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Weißstieliger Ockertäubling, Russula violeipes var. citrina

  • Hallo!

    Habe mir mal wieder einen Täubling vorgenommen und freue mich auf eure Meinungen.


    Datum/Ort: Bardenbach, großer Hirschkopf 02.07.2020

    Name: Weißstieliger Ockertäubling, Russula violeipes var. citrina


    Hut: 5,5 cm Ø. Leicht eingedellt. Trocken samtig.

    Huthaut: Abziehbar (Gummi)

    Farbe: Hellgelb mit grünbraunem Hauch


    Lamellen: Weiß bis hellgelblich, angeheftet. Nicht sehr brüchig

    Sporenpulver: Weißgelblich bei schwachem Sporenwurf!

    Sporen: 7,9-9,46 x 7,3-85 µm. Warzig, partiellem Netz, subglobos.


    Fleisch: Fest, brüchig, weiß.

    Geruch: Unbedeutend.

    Geschmack: Mild, nicht bitter, nicht scharf.


    Stiel: Zylindrig zum Grunde verjüngt, weiß vollfleischig.


    CH. Zystiden: Schmalspindelig mit Einschnürungen. 73-95 µm x 9-11 µm

    Pl. Zystiden: Breitspindelig mit Einschnürungen mit Fortsatz an der Spitze auch doppelt.

    Basidien: Viersporig mit granulierter Füllung keulenförmig. ~51 x 13 µm



    Siehe auch: 123Pilze und...

    rvioleipes.php

    LG Rigo

  • Hallo Rigo,


    Das kommt doch ganz gut hin. Die grüngelbliche Huthaut müsste sich bei R. violeipes typisch wachsartig anfassen.


    Mit den Angaben zu den Basiden, Cheilo- und Pleurozystiden kann ich wenig anfangen. Auch meine Täublingsliteratur geht auf diese Merkmale nur selten ein, da ihnen bei Russula nur ein untergeordneter taxonomischer Wert zugeordnet wird. Zum R. violeipes hab ich aber sogar Angaben, denn Romagnesi schreibt zu den Hymenialzystiden 86-130 x 10-19. Was du als Cheilos angiebst, dürften die bajonettförmigen Haare der Lamellenschneide sein, welche typisch für die Samt-/Brätlingstäublinge (R. violeipes, amoena, amoenicolor) sind. Diese kann man makroskopisch sogar mit der Lupe sehen. Die Sporen sind etwas zu groß (6,5-9 x 6-8) aber das kann schon mal schwanken. Wenn du den Pilz noch hast wäre es auch interessant noch mal daran zu riechen wenn er eintrocknet. Nicht umsonst gehört er zu den Brätlingstäublingen und müsste einen schwachen Krabben/Heringsgeruch von sich geben (analog zum Brätling Lactifluus volemus).


    Grundsätzlich ist es bei Täublingen wichtig sich die Huthaut im Mikro anzuschauen. Meist kommt man ohne das Wissen um möglicherweise vorhandene Dermatozystiden, Inkrustierungen und die Form der Haare nicht weit.


    LG Thiemo

  • Hey, danke Thiemo für die Erläuterungen. Bei der Huthaut musste ich gestern kapitulieren, ich bekam keinen vernünftigen Schnitt hin. Ich habe am Morgen wieder gerochen aber eindeutig fischig oder nach Krabben kann ich nicht bestätigen. Da ich diesen Geruch erwartet habe bin ich meiner Objektivität nicht ganz sicher! Das mit den bewimperten Lamellenschneiden bemerke ich nun nach deiner Ausführung auch. Ich musste arg quetschen, ohne dies sah es in der Tat nach Haaren aus.

    Danke für die Hilfe, Thiemo

    LG Rigo

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