinpilze essen. Die Chance zum Ausprobieren hab ich erst wieder nächstes Jahr. Wir werden morgen wieder in den Wald gehen und Pilze fotografieren. Zum Testen muss ich meine Magen-und Darmkrämpfe erst wieder in Griff bekommen.
    Bei den anderen Pilze wird es schwierig, da bin ich mir nicht sicher und gehe somit kein Risiko ein😉

    Liebe Grüße

    Jenny

  • Hallo, Jenny!


    Meine Mutter zB hat das Problem ebenfalls, und bei ihr ist es konkret eine individuelle Unterträglichkeit von Maronenröhrlingen (Imleria badia).

    Die Auswirkungen sind weniger schlimm, als von dir geschildert, aber schlimm genug, als daß sie diese Art nicht mehr essen mag. Obwohl es einer ihrer Lieblingspilze ist.

    Das war bei ihr auch nicht immer so, denn der menschliche Körper und das Verdauungssystem verändert sich im Laufe des Lebens. Es kann also durchaus passieren, daß man irgendwann anfängt, auf Speisen zu reagieren, die man vorher problemlos vertragen hat.


    Pilze sind ohnehin heikel, weil voll von schwer verdaulichen Eiweißverbindungen und Chitin. So daß es auch sowas wie unspezifische Verdauungsbeschwerden bei zu reichhaltigem Genuß oder zu geringer Garzeit geben kann. Das würde ich nach deinem Bericht aber ausschließen, daß eines von den beiden der Grund für die Beschwerden war.

    Solche individuellen Unterträglichkeiten (wie in deinem Falle) auf einzelne Pilze kommen bei allen Pilzarten vor. Besonders häufig eben bei Arten wie Hallimasch oder Nebelkappen, aber eben auch bei viel gängigeren Speisepilzen. In seltenen Fällen können es aber auch Stoffe sein, die in allen Pilzen (oder vielen PIlzarten) enthalten sind, die dich so beeinträchtigen.
    Wäre es zB das Chitin an sich (unwahrscheinlich, weil wird vom Körper gar nicht aufgenommen), dann würdest dua cuh bei Zuchtchampignons so reagieren. Es kann aber zB auch ein Stoff sein, der nur von Röhrlingsverwandten (Boletaceae) produziert wird - dann wäre Zuchtchampignons, aber auch Parasol, Täublinge etc. völlig problemlos.


    Da hilft es wirklich nur herauszufinden, ob und wenn ja welcher Pilz spezifisch verantwortlich ist, wie Jens schon schrieb.
    In ein paar Reingerichten und vor allem in sehr geringen Mengen.
    Jedenfalls bist du mit dem Problem nicht alleine, und es gibt eine ganze Menge Menschen, die einzelne (Speise-)Pilzarten nicht vertragen.



    LG, Pablo.

    Das Internet ist "Hilfe zur Selbsthilfe" und kann nur Vorschläge zu Bestimmung von Pilzen bieten. Eine Verzehrfreigabe ist online nicht möglich, die gibt's beim >Pilzsachverständigen<.

  • Hallo Jenny

    Ich kenne so einen "Fall" mit dem Butterröhrling. Die Frau genießt jetzt Champignons, Steinpilze, Violette Rötelritterlinge und und und! Ich würde mal nur mit Steinpilzen versuchen. (gibt es auch roh eingefrostet zu kaufen)!

    Wenn es aber so extrem schlimm ist, kann auch ein Problem mit Magen und Darmfunktion vorliegen.

  • Hallo Pablo, hallo Uwe,

    vielen Dank für eure ausführliche Info, das hat mich sehr gefreut und mich schon weitergebracht. Mich beschäftigt das schon soo lange. Und viele, denen man es erzählt, haben kein Verständnis. Die übliche Antwort ist meistens, dass man keine Pilze mehr essen soll. Das kann ich noch immer nicht akzeptieren.
    Aber das ist noch ein guter Tipp, dass ich manche Pilze ausschließen kann. Schade, wenn’s tatsächlich die Maronen wären, das sind meine Lieblingspilze...die gab‘s bei uns dieses Jahr in Mengen. Steinpilze fanden wir nur wenige, jedoch ein wunderschönes Riesenexemplar, da war die Freude groß!
    Bei den Lamellenpilzen bin ich mir einfach unsicher, da wir diese noch nie gesammelt haben.

    Heute waren wir wieder im Wald unterwegs...irgendwie wird das schon richtig zur Sucht;)

    Natürlich gab‘s wieder die eine oder andere Marone...die konnte ich natürlich nicht stehen lassen:))) mein Mann verdreht schon die Augen... und heute hab ich sie getrocknet, dachte, dass ich es mal ausprobiere. Den flockenstieliger Hexenröhrling haben wir auch gesehen, wunderschöne Exemplare, genannt auch Schusterpilz. Den habe ich aber jetzt erst als Schusterpilz kennengelernt...und ihn doch im Wald stehen lassen. Da war ich doch noch etwas unsicher.


    Ansonsten essen wir auch immer wieder Zuchtchampignons, wo es nie Probleme gab.

    Auch die Menge und die Garzeit kann ich jedenfalls ausschließen.


    Nun möchte ich mich für eure Ratschläge nochmals herzlich bedanken und vielleicht bis bald mal wieder,


    liebe Grüße

    Jenny

  • Hallo Jens,
    vielen Dank für deinen Rat. Bei den Maronen, Steinpilze, Rotfuss-Röhrling und Ziegenlippe bin ich mir absolut sicher. Könnte es mal ausprobieren und z.B. nur Steinpilze essen. Die Chance zum Ausprobieren hab ich erst wieder nächstes Jahr. Wir werden morgen wieder in den Wald gehen und Pilze fotografieren. Zum Testen muss ich meine Magen-und Darmkrämpfe erst wieder in Griff bekommen.
    Bei den anderen Pilze wird es schwierig, da bin ich mir nicht sicher und gehe somit kein Risiko ein😉

    Liebe Grüße

    Jenny

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