Beiträge von Schupfnudel

    Hi.


    Vielen Dank fürs Nachhaken. Ich habe es für mich bisher auch so gehalten, dass ich die Agaritin-Arten schon ab und an mal mitnehme (eigentlich hauptsächlich Wiesenchampignons, mit A. pesudopratensis im Hinterkopf, bei dem ich aber meine, dass ich ihn wegen der Sensibilisierung für die Art hoffentlich erkennen würde - Karbol nehme ich zur Abwechslung mal sehr gut wahr), zumal sich die Werte ja beim Kochen nochmal reduzieren. Die rötenden Arten ("Waldchampignons") würde ich für mich auch noch mitnehmen - da besteht die Herausforderung aber darin überhaupt mal madenfreie Exemplare zu finden. Das ist bei mir so selten, dass die eigentlich eh fast nie mitkommen können. Ich schaue sie mir trotzdem immer an eben wegen der Hoffnung A. freirei mal anschauen zu können. Ich hätte den wirklich gerne mal zur Anschauung in der Hand um das für mich nachvollziehen zu können, gerade was eben die Verfärbung und den Geruch angeht.


    Bei den Schwermetallen bin ich dagegen kritischer. Die akkumulieren sich halt und bleiben sehr lange im Körper. Getestet wird man darauf auch nicht wirklich ohne irgendwelche Indikationen. Da ich gerne noch so +-50 Jahre Leben vor mir hätte, verzichte ich auf die teilweise extrem stark belasteten (also überwiegend die aus Sektion Arvenses), zumal ich die Bodenzusammensetzung ja nicht prüfen kann. Bei den Belastungen mancher Arten kann man stattdessen schon sehr viel Fisch futtern ehe man da auf vergleichbare Aufnahmemengen kommt, auch wenn sicherlich nicht der gesamte Gehalt resorbiert wird.


    LG,

    Schupfi

    Hi.


    Ja, ist wichtig da immer mal wieder zu sensibilisieren. Auch in DE gibt's mittlerweile öfters Funde, vor allem im Süden. Mir ist er leider noch nicht begegnet - würde ihn ganz gerne mal ablichten.


    Generell bescheren uns die veränderten klimatischen Bedingungen wohl auch zukünftig weitere "mediterrane" Arten. Hier bei mir wurde wohl letzte Woche Amanita vittadini gefunden. Mal schauen ob der mir auch mal übder den Weg läuft. :)


    LG.

    Hi.


    Das mit dem Blutroten Hautkopf ist in jedem Fall Quatsch.

    Die Story mit Gloeocystidiellum porosum kann man mal zur Kenntnis nehmen auch wenn sie direkt im Text wieder relativiert wird:

    Zitat

    We have found it several times before but never experienced this reaction.

    Davon nun direkt eine pauschale Kontaktgiftigkeit her abzuleiten, wäre mMn sicher nicht sinnvoll.


    Trichoderma cornue-damae, der in dem Artikel auch erwähnt wird, wurde ja auch wie blöd maßlos durch die Presselandschaft übertrieben. Ja, es ist theoretisch möglich, die Giftstoffe von dem durch die Haut aufzunehmen. Kann man durchaus kontaktgiftig nennen. Ernsthafte Vergiftungen vom reinen Anfassen sind aber größtenteils unbekannt. Ich lasse mal einen Link zur Einordnung da.


    LG.

    Hi.

    In der Studie steht, dass noch kein Erwachsener an einer Fliegenpilzvergiftung gestorben ist. Kennst du jemanden?

    In meinem Link von der ersten Seite findet sich zumindest ein Gegenbeispiel (wenn man das zweite als ungeklärt betrachtet wegen Mischkonsum):


    Zitat

    Sometimes the unforeseen results of eating muscaria are more serious than “merely” an unpleasant poisoning and hospital stay. The National Poison Data System for 2004, established by the American Association of Poison Control Centers (AAPCC), listed a fatal outcome for a young man who ate 6-10 freeze-dried muscaria caps (Watson, 2004). He was discovered in cardiac arrest, and died 10 days later from anoxic brain injury. Another fatal muscaria poisoning case from 2007, recounted in a NAMA Toxicology Committee Report in the 2009 issue of McIlvainea, tells of an otherwise healthy young man who died twelve hours after ingesting 6 or 7 muscaria caps. After falling into a muscaria-induced swoon the night before, he was found dead in bed the next morning. The medical examiner who autopsied the corpse labeled it death by mushroom poisoning, since he could find no other contributing cause of death (Beug, 2009), although since there were other drugs involved, the exact cause of death remained unclear (Beug, 2012).


    Ein weiterer tödlicher Ausgang wird hier beschrieben und das ist einer der wenigen Fälle in denen die Pilze zum normalen Verzehr gesammelt und zubereitet wurden:

    Zitat

    In Mafinga we visited a hospital where some patients suffering from mushroom poisoning had just been taken. Later we could trace the species and the habitat of the mushroom involved. It turned out

    to be A. muscaria growing under some scattered Pinus patula trees along a path in a near-by village. The patients told us that they had believed it to be Wigwingwi. The food made of it was good and had

    mild taste. After a couple of ours the two women and a child who had eaten it began to feel sick, but they did not vomit. Very soon they lost consciousnes and began to hallucinate. One of the

    women could see her dead relatives and could talk with them. The other imagined that she went to a church which was full of people, all women, and she felt herself very uncomfortable. Later she was

    left alone in the church with all the doors locked and was very much afraid. We assured the doctor and the patients that this kind of psychotropic poisoning does not usually have fatal consequences. Unfortunately, one of the women did die the following night.


    Einen fast-tödlichen Ausgang gab es auch erst kürzlich wieder. Ich denke man darf bei giftigen Pilzen nicht nur die Lethalität betrachten - ich würde die folgende Symptomatik ungern haben wollen:


    Zitat

    The patient, found covered in vomit, urine and feces was described as obtunded with intermittent periods of agitation. According to the police that accompanied the patient to the ED, the patient took 10 grams

    of fly agaric mushrooms approximately seven hours prior to arrival.
    (...)

    The patient was given a Glasgow Coma Scale score of 3. Lab results revealed a leukocytosis, high anion gap metabolic acidosis, hypokalemia, acute kidney injury, hyperglycemia, and elevated lactate level.
    (...)

    The patient was transferred to the Intensive Care Unit (ICU), where he was ventilated and sedated with propofol.
    (...)
    On ventilator day three, the patient was still experiencing muscle fasciculations. The patient was loaded with Intra-Venous (IV) phenobarbital. The patient was extubated on Hospital Day (HD) five and remained in the ICU until day six for delirium until transferred to a lower level unit. The patient was discharged on HD 14 after a prolonged course for a workup of low-grade fevers and management of diabetic ketoacidosis in the setting of newly diagnosed diabetes.

    Fast zu sterben und 14 Tage im Krankenhaus ist schon eine Hausnummer.


    Zur Einordnung muss man aber sagen, dass es sich bei den meisten Fällen eben um Leute handelt, die sich die Wirkung als Delirantium zu Nutze machen wollten und außerdem vollkommen übertriebene Dosen zu sich genommen haben. Todesfälle nach einer Verwechslung mit Speisepilzen und der üblichen Speisepilz-Zubereitung (also kochen/braten - bei A. muscaria eben unzureichend!) sind kaum bekannt aber wohl im Bereich des möglichen (siehe oben drüber der Fall - ist aber wohl eher die Ausnahme). Wie immer kommt es da sicherlich auch zusätzlich auf die individuelle Verfassung und Risikofaktoren/Vorerkrankungen der Person an.


    Ich wollte es zusätzlich mal erwähnt haben, dass der Tod allein als Metrik zur Beurteilung der Gefährlichkeit kaum ausreicht. Amanita muscaria kann durchaus schwere Vergiftungen hervorrufen (da ja gefragt wurde wie giftig der Pilz denn ist). Die Art und Weise der Zubereitung und die Intention des Verzehrs spielt hierbei halt eine bedeutendere Rolle als bei vielen anderen Pilzen.


    Erfahrungsberichte über den Verzehr nach der "korrekten Entgiftung" sind ja mittlerweile ein paar im Thread verlinkt. Mehr kann ich dazu leider auch nicht beisteuern außer eben den üblichen Erfahrungsberichten, die man online so beim Googlen findet.


    LG.

    Ich bewege mich meist sehr langsam durch Pilzverdächtige Areale. Bin demnach nicht gefährdet. :P

    Vom Flötenkrähenstar wurde ich dagegen tatsächlich schon mal attackiert, aber die Fieslinge gibt's bei uns zum Glück noch nicht.



    LG.

    Huhu.


    Ich finde es auch schön, dass das hier diskutiert werden kann. Wie erwähnt war ich ja selber bereits einmal in Versuchung es auszuprobieren. So richtig vorstellen kann ich mir das aber eigentlich kaum, dass das noch wirklich gut schmeckt nach der Entgiftung. Aber scheinbar gibt's ja eben doch den ein oder anderen Fan davon.


    Der Artikel berührt eine Fragestellung, die mich auch immer mal wieder ein bisschen wundert, nämlich wie einzelne Autor*innen zu ihren Einteilungen für "essbar", "giftig", "ungenießbar", usw. kommen.

    Da bist du auch nicht die Einzige, ich frage mich das auch öfters. Besonders steil finde ich dann unterschiedliche Empfehlungen in europäischen Ländern, die mutmaßlich auch wirklich auf die gleichen Pilze bezogen sind. Die Amerikaner sind ja mittlerweile dazu übergegangen sich endlich mal eigene Namen für viele ihrer einheimischen Pilze zu suchen und nicht einfach unsere zu übernehmen, was in vielen Fällen ja nicht hingehauen hat. :P

    Aber selbst in Europa schwanken die Empfehlungen teilweise noch was bestimmte Arten angeht. Und es ist ein ziemlicher Recherche-Aufwand, wenn man da mal wissen will, warum eigentlich Pilz XY auf der Giftpilz-Liste oder zumindest auf der Liste mit uneinheitlich bewertetem Speisewert gelandet ist. So ganz nach festen Prinzipien scheint mir das jedenfalls nicht immer abzulaufen. Dass man vorsichtig ist mit Empfehlungen kann ich dabei aber natürlich durchaus nachvollziehen. Gerade in der Arbeit mit potentiellen Vergiftungen ist's aber dann doch ganz gut zu wissen, welche Arten denn nun wirklich problematisch sind und welche eher unter Pauschalverdacht gestellt werden (man denke an viele Häublinge, Düngerlinge, Samthäubchen, Lorcheln etc.). Aber das wäre vlt. eher was für einen separaten Thread.


    Interessieren würde mich nun aber tatsächlich auch ob's Rene denn nun tatsächlich riskiert hat oder zu welchem Entschluss er nach der Recherche gelangt ist. Mal schauen ob wir noch ein Feedback bekommen.


    LG,

    Schupfi

    Huhu.

    Hallo Schupfi

    Sehr schöne Runde und Vorstellung. Vielen Dank für das zeigen. Der Schönkopf und der Schleimschirmling hätte ich so nun nicht auf Anhieb gekannt.

    BG Andy

    Hi Andy.

    Finde ich sehr verständlich. Von dem Fleischroten Schönkopf findet man online immer Bilder wo der nach einem kräftigen Pilz aussieht. Alle meine Funde sind aber eher schmächtige Gesellen, mehr als 3cm Hutdurchmesser hatte ich kaum bisher. Beim Erstfund war ich daher damals auch verwirrt. An der Limacella hätte ich mit Sicherheit auch ordentlich zu knobeln gehabt, wenn das mein Erstfund gewesen wäre. Ich hatte aber das Glück den vor einigen Wochen mal in jung und richtig schleimig zu finden und dann einige Tage später am selben Platz nochmal ältere Modelle begutachtet. In Verbindung mit dem intensiv mehlig/gurkigen Geruch, den Bilder ja noch nicht transportieren können, ging das dann hier. Manchmal hilft einem die Erfahrung, die man sich über die Jahre ansammelt eben auch. :)



    Hallo Schupfi,

    Ein mir unbekannter Rötling ohne Mehlgeruch

    ich glaube den kenne ich auch wenn er einmal nicht mehlig riecht. Das sollte der Weißstielige Rötling sein.


    VG Jörg

    Hi Jörg. An den hatte ich im Feld auch gedacht ihn dann aber wieder verworfen, da der eben so ein Mehlstinker sein soll und ich den Stiel auch gar nicht als so richtig weiß empfunden habe. Ich vermute es gibt da noch mehr Verwechsler und ich sträube mich momentan ein wenig auch noch das große Fass Entoloma unterm Mikro aufzumachen. Die unübersichtlichen Gattungen Inocybe, Entoloma und Cortinarien habe ich erstmal hinten angestellt.

    Momentan versuche ich erst mal mich ein wenig in Lepiota s.l. reinzuwurschteln. Bei Milchlingen habe ich auch noch Nachholbedarf und in Russula stümpere ich ein wenig herum mit tatkräftiger Online-Hilfe. ^^


    Ich hatte auf dem Friedhof aber noch eine zweite Kollektion Rötlinge, die nicht mehr in den Beitrag gepasst hat. Die habe ich nur kurz geknipst, weil ich anfangs dachte, das wäre das gleiche wie die oben. Daher habe ich auch keine Merkmale erhoben, aber da könnte ich mir E. lividoalbum vorstellen. Die waren auf jeden Fall etwas größer/länger und weißstieliger. Beweisen kann ich's aber natürlich nicht und vielleicht hast du auch Recht mit deiner Einschätzung für die oberen Rötlinge.



    Murmel


    Das klingt auf jeden Fall sehr gut, was du beschreibst. Ich bin ja tatsächlich nicht so der Mykophage aber ich probiere trotzdem die meisten Pilze mal als Einzelgericht aus. Da bin ich gespannt ob die was für mich sind. :)


    LG,

    Schupfi

    Hi.


    Hier ein kleiner Bericht der gestrigen Friedhofsrunde. :)


    1. Grauer Wulstling.



    2. Ein mir unbekannter Rötling ohne Mehlgeruch. Er wird vermutlich auch unbekannt bleiben, in der Gattung sehe ich nicht durch.



    3. Der Büschelige Rasling ist recht schnell zu ernten, da er freundlicherweise in Büscheln fruktifiziert. Leider schiebt er auch gerne viel Dreck mit, so dass doch ein wenig nachgeputzt werden muss.


    Die hier abgebildeten landeten heute im Nudelauflauf. Der Pilz selbst schmeckt nicht besonders aromatisch, aber die Konsistenz entschädigt dafür. Auch nach längerem Kochen war er noch schön bissfest.


    4. Der starkblauende Rotfußröhrling war auch vor Ort, neben gemeinen Rotfußröhrlingen und Eichenfilzröhrlingen, die ich nicht geknipst habe.



    5. Hier habe ich ein schwieriges Suchbild für euch.



    6. Der Stinkschirmling ist hübsch anzusehen und macht weniger Bestimmungsschwierigkeiten als manch andere Lepiota.



    7. Ganz im Gegensatz zu den Risspilzen, von denen ich keine Ahnung habe. Weiße sehe ich aber nicht so oft, vlt. kennt ihn ja jemand. Aber ich vermute, da gibt's wieder mehr als nur ein paar. Er roch eher mehlig für mich.





    8. Täublinge der Sektion Griseinae sind hier häufig, aber Frauentäublinge sind eher selten. Drum habe ich mich über den kräftigen Gesellen gefreut, der mit in den Auflauf durfte.



    9. Auf dem Weg zum Ausgang standen noch ein paar Leberbraune Ackerlinge.




    10. Grauer Lärchenröhrling. Den hatte ich dort bisher noch nicht. Nicht die schönsten allerdings.



    11. Ringloser Butterpilz.




    12. Wald-Safranschirmling. Auch der hat sich bei der Einzelverkostung für mich als ungeeignet erwiesen. Die durften also ebenfalls stehenbleiben. Parasole wären mir lieber gewesen.



    13. Babies vom Fleischroten Schönkopf.



    14. Ein weiterer Fundort von Limacella glioderma - Rotbrauner Schleimschirmling hat mich gefreut. Auffällig, dass meistens Eiben in der Nähe sind.




    15. Wie immer überall in Massen - Karbolchampignons.




    16. Flaschenstäublinge



    17. Butter-Rübling




    18. Würziger Tellerling. Den werde ich demnächst mal verkosten. Dieses mal hatte er noch Schonfrist, da ich mit den Raslingen und Täubling versorgt war.



    19. Ein Erstfund für mich war der Krönchenträuschling. Leider schon etwas mitgenommen, aber Erstfund ist Erstfund.




    20. Den Abschluss macht der Große Laubholzmilchstäubling hinter der Wohnung, den ich noch ein wenig weiter beobachten werde.



    Ein paar Problemfälle harren noch der Klärung, aber ich habe ohnehin bereits das Upload-Limit erreicht wie es scheint.

    Danke fürs Mitkommen.


    LG,

    Schupfi

    Hi.


    Agaricus freirei ist eine giftige rötende Art aus Sektion Xanthodermatei. Nach der fragt Rapunzel ja hier. Ob man den makroskopisch von den anderen Wald-Egerlingen trennen kann, weiß ich ehrlich gesagt auch nicht. Merkmale sollen wohl der schwache Karbol-Geruch sein, der aber natürlich auch mal fehlen kann und ein bräunlicher Rand an der Unterseite des Ringes. Außerdem scheint er wärmeliebend zu sein und sandigen Untergrund zu mögen. Ich denke, dass man den nur sicher erkennt wenn man ihn mikroskopiert. Vlt. erkennt man ihn irgendwann auch so, wenn man ihn öfters gefunden hat, aber ich glaube nicht, dass ich ihn makroskopisch erkennen würde, es sei denn der Karbol-Geruch wäre gut ausgeprägt.


    LG.

    Hi Jörg.


    Ich finde die Hüte eigentlich gar nicht eckig, sondern eher rundlich kegelig. So sehen bei mir Anis-Champignons die im Wald wachsen oft aus. Das Schnittbild hatte ich bei der ersten Antwort aber überblättert. So richtig chromgelb finde ich das zwar auch nicht, aber die Knollenform zumindest schaut auch nach Karbolie aus.


    Lg.

    Ich habe den Pilz, welchen ich mitgenommen hatte, eben meiner Holden unter die Nase gehalten und auch sie meinte, kein Anis herausriechen zu können. Allerdings habe ich vor vier Wochen einen F1 Kurs bei Andreas Gminder machen dürfen und habe dort festgestellt, dass gerade Gerüche sehr individuell wahrgenommen werden. Gib fünf Menschen einen Pilz zum riechen und du erhälts sieben verschiedene Aussagen ;-) Mir war nicht klar, das Agaricus derart schlank wirken kann. Vielen Dank für deine Antwort.


    LG André

    Ja, gerade bei Agaricus, wo Gerüche so wichtig sind, ist das natürlich problematisch. Bei Karbol-Champignons, die Pablo vermutet, kann man mal probieren kochendes Wasser über den Pilz zu gießen und dann nochmal schnuppern. Da soll der Geruch wohl deutlicher zur Geltung kommen. Ich hab's aber ehrlich gesagt noch nicht probiert, ich kann Karbol gut riechen im Gegensatz zu vielen anderen. Dafür habe ich bei anderen Pilzgerüchen Probleme, insbesondere viele Täublingsgerüche nehme ich irgendwie nicht so gut wahr wie andere.


    LG.

    Hi.


    Das Breitblatt hat ja keinen Ring. Die Stielbasis und der Geruch wären wohl interessant. Ich könnte mir Amanita porphyria vorstellen. Aber keine Ahnung wie da die Sporen aussehen. Ist makroskopisch eigentlich gut kenntlich, wenn der Pilz vollständig ist.


    LG.

    Hi.


    So abwegig ist das nicht. David Arora ist hauptsächlich derjenige der für die Essbarkeit von Amanita muscaria nach korrekter Vorbehandlung! plädiert und er ist ja schon ein anerkannter Mykologe. Hier nachzulesen und dort auch nach dem erwähnten Paper suchen.


    Die Gegenposition dazu gibt's dann wiederum hier nachzulesen inklusive Todesfällen vom Verzehr von Fliegenpilzen, die aber wohl zum Großteil nicht oder falsch "entgiften" wurden. Möge sich jeder sein eigenes Urteil fällen. Dem Threadstarter empfehle ich beide Links und das Paper durchzulesen, denn die Variante die er schildert ist die falsche.


    Ich bin zwar durchaus experimentierfreudig, habe mich aber letztlich gegen den Selbstversuch entschieden. So wichtig war es mir nicht das herauszufinden.


    Lg.

    Hi.


    Ja, wenn die gilben und nach Marzipan riechen bist du in der Sektion Arvenses unterwegs. Die sind leider alle reichlich ungesund gerade im Bezug auf Cadmium. Wird aber denke ich eine andere Art sein als die im Ausgangspost.


    LG.

    Hi.


    Danke euch beiden. Collybia ist ja arg übersichtlich und nach dem Hinweis habe ich nun auch die gelblichen, rundlich-länglichen Sklerotien im Substrat gefunden, so dass ich den sogar benennen kann. Damit hätte ich gar nicht gerechnet, vielen Dank für den Schubser.


    Dann ist das also Collybia cookei - Gelbknolliger Sklerotienrübling und somit ein Erstfund für mich. Super.


    Der Krempling hat tatsächlich schon abgesport und zwar wieder rotbraun. Ich hatte die Sporen noch nicht unterm Mikro aber es wird wohl wieder auf Paxillus obscurisporus hinauslaufen, den ich dort in der Ecke bei den Pappeln immer finde.


    LG,

    Schupfi

    Hi.


    Hier ein kurzer Bericht von den heutigen Funden in der Tagebaufolgelandschaft.


    1. Sollte Russula versicolor sein. Häufig zu sehen heute. Bei Birke, scharf, gilbend und vielfarbig auch wenn die Kollektion mal überwiegend rötlich ist.



    2. Die Kremplinge kommen, sind aber noch sehr klein. Vermutlich wird das wieder Paxillus obscurisporus werden. Ammoniak-negativ. Absporen wird er vermutlich noch nicht, wenn doch schaue ich mir die Farbe und Sporen noch an. Auffällig ist, dass immer Pappeln in der Nähe sind.




    3. Vermutlich Lepiota oreadiformis. Mit spindelförmigen Sporen ohne auffallenden Geruch.



    4. Die Winzlinge sind mir unbekannt und werden es wohl auch bleiben, da sie weggetrocknet sind. Unter Pappeln.




    5. Rötlinge lasse ich gerne links liegen. Die hier hatte ich mir mal eingepackt aber nach kurzer Recherche lasse ich das wohl lieber. Ich würde sie makroskopisch einfach Entoloma sericeum s.l. nennen wollen, wenn zumindest da keine Einwände sind.

    Im hohen Gras unter Robinien.



    6. Rickenella fibula denke ich hier.



    7. Körnchenröhrlings-Babies kamen in Massen. Über Schmierröhrlinge dürfen sich aber gerne andere Sammler freuen. Ich lasse die stehen.



    8. Und direkt nebenan habe ich mich etwas geärgert, dass ich nur 2 brauchbare, aber sehr junge Exemplare finden konnte. 2 alte lagen bereits und waren am Gammeln. Auch der rechte Fruchtkörper schien schon von Schimmel angefallen zu sein.

    Die Gattung Chroogomphus ist ja mittlerweile arg gewachsen bei uns und ich wollte gerne mal schauen, was das denn genau ist.



    Die dunklen Verfärbungen in der Stielbasis beim rechten liegen vermutlich an einem Befall. Basalmyzel weißlich.


    Linker Fruchtkörper - sorry fürs Kunstlicht.



    Auffällig sind die stark lilafarbenen Verfärbungen an Hut und Stielbasis. In echt noch deutlicher zu sehen. Nur finde ich da nix zu, dass das irgendwie bestimmungsrelevant sein könnte...




    Sporenabwurf brauche ich in dem jungen Alter nicht versuchen, aber ich habe mal ein Stück Lamelle unters Mikro geworfen. Die Pleurozystiden sind sehr zahlreich und recht dickwandig wie es scheint. Hübsch anzusehen.




    Lamelle erscheint mir zudem amyloid zu sein:




    Wenn ich das etwas dilettantisch (weil ohne Sporenmessung) hiermit schlüssele (keine rötlichen Flocken am Stiel, Lamellentrama amyloid, Basalmyzel anders und Zystiden dickwandig) käme ich dann sogar bei Chroogomphus rutilus s.str. raus. Aber vielleicht hat sich hier ja schon jemand mit der Gruppe beschäftigt und kann noch etwas Input geben. :)


    Danke fürs Mitkommen.


    LG,

    Schupfi