Beiträge von Schupfnudel

    Hi.


    Nebelkappen machen das besonders gerne. "Inverse Prolifikation" kann man dazu sagen, wenn man protzen möchte.

    Beim Pilz könnte ich mir einen Weichritterling vorstellen.


    LG.

    Moin,


    ich habe das TFM-201 aber keine Vergleichswerte. An und für sich geht damit das meiste was man so macht in der Pilzmikroskopie. Probleme habe ich lediglich bei sehr feinen Details (z.B. die Zellkerne bei der Abgrenzung von Dumontinia tuberosa richtig zu sehen - aber das mag an mir liegen und Leute mit anderen Mikroskopen haben da zum Teil auch Probleme). Die Kamera, die dabei ist, ist nicht gut. Man bekommt einen deutlich kleineren Bildausschnitt als durchs Okular und superhübsch ist das Bild auch nicht. Ich nehme die aber zum Sporen messen auch wenn's etwas mühsam ist die Sporen zu finden in dem kleinen Ausschnitt, gerade wenn man keinen ordentlichen Abwurf hat. Ansonsten knippse ich einfach Bilder mit dem Handy durchs Okular. Mit einem besseren Handy sind die Bilder da vlt. auch nochmal schicker als mit meinem billigen.


    Hier mal ein paar Beispielbilder:


    Galerina uncialis Sporen

    400x Handybild


    1000x beiliegende Kamera (der Dreck auf der Linse oben rechts war inklusive - ist wohl im Gehäuse - quasi mein Wasserzeichen...)



    Hohenbuehelia atrocerulea Metuloiden - Mikrocam 400x




    Leccinum variicolor Caulozystiden - Handy


    Neottiella vivida - Handy


    Da ich gerne bei Fragezeichen (die in der Mikroskopie auch ständig vorkommen, gerade als Anfänger) online nachfrage, ärgert es mich ein wenig kein Trinokular genommen zu haben an dem einfach die Kamera dranbleiben kann. Aber es lässt sich auf jeden Fall auch so damit arbeiten und fix das Okular abzuziehen und die Kamera einzuführen ist jetzt auch nicht soo aufwendig.


    LG,

    Schupfi

    Hi.


    Ich schubse hier nochmal hoch. Hatte letztes Jahr eine "Grubenlorchel" zur Sequenzierung geschickt, eher als Beigabe, primäres Interesse war die Abgrenzung von H. crispa zu H. leucophaea (war nur eine olle H. crispa).


    Sind diese gräulichen bis schwärzlichen Dinger, mit den gefurchten Stielen und den sattelförmigen-unregelmäßigen Hüten, die ich hier öfters in einem Habitat bei Pappel/Eiche/Birke finde.





    Makroskopisch war der Experten-Ersteindruck H. hispanica , per Sequenz kam dann doch nur H. atra (nach dem Skrede et al. Artkonzept) raus. Mit dem 2017er Schlüssel bin ich da damals zu keinem klaren Ergebnis gekommen.

    Das was im Netz und in vielen Büchern als H. atra rumgeistert heißt nun H. fallax (H. nigricans war ein "nomen illegitimum").


    Sinnvoll kartieren kann ich den Fund durch das Wirrwarr nun scheinbar nicht, weil H. atra in der BRD-Pilzkartierung noch gleichgesetzt wird mit H. fallax/H. nigricans.


    Also alles nicht so einfach mit dem Grubengelorchel.


    LG.

    Hi.


    Wie immer schöne Dokumentation!

    Nur als Ergänzung: G. ticiniana hat sich mittlerweile als eigenständiges europäisches Taxon herausgestellt, wobei G. korfii das nah verwandte amerikanische Pendant ist. Bei G. gigas und G. montana gilt das gleiche.

    Auch bei gewöhnlichen G. esculenta lohnt es sich genauer hinzuschauen, nachdem da mit Gyromitra inflata ein weiterer Verwandter wiederbeschreiben wurde:

    Zitat

    Von G. esculenta unterscheidet sich G. inflata durch die zipfelige Hutform, die größeren Hüte, durch die blaulila Tönungen am Stiel und genetisch.

    LG.

    Hi Andy,


    letztlich ist das natürlich auch immer eine Frage des persönlichen Interesses und der eigenen Berührungspunkte. Ich habe durchaus Interesse auch an der Genetik, bin mir aber dessen bewusst, dass ich da nur einen groben Überblick habe und das selbst auch im Detail gar nicht immer alles bewerten kann (so konkret wie es beispielsweise in dem Paper von Vellinga et al. gemacht wurde - da verstehe ich auch nicht alles).


    Den zweiten Satz in meinem Zitat muss ich auch relativieren, denn Amanita solitaria gehört ja gar nicht zu den Arten bei denen einige gerne eine eigene Gattung Saproamanita (was mal als Aspidella bezeichnet wurde) hätten.

    So weit mir bekannt ist, ist das eine Ektomykorrhiza bildende Art, meine Funde waren oft bei Linde. Irgendjemand (da bin ich jetzt zu faul die Primärquelle zu suchen) wird die mal unter Aspidella solitaria beschrieben haben, aber die ganze "Gattung" Aspidella ist eh verbrannt, immerhin so viel ist mittlerweile klar. Von daher macht es denke ich schon Sinn die Art als Amanita solitaria anzusprechen, zumindest wenn man sie nicht lieber Am. echinocephala bezeichnen würde was auch noch als Synoynm rumschwirrt. :P


    Edit: Ah jetzt kam StephanW noch dazwischen, aber er sagt ja ähnliches.


    LG.

    Hi Andy,


    wenn du dir das taxonomische Wirrwarr antun willst, findest du hier eine Erklärung. Da kommt dann auch noch ihre Begründung für die, ihrer Meinung nach gerechtfertigte, Gattungsabspaltung von Saproamanita hinten dran, die von den meisten aber nicht anerkannt wird. Da kannst du dann hier weiterlesen wenn du magst. Ist aber für den Hobby-Mykologen nur so semi-interessant denke ich.


    LG.

    Hi Ingo,


    man darf bei Pilzen nicht davon ausgehen, dass das die gleiche Art ist nur weil sie eng beieinander gewachsen sind. Wild durcheinander wachsende Arten sieht man in seiner Pilzler-Karriere regelmäßig. :P

    Ich habe keine Zweifel, dass das unterschiedliche Arten sind.


    Edit: Ach, jetzt war Pablo schneller und ausführlicher. Aus eigener Beobachtung: auf wenigen Quadratmetern verteilt stehen bei mir an einer Stelle Helvella solitaria, eine oder mehrere "Grubenlorcheln" (schwieriges Terrain leider),

    Helvella acetabulum und irgendeiner der Langfüßler, den ich damals nicht näher untersucht habe. Also mindestens vier verschiedene Arten einer Gattung auf engstem Raum.



    LG.

    Hi.


    Beim ersten Bild kommt man makroskopisch mit den sichtbaren Merkmalen und dem Skrede et al. Schlüssel relativ fix zu H. sublicia (=H. ephippium). Die Langfüßler sind nicht sattelförmig. Schlüsselt man die folgenden napfförmigen aus kommt man mit dem 2017er Schlüssel eben zu H. macropus/H. fibrosa wobei der morphologische Komplex nach aktueller Auffassung ein paar mehr Arten (5-6 Stück) umfasst. Leider ist mir da zur Aufdröselung noch kein Schlüssel bekannt, so dass ich wohl einfach H. macropus s.l. dranpappen würde.


    LG.

    Huhu.


    Da stimme ich zu, schöne Fotos!

    Helvella ephippium läuft wohl mittlerweile unter Helvella sublicia (Priorität wegen früherer Beschreibung), ist aber natürlich der gleiche Pilz letztlich.


    Edit: Zumindest das erste Exemplar, das ja deutlich sattelförmig ist. Beim zweiten Bild könnte ich mir ebenfalls einen der Langfüßer vorstellen, wie Habicht vorgeschlagen hat.


    LG.

    Hi.


    Hübsche Bilder. Ich würde es wohl auf Grund der Tatsache, dass die im Laubwald standen sicherheitshalber G. gigas s.l. nennen. Gyromitra ticiniana bevorzugt Laubwald-Habitate und ist makroskopisch schwierig zu trennen.


    LG.

    wie gesagt, die meisten ausführlichen Monographien sind vergriffen. Im Antiquariat kann man z.B. für die "Pilze der Schweiz" tausend € ausgeben, wenn man sie denn überhaupt noch vollständig bekommt.

    Sind alle beim Verlag vorrätig und bestellbar, da braucht's kein Antiquariat. Ist aber natürlich schon etwas betagt, aber aktuelle Entwicklungen muss man ohnehin fast immer nochmal individuell nachrecherchieren.


    Was 123pilze angeht sind mir persönlich die Fehler zu zahlreich und ich muss jedes mal hinterfragen ob das was da steht so korrekt ist. Ich nutze die Website gerne um schnell eine Idee abzugleichen, aber letztlich muss man hinterher doch noch mal in lektorierten Werken nachschlagen. Die vielen Bilder sind ohne Zweifel praktisch, aber es nützt mir nichts, wenn ich die Authentizität der Bestimmungen nicht nachvollziehen kann. Liegt halt auch daran, dass oft auf gemeinfreie Bilder zurückgegriffen wird, die aber gerne dann auch mal von anderen Kontinenten stammen, wo mittlerweile regelmäßig festgestellt wird, dass die europäischen Arten doch nicht das gleiche sind wie die dort einheimischen Arten.


    Trotzdem ziehe ich meinen Hut vor diesem Mammutprojekt der 123pilze Website. Wenn man das richtig einzuordnen weiß, kann man das durchaus nutzen, mache ich ja auch. Und dass Fehler nach Hinweise schnell ausgebügelt werden, ist natürlich auch löblich. Habe gerade mal geschaut, mittlerweile ist C. brunneum beispielsweise mit Geruch "unbedeutend bis unangenehm" eingetragen. Vorher stand dort nur die unangenehme Komponente und dann schlägt man sich mit Leuten rum, die das auf 123pilze gelesen haben (ist bei den Suchergebnissen immer weit oben und damit Gesetz!) und ihre Gerandetknolligen Safranschirmlinge futtern wollen, weil die ja nicht stinken.


    LG.