Eigenartige Wurzel Verdickung?

Es gibt 8 Antworten in diesem Thema, welches 3.083 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag (19. August 2019 um 01:08) ist von Beachwolle.

  • Hallo zusammen,

    Gestern im Wald sah ich am Boden etwas eigenartiges. Eine Art Knolle.

    Wabenförmiges Aussehen, nach rechts geht eine Wurzel weg.

    An Böschung mit Nadel, neben Mehlräslingen.

    Falls jemand eine Idee hat?

    Lg jens

    • Offizieller Beitrag

    Hallo, Jens!

    Ja, sowas hat mich auch schon mal irritiert. Vor allem wenn es noch jünger ist, dann sieht es noch mehr wie ein Pilz aus, wenn es noch nicht diese Krater hat, wo die Larven (oder schlüpfen da fertige Insekten?) ausgeschlüpft sind.

    Mir wurde das dann schließlich mal als Wurzelgalle erklärt, ebenso wie es Blattgallen gibt, also mit Insekten als Ursprung (meistens Wespenarten).


    LG, Pablo.

  • Hallo,

    Pablo hat das perfekt erkannt! :thumbup:

    Die Gallwespe (Pediaspis aceris) ist mit größter Sicherheit der Verursacher dieser seltsamen "Konstruktionen".

    Weibchen, aus den unbefruchteten und jedem bekannten, Blattgallen geschlüpft, legen wiederum ihre Eier in die Wurzeln des jeweiligen Wirtsbaumes (je nach Art z.B. in Eiche, Bergahorn usw.), wo sich in diesen oben gezeigten Wurzelgallen die komplett anders aussehenden Geschlechtstiere entwickeln und schließlich schlüpfen.

    In der Biologie spricht man hier von dem sogenannten Generationswechsel, also einer regelmäßigen Abwechslung von geschlechtlicher und ungeschlechtlicher Fortpflanzung.

    LG Thomas

    Einmal editiert, zuletzt von Beachwolle (17. August 2019 um 12:30)

    • Offizieller Beitrag

    Hallo, Thomas!


    Danke für die Erklärung!

    Das finde ich auch wieder sehr spannend, dieses Verhalten der Schlupfwespe. Es erinnert ein wenig an manche phytoparasitischen Pilze, die von einem Substrat zum nächsten Wandern, und an dem einen eben nur ihre Nebenfruchtform, am anderen Substrat dann aber die Hauptfruchtform bilden.


    LG; Pablo.

  • Hallo Pablo,

    bevor möglicherweise hier noch ein Insekten-Profi vorbeischaut und "meckert", wir sind ja eigentlich auch nur Pilzler (oder wollen, wenn wir mal groß sind, welche werden:P), muss ich kurz einen kleinen und ungewollten FauxPas von dir korrigieren: Bitte nicht Gallwespen mit Schlupfwespen bei diesem Thema in einen Topf werfen.:wink:

    Beide zählen zwar, zusammen mit den Brack- und den Erzwespen zur Gruppe der Terebrantes, einer der Teilordnungen der Unterordnung Taillenwespen (Taxonomie ist nicht nur bei Pilzen mitunter ein Buch mit sieben Siegeln), aber nahezu alle Gallwespenarten legen ihre Eier ausschließlich in pflanzlichen Wirten ab (eine einzige Art legt ihre Eier in bereits bestehende Gallen) und aktivieren durch die Abgabe bestimmter Stoffe genau jene Pflanzenteile zur Bildung dieser Gallen. Alle anderen o.g. Arten, also auch die Schlupfwespen, legen ihre Eier hingegen ausschließlich in lebenden tierischen Wirten ab und haben überhaupt nichts mit Gallen am Hut. Zudem findet bei denen auch kein Generationswechsel statt.

    LG Thomas

    2 Mal editiert, zuletzt von Beachwolle (18. August 2019 um 11:21)

    • Offizieller Beitrag

    Hallo, Thomas!


    Das finde ich durchaus spannend, also sehr gut, das hier anzumerken!

    Im Tierreich (das ja nochmal eine sehr viel höhere Arten- und Formenvielfalt entwickelt hat als das Pilzreich) kenne ich mich viel zu wenig aus, und bin darum immer froh um solche Hinweise.


    LG; Pablo.