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Man hätte mich kommen hören können...

  • Hallo Leute,


    entschuldigt, das ich in der letzten Zeit durch Nichtanwesenheit geglänzt habe. ;( Aber das will ich jetzt nachholen ;)


    Ich war am 15. Februar, zwischen den doch bei uns im Norden recht starken Winden, fünf Stunden unterwegs. - Musste mal wieder durchatmen...


    Gefunden habe ich so einiges.

    Als erstes ein weiteren Erstfund für mich, der mich, wie fast jeder Erstfund natürlich sehr gefreut hat. Ein (wie ich meine) Reishi bzw. Glänzender Lackporling (GANODERMA LUCIDUM). Wie man den Fotos entnehmen kann, ist der natürlich aus der letzten Saison und blieb damit natürlich im Wald. Standort war ein meiner Meinung nach ein wirklich alter Buchenstubben (stand eigentlich nur noch das Kernholz) in einem Buchen/Fichten Mischwald.


    Dann natürlich der wieder der Wunderpilz: Chaga. Da gab es mehrere Fundstellen.


    Den einen hatte wohl schon mal jemand mitgenommen - zumindest lag das offensichtlich abgebrochene Teil nirgends, nur ein paar kleine Brösel. Mein Vorrat ist jedoch bis zum Maximum gefüllt, daher bin ich da jetzt nicht unbedingt traurig drum. Aber trotzdem freue ich mich auch über diesen Fund.


    By the way Chaga (1)... Seit dem ich mich mit dem seit 2-3 Jahren beschäftige finde ich den jetzt überall bei uns zwischen Oldenburg und Bremen - und auch nicht selten. Ist das bei euch auch so, ich dachte er sei so selten? Ich "finde" den schon vom Auto aus bei der Fahrt über Landstraßen. Selbst "gezieltes Suchen" bei bedarf klappt bei dem jetzt! - Das kann ich von keinem anderen Pilz mehr sagen.


    By the way Chaga (2)... Ich lese häufig, das er auch Oxalsäure enthalten soll - nur nirgends wie viel in etwa! Generell enthalten ja viele Lebensmittel Oxalsäure, von daher will ich mich da jetzt nicht all zu verrückt machen. Aber dennoch würde ich das schon gerne einmal wissen wollen um nichts zu riskieren. Ich mag den nämlich durchaus ganz gerne vom Geschmack her.


    Und dann die Massen-Funde (dem der Namen des Beitrags zu verdanken ist)!

    Judasohren. Einfach überall.

    Zunächst bin ich ein paar Feldwege entlang. Da stehen vereinzelt immer mal wieder ein paar Holunderbüsche. Und nicht selten auch zu dieser Jahreszeit mit ein paar "Pilzen" dran. Das Problem an diesen Stellen ist, das wir hier fast auf einer "Sanddüne" leben, ohne Wasser - nicht einmal Gräben sind da. Da es aber die letzten paar Wochen fast ununterbrochen feucht war,.. Ihr könnt es euch denken :P


    Dann machte ich einen kleinen Abstecher in einen wirklich kleinen Forst (vielleicht 200x100m) umgeben von Feldern. Und was soll ich sagen... Die größten Löffel, die ich jeh gefunden habe! Teilweise fast so groß wie meine Hand. Und das an Buchen!


    Und dann... Ja dann war mein Akku leer, weshalb ich ab hier erst mal erzählen muss.

    Ich bin dann in meinen "Std. Wald" gefahren und zwei/drei Stunden umher geirrt. Leider gab es fast nichts außer gelegentlich ein paar Drüßlinge (die auch riesig geworden sind) und hier und da einen kleinen goldgelben Zitterling. Aber Pilze wollen ja gefunden und nicht geholt werden.


    Auf dem Weg zum Auto zurück viel mir eine kleine Stelle ein, bei dem letzten Sommer diverses Buschwerk vom Bauer ausgeschlagen und liegengeblieben ist. Noch dazu ist da eine klitze-kleine Senke mit einem noch viel kleinerem Tümpel/Feuchtgebiet - das einzige was ich hier im näheren Umkreis kenne. Gesagt getan und 300m vor Auto noch mal abgebogen und nachgeschaut.


    Überall am feuchten Boden lagen Äste und Stümpfe von Holunder - leider teils von Brombeeren überwuchert.

    OffTopic

    Zu Brombeere müsst ihr wissen, pflege ich eine Hassliebe! In meinem Garten, der zu meiner Wohnung gehört, habe ich es in sieben Jahren nicht geschafft, das Gekrüpp auszumergeln! Es kommt einfach immer wieder! Trotz zurückschneiden, ausgraben und trauriger Weise auch durch dickes Vlies und Rindenmulch an einer Stelle. In den Wäldern hier überwuchert es auch alles. Ich hatte danach auch Stacheln so tief im Finger, das ich sie mit Nadeln entfernen musste, in den Waden steckten auch einige... Meine Hände sahen aus, als hätte ich eine Inkooperative Katze versucht zu baden... Schlimm einfach...

    Überall an den dicken Ästen und Stümpfen hingen sie. Es war eine Freude. In kürzester Zeit merkte ich das mein kleines Körbchen ordentlich schwer wurde und musste aufhören.

    Ein ganzes Körbchen frische Judasohren (der Zitterling im Korb musste dann doch konsistenzbedingt weichen und wurde nicht verwertet).

    Stundenlang habe ich sie dann penibel gereinigt und gewogen. 1307g saubere Frischmasse. Der Dörer brauchte auch fast 24h (auf niedrigster Temperatur) um diese gewaltige Menge zu Trocknen. Am Ende waren es 123g raschel trockene Pilze, also nur kapp über 9% der ursprünglichen Masse.

    Diese Ausbeute reicht jetzt locker für ein ganzes Jahr an asiatischen Gerichten für mich (meine Frau ist wegen ihrer Konsistenz nicht so von Ihnen begeistert). - Gerne nehme ich aber noch Gerichte entgegen. Was macht ihr damit außer Pho oder gebratener Reis/Nudel-Pfannen? Wenn ich Brat/Wock Gerichte mach, weiche ich sie gerne in einer Sojasoße/Wasser/Zucker/Ingwer/Knoblauch/Frühlingszwiebel Mischung ein und zerteile sie dann ich die gewünschte Größe - meist 1mm breite Streifen, so wie das Gemüse.


    Grüße Paddy

  • Sehr schöne Funde,

    ich war heute auch wieder draußen, aber Chaga oder Judasohren gibts in Nordschwaben wohl

    nicht oft.

    Brombeerstauden habe ich im letzten Frühjahr bekämpfen wollen, teilweise 1,7m hoch gewachsen.

    Mit Arbeitshandschuhen aus Leder und die auch noch doppelt schaffen es die Dornen irgendwo doch noch bis zum Finger durch.

    Ich hab systematisch immer nur 50cm lange Stücke abgezwickt,

    so konnte ich mich Meter für Meter vorarbeiten. Die gute Regenhose von der Motorradkleidung

    habe ich geschrottet und an den Gummistiefeln musste ich die Dornen mit der Spitzzange einzeln raus ziehen.

    Resultat, nach 6 Wochen konnte man schon nicht mehr durchlaufen, so schnell sind die

    nachgewachsen. Und auch bei uns wurde damals erst gefliest und dann aufgekiest.

    Irgendwie seltsam.


    Grüße

    Porli

  • Hallo Paddy,


    des Chaga wegen musst du auch nicht enttäuscht sein: Der Sammler des Pilzes von deinem zweiten Bild hat zwar ein relativ großes Exemplar vom Baum genommen, einen Heil- bzw. Vitalpilz hat er jedoch in keinster Weise geerntet.

    Inonotus Obliquus welche dermaßen flach über dem Boden wachsen, beinhalten quasi Null medizinisch relevante, heilende oder stärkende Inhaltsstoffe!

    Ich hatte das gerade erst vor ein paar Tagen hier erläutert:

    Gestrige Chagatour


    Neben z.B. Betulin-, Protocatechu-, p-Hydoxybenzoe- oder Gallussäure wurde in den Chaga-Heisswasserextrakten auch Oxalsäure nachgewiesen. Obwohl natürlich, in diesem Fall bei bestimmten Nierenproblemen, es immer Ausnahmen geben kann, sind aber diesbezüglich keinerlei Wechsel- oder Nebenwirkungen bekannt. Oxalsäure kommt ja in vielen Lebensmitteln vor, z.B. auch Roter Bete, Rhabarber oder Spinat, jedoch nehmen wir diese, wie auch den Chagatee, ja nie in Unmengen zu uns.

    Passt schon...:wink:


    LG Thomas

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