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Gefährlich für Kinder?

  • Hallo,


    diese Pilze habe ich gestern bei uns im Rasen entdeckt (geographische Lage: bei Potsdam).


    Meine kleinen Kinder (1 und 3J.) tollen und krabbeln natürlich gerne auf dem Gras herum. Ich frage mich nun, ob sie giftig sind und ob ich sie irgendwie vernichten muss, damit sie nicht aus Versehen gegessen werden.


    Kann mir jemand helfen?


    Danke, Aurelius.






  • Könnte in Richtung Gattung Conocybe oder Heudüngerling gehen; wobei die Lamellen schon einen sehr hellen Braunton haben.
    Weitere Gattungen könnten auch in Betracht kommen.
    Im Angelsächsischen Bereich fasst man da so ziemlich alles in LBM (little brown mushroom) zusammen => giftig oder ungenießbar


    Eine "Pauschal-Entwarnung" darf es IMHO für kleine Kinder grundsätzlich nicht geben.
    Das gilt auch für die Beeren der Eibe und andere Pflanzenteile der Gartenpflanzen. Manchmal ist sogar beim "Unkraut" was Giftiges dabei.


    Ob Du die Pilze deswegen vernichtest möchte ich nicht bewerten - das kann dann aber in Arbeit ausarten :)


    Gruß,
    Thorsten

    Keine Verzehrfreigabe im Forum: Ich rate hier im Forum gerne bei Pilzbildern mit.
    Wer basierend auf meine Rateversuche Pilze verspeist ist mutig.
    Im Umkehrschluss verpasst man nicht zwingend eine kulinarische Mahlzeit, wenn man einen Pilz nicht verspeist, welchen ich hier Giftpilz nenne.

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  • Hi Thorsten,


    "Meine kleinen Kinder (1 und 3J.) tollen und krabbeln natürlich gerne auf dem Gras herum. Ich frage mich nun, ob sie giftig sind und ob ich sie irgendwie vernichten muss, damit sie nicht aus Versehen gegessen werden".


    Nein, deine kinder sind ganz bestimmt nicht giftig ... usw.


    Um was geht es? Ich vermisse irgendwie die echte Sorge eines Vater`s . Sorry. Schau mal hier: Psilocybe


    LG aus Berlin. Heinz

  • Hallo.


    Auch wenn das wahrscheinlich Panaeolus foenisecii ist, sollte man den Kindern schon klar machen, daß sie nichts in den Mund nehmen sollten, was im Garten wächst. Heudüngerlinge kann man als schwach giftig bezeichnen (bevor diese minimalen Mengen an Psilocybin wirksam werden, gibt's in der regel erstmal Bauchschmerzen und / oder Durchfall).
    Und eben diese Gastrointestinalen Symptome können bei Kindern schon unangenehm sein, wenn mehrere Fruchtkörper komplett verschuckt werden, kommen dazu eben noch die neurotoxischen Symptome.


    Da die Pilze aber immer wieder kommen werden, ist es wichtig, den Kindern möglichst klar zu machen, daß das alles im Garten nicht in den Mund gehört. Und wenn ein Kind doch mal was verschluckt, sollte man auch einen Arzt aufsuchen, sobald sich Beschwerden abzeichnen (egal welche, da reicht schon ein "mir ist schlecht" oder "ich hab' Kopfweh"),
    Wenn man von Heudüngerlingen ausgeht, sind übrigens etliche normale Gartenpflanzen das wesentlich giftigere Problem. Wenn man da nicht genau drauf achtet, was im rasen und in den beeten steht, kann das noch deutlich unangenehmer enden (Gärten mit Maiglöckchen, wie schön).



    LG; Pablo.

    Das Internet ist "Hilfe zur Selbsthilfe" und kann nur Vorschläge zu Bestimmung von Pilzen bieten. Eine Verzehrfreigabe ist online nicht möglich, die gibt's beim >Pilzsachverständigen<.

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  • Hallo zusammen,


    @Heinz:
    Du meinst nicht Thorsten. Meine Kinder sind 1 und 5 :wink: , wobei bei meinem Großen mit 3 das Krabbeln eher "out" war.


    Ein weiteres Erkennungsmerkmal für Heudüngerlinge scheinen die vielen Bewohner zu sein. Sehr appetitanregend, wenn man mit der Lichtlupe ausgiebig die Lamellen betrachtet.
    Da wohnten mehr als 50 Mieter in einem Fruchtkörper..


    @Pablo: Ist das Braun der Lamellen noch im Rahmen? Ich hatte ja gerade erst P. foenisecii mikroskopiert. Die Lamellen waren schon braun aber nicht so hell wie die Fruchtkörper hier.


    Gruß,
    Thorsten

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  • Hallo,


    danke für die Antworten! (Obwohl ich die Aussage von #3 nicht ganz verstehe. Wie sollte Sorge sonst aussehen? Prinzipielles Gartenverbot?!?)


    Das mit den giftigen Pflanzen stimmt natürlich, den Buchs und den Kirschlorbeer vom Vorbesitzer habe ich zB. auch entfernt. Aber ich mags halt auch Obst und Früchte im Garten zu haben. Ich würde z.B. nicht soweit gehen, meine Johannisbeeren und Erdbeeren abzuschaffen, um die Kids bloß nicht zu verwirren, dass Einiges zu essen gut ist und Einiges wiederum nicht.


    Bei Pilzen aber, das mag übertrieben sein und vielleicht bei einigen Pilzfreunden auf Unverständnis stoßen, will ich absolut kein Risiko eingehen. Weiß jemand, ob es Sinn macht, da einen Fungizid zu versprühen? Natürlich nur biologisch, biodynamisch oder homöopathisch, uns alle mit Chemie vergiften, will ich natürlich nicht! :)


    Schönen Gruß
    Aurelius

  • Hallo Aurelius,


    ich glaube nicht, dass ein Fungizid da wirklich wirksam wäre, schon garnicht ein homöopathisches. Fungizide für die Ausbringung im Garten (ich kann da allerdings nur für die konventionellen Fungizide sprechen) sind meines Wissens nach eher dazu entwickelt z.B. Mehltau zu töten (also Pilze, die Nutzpflanzen befallen und kein unterirdisches Mycel haben). Bei solchen Pilzen wie auf deinem Bild wirst du allenfalls die Fruchtkörper töten, aber nicht das unterirdische Mycel. Da wird also schnell was nachwachsen.

  • Hi Thorsten,


    du hast natürlich recht. Ich meinte Aurelius. Und ja, hab vielleicht einen etwas makaberen Humor. Aber dazu stehe ich.


    Der Satz: "Meine kleinen Kinder (1 und 3J.) tollen und krabbeln natürlich gerne auf dem Gras herum. Ich frage mich nun, ob sie giftig sind und ob ich sie irgendwie vernichten muss, damit sie nicht aus Versehen gegessen werden." Hat mich doch "etwas" schmunzeln lassen.


    Also, bitte keine allzu grosse Aufregung.


    LG. Heinz

  • Hallo.


    Ich denke auch, daß ein Funguzid da nicht weiter helfen wird. Es sei denn, man haut eine Keule drauf, die dann auch für die Kinder im Rasen bedeutend giftiger wäre als jeder Pilz, der da wachsen könnte.


    Ich denke, wenn die Kinder es nach und nach lernen, daß es im garten Pflanzen gibt, die man essen kann, aber auch solche, von denen sie die Finger lassen sollen, dann können sie das auch bei Pilzen lernen. :happy:
    Es schadet aber auch nicht, die Fruchtkörper bei Bedarf mal abzusammeln und zu kompostieren, wenn gar zu viele erscheinen.


    Zitat von wildpflanzenfan pid='31403' dateline='1466549797'

    Ist das Braun der Lamellen noch im Rahmen?


    Aber ja. Je jünger, je heller. :agree:
    Ganz weiß sind sie allerdings nie bei der Art. Dann wäre was schief gelaufen. Und schwarz geht auch nicht, dann wäre es ein anderer Düngerling.



    LG, Pablo.

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  • Hallo zusammen,


    @Heinz: Passt schon :)


    @Pablo: Also sehr jung bei dem Braun :) Merci.
    Nach dem Sporenabdruck fand ich die Lamellen des mittlerweile angetrockneten Fruchtkörpers schon recht dunkel
    (schon ein bischen in Richtung schwarz). Frisch glaube ich Dir sofort, dass es die Lamellen nur in braun gibt.


    Aurelius: Wir haben zu den Nachbarn keine Zäune. Dort gibt es Giftpflanzen, die wir besser nicht ausrupfen sollten :)


    Mein Junior wird (und später die Tochter) da ganz bewusst darauf erzogen, dass es essbar und giftig bei Pflanzen und Pilzen gibt.


    Er kennt auch schon einige Unkräuter, die viele erwachsene Nachbarn nicht mehr namentlich ansprechen können. Was gegessen werden darf, muss natürlich vorher bei uns durch die Kontrolle.


    Dementsprechend haben wir unsere Eibe damals mit anstehendem Nachwuchs nicht entfernt.


    Bei uns wächst als Pilz der Schwärzende Saftling (giftig), welchen ich bestimmt nicht vernichten möchte/werde (NSG käme noch ontop).
    Da muss jeder seine Erziehungslinie finden.


    Viele Grüße,
    Thorsten

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