Hallo, Besucher der Thread wurde 3k mal aufgerufen und enthält 8 Antworten
  • Liebe Pilzfreunde,
    mal wieder stehe ich auf dem Schlauch und komme nicht so recht weiter. Folgenden Pilz habe ich heute in einem schon zur Hälfte geöffnetem und sehr morschem Stumpf gefunden. Die Höhe betrug so um die 30 cm. Die vorstehenden Auswüchse schauten so um die 3 bis 4 cm hervor. Der Fruchtkörper war sehr fest und hat etwas säuerlich-pilzig gerochen.
    Hat jemand eine Idee, in welcher Richtung er einzuordnen wäre?
    Schon einmal vielen Dank an euch und viele Grüße
    Matthias




  • Hallo matthias!
    Interessantes schwammerl, für mich nicht leicht einzuordnen.
    Hat es sich um laub/ oder nadelholz gehandelt und sind dir eventuell verfärbungen? Vlt. Was aus der antrodia oder ceriporia richtung. Ohne mikro wirds schwer werden/um pablo mal vorzugreifen ;-)
    Lg joe

  • Hallo Joe,
    vielen Dank für deine Rückmeldung und deine Ideen zu den Richtungen, in die es gehen könnte. Ich dachte mir schon, dass man makroskopisch nicht so ganz weit kommt.
    Tja, ob es Nadel- oder Laubholz war, kann ich schlecht einschätzen. Rein intuitiv hätte ich auf Laubholz getippt, obwohl in der Nähe sowohl Laub- als auch Nadelholz vorkommt.
    Viele Grüße
    Matthias

  • Hallo, Matthias & Joe!


    Makroskopisch sieht das erstmal aus wie eine Art aus der Gruppe um die Reihige Braunfäuletramete (Antrodia serialis). Reinlinsen müsste man aber so oder so für eine sichere Bestimmung.


    Wenn du bei unklarem Substrat noch Übersichtsaufnahmen vom ganzen Stumpf (oder Stamm) und ein paar Detailaufnahmen vom Holz (Schnittflächen sind ganz interessant, und natürlich Rinde wenn vorhanden) machst, dann kann man vielleicht auch da weiter helfen. Begleitpilze können auch ganz interessant sein.
    So würde ich dazu erstmal nur sagen vermutlich ist das Nadelholz, und ganz sicher sind umstehende Bäume für die Bestimung eines Totholzes irrelevant. :wink:



    LG; Pablo.

    Das Internet ist "Hilfe zur Selbsthilfe" und kann nur Vorschläge zu Bestimmung von Pilzen bieten. Eine Verzehrfreigabe ist online nicht möglich, die gibt's beim >Pilzsachverständigen<.

  • Hallo Pablo,
    auch dir vielen Dank für deine Rückmeldung und den Hinweis auf Antrodia serialis. Von dem Baumstumpf habe ich leider keine weiteren Aufnahmen. Ich werde aber welche machen, wenn ich das nächste Mal dort hinkomme. (Diese Woche schaffe ich es aber leider nicht mehr,)
    Mikroaufnahmen habe ich auch gemacht, da sie mir aber mal wieder etwas nichtssagend vorkommen :), hatte ich sie auch nicht eingestellt. Ich mache es jetzt trotzdem, man weiß ja nie. Auf einem Foto sieht man zumindest eine Basidie.
    Sporen habe ich leider keine gefunden, habe aber noch ein kleines Pilzteil auf einen Objektträger gelegt. Vielleicht kommt ja noch was.
    Viele Grüße
    Matthias




  • Hallo, Matthias!


    Auf jeden Fall mutig. :agree:
    Es gibt wohl kaum Pilzgruppen, die undankbarer zu mikroskopieren sind, als solche Porlinge. :wink:
    Ich glaube schon auf den Bildern unseptierte, dickwandige Hyphen zu erkennen, die man als Skeletthyphen interpretieren könnte. Und zwar viele davon. Dann hätte man also einen mindestens mal dimitischen Porling vor sich, was zu Antrodia passen würde.
    Es kann gut sein, daß der steril ist, das kommt in der Jahreszeit öfter mal vor. Sporen wären allerdings schon relativ wichtig, und auch der Aufbau...
    ...das sind allerdings wirklich sehr undankbare Aufgaben. Wenn man nicht gerade bei diesem Gefissel einigermaßen Spaß (und etwas Erfahrung) hat.
    >Antrodia serialis mit Mikrobildchen<



    LG, Pablo.

    Das Internet ist "Hilfe zur Selbsthilfe" und kann nur Vorschläge zu Bestimmung von Pilzen bieten. Eine Verzehrfreigabe ist online nicht möglich, die gibt's beim >Pilzsachverständigen<.

  • Hallo Pablo,
    vielen Dank für deine weiteren Anmerkungen und zu den Anmerkungen zu den Mikrobildern. Ich glaube, jetzt habe ich auch endlich verstanden, was ein dimitisches Hyphensystem ist. Auch wenn ich nun mit meinen Mikrobildern noch zu keiner Bestimmung komme, lerne ich doch eine ganze Menge dadurch.
    Sporen habe ich trotz bestem Willen keine gefunden. Der Fruchtkörper scheint wirklich steril gewesen zu sein.
    In deinem verlinkten Beitrag habe ich noch gelesen, dass ein möglicher Verwechslungspartner ein resupinat wachsender Heterobasidium annosum sein könnte.
    Da der Pilz recht säuerlich gerochen hat, wollte ich fargen, ob die Bilder theoretisch auch auf ihn hindeuten könnten.
    Vielen Dank und viele Grüße
    Matthias

    Einmal editiert, zuletzt von antoff ()

  • Hallo, Matthias!


    Rein gefühlsmäßig würde ich schon eher an eine Antrodia als an einen Wurzelschwamm denken. Schwer zu erklären, aber irgendwie ausgehend von der Form der "Röhrenstufen" erscheint es mir plausibler, junge Wurzelschwämme haben auch gerne mehr oder weniger ausgeprägte Guttationstropfen. Das kannst du aber ganz gut nd sicher überprüfen:
    Die Skeletthyphen von Heterobasidion sind dextrinoid, verfärben sich also in Melzer satt rotbraun, meistens ist das auch schon makroskopisch festzustellen, wenn man auf das Fleisch im Schnitt einen Tropfen Melzer aufbringt.
    Das sieht dann so aus:


    (Bilder werden groß beim anklicken)


    Die Skeletthyphen von Antrodia nehmen freilcih auch die Jod-Farbe der Melzerschen Reagenz an, werden dann aber halt ockergelblich, nicht so satt rot.



    LG, Pablo.

    Das Internet ist "Hilfe zur Selbsthilfe" und kann nur Vorschläge zu Bestimmung von Pilzen bieten. Eine Verzehrfreigabe ist online nicht möglich, die gibt's beim >Pilzsachverständigen<.

  • Ganz toll, vielen Dank Pablo. Den Tipp mit der Dextrinoidität werde ich mal versuchen, in die Tat umzusetzen. Ich hoffe, dass ich es am Sonntag oder Anfang der Woche schaffe, zu der Stelle zu kommen, an der der Pilz gewachsen ist. Dann werde ich noch einmal ein Stück zu Versuchszwecken mitnehmen und auch die Melzer-Reaktion ausprobieren. Und toll deine Fotos. Durch die Beschriftungen kann man doch einiges nachvollziehen und und sich auch mit Mikromerkmalen vertrauter machen.
    Viele Grüße
    Matthias

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