Beiträge von Schupfnudel

    Hi Jörg,

    ich meinte in dem Fall abgrenzungsrelevant bei der Entscheidung zwischen N. xanthopus und N. praestigiator/erythropus.

    Ich muss mir echt mal welche mitnehmen aus deiner Ecke, die Zeitkapazitäten sind halt immer mein Problem. :(

    Bei deinen würde mich das Ergebnis einer Sequenzierung auf jeden Fall interessieren. Ich habe noch die Hoffnung, dass man über die Verbindung von Ökologie und Mikroskopie zumindest die ein oder andere Kollektion verhaften kann. Wenn bei deinen jetzt in der Sequenzierung gewöhnliche Flockies rauskämen wären wir wieder in der Situation, dass es einfach keine guten Trennungsmerkmale gibt, wir also bis auf weiteres einen kryptischen Artenkomplex haben. Die bekommt man eben nur aufgedröselt, wenn man viele Kollektionen sequenziert (damit man überhaupt weiß welche Art man gerade untersucht) und akribisch nach konstanten Unterschieden sucht. Wenn man Pech hat, gibt's die aber einfach gar nicht. Der Art ist es ja Wurscht, ob sie uns Hobby-Mykologen Bauchschmerzen bei der Bestimmung bereitet. :rolleyes: Dann muss man sie halt als sensu lato kartieren und den Bauchschmerzen durch ausreichendes Erhitzen in der Pfanne begegnen.


    LG.

    Hi.

    Die Exemplare von Rookie sind für mich klar ein Neoboletus, aber mit deutlich anderem Habitus als das was ich bei mir im Park für N. xanthopus halte (weiß leider nicht wann mein Exemplar endlich genetisch bearbeitet wird). Möglich ist es trotzdem. Die Bandbreite an Ausprägungen ist viel breiter als ursprünglich beschrieben, wie ich bei einigen von anderen Mykologen sequenzierten Exemplaren, gesehen habe. Die Merkmale, die du aufzählst (weiche Konsistenz, helle Hutfarben und Röhrenbödenfarben sowie sehr schlanke Stiele und langsame Bläuungsreaktion an der Stielbasis) sind aber bisher alle nicht abgrenzungsrelevant.

    Selbst wenn ihr die nicht direkt selbst sequenzieren wollt, macht doch gerne mal eine gründliche Doku und einen Beleg, falls ihr nicht alle auffuttern wollt. Vielleicht finden sich mit der Zeit noch eindeutigere Bestimmungsmerkmale, an denen man nachbestimmen kann...oder man bringt es mal in einer Sequenzierungs-Aktion irgendwo in der Zukunft mit unter. Mit Next-Generation-Sequencing können ja hunderte Arten in einem Rutsch sequenziert werden, ich denke das wird vermehrt genutzt werden zukünftig und man muss die Flowcells ja auch auslasten...

    Und ich muss es auch endlich mal in den Neidpark von Jörg schaffen glaube ich...


    LG.

    Hi Jörg.


    In deinen Parks ist sowieso alles komisch. Da stehen auch amerikanische Schmierröhrlinge. Das klammern wir jetzt mal schön aus. ^^

    Stehen deine Flockies denn alle nur unter Eiche? Wenn du da Exemplare hast bei denen nur die Eiche als Baumpartner in Frage kommt (Fagus können beide Flockies beispielsweise) würde ich erstmal noch die Sporen messen. Es soll wohl auch Unterschiede in der Huthaut und in der Zsytidengröße geben, habe ich aber noch nie selber gecheckt. Wenn die makroskopische und mikroskopische Merkmalskombi dann immer noch auf N. praestigiator/erythropus hinweist, würde ich erst recht sequenzieren, dann kann man den Baumpartner Eiche als wahrscheinliches Abgrenzungsmerkmal nämlich zukünftig geringer gewichten, was ja auch ein Erkenntnisgewinn wäre. Einzige wirkliche Gewissheit, die wir bisher haben, ist dass N. xanthopus nie im reinen Nadelwald steht. Flockies unter Eiche und Linde sind auf jeden Fall immer einen genaueren Blick wert und haben sich meines Wissens nach in Mitteleuropa nach der Sequenzierung (fast?) immer als N. xanthopus rausgestellt. Zumindest war das vor einigen Jahren noch so, als ich da etwas intensiver rumrecherchiert hatte.

    LG.

    Huhu.

    Flockies bei Eiche sind mit Vorliebe, wenn nicht sogar immer, auch gar nicht die "echten" Flockies. Die Abgrenzung vom gar nicht mal mehr so neuen Neoboletus xanthopus ("Gelbfüßiger Hexenröhrling" oder "Eichen-Flockie" scheinen sich eingebürgert zu haben, auch wenn beide Trivialnamen eher irreführend sind) zum echten Flockenstieligen Hexenröhrling (Neoboletus praestigiator/erythropus) ist aber auch nochmal ein Thema für sich, das mMn nochmal schwieriger ist, als die Entscheidung zwischen S. mendax und S. luridus.

    LG.

    Ich wäre beispielsweise skeptisch bei S. mendax unter Fichte, Birke oder Linde. S. luridus ist hier bei mir eine typische, häufige Art hauptsächlich unter Linden, gelegentlich bei Birke und selten bei Fichte. Bei Eiche ist meiner Erfahrung nach bei uns untypisch (hatte ich selbst noch nie), im mediterranen Raum kann das anders sein. Fagus ist auch nicht gerade gängig als Partner.

    Tendenziell ist S. mendax wohl auch auf etwas saureren Böden anzutreffen.


    LG.

    Jein.


    Es ist, wie so oft, etwas schwierig. Auch die Originalbeschreibung beschreibt natürlich noch nicht die volle Bandbreite an Ausprägungen, die S. mendax darbieten kann. Ein echtes K.O.-Merkmal gibt es bisher leider nich. Selbst die Sporenmaße würde ich nicht dazu zählen, da der Quotient sich bei jungen und alten Fruchtkörpern wohl recht signifikant unterscheiden kann.

    Ganz sicher geht momentan nur per Genetik meiner Meinung nach, aber sehr sicher geht schon mit Makroskopie in Verbindung mit Mikroskopie und Ökologie, wenn man die Eigenheiten auf dem Schirm hat.

    Was nicht funktioniert ist an Hand von einzelnen überbewerteten Merkmalen (Kurznetzigkeit, Batailie-Linie, Rothütigkeit, Sporenmaße) auf die Art zu schließen. Nach der Neubeschreibung sollte beispielsweise plötzlich jeder "kurzgenetze" S. luridus ein mendax sein, weil jeder die neue Art finden wollte.

    Ich würde Sporenmaße, Habitus und Ökologie (in Mitteleuropa hauptsächlich Fagus und Quercus) ungefähr gleich wichtig gewichten bei der Art-Entscheidung. Batailie-Linie und Netzlänge werte ich als tendenziell eher weniger stark.


    LG.

    Hm, ok, dann muss ich hier leider makroskopisch passen. Manchmal hilft es noch einen FK ein bisschen zu malträtieren und zu quetschen, um doch noch eine spezifischere Geruchskomponente zu entlocken. Aber Rüblinge sind trotzdem gerne mal schwierig und auch nicht unbedingt meine Paradedisziplin (icht, dass ich überhaupt eine hätte...) um ehrlich zu sein.


    LG.

    Hallo.

    Die Bataille-Linie taugt maximal dazu, dass man Neoboletus von Suillellus trennen kann, wenn sie vorhanden ist.

    Mit Bataille-Linie kann es nie ein Neoboletus sein. Ohne Bataille-Linie kommen Neoboletus und Suillellus in Frage, da für letztere Gattung keine Bataille-Linie vorgeschrieben ist. Angeblich kann selbst S. queletii die haben, auch wenn ich das noch nie gesehen habe (finde den aber auch nicht gerade jede Woche). Glaub Pablo schrob das mal irgendwo.

    S. mendax hat meistens eine Bataille-Linie, aber nicht immer. Das gleiche gilt für S. luridus, wobei der fehlende rote Röhrenboden da seltener ist als bei S. mendax. (Wo steht der Quatsch, dass S. mendax keinen roten Röhrenboden hat?)

    Zusätzlich problematisch ist mMn auch, dass meiner Beobachtung nach weder das rote Stielbasisfleisch im Schnitt noch der Amyloiditäts-Test im Fleisch wirklich zuverlässig Neoboletus und Suillellus trennen können. Also wie gewohnt alles mal wieder ein wenig ambivalent und Erfahrungssache letztlich.


    LG.

    Hi.


    Der Spindelige Rübling ist ein zumeist büschelig am Stamm von Eichen wachsender Pilz. Den kann man ausschließen.

    Verdrehter Rübling gefiele mir auch nicht so, auch wenn ich den noch nie in der Hand hatte.


    Spezifischere Geruchsnuancen wären hier tatsächlich nicht verkehrt (z.B. Essig, fauliger Kohl oder ähnliches). So Rüblingsgedöns ist nicht immer ganz einfach.


    LG.

    Hi.

    Folgende mehr oder weniger schwärzlichen "Grubenlorcheln" (nicht zwangsläufig eng verwandt, konvergenter Evolution sei Dank) stünden zur Auswahl:

    Helvella lacunosa
    Helvella atra
    Helvella palustris
    Helvella philonotis
    Helvella nigra
    Helvella sulcata ("gute" Art, 3-6cm sind beschrieben)
    Helvella juniperi (vermutlich nur mediterran)
    Helvella terricola
    Helvella neopallescens
    Helvella inexpectata
    Helvella hispanica
    Helvella fuscolacunosa
    Helvella fusca


    Wer die makroskopisch (oder mikroskopisch...) auseinander bekommt, verdient meinen Respekt. Ich habe es aufgegeben und nenne die Grubenlorcheln im weiteren Sinne.


    LG.

    Hi.


    Pluteus spec. kann man da schon dranschreiben. Auf Artebene braucht man in der Gattung aber oft Mikroskopie. Junge Pluteus salicinus könnte ich mir hier vorstellen, kann man aber mit dem Bild alleine nicht sicher sagen.


    LG.

    Ziegenlippe mit Netzzeichnung?

    Hallo

    Ja, das darf die Ziegenlippe. So extrem ausgeprägt habe ich das aber auch noch nicht gesehen. Ob es nach DNA Untersuchung mehrere Ziegenlippenarten geben könnte? Wäre ja mal interessant. Oder gibt es da schon etwas Neues?

    Wir haben mittlerweile 4 Xerocomus-Arten. 2 davon häufig (X. subtomentosus und X. ferrugineus). 2 selten oder übersehen bisher (X. chrysonemus und X. silwoodensis). X. silwoodensis wurde schon gefunden in Deutschland, X. chrysonemus meines Wissens nach noch nicht (der dürfte auch eher mediterran verbreitet sein).

    Hier sind alle aktuellen europäischen Filzröhrlinge drauf mit idealtypischen Schnittbildern (bei X. subtomentosus muss man sich aber gelberes Fleisch und +- schwaches Blauen im Hut dazudenken - das ist im Kibby besser dargestellt):

    LG.

    Hi.


    Südlicher Ackerling und Beringter Flämmling würde ich ausschließen, beide haben recht ausdauernde, große Ringe. Kartoffelbovist ist ohnehin völlig absurd.

    Grünblättriger Schwefelkopf würde ich nicht ausschließen, ebenso wenig wie Faserlinge. Lässt sich aber eben nicht sicher sagen mit nur einem Foto.


    LG.

    Hi.

    Du schreibst, dass sich L. piperatus und L. glaucescens makroskopisch nur schwer unterscheiden liessen. Gemäss FoNE Band 2 sollten sich jedoch an der Milchreakion relativ klar unterschieden werden können, die Milch des L. glaucescens, wie der Name schon sagt, verfärbt sich ja im Gegensatz zu L. piperatus blau-grünlich.

    Nicht "nur schwer", sondern eigentlich gar nicht, die Verfärbungen und chemischen Reaktionen sind nicht konstant und damit recht nutzlos.

    FoNE ist ja auch schon über 20 Jahre alt. Die Begründung zur Abkehr von den alten makromorphologischen Bestimmungsmethoden ist von 2013 und online frei nachlesbar. Immerhin lassen sich die Arten aber mikroskopisch noch trennen, was ja auch nicht mehr selbstverständlich ist heutzutage.

    Danke für den Geschmackstest. Ich bin überhaupt kein Fan von Bitter, selbst wenn das nur in geringem Maße zu erschmecken ist (Agrocybe praecox ist für mich auch so ein Kandidat). Du kannst dich übrigens gerne auch nebenan im unsere Küchenmykologischen Charts mit eintragen. Je mehr Teilnehmer desto besser.


    LG.