Beiträge von StephanW

    im Pilzforum pauschal gegen einen Berufsstand wettern, der das nicht ändern kann/wird, gehört nicht dazu):

    Hallo Swabian Alb,

    man muss gar nicht pauschal gegen einen Berufsstand wettern, die oben gezeigten Vorher-nachher-Fotos sprechen für sich. Bei solchen bewusst und willentlich vorgenommenen Zerstörungshandlungen, und darum ging es Frank, gibt es wohl nichts abzuwiegeln oder schönzureden. Es dürfte keinen Waldbesitzer geben, der nicht weiß, welche Folgen es hat, wenn man bei nasser Witterung mit schwerem Gerät über einen Waldweg fährt.

    FG

    StephanW

    Für uns Pilzsucher auf jeden Fall, schließlich sind solche Fichtenforsten reich an Pfifferlingen oder Steinpilzen. Leider ist es so, dass nicht nur in den Rückegassen selber oder an deren unmittelbaren Rändern nichts mehr wächst, sondern man hat auch einen plötzlichen Licht- und Wärmeeinfall, welcher auch das Pilzwachstum in einigen Metern Entfernung noch beeinträchtigt.

    Ich finde es toll, Frank, dass du auf solche Umweltsünden hinweist, das müsste in der Bevölkerung noch viel mehr ankommen. Den Waldbesitzern sind übrigens solche Fotos kolossal peinlich, und sie tun vieles um zu verhindern, dass so etwas durch die Fotos ans Licht kommt.

    Wenn es sich nicht um ein Naturschutzgebiet handelt und du Waldbesitzer oder Förster bist, darfst du so etwas machen, ohne dafür belangt zu werden. Ein solchermaßen malträtierter Waldweg braucht wahrscheinlich 50 Jahre, bis er wieder aussieht wie ein paar Stunden zuvor. Das ist dem Waldbesitzer oder Förster herzlich egal.

    Aber es ist auch zu erkennen, dass es sich um einen Wirtschaftswald, d. h. um einen Fichtenforst handelt. Dies ist ein sehr naturfernes Habitat, sozusagen eine Plantage, auch wenn manche so etwas für einen "Wald" halten. Es handelt sich jedenfalls in keinster Weise um "Natur".

    -Am 7.4. Narzissengelber Wustling (Amanita gemmata) wahrscheinlich... Kartoffelkellergeruch fehlt (Bild 3 und 4).

    Hallo Henry,

    Amanita gemmata würde ich dir bestätigen. Allerdings hat dieser Pilz nie einen Kartoffelkellergeruch, sondern riecht recht ausdruckslos, vielleicht etwas rübenartig. Den Kartoffelkellergeruch hätten dagegen der Gelbe Knollenblätterpilz oder der Porphyrbraune Wulstling.

    Der Butterpilz in der ersten Aprilhälfte gehört wohl zu den vielen phänologischen Kuriositäten in diesem jahr.

    FG

    StephanW

    Hallo Mister X,

    die Pilze, die du in Beitrag #4 zeigst, sind meiner Meinung nach eher Lepista glaucocana (Blasser Rötelritterling) und Tricholoma scalpturatum (Gilbender Erdritterling). Wie Riesenrötlinge sehen jedenfalls beide nicht aus. Da scheinen im Netz einige Fehlbestimmungen zu kursieren.

    Den Geruch des Riesenrötlings empfinde ich keinesfalls als unangenehm, im Gegenteil, eigentlich riecht er für meine Begriffe recht appetitlich bzw. vertrauenserweckend, wenn auch längst nicht so kräftig wie der Mairitterling.

    FG

    StephanW

    Umgekehrt kann man auch nicht von der Abwesenheit bestimmter Pflanzen darauf schließen, dass an diesen Orten keine Morcheln vorkommen können. Es ist z. B. nicht so, dass Speisemorcheln nur unter Eschen oder Apfelbäumen kämen. Ich habe sie auch schon unter Haselnuss, Wildkirsche, Eiche, Kiefer oder Hartriegel gefunden. Selbstverständlich auch mitten auf der Wiese ganz ohne Bäume. Wenn es tatsächlich ein Erscheinungsmuster gibt: die abgesuchten Stellen sollten grundwassernah sein, aber der Boden darf nicht lehmig-matschig sein, das wäre dann eher was für die Käppchenmorchel. Die Speisemorchel liebt dagegen lockeren Boden, der zum wesentlichen Teil aus Sand besteht.

    FG

    StephanW

    Hallo Mathias,

    auch wenn es der Große Krempling gewesen sein sollte, hättest du ihn keinesfalls verzehren sollen. Bis vor einigen Jahren war alles, das so oder so ähnlich aussah, der Kahle Krempling. Mittlerweile wurden da in Abhängigkeit von der Größe und des Mykorrhizapartners mehrere Arten draus gemacht. Es wurde aber noch nicht geklärt, ob all diese Arten die beschriebenen fatalen Autoimmun-Wirkungen haben, oder nur eine. Letzteres könnte erklären, weshalb viele Pilzesser nie Probleme mit dem Kahlen Krempling hatten und andere aber in die Grube gefahren sind. Aber so lange das nicht geklärt ist, sollte man überhaupt keine Kremplinge (Paxillus) essen.

    FG

    StephanW

    Ich sollte noch ergänzen, dass in einem durchschnittlichen Jahr an etwa zwei bis drei meiner hundert potenziellen Morchelstellen tatsächlich etwas kommt. Zusätzlich kommen meistens pro Jahr weitere zwei bis drei Stellen dazu, an denen ich bisher noch nie was gesehen hatte. Was oft behauptet wird, dass Morcheln standorttreu seien, kann ich also in keinster Weise bestätigen. Es ist eher so, dass sie an sich schon im gleichen Waldstück stehen, dort aber immer woanders und immer aufs Neue gesucht werden wollen.

    FG

    StephanW

    Hallo zusammen,

    lustigerweise sind etliche der genannten "Morchelzeigerpilze" seltener als das, was sie anzeigen sollen, sodass man eher von Morcheln als "Zeigerpilze" für den Prachtbecherling oder den Kelchbecherling sprechen müsste. Holzbewohnende/holzzerstetzende Pilze sind natürlich als Zeigerpilze für was-auch-immer total ungeeignet, das einzige was sie anzeigen ist, dass das Gehölz sich einen Pilz gefangen hat.

    Generell spricht man von Zeigerflora nur im Zusammenhang mit Boden-, Licht- und Luftverhältnissen, es gibt keine Zeigerflora für irgendwelche botanischen Arten. Die vermeintlichen "Zeigerpflanzen" oder "-pilze" haben einfach nur die gleichen Standortansprüche als das, was sie anzeigen sollen. Ob das dann letzlich an dieser Stelle auch erscheint, ist mehr oder weniger zufällig. Bei den Morcheln ist es so, dass man stundenlang durch geeignete Habitate mit "Zeigerpflanzen" laufen kann, ohne dass man auch nur eine Morchel zu Gesicht bekommt. Hundert Schritte weiter stehen sie dann, ohne dass man nun genau sagen könnte, was den "erfolgreichen" Standort von komplett unbesiedelten Standorten unterscheidet. Es ist der gleiche Boden, es sind die gleichen Pflanzen, aber an der einen Stelle stehen Morcheln da, an hunderten anderen Stellen nicht. Also in meinen Augen ist die Geschichte mit den "Zeigerpflanzen" bzw. "Zeigerpilzen" für Morcheln Humbug.

    Übrigens geht man beim Erschließen neuer Morchelstellen auf die beschriebene Weise nicht vor. Am erfolgreichsten ist es, sich von einem Auskenner einen Wald/ein Habitat nennen zu lassen, in welchem dieser schon oft Morcheln gefunden hat. Dann geht man in dieses Habitat und nimmt sich drei bis fünf Stunden Zeit und macht einen ausgedehnten Spaziergang im Mykologentempo (das ist extrem wichtig, denn das übliche Spaziergangtempo ist für eine Morchelsuche viel zu schnell!). Findet man dann tatsächlich Morcheln, notiert man sich die exakte Stelle auf Papier oder merkt sie sich einfach. Beim nächsten Mal läuft man diese Stellen gezielt an, d. h. an diesen Stellen geht man sogar unter das Mykologentempo und scannt den Boden genauestens. Ich selber habe mir auf diese Weise etwa hundert Morchelstellen selbst erarbeitet, wobei mir zugegebenermaßen mein gutes Ortsgedächtnis hilft, und laufe diese dann während der Saison immer wieder ab.

    FG

    StephanW

    Wenn man Morcheln einfach lufttrocknet, kann das Problem auftreten, dass sich Maden im Trockengut breitmachen. Sind die Morcheln sehr durchfeuchtet, kann es auch zu Schimmelbildung kommen. Auf dem Dörrgerät kann das nicht passieren, da die Fliegeneier restlos exsikkiert werden und der Trockenvorgang so schnell erfolgt, dass Schimmel keine Chance hat.

    FG

    StephanW

    Hallo Stephan

    Es ist eine innere Haltung.

    Hallo Inge,

    es ist das alte Dilemma zwischen Haltung und Erkenntnisgewinn. Will man tiefere Erkenntnisse bzw. erweitertes Wissen über schützenswerte Pilze gewinnen, geht das nicht ohne Untersuchung am vorgefundenen Objekt. Man bewahrt sonst zwar Haltung, bleibt aber im vorwissenschaftlich-magischen Denken stecken. Grundsätzlich täte es Naturschützern gut, sich erst einmal einen fachlichen Überblick über das zu Schützende zu verschaffen, bevor sie Maßnahmen in die Wege leiten.

    FG

    StephanW

    Hallo Mister X,

    die Mindestgarzeit für Morcheln ist bereits erforscht und steht in jedem besseren Pilzbuch nachzulesen. Ich selber halte 15 Minuten für ausreichend, aber ich verwende auch nur getrocknete Morcheln, keine frischen. Leider wissen viele Profiköche das mit den Mindestgarzeiten für Pilze nicht, daher ist Vorsicht geboten.

    FG

    StephanW

    Hallo zusammen,

    ich hätte mit der Diagnose Trichterling insofern ein Problem, als die Lamellen, nach dem was man auf dem Foto sieht, nicht am Stielansatz herablaufen, sondern einen Burggraben bilden. Die Geruchsbeschreibung ist übrigens mMn eine Beschönigung. Kohlfurz oder Rettichfurz kommt schon in etwa hin.

    FG

    StephanW

    Hallo Emil,

    das erste in situ Bild ist wunderschön, :thumbup:

    Aber wieso hast Du die rausgerissen? :(

    inge

    Hmmm, vielleicht dass wir, die Bildbetrachter, mehr vom Pilz sehen und somit mehr Informationen bekommen? Pilze pflücken ist wie Äpfel vom Baum pflücken, dem Myzel schadet das nicht, waldbewohnende Tiere machen das seit Jahrtausenden. Schlimmer für die Myzelien wäre dagegen mit dem Harvester den Waldweg entlangzufahren oder den Wald zwecks Ertragssteigerung mit Kalk zu düngen.

    FG

    StephanW

    Hallo Ben,

    das mit dem Fauler-Kohl-Geruch ist extrem zielführend und wichtiger als alle Mikro-Daten. Wenn du das mit dem Geruch wirklich bestätigen kannst, bleiben nur etwa drei mögliche Arten übrig, die so aussehen und gleichzeitig riechen. Ansonsten ist eine Bestimmung angesichts der Datenlage schwierig. Die in der Anfrage zunächst geposteten Fotos beinhalten kaum nützliche Informationen (wenig verlässliche Farben durch Kunstlicht oder Überbelichtung, wenig relevante Details).

    FG

    StephanW

    Hallo Inge,

    bei der Runzelverpel befindet sich die sporentragende Schicht außen auf den braunen Flächen, wobei ich nicht weiß, ob die Rippengrate steril oder fertil sind. Aber auf den Flächen zwischen den Rippen wirst du auf jeden Fall fündig. Ascomyceten werden oftmals sehr spät sporenreif. Bei den Sporen abschleudernden Arten kann man die Sporenreife daran erkennen, dass sich vom Hymenium bei Berührung oder bei Luftzufuhr eine sichtbare Sporenwolke löst. Trocknest du Morcheln oder Verpeln, findest du nach einiger Zeit reichlich abgeworfene ockergelbe Sporen auf dem Zeitungs- bzw. Küchenpapier.

    FG

    StephanW

    Hallo Henry,

    dein Bärlauchplatz sieht aus wie ein 1a Morchelplatz. In vier bis fünf Wochen sollten welche dastehen. Momentan ist es nachts noch zu kalt, so etwa 8 bis 10 Grad sollten es nachts schon sein, aber dann...!!

    FG

    StephanW