Garten- oder Safranriesenschirmling?

Es gibt 6 Antworten in diesem Thema, welches 4.911 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag (24. September 2015 um 14:20) ist von franc.

  • Halloele

    Ich habe heute nachmittag einige Schirmlinge gesehen, ich glaube es sind Schirmlinge, allerdings ist noch kein großer dabei, der das etwas eindeutiger gemacht hätte.
    Die wuchsen alle am Wegesrand zu Kleingärten, da ist aber eigentlich kein Wald in der Nähe, wie es die App fordert.
    Der Geruch ist unauffällig, aber es hatte zuvor eine Weile geregent.
    Geschmack ist eher würzig aber nicht unangenehm.
    Der Stiel wurde sofort rötlichbraun, als ich ihn durchgeschnitten hatte, das verlor sich aber nach einer Weile wieder (vielleicht halbe Stunde).
    Der Stiehl ist recht knollig, also wie eine Keule. Wie der von den kleineren ist, also evtl. tellerförmig, hab ich nicht geschaut.
    Der Ring ließ sich leicht verschieben und fiel beim Längsdurchschneiden sofort beiseite.

    Ich vermute es ist ein Safranschirm, aber ich habe Bedenklichkeit, dass es ja ein Gartenriesenschirm sein könnte, der auch so rötet, wie ich les.

    Hier ein paar Bildle:

    Die anderen die ich sah waren kaum größer, noch keiner Hatte seinen Schirm aufgespannt.

    Ist es der Safran oder der Garten?

    Wenn es der Safran ist, dann geh morgen noch ein paar von den anderen pflücken, die da noch wachsen.

    Danke

    franc

    Einmal editiert, zuletzt von franc (22. September 2015 um 20:15)

  • Hallo franc,

    ich denke, du solltest die Finger davon lassen. Ich habe einmal gelernt, dass Safranschirmpilze, und dazu gehört dieser auch, die im Garten oder auf Wiesen wachsen, sehr wahrscheinlich giftig sind. Im Wald dagegen nicht. Es könnte sich hier um den Gift-Riesenschirmpilz handeln (Macrolepiota venenata).Diese Pilze laufen im Schnitt weinrötlich an und nicht orangefarben wie der essbare Schirmpilz.

    Viele Grüße

    Veronika Weisheit
    Pilzberaterin Landkreis Rostock


    Hinweis: Hier im Forum wird es von mir keine Verzehrfreigaben geben, weil eine Bestimmung über Bild immer fehlerhaft sein kann.

  • Danke der Antwort.
    Also im Schnitt wird er aber viel eher orange als weinrot.
    Auch ist weder Geruch noch Geschmack "unangenehm".
    Dennoch werde ich ihn nicht essen, weil man nur Pilze essen soll, wenn man sich 100% sicher ist, dass er nicht giftig ist.
    Außerdem würde ich ihn nicht alleine essen, daher kann ich das Restrisiko erst recht nicht eingehen.
    Immerhin steht ja auch im Pilzbestimmungsbuch von 123pilze zum Gift-Riesenschirmpilz:

    Zitat

    Nur mikroskopisch unterscheidbar vom Gartenriesenschirmling, dieser soll sich von dieser Art praktisch nur mikroskopisch durch fehlende Schnallen an den Hyphen unterscheiden, manche Autoren halten ihn für die gleiche Art!

    Eine weitere im Garten wachsende Art wäre der Keulenstielige Garten-Safranschirmling (ohne gerandeter Knolle) = dieser gilt als essbar!

    Im Wald wachsende rötende Arten sind meist ungefährlich. Verwechslungsmöglichkeit mit dem essbaren Safranschirmling, Sternschuppiger Riesenschirmpilz (buckelig).

    Ein Verzehr im Garten befindlichen rötenden Arten sollten gemieden werden. Auch diese können unverträglich sein, wie z.B. der Rötender Gartenschirmpilz!

  • Ja! Das ist er! Danke!
    Aber das ist ja dann ein guter Speisepilz und ich kann doch ein paar davon holen und braten.
    Ich zitiere die Unterscheidungsmerkmale in den Erläuterungen "Pablos Safranschirmlinge":

    Zitat

    ...Die wichtigsten Unterscheidungsmerkmale zur vorigen Art (also dem Guten Safranpilz) sind die große, deutlich abgesetzt - gerandete Knolle und der gedrungene Wuchs (Hut oft breiter als Stiel lang). Zudem erscheint diese Art gerne fast büschelig wachsend....

    Die Knolle ist ja gar nicht abgesetzt, also ist es der Gute :)

    Einmal editiert, zuletzt von franc (22. September 2015 um 22:39)

    • Offizieller Beitrag

    Hallo zusammen!

    Hier muss ich aber nochmal warnen:
    Wir haben es mit einem Einzelfruchtkörper zu tun. Wenn ich mir den aufgerissenen Stiel und ein paar weitere Details angucke, dann ist der eventuell untypisch ausgeprägt. In so einem Fall muss man auch die Knollenform vorsichtig beurteilen. Bei untypischem Wuchs oder Hungerformen oder so kann das abweichen.
    Die besonders grobe, tief eingerissene Hutschuppung würde eher zu Chlorophyllum brunneum (Gerandetknolliger Garten - Safranschirmling) passen. Es wäre halt interessant, ob da noch mehr Fruchtkörper am Standort waren, so daß man eine ganze Kollektion beurteilen kann. Auch junge Exemplare zum Beispiel, da ist dei Stielbasis sicherer zu beurteilen als bei ausgewachsenen.


    LG, Pablo.

    Das Internet ist "Hilfe zur Selbsthilfe" und kann nur Vorschläge zu Bestimmung von Pilzen bieten. Eine Verzehrfreigabe ist online nicht möglich, die gibt's beim >Pilzsachverständigen<.

  • Das Gartenamt ist dagewesen und hat gemäht. Nur noch wenige Exemplare übrig. Aber was ich noch feststellen muss: er wächst durchaus büschelig, das habe ich doch beim Gartensafrangiftling gelesen, wenn ich nicht täusche.
    Habe noch einen großen mit, kurz vor der Motorsense gepflückt, der war im Anschnitt auch deutlich rötlich, dann erst orangelich, das hat doch Veronika als eindeutiges Unterscheidungsmerkmal bemerkt (s.o.).
    Essen tu ich den auf keinen Fall, da ich mir nicht 100% sicher bin. Mittlerweile nicht mal mehr 80.