Brauner Filzröhrling - Xerocomus ferrugineus

Es gibt 13 Antworten in diesem Thema, welches 2.283 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag (9. September 2022 um 21:32) ist von ibex.

  • Hallo zusammen,

    am Montag Abend wurde dieser Filzröhrling in einem Laubwald gefunden. Der Hut war sehr feinsamtig und in einem kräftigen rotbraun, die Röhrenschicht leuchtend gelb.

    Im Schnitt kann man sehen das das hell-gelbliche Fruchtfleisch unter der Huthaut und zum Stiel leicht rötlich ist und sich nicht verfärbt. Der Stiel hatte zur Spitze zu ein deutliches langezogenes Netz. Den Geruch kann ich nicht einsortieren, nicht angenehm pilzig eher etwas unangenehm süßliches. Ob man diese beiden Arten auch mikroskopisch unterscheiden kann, weiss ich nicht, fehlt mir auch passende Literatur dazu.

    Vielen Dank für eure Hilfe!

    Liebe Grüße Annerose

    Leider war es schon recht dunkel bei den ersten Aufnahmen

    Hier Aufnahmen von heute Morgen, das Fruchtfleisch hat nicht geblaud beim drücken

    Das etwas ein getrocknete Netz kann man noch gut sehen

  • Brauner Waldvogel 7. September 2022 um 13:58

    Hat den Titel des Themas von „Samtiger(lanatus) oder Brauner ( ferrugineus) Filzröhrling (Xerocomus) ?“ zu „Brauner Filzröhrling - Xerocomus ferrugineus“ geändert.
  • Hallo Annerose

    Obwohl Xerocomus ferrugineus bei uns relativ häufig vorkommt, habe ich ihn erst vor ein paar Wochen zum ersten Mal bewusst gefunden. Damals hat mir auch Schupfnudel ein paar gute Tipps gegeben. Seither habe ich ihn jetzt fast jedes Mal gefunden und mittlerweile sogar schon gegessen. Ist jetzt nicht gerade ein Festmahl, schlecht fand ich ihn aber eigentlich auch nicht. Nun, da ich immer froh bin, wenn ich zu etwas noch ein paar zusätzliche Infos erhalte, dachte ich mir, vielleicht bist du es auch. Wie mir Christoph vom Nachbarforum erklärt hat, ist vor allem auch das Basalmyzel, das bei X. ferrugineus gelb sein muss, ein wichtiges Merkmal.

    Hier noch ein paar Fotos:

    1a:

    1b:

    2a:

    2b (oft sieht man das Netz meiner Meinung nach nicht gerade gut, wie hier z.B.):

    3a (hier das wichtige Merkmal, das gelbe Basalmyzel, dafür muss der Pilz natürlich im Ganzen aus dem Boden gehoben werden)


    LG

    Benjamin

    Mit meinen Beiträgen gebe ich lediglich meine persönliche Einschätzung/Meinung ab. Sie sind nur als Vorschläge zu werten und es gibt damit insbesondere keine Verzehrsfreigaben meinerseits. Eine sichere Bestimmung sowie Verzehrsfreigabe kann nur der Pilzkontrolleur bzw. Pilzsachverständige vor Ort geben.

    • Offizieller Beitrag

    Servus!

    Schade, daß hier der untere Teil der stielbasis fehlt. Einschließlich des Basismycels (siehe Benjamins prima Vergleichsbild!).

    Der Fruchtkörper oben sieht für meine Erfahrung schon sehr merkwürdig aus für Xerocomus ferrugineus. Das Fleisch erscheint mir auch auf einigen Bildern nicht weißlich, sondern schon etwas gelblcih im Hut und bräunlich im Stiel. "Laubwald" klingt auch nach einem eher komischen Fundort für X. ferrugineus - schließt den aber nicht aus. In höheren Lagen (kühl und feucht im Jahresmittel) gehen auch zB Rotbuchen als Mykorrhizapartner. Wenn das allerdings ein thermophiler Laubwald, eventuell sogar mit Kalk im Boden, wäre eine ungewöhnlich ausgeprägte Ziegenlippe (X. subtomentosus) durchaus wieder im Rennen. Ein Fundort mit Pappeln an einem Gewässer in einer wärmebegünstigten Region würde noch die Option auf Xerocomus silwoodensis eröffnen, auch Xerocomus chrysonemus würde ich hier nicht pauschal ausschließen (aber auch da wäre die Hutfarbe ungewöhnlich).


    Lg; Pablo.

  • Moin.

    Die bräunliche "Battailie-Linie" habe ich noch nie im Schnittbild einer Ziegenlippe gesehen. Hat da jemand so was mal beobachtet? Ich finde das Fleisch sieht auch recht weiß aus, wobei die Farben im frischen Schnitt recht verfälscht sind. Am nächsten Tag ist der Schnitt nicht mehr aussagekräftig. Für X. chrysonemus gefällt mir auch die Hutfarbe und das Schnittbild nicht.

    X. silwoodensis würde ich aber auch nicht ganz ausschließen. Waren da Pappeln?

    LG.

    Keine Verzehrfreigaben meinerseits.

  • Hallo zusammen,

    leider kann ich nicht sagen welche Bäume jetzt genau als Symbiosepartner hier in Frage gekommen sind. Ich habe leider nur den Pilz auf dem Tisch gesehen er wurde in der Nähe der Steinberghütte in Bexbach gefunden dort gibt es einen Mischwald. Im letztes Jahr konnten wir dort auch den Netzstieligen Hexenröhrling, den Riesenrötling, den Anhängselröhrling finden, alle Arten mehr auf kalkreichen Böden. Auffallend war für mich dieser wirklich schöne rotbraun samtige Hut und die Netzzeichnung am Stiel deutlich im oberen Teil des Stiels. Das mit dem gelben Basalmyzel habe ich mir jetzt notiert in meinem 'Buch, vielen Dank Benjamin! Das Schnittbild wurde gemacht leider war es schon recht dunkel geworden. Da ich so gut wie keine Speisepilze sammle, gestehe ich doch das die Röhrlinge etwas im hinter Treffen sind bei mir, gelobe Besserung.

    Liebe Grüße Annerose

  • Hallo zusammen

    Das mit dem gelben Basalmyzel habe ich mir jetzt notiert in meinem 'Buch, vielen Dank Benjamin! Das Schnittbild wurde gemacht leider war es schon recht dunkel geworden.

    Freut mich, dass du mit der Information etwas anfangen kannst. Das Fleisch ist normalerweise schon ziemlich weisslich, kann aber, so wie ich das sehe, auch einen leichten gelben Stich haben. Ob das Fleisch vom Stiel, so wie oben bei deinem Pilz, ins bräunliche gehen darf, kann ich nicht genau sagen, aber hier sind noch zwei Schnittbilder von meinen Funden.

    LG

    Benjamin

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    • Offizieller Beitrag

    Ahoi!

    Moin.

    Die bräunliche "Battailie-Linie" habe ich noch nie im Schnittbild einer Ziegenlippe gesehen. Hat da jemand so was mal beobachtet?

    Die ist allerdings ja nur auf einem der Schnittbilder erkennbar, bei dem auch die Farbechtheit angezweifelt werden kann. Auf den anderen Schnittbildern, wo der weiße Hintergrund tatsächlich weiß und nicht blau ist, ist davon nichts zu sehen. :wink:

    Was die "Netzzeichnung" am Stiel betrifft: Die kann bei allen Ziegenlippen - Arten (Xerocomus s.str.) vorhanden sein oder fehlen.


    LG; Pablo.

  • Hallo zusammen

    Hm, aber ist diese Battailie-Linie bei meinen Funden nicht eher dunkelgelb? Also als braun empfinde ich die nicht wirklich.

    LG

    Benjamin

    Mit meinen Beiträgen gebe ich lediglich meine persönliche Einschätzung/Meinung ab. Sie sind nur als Vorschläge zu werten und es gibt damit insbesondere keine Verzehrsfreigaben meinerseits. Eine sichere Bestimmung sowie Verzehrsfreigabe kann nur der Pilzkontrolleur bzw. Pilzsachverständige vor Ort geben.

  • Huhu,

    ich habe mal fix 'nen Weißabgleich gemacht, dann kommt so was in der Art raus:

    Das Schnittbild vom nächsten Morgen halte ich wie gesagt für nicht mehr aussagekräftig.


    Hm, aber ist diese Battailie-Linie bei meinen Funden nicht eher dunkelgelb? Also als braun empfinde ich die nicht wirklich.

    Die braune Linie muss auch nicht bei jedem ferrugineus da sein, aber wenn sie da ist, war's bei mir bisher immer ferrugineus und nie subtomentosus, daher meine Vermutung. Kann ja gut sein, dass jemand anders das aber doch schon mal beobachtet hat. :)

    Am besten Annerose geht nochmal zum Fundort und holt noch ein paar Exemplare. :saint:

    LG,

    Schupfi

    Keine Verzehrfreigaben meinerseits.

    • Offizieller Beitrag

    Servus!


    Es ist auf jeden Fall eine interessante Beobachtung mit dieser dunklen Linie.
    Das werde ich auch mal weiter beobachten, bei den nächsten Funden von X. ferrugineus. :thumbup:


    LG; Pablo.

  • Hallo Schupfnudel

    Die braune Linie muss auch nicht bei jedem ferrugineus da sein, aber wenn sie da ist, war's bei mir bisher immer ferrugineus und nie subtomentosus, daher meine Vermutung. Kann ja gut sein, dass jemand anders das aber doch schon mal beobachtet hat. :)

    Okay, jetzt verstehe ich es, vielen Dank Schupfnudel. Hinweise zu solchen Merkmalen sind meiner Meinung nach immer wertvoll. :thumbup:

    LG

    Benjamin

    Mit meinen Beiträgen gebe ich lediglich meine persönliche Einschätzung/Meinung ab. Sie sind nur als Vorschläge zu werten und es gibt damit insbesondere keine Verzehrsfreigaben meinerseits. Eine sichere Bestimmung sowie Verzehrsfreigabe kann nur der Pilzkontrolleur bzw. Pilzsachverständige vor Ort geben.