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Welcher Champignon?

  • Liebe Pilzfreunde,

    ich möchte anfragen, ob der abgebildete Champignon (2 Exemplare, ein jung, ein alt) bestimmbar ist.


    Angaben:

    Hutdurchmesser: ca. 12 cm

    Stiel: faserig, auch im Alter nicht hohl

    Standort: unter Fichten

    kein Karbolgeruch, kein eindeutiger Anisgeruch, leichter Pilzgeruch

    wird bei Druck nicht gelb, keine Verfärbung beim Anschneiden

    Sporen braun

    Knolle nicht spitz

    Lamellen nicht verwachsen

    keine eindeutigen Schuppen auf dem Hut, jedenfalls soweit ich es sehe

    eine mikroskopische Untersuchung steht mir leider z. Z. nicht zur Verfügung.


    Ich bedanke mich herzlich für jede Hilfe.

    Viele Grüße

    Joachim

  • Salve!


    Genau. Das Schnittbild muss längs angefertigt werden. Vom Hutscheitel bis zum untersten Ende der Stielbasis.

    Ist wurschd bei welchem Pilz, das System ist immer das Gleiche.

    Hier mal als Beispiel wie das aussehen muss beim Aprikosenfarbigen Röhrling (Rheubarbariboletus armeniacus):


    Das gehört eigentlich zum kleinen 1x1 der Pilzbestimmung immer dazu.

    Im Grunde sollte das auch bei jedem Buch (und jeder App) wenigstens in den Einleitungsteil gehören, daß man das so gut wie immer braucht und wie das anzufertigen ist.

    Weil es in der tat bei sehr vielen Pilzgattungen eines der aussagekräftigsten Bestimmungsmittel ist.



    LG, Pablo.

    Das Internet ist "Hilfe zur Selbsthilfe" und kann nur Vorschläge zu Bestimmung von Pilzen bieten. Eine Verzehrfreigabe ist online nicht möglich, die gibt's beim >Pilzsachverständigen<.

  • Moin Jens und Pablo,


    vielen Dank für Eure Geduld! Bei Pilzen bin ich völliger Amateur. Ich besitze zwar einige Bücher (1700 Pilze, Rita Lüders), aber als Großstadtmensch keine Pilzerfahrung. Ich habe eben noch zwei Fotos gemacht; doch die Pilze werden allmählich überaltert.


    Herzliche Grüße

    Joachim

  • hallo joachim,

    Danke für die neuen bilder! Mit einer bestimmung wird es bei so alten schwammerln halt schwierig da geruch/verfärbung oft nicht mehr richtig ausgeprägt sind.

    Vlt. Etwas in richtung schiefknolliger anisegerling? Egal, mal schaun was noch für ideen kommen. Wie gesagt...

    Lg joe

  • Salut!


    OK, prima Schnittbild. :thumbup:
    Nur der Pilz spielt nicht mit: Bei so vielen Maden drinnen machen Champis oft nicht mehr das, was sie sollen.

    Ein Gilben ist hier aus meienr Sicht nicht zu erkennen. Und wenn dann auch beim rubbeln bei jungen fruchtkörpern jeder marzipangeruch gefehlt haben sollte...

    Man könnte mal noch einen ganz jungen fruchtkörper durchschneiden. Bei dem etwas weniger verwurmten Alten glaube ich ein sanftes Röten im Hutfleisch zu erahnen.

    Wenn junger Fruchtkörper deutlich rötend und ohne auffälligen Geruch un gefunden im Nadelwald (eher nährstoffarmer Untergrund), wäre Agaricus benesii s.l. (Weißschuppiger Blutchampignon) eine Möglichkeit.
    Wenn junge Exemplare nicht rötend oder Standort nicht bei Nadelbäumen auf eher nährstoffarmem Boden, dann müssen wir noch ein paar andere Spuren verfolgen.



    LG; Pablo.

    Das Internet ist "Hilfe zur Selbsthilfe" und kann nur Vorschläge zu Bestimmung von Pilzen bieten. Eine Verzehrfreigabe ist online nicht möglich, die gibt's beim >Pilzsachverständigen<.

  • Guten Abend alle zusammen :),


    ich hatte nicht damit gerechnet, eine so eifrige Diskussion zu entfachen. Vielen Dank allen Kommentatoren! Nachdem die Pilze seit ca. 14 Tagen fruchten, geht die augenblickliche Saison zu Ende. Ich habe den z. Z. jüngsten Pilz noch einmal angeschnitten und zeige ihn im Bild. Der Schnitt ist dabei ca. 5 Min. alt. Von Anfang an hatte ich Agaricus essetei in Verdacht. Dagegen sprach jedoch ein fehlender eindeutiger scharfer Geruch nach Anis oder Marzipan (und erst recht nicht Phenol (Karbol)). Besonders nach Zerreiben riecht er ganz leicht und etwas anders als ein Wiesenchampignon, aber so wenig, daß ich den Geruch nicht zuordnen kann. Eine Rötung habe ich nicht gesehen, aber vielleicht eine leichte Gelbung. Diese war aber nicht durch Druck gezielt hervorzurufen. Der Standort war unter Fichten und auf Fichtennadeln. (Ein Nachtrag, von dem ich nicht weiß , ob er bedeutsam ist: Die Lamellen sind nicht verschiebbar.)


    Die gesammelte Merkmal-Konstellation hat mich völlig verwirrt, zumal ich bei der Recherche feststellen mußte, daß es nicht nur die 6-10 Champignonarten der besseren Naturführer bei uns gibt, sondern in Europa bis zu 60 Arten.


    Das Foto und die neuen Angaben möchte ich noch einmal zur Diskussion stellen und bedanke mich herzlich bei allen mit den besten Wünschen zum letzten Sommerwochenende


    Viele herzliche Grüße


    Joachim (auch Melesmeles genannt.)

  • Hallo, Joachim!


    Da hast du aber auch eine recht unkooperative Kollektion aufgetrieben. :wink:

    Also kein Röten, ein leichtes Gilben meeine ich jetzt in dem neuen Bild zu sehen.

    Ich denke, da haben wir es mit einem "Geruchsverweigerer" zu tun - das gibt es sowohl bei den Anischampis, als auch bei den Karbolchampis hin und wieder.

    Am besten funktioniert oft kräftiges Rubbeln im unteren Stielteil, aber Zerreiben bringt ja den selben Effekt.

    Also vom Gesamteindruck wäre das für mich eher einer der waldbewohnenden Anischampis aus der Gruppe um Agaricus essettei - wo eben auch der Geruch mal sehr schwach ausgeprägt sein kann.



    LG, Pablo.

    Das Internet ist "Hilfe zur Selbsthilfe" und kann nur Vorschläge zu Bestimmung von Pilzen bieten. Eine Verzehrfreigabe ist online nicht möglich, die gibt's beim >Pilzsachverständigen<.

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