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letzter Beitrag von Steigerwaldpilzchen am

  • Hallo,


    ein weiterer Erstfund dieses Jahr, ein Honig Schleimfuß im weitesten Sinne. So ganz verstehen kann ich leider nicht worin sich C. stillatitius und C. elatior/lividoochraceus unterscheiden sollen. GRÖGER hatte die Cortinarien leider nicht mehr behandeln können und FN hab ich nicht (aber Weihnachten kommt ja :wink:).


    Anhand der Infos, welche ich zusammentragen konnte haben beide Schleimfüße runzelige Hüte, den Honig Geruch in der Stielbasis und ähnliche Farbverläufe.

    Unterschiede die ich finden konnte: Von der Ökologie her soll der etwas stärker runzelige C. elatior ja eine Laubwaldart sein wohingegen C. stillatitius weniger wählerisch ist. Viellleicht sind beide ja auch die selbe Art?

    Sind euch Trennmerkmale bekannt oder haltet ihr die Unterscheidung der Beiden für nicht möglich?


    Leider nicht die frischesten Funde. Der Stiel ist so tief im Boden verankert und kaum im Ganzen zu entnehmen, daher auch etwas rampuniert ... .
    Hut und Stiel schleimig, an der Basis deutlicher Honig Geruch. Fund im Nadelwald (Fichte, Kiefer).Erst in 30-50m kommen Laubbäume (Birke,Buche), was mir doch etwas weit erscheint.







    Und ein paar Meter weiter ein etwas helleres Exemplar:



    LG Thiemo

    Bestimmungsvorschläge anhand von Fotos sind immer unter Vorbehalt und mit Restrisiko!

    Sichere Freigabe zum Verzehr können nur Pilzsachverständige vor Ort geben!

  • Hallo Thiemo,

    obwohl ich selbst keine Funderfahrungen habe, schreibe ich dir trotzdem, denn ich habe mir schon jetzt ein Vorweihnachtsgeschenk gemacht und die Funga nordica gekauft.

    Dort scheint die Hauptunterscheidung zwischen C. elatior und C. stillatitius tatsächlich der Hut zu sein.

    Bei C. elatior heißt es: Cap conical, strongly sulcate when old

    Bei C. stillatitius: Cap not or only slightly conical and sulcate

    Wenn dem so ist, würde ich deinen Pilz als C. elatior bezeichnen. da der Hut eines der Fruchtkörper doch stark gerieft ist.

    Dann ist noch die Sporengröße unterschiedlich: 11-14 bei elatior und 13-16 bei stillatitius.

    Von der Ökologie her scheint es Überschneidungen zwischen beiden Arten zu geben.

    Liebe Grüße

    Matthias

  • Hallo Matthias,


    danke für deine Antwort. Das hilft mir sehr weiter. Der Hut war, wie man sieht, stark runzelig-riefig und auch die konisch-kegelige Form von der du schreibst hatten zwei von drie Fruchtkörpern deutlich ausgeprägt. Wenn es bei der Ökologie Überschneidungen der beiden Arten gibt, werde ich diese als Merkmal wohl ausklammern. Und daher denke ich ebenfalls, dass C. elatior besser passt.


    LG Thiemo

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  • Hallo.


    Es ist nicht so ganz einfach mit den beiden Arten. Die makroskopischen Merkmale sind eher diffus und quantitativ. In der Summe der Merkmale ergibt sich schon meistens ein recht solides Bild, so daß man die mit etwas Erfahrung durchaus auseinanderhalten kann.

    Die Bäume sind wichtig: Cortinarius lividoochraceus / elaatior mit Laubbäumen (meistens Rotbuche), Cortinarius stillatitius mit Nadelbäumen (vorwiegend Fichte).

    Nun stehen die Bäume ja in einem gesunden Wald meistens durcheinander.
    Also ist der Geruch wichtig: lividoochraceus riecht schon meistens (im Frischzustand, bei normalem Wetter also nicht zu kalt) schwächer. lividoochraceus hat in der Tendenz einen weniger runzligen Hut und ihm fehlen die Violettöne im unteren stielteil in der Regel völlig. Vor allem ist der Hut von stillatitius viel stärker pigmentiert, normalerweise satt kastanien- bis schokoladenbraun. Der von lividoochraceus heller, eher ockerlich. Und eben die gerippten Hutränder sind bei lividoochraceus meistens kaum ausgeprägt, bei stillatitius meistens deutlich gestreift.
    Einzelne Fruchtkörper können natürlich immer abweichen, in allen Merkmalen.


    Anbei mal zwei KOllektionen aus diesem Herbst, die beide im Mischwald und kaum 5 Meter voneinander entfernt wuchsen.

    Erstens Cortinarius stillatitius:


    Und Cortinarius lividoochraceus (elatior):



    LG, Pablo.

    Das Internet ist "Hilfe zur Selbsthilfe" und kann nur Vorschläge zu Bestimmung von Pilzen bieten. Eine Verzehrfreigabe ist online nicht möglich, die gibt's beim >Pilzsachverständigen<.

  • Hallo Pablo,


    super, vielen Dank für deine Erklärungen! Dann geht das wieder in Richtung C. stillatitius. Jetzt, wo ich die Stelle gefunden habe, werde ich nächstes Jahr hoffentlich auf mehrere, jüngere Fruchtkörper stoßen und die Bestimmung absichern.


    LG Thiemo

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