Morgenrottäubling - Russula aurora?

Es gibt 5 Antworten in diesem Thema, welches 987 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag (1. November 2022 um 23:28) ist von ibex.

  • Hallo liebe Täublingskenner :)

    Da ich mich mit Täublingen immer noch sehr schlecht auskenne, habe ich heute mal wieder einen mitgenommen. Unterwegs war ich in der Zentralschweiz in einem Wald mit hauptsächlich Tannen und Buchen auf ca. 500m. Mit dem Bestimmungsschlüssel bin ich zu Russula aurora gekommen. Seid ihr damit einverstanden? Vielleicht kann auch Hubi mal einen Blick hier reinwerfen, ich war von den Vorstellungen seiner Täublinge immer sehr fasziniert. Oder Thiemo Steigerwaldpilzchen oder all die anderen Täublingsspezialisten. :) Besten Dank schon im Voraus.


    Hut: gelblich, rötlich, morgenrötlich
    Huthaut-Abziehbarkeit: zw. 1/2 bis 2/3 abziehbar
    Fleischfarbe unter Huthaut: weiss
    Hutrand: etwas gerieft.
    Lamellen: weiss, teilweise gegabelt, schmal abgerundet angewachsen, etwas weich, aber dennoch spröde.
    Stiel: weiss, wattig ausgestopft.

    Fleisch: weiss
    Hutdurchmesser: 6.5cm

    Stiellänge: 5cm

    Geruch: schwach angenehm pilzig.

    Geschmack: mild, nussig.

    Sporenpulverfarbe: weisslich bis sehr hellgelb.

    Reaktion: Fleisch bzw. Stielrinde mit Eisensulfat: leicht rosa (siehe Foto). Guajak auf Stiel negativ, Lamellen positiv.

    1a:

    1b:

    1c:

    1d:

    1e:

    1f:

    1g:

    1h:

    1i:

    1j:

    Edit: Tut mir leid, Sporenabdruck war gestern noch in Arbeit und wird nun hier nachgeliefert. Die Farbe ist weisslich bis sehr hellgelb:

    Guajak habe ich noch getestet, vielen Dank für den Tipp Hubi , sollte passen:


    LG

    Benjamin

    Mit meinen Beiträgen gebe ich lediglich meine persönliche Einschätzung/Meinung ab. Sie sind nur als Vorschläge zu werten und es gibt damit insbesondere keine Verzehrsfreigaben meinerseits. Eine sichere Bestimmung sowie Verzehrsfreigabe kann nur der Pilzkontrolleur bzw. Pilzsachverständige vor Ort geben.

    2 Mal editiert, zuletzt von ibex (1. November 2022 um 13:30)

  • Hallo Benjamin

    Ich bin ganz und gar kein Täublings Spezialist. Ich habe erst vor ca. 1 Jahr begonnen, mich in die Täublinge einzuarbeiten. Darum fehlt es mir momentan noch schwer und unmöglich, eine Bestimmung nach Fotos abzugeben.

    Es fehlt aber noch ein sehr wichtiges Merkmal: Du soltest immer einen Sporenabdruck machen.

    Noch einen Tipp, wenn die Guajak Reaktion auf dem Stiel negative, und auf den Lamellen positiv ist damit kannst du ihn Festnageln


    Aber mir gefällt Deine Präsentation sehr gut.

    LG Hubi

    Einmal editiert, zuletzt von Hubi (1. November 2022 um 11:45)

  • Hallo,

    schöne Präsentation aber eine Kritik hätte ich. Hubi hat es auch schon angesprochen: Zur Täublingsbestimmung gehört immer die Bestimmung der Sporenpulverfarbe.

    Hier wären auch weiter chemische Reaktionen hilfreich, wie das oben erwähnte Guajak oder insbes. Sulfovanillin. Die positive Reaktion mit letzerem ist quasi ein Alleinstellungsmerkmal der Sektion (Roseinae), sieht man mal vom Buckel-Täubling ab.

    Typische makroskopische Merkmale von R.velutipes sind der im oberen Teil verengte Stiel (hier zu sehen) und das dort vorhandene netzflockige Muster/Bereifung der Oberfläche (fehlt hier).

    Es gibt noch ein paar ähnliche Arten, die aber aufgrund von Größe, Beschaffenheit der Huthaut und rein weißen Stiel unwahrscheinlich sind.

    Letztendlich passt der Morgenrottäubling Russula velutipes schon am besten, sofern dein Pilz ein Weissporer ist.

    LG Thiemo

    Bestimmungsvorschläge anhand von Fotos sind immer unter Vorbehalt und mit Restrisiko!

    Eine Freigabe zum Verzehr können nur Pilzsachverständige vor Ort geben! -> Pilzsachverständige finden

  • Hallo Hubi und Thiemo Steigerwaldpilzchen

    Erstmal möchte ich mich ganz herzlich für eure Hilfe bedanken. Der Sporenabdruck war noch in Arbeit und daher fehlte er oben noch. :) Jetzt habe ich ihn noch hinzugefügt.

    Noch einen Tipp, wenn die Guajak Reaktion auf dem Stiel negative, und auf den Lamellen positiv ist damit kannst du ihn Festnageln

    Vielen Dank für diesen wertvollen Tipp Hubi, habe oben noch ein Foto dazu eingefügt und denke das sollte passen. :thumbup:

    Aber mir gefällt Deine Präsentation sehr gut.

    Im Vergleich zu deinen Präsentationen ist sie schon sehr dürftig. :) Bei dir sind die Präsentationen vermutlich detaillierter als in jedem Pilzbuch. :thumbup:

    Hier wären auch weiter chemische Reaktionen hilfreich, wie das oben erwähnte Guajak oder insbes. Sulfovanillin. Die positive Reaktion mit letzerem ist quasi ein Alleinstellungsmerkmal der Sektion (Roseinae), sieht man mal vom Buckel-Täubling ab.

    Vielen Dank Thiemo für die Erklärungen. Leider habe ich kein Sulfovanilin.

    Typische makroskopische Merkmale von R.velutipes sind der im oberen Teil verengte Stiel (hier zu sehen) und das dort vorhandene netzflockige Muster/Bereifung der Oberfläche (fehlt hier).

    Es gibt noch ein paar ähnliche Arten, die aber aufgrund von Größe, Beschaffenheit der Huthaut und rein weißen Stiel unwahrscheinlich sind.

    Letztendlich passt der Morgenrottäubling Russula velutipes schon am besten, sofern dein Pilz ein Weissporer ist.

    Kann es denn mal vorkommen, dass dieses netzflockige Muster fehlt? Wie würde es denn aussehen? Hast du evtl. ein Foto dazu?

    Denkst du ich kann ihn jetzt mit den nachgelieferten Informationen als Russula aurora, bzw. Russula velutipes eintüten? :)


    Vielen Dank nochmal und LG

    Benjamin

    Mit meinen Beiträgen gebe ich lediglich meine persönliche Einschätzung/Meinung ab. Sie sind nur als Vorschläge zu werten und es gibt damit insbesondere keine Verzehrsfreigaben meinerseits. Eine sichere Bestimmung sowie Verzehrsfreigabe kann nur der Pilzkontrolleur bzw. Pilzsachverständige vor Ort geben.

  • Hi,

    auf deinem Bild mit der Guajak-Reaktion sieht man nun auch die Stieloberfläche gut. Da kann man schon etwas netzflockiges erahnen. Generell kann das aber vergänglich sein.


    Das Sporenpulver hast du schon mal korrekt zusammengekratzt, jetzt müsste man es nur noch zu einer einheitlichen Dicke platt "drücken". Am besten indem man es zwischen zwei Objektträgern einklemmt bzw. auf das Häufchen einen Objektträger oder Deckglas auflegt. Dann sollte es weiß oder fast weiß sein.

    Ist ja kein Problem, wenn man Sulfovanillin nicht verfügbar hat. Falls man eine Anschaffung erwägt (Vanillin + Schwefelsäure) kann man ja mal an Andreas Gminder (Andreas Gminder) eine unverbindliche Mail schreiben.

    Mit Bildern kann ich nicht dienen, aber im DGfM Forum gibt es ein paar deatillierte Bilder, die das Netzflockige ganz gut zeigen. Pilz 1 und Pilz 2 (als "R.minutula" bezeichnet) mal anschauen. -> 19er Täublinge: Russula velutipes (aurora), minutula und lepidicolor --> Beitr. 1+2= R. velutipes, in Beitrag 3+4 können teils R. velutipes teils lepida sein - Rund um Pilze - Forum der Deutschen Gesellschaft für Mykologie e.V.

    Passt mMn alles zu R.velutipes.

    LG Thiemo

    Bestimmungsvorschläge anhand von Fotos sind immer unter Vorbehalt und mit Restrisiko!

    Eine Freigabe zum Verzehr können nur Pilzsachverständige vor Ort geben! -> Pilzsachverständige finden

  • Hallo Thiemo

    Vielen Dank für deine Erläuterungen.

    Das Sporenpulver hast du schon mal korrekt zusammengekratzt, jetzt müsste man es nur noch zu einer einheitlichen Dicke platt "drücken". Am besten indem man es zwischen zwei Objektträgern einklemmt bzw. auf das Häufchen einen Objektträger oder Deckglas auflegt. Dann sollte es weiß oder fast weiß sein.

    So professionell bin ich noch nicht. ;) Aber ich hoffe es wird von mal zu mal besser. Objektträger habe ich schon mal gekauft, da ich dann auch vermutlich nächstes Jahr, wenn alles klappt, mal mit dem Mikroskopieren anfangen möchte.

    Ist ja kein Problem, wenn man Sulfovanillin nicht verfügbar hat. Falls man eine Anschaffung erwägt (Vanillin + Schwefelsäure) kann man ja mal an Andreas Gminder (Andreas Gminder) eine unverbindliche Mail schreiben.

    Der Umgang und die Reaktion damit wurde uns erst kürzlich im Pilzseminar kurz gezeigt. Vielleicht schaffe ich es mir nächstes Jahr an, mal sehen.

    Mit Bildern kann ich nicht dienen, aber im DGfM Forum gibt es ein paar deatillierte Bilder, die das Netzflockige ganz gut zeigen. Pilz 1 und Pilz 2 (als "R.minutula" bezeichnet) mal anschauen.

    Super, vielen Dank für den Link. Ich denke, jetzt weiss ich, was damit gemeint ist.

    Passt mMn alles zu R.velutipes.

    Toll, ganz herzlichen Dank nochmal. :thumbup:

    LG

    Benjamin

    Mit meinen Beiträgen gebe ich lediglich meine persönliche Einschätzung/Meinung ab. Sie sind nur als Vorschläge zu werten und es gibt damit insbesondere keine Verzehrsfreigaben meinerseits. Eine sichere Bestimmung sowie Verzehrsfreigabe kann nur der Pilzkontrolleur bzw. Pilzsachverständige vor Ort geben.