Steinpilz oder Raufussröhrling??

Es gibt 11 Antworten in diesem Thema, welches 4.540 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag (25. August 2019 um 14:23) ist von Beorn.

  • Hallo zusammen,

    heute war ich das erste mal südlich von München im Wald unterwegs und habe eine ansehnliche Anzahl an verschiedenen Röhrlingen gefunden.

    Bei den unten fotografierten sehr hellen Röhrlinge fällt mir aber die Bestimmung schwer da sie teilweise rötlich braune Druckstellen auf dem Futter aufweisen was gegen den Steinpilz spricht aber vom Stiel her nicht zu den Raufüssen passen....??

    LG und Danke

    Felix

  • Kauprobe bei mir negativ und bei meiner Frau positiv. Damit hast du recht und ich weiß dass ich zu den wenigen gehöre die den Geschmack nicht wahrnehmen 🤦🏻‍♂️.

    LG

    Felix

    • Offizieller Beitrag

    Hallo, Felix!


    Nein, bitte keinen Zungentest!

    Diese Leckproben sind Quatsch (sorry, Maxi). Wenn man stark für bitteres sensibilisiert ist, funktioniert das bei Gallenröhrlingen manchmal noch ganz gut, aber schon da hast du oft Kollektionen, die wenig bitter sind und es gar nicht mehr funktioniert.

    Bei Gelbporigen Röhrlingen (Wurzelnder Bitterröhrling oder Schönfußröhrling) funktioniert es meistens gar nicht mehr, bei vielen Pilzen aus ganz anderen Gruppen sowieso nicht.

    Für Pilzbestimmungen macht man Kauproben, wie von Jens beschrieben: Erbsengroßes Stück in den Mund - durchkauen, durchspeicheln, während dessen nicht schlucken, nach einiger Zeit vollständig ausspucken und Mund nachspülen.
    Voraussetzung: Man weiß wenigstens in welcher Gattung und Sektion man sich befindet, und das mus man auch vor der Kauprobe schon absolut sicher einschätzen können. Man muss wissen, ob eine Geschmacksprobe überhaupt bestimmungsrelevant ist (bei rotporigen Röhrlingen zB in jedem Fall uninteressant und darum zu unterlassen). Man muss sicher wissen, daß man nicht auf einem bedrohlich giftigen Pilz herumkaut (Galerina, Amanita, Lepiota... bei denen sind aber Geschmacksproben ohnehin egal, weil nicht bestimmungsrelevant).
    So und nicht anders werden Geschmacksproben bei Pilzen duchgeführt, weil alles andere aus bestimmungstechnischer Sicht wertlos ist.

    Es gibt eine einzige Ausnahme, und das ist dieser Pilz:

    Und das ist wirklich die einzige Art, wo es in jedem Fall ausreicht, die Huthaut kurz mit der Zungenspitze zu berühren.

    Da man aber bei Schleierlingen ohnehin erstmal einiges Vorwissen braucht, um mit Geschmacksproben zu arbeiten, ist das schon wieder etwas fortgeschrittener. :wink:


    LG, Pablo.

    Das Internet ist "Hilfe zur Selbsthilfe" und kann nur Vorschläge zu Bestimmung von Pilzen bieten. Eine Verzehrfreigabe ist online nicht möglich, die gibt's beim >Pilzsachverständigen<.