Beiträge von heisystec

    .... Dankeschöön, das war ja superfix ;)


    lese gerade: schon Ötzi hatte den bei sich... interessanter Pilz: Antiviral, Antibiotisch, bei Magenbeschwerden als Teeaufguss...


    Die eiszeitlichen Endmoränen der Feldberger Seenlandschaft sind sowas von ausgetrocknet, dass manche Baumart als "letztes Aufgebot" alles in Früchte wirft, und sich dann verdurstend verabschiedet.

    Besonders die Buchen sind betroffen :what:

    Joern

    Thomas... einen begründeten Einwand hab ich noch gegen Deine Argumentation:
    Wenn die Pilze zur "Restauration" eingesetzt werden - also zur großflächigen Altlastensanierung, so wird dabei nicht erwartet, dass die Pilze erdölbedingte Schadstoffe (Altöl, Treibstoffreste, TNT) in den Fruchtkörper aufnehmen um jenen anschließend heizungsmäßig zu entsorgen, sondern diese zersetzen, also verdauen. Damit wären dann auch die Frucht "sauber". Ich erinnere mich noch, dass vor ca 20 Jahren ein Sachsen-Anhaltinisches Unternehmen mit auf Tongranulaten gezüchteten Bakterien und Pilzen solchen Altöl-DDR-Altlasten zu Leibe rückte. Mein Anliegen hier war war eher, von neueren Studien über die Aufnahme von Erdölprodukten wie Kettensägenschmieröl in Holzspänen durch Zuchtpilze zu erfahren.

    Insofern Herzlichen Dank, Thomas, aber ich suche die Antwort immer noch... ;-)

    Vllt hat ja einer von den hier zeitweise vorbeischauenden Mykologen mal ein Herz, und teilt mir seine Kenntnisse zum Thema mit....

    Liebe Grüße

    Joern

    P.S. Die Erdölbindenden Holzmehlpellets für den Ölpesteinsatz sind auch gespickt mit ölabbauenden Bakterien...
    Mit Holz und Mikroben gegen Öl-Katastrophen | Sächsische.de

    Liebe Pilzfreunde,

    mich treibt die Frage um, wieweit man ein Mycel klonen kann. Ich hab mir hier im polnischen Gartenmarkt für pln 20 = €5 einen Batzen myceldurchwachsenes Holz geleistet, werden Kräutersaitlinge wie's aussieht.
    Gleichzeitig liegt ein ganzer Sack Eschen- und Buchensägespäne vom neuerlichen Kamin-Holz machen vor der Scheune meiner Freundin.
    Kann ich den Kräutersaitling einfach weiter klonen, oder hat das Mycel-Genom auch Telomere, die kürzer werden und dann die Rekombination monozygoter Mycelien nach der Sporulation verlangen?
    Hoffe auf kompetente Antwort seitens der universitären unter uns ;-)
    Liebe Grüße

    Joern

    Ach ja.... wie sieht es mit der Aufnahme von Mineralöl-Spuren durch Pilze aus dem Substrat in den Fruchtkörper aus? ....Ich hatte nur mineralöl für die chmierung der Kettensäge beim Holz machen... :hmmm:

    Hallo, liebe Pilzkenner,
    wer von Euch hat sowas schonmal gesehen:
    ein aus einem 1.5 cm grossen Hexenei entspringendes lorchelähnliches Gebilde von 3 cm Länge und 1 cm Breite, der Stil aufgegliedert in 5-7 Segmente, das Köpfchen rötlich und filigran-lampionartig mir gossen Facetten, in denen sich ein schwärzlich-sporenhaltiger Film spannt.

    Tja... Maronen...
    haben wir zu Studentenzeiten in Saarbrücken anno 1986 nahe des Campus gesammelt, wegen dünnstem Bafög als Nahrungsergänzungsmittel, denn der angrenzende Hügel war dicht mit Esskastanien bestanden.

    die haben wir teils wie Kartoffeln gekocht, teils geröstet - was definitiv leckerer ist.
    Wir hatten einen Rüdiger-Nehberg-Jünger in unseren Reihen, der hat sich dann auf die Eiweisshaltigen Maden in den Maronen spezialisiert ;-)

    (Schwank aus der Jugend...)


    Joern

    Tja....
    Mastjahr der Bäume kann ich nur unterstreichen (Eiche wirft zentimeterdick Eicheln unter sich), genauso wie das Fehlen von Fruchtkörpern bei Pilzen generell (nebst bereits genannter Ausnahme) sowie dicht beim Grundwasserniveau z. Bsp. dicht an Seen. Ich vermute stark, das die Pilze selber unter der Trockenheit leiden, und nicht genug feuchtes zersetzbares Material vorhanden ist.
    Aber die Beziehungen sind so vielfältig, dass man da sicher nicht verallgemeinern kann. "Dem einen sin Uhl ist dem andern sin Nachtigall" ....

    durchaus lesenswerte Lektüre zu letzterem übrigens:
    von Anna Lowenhaupt Tsing: "Der Pilz am Ende der Welt - Über das Leben in den Ruinen des Kapitalismus"
    Es dreht sich da alles um den Matsutake - Pilz ;)
    Joern

    Ging neulich auch so ein Waldstück, mit vielen scheinbar plötzlich gestorbenen und noch stehenden Bäumen, die entgegen allen anderen kein Grün mehr ansetzten. Ist bekannt, was das Sterben auslöst?

    Danke für den Link zum Bundesamt für Strahlenschutz, welches das Pdf erstellt hat. Und die Lizenz dafür erteilt, es auch direkt zu verbreiten:
    Die Lizenzbestimmungen für das folgende pdf
    Kontamination von Speisepilzen
    Aber selbstverständlich ist die deutsche Gesellschaft für Mykologie dabei der wichtigste Link:
    https://www.dgfm-ev.de/


    Von einem Bundesamt für Strahlenschutz was seine Aufgabe, die Bevölkerung vor Strahlung zu schützen wirklich ernst nimmt, würde ich allerdings erwarten, dass die anderen gleichermassen niedergeschlagenen Stoffe auch quantifiziert werden, denn das 137Cs ist nur der leicht auch für jeden Laien mit einem Soundkarten-Gammaspektrometer messbare Indikator für den gesamten Tchernobyl-Niederschlag.
    Es fehlen Angaben für Strontium-90, Europium, Americium, Technetium, Plutonium und andere Isotope aus dem hübsch weit verteilten Reaktorkern.


    Liebe Grüße


    J

    Ich hab eine Messung vom Umweltinstitut München von der getrockneten, homogenisierten Maronenprobe in Rathenow. Von diesem Herbst.


    Die Mail will ich hier veröffentlichen, denn sie zeigt, dass meine mit einfachsten "Hausmitteln" durchgeführten Messungen erstaunlich genau sind.


    Nochmal zur Erinnernung: Weiter oben in diesem Thread habe ich die Maronen aus dem Hotspot von Rathenow mit ca 470 Bq/kg Frischmasse vermessen. Trocknung zu Frischmasse war Faktor 15,6


    Jetzt die Mail vom Umweltinstitut München:


    Sehr geehrter Herr Dr. Heinrich,


    für den Nachweis von Radioaktivität in Lebensmitteln verwenden wir ein Gammaspektrometer mit Germanium-Reinstkristall-Detektor. Damit können alle künstlichen und natürlichen Radionuklide, die Gammastrahlung aussenden, bestimmt werden.
    Beta-Strahler, wie Sr-90, oder auch alpha-Strahler können damit nicht detektiert werden.


    Bei der untersuchten Probe, pulvrig getrocknete Maronenröhrlinge, Herkunft: bei Rathenow, konnte eine Belastung durch künstliche Radioaktivität, hier Cäsium-137, in Höhe von 7225 Bq/kg festgestellt werden, bei einem Standardfehler von 2,1%. An weiteren Isotopen konnte natürliche Radiaktivität, hier Kalium-40, mit 1315 Bq/kg detektiert werden, bei einem Standardfehler von 9,7 %. Das Spektrum weist weiterhin das natürliche Nuklid Wismut-214 aus, allerdings knapp an der Nachweisgrenze. Ausgewiesen sind 45 Bq/kg Bi-214, mit einem Standardfehler von 30,6 %, bei einer Erkennungsgrenze von 37,6 Bq/kg und einer Nachweisgrenze von 58,3 Bq/kg.


    Der Umrechnungsfaktor 10 bei einer Cäsium-Belastung von getrockneten Pilzen zur Frischmasse ist selbstverständlich nur ein Näherungswert, ist aber hilfreich für Pilzesucher, die Frischmassen-Belastung in etwa einzuschätzen.


    Auf unserer homepage finden Sie in unserer Broschüre "Pilze und Wild - Tschernobyl noch nicht gegessen" weiterführende Informationen zu Radioaktivität in Waldprodukten:
    http://www.umweltinstitut.org/…lze-und-lebensmittel.html


    Mit freundlichen Grüßen


    Christina Hacker


    //==========================================================


    ganz herzlichen Dank ans Umweltinstitut München erstmal, von hier aus,


    und nun wolln wir mal zurückrechnen:
    Das Institut mit dem super pure Ge-Li-Detektor und vorhandenen Eichmitteln findet in meinen Trockenmaronen 7225 Bq/kg Cs137 - Aktivität.
    Geteilt durch 15.6 (Frisch zu Trockenmasse) ergibt:
    7725 / 15.6 = 495 Bq/kg Cs-Aktivität im Frischpilz.
    Was hatte ich noch nochmal berechnet?
    470 Bq/kg.


    Wow. passt.
    Meine Apparaturen und Rechnungen stimmen.


    q.e.d.


    Joern

    Wir haben hier in Pommern bei Kolberg auch viele Birken im Mischwald - und auch Birkenpilze.
    Doch verglichen mit der Häufigkeit der Marone in den gleichermaßen lichten Kiefernwäldern wie ums sandige Rathenow ist hier der Birkenpilz hier eher als selten anzusehen.
    Wenn ich auf meiner Pilztour daher einen Birkenpilz antreffe, so wird sein Fruchtkörper regelmäßig geerntet,
    aber mit der Aufgabe, sein Futter (Porenschwamm) kleinteilig unter den Birken der weiteren Tour dicht beim Stamm (2 m Wurzelscheibe) zu verteilen, um so zu einem Erhalt dieser Pilzart in diesen Wäldern einen Beitrag beim Sammeln der Fruchtkörper beizutragen. Hoffe als studierter Chemiker, dass ich die Mykologie dahingehend richtig verstanden habe, dass das so ok ist.


    Joern


    P.S. Für ein Feedback von den Profis dazu wäre ich dankbar.

    hab mir die Liste angesehen...
    ein gleichzeitig interessantes wie erschütterndes Dokument wie unsere Wirtschaft, Gesellschaft und Waldnutzung die Artenvielfalt - nein, nicht reduziert - sondern geradezu eindampft.
    Es fehlen einfach naturbelassene Habitate, die größere Flächen ohne jegliche wirtschaftliche Nutzung beinhalten, und sich die Natur sich selber überlassen.


    Joern

    Liebe Leuts,


    auf Wunsch eines Users dieses Forums verlinke ich hier eine detaillierte 137Cs-Falloutkarte der Region Arber / Regen. Es ist interessant, dass zwar der hohe Arber selber 1986 bis zu 100kBq/m² 137Cs abbekomen hat
    (Blau in der Karte markierte Region, heute noch bis zu 50kBq/m² produzierend 900 Bq/kg in Marone),
    aber gleich nebenan liegende Gegenden fast kontaminationsfrei sind (weiß umrandete Bereiche).


    http://forum.gammacounters.com…file.php?id=177&mode=view


    Dorthin sollte man - falls in jener Region ansässig - seine Piltztrips verlagern, besonders wenn man jung und weiblich ist, und weder auf 239Pu noch auf 90Sr noch auf 137Cs oder 154Eu steht.
    Was bisher nicht eindeutig geklärt ist, ist der weit gefährlichere Gehalt an 90Sr in den Pilzen, welches Beta-Strahler ist und in die Knochen eingelagert wird, und nicht wie 137 Cs nach 3 - 6 Monaten aus dem Körper wieder ausgewaschen ist. 90Sr ist leider mit Gammaspektroskopie nicht detektierbar.
    Heutezutage können wir noch mit Hilfe der 137Cs-Belastung der Marone zurückschließen auf die Gesamtkontamination, was in 100 Jahren dann nicht mehr so einfach möglich sein wird, weil das 137Cs als leicht erkennbarer Gamma-Marker dann sich verdünnisiert hat, aber der giftig-strahlende Rest dann immer noch da ist.


    Viele Grüße


    Joern


    Achja, da war noch der Krempentrichterling aus dem Rathenow - Hotspot:
    660 g frisch, getrocknet 70 g, Aktivität: 290 Bq/kg Frischpilz.
    Also nicht nur die Marone sammelt Cäsium.
    Der Rathenow-Hotspot weist heute durchschnittlich noch 20 kBq/m² 137Cs-Aktivität auf (1986: 40kBq/m².


    Und die krause Glucke, aus dem gleichen Gebiet, die war weder im Beta-, noch im Gamma-counter auffällig. Heute kam sie in die Pfanne und war super-lecker!