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Heimbrauer mit Faible für Pilze

  • Liebes Forum,


    ich bin seit zwei Jahren Heimbrauer und mein besonderes Interesse liegt in der Kultivierung von Brauhefe und im Hefebanking. Dabei betreibe ich Brauhefevermehrung über Magnetrührer und Zellzahlbestimmung mit Zählkammer und Mikroskop. Wie die meisten Brauer, die mit richtigem Malz arbeiten, habe ich am Ende des Brautages mehrere Kilogramm Treber, der für mich ein Entsorgungsproblem darstellt. Da der Treber noch Restzucker enthält, möchte ich ihn nicht auf den Kompost kippen, weil das das letzte Mal irgendein größeres Tier dazu veranlass hat, im Kompost ein Nest zu bauen. Möglicherweise eine Ratte oder was weiß ich. In die Biotonne vom Nachbarn kann ich den Treber auch nicht geben, weil der Treber sehr nass ist und die Tonne einsaut. Außerdem ist es schon vorgekommen, dass nach der Entleerung der Tonne Reste auf der Straße lagen.

    Hühner lieben den Treber, aber in vernünftiger Reichweite kenne ich da keine Abnehmer. Als Wildfutter taugt er auch, aber Jäger haben wenig Interesse, weil der Transport mit Arbeit verbunden ist und sie sich zeitlich binden, weil der Treber nach ein paar Tagen zu stinken anfängt.

    Meine Idee ist es nun, angeregt durch den Beitrag vom Blob, einen Schleimpilz auf den Treber zu geben. Wenn der Pilz den Treber als Tierfutter ungenießbar gemacht hat, könnte ich ihn auf dem Kompost entsorgen.

    Ist jemand hier im Forum, der mir einen geeigneten Pilz empfehlen kann? Vielleicht gibt es sogar jemanden, der mir etwas Pilz zusenden kann. Im Gegenzug würde ich über meine Ergebnisse in Bild und Schrift berichten. Und noch lieber würde ich Versuche durchführen, den Treber noch als Substrat für die Speisepilzzucht zu verwenden.


    Viele Grüße aus Franken

    Christian Burg

  • Man kann aus Allem wo Zucker drin ist Alkohol destillieren . Das kann man nachlesen unter alkoholischer Gärung .

    Das ist so ähnlich wie beim Trester .

  • Ja logisch muß man den vergären . Das ist aber keine Arbeit , abgesehen vom Befüllen der Gärfasser . Das geht alles von selbst .

    Nebenbei bemerkt , ohne einen gewissen Einsatz passiert nichts.

    In Franken besonders und bei mir in Hessen gibt es noch arbeitswillige Bauern . Wenn du dir die Preise für Bierschnaps anschaust weißt du auch warum .

  • Moinsen , Schnaps brennen ist in unsere tollen Republik leider verboten wegen des Branntweinmonopolgesetzes von anno dazumal . Grundzüge des Schnapsbrennens : Zuckerbestimmung des Ausgangsmaterials und gegebenenfalls aufzuckern . Einschlagen in den Gärbehälter . Vergären . 1. Brand oder Rauhbrand . 2. Brand oder Feinbrand . Bestimmung des Alkoholgehaltes und Einstellung auf Trinkstärke . Abfüllen . Verkosten . Die beiden Brennvorgäng kann ich hier nicht ausführlich beschreiben , weil da auch viele Erfahrungswerte mit reinspielen . Ich bin aber gerne bereit , falls sich noch mehr Leute dafür interessieren einen kleinen Lehrgang hier im Forum anzubieten .

  • Langsam Lieschen, bevor du mit deinem Wissen anfängst.


    Der Biertreber der zum Bauern geht hat einen Restextrakt von ca. 0,5% Gew-% im Glattwasser (weil ausgewaschen nach dem Abläutern),

    den ganzen Extrakt braucht man ja für das Bier.

    Wenn du jetzt diese 0,5% Zucker vergären möchtest, dann kommt da nicht viel an Alkohol heraus,

    nehmen wir als Beispiel ein Exportbier mit 13% Stammwürze (vergärbarer Zucker) das mit

    Bierhefe vergoren wird, da kommen ca. 5,5 Vol% Alkohol heraus,

    ich erspare mir jetzt auszurechnen wieviel Alkohol aus 0,5% Zucker zu erwarten sind.


    Wenn du allerdings den Treber=Spelze vom Gerstenkorn=Cellulose/Hemicellulose ganz vergären

    möchtest, also Bio-Ethanol herstellen möchtest, dann möchte ich gerne wissen welche Hefen (Pilze)

    dafür verwendet werden die nicht so viel höhere Alkohole produzieren und der Brand trinkbar wäre,

    ohne die ganze Plörre lediglich zum verbrennen oder desinfizieren herzunehmen,

    UND welche Brauereien wie du meinst das praktizieren


    Bierschnaps wird hergestellt aus fertigem Bier, am besten aus Starkbier das selbst genug Alkohol enthält.


    Grüße

    Porli

  • Turbohefe aus der Schnapsbrennerei . Also ich mache das seit über 20 Jahren und glaube mir , überall wo sich Zucker versteckt kann Akkohol gewonnen werden . Z.B. Man kann Alkohol aus Wein herstellen , der schon mehr % hat , aber man kann auch den Trester nehmen . Der wird aufgezuckert , ein kleiner Wasserzuschlag dabei , Hefe , und dann vergoren . Beim Bier kann man eben das Bier nehmen , aber auch die Rückstände mit Restzucker und verfahren wie beim Trester . Beim Kornschnaps wird das Korn vorher erhitzt um die enthaltene Stärke in Zucker umzuwandeln , das Gleiche bei Kartoffeln .

    Ich habe lange experimentiert mit Führung von Brennbüchern etc. und ich weiß was geht und was nicht erfolgsversprechend ist . Ich bekomme auch Anfragen aus der gehobenen Gastronomie , die von meinen Produkten bisher immer sehr angetan waren . Deswegen biete ich auch mein Wissen an .

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