Kein Satanspilz....oder doch?

Es gibt 9 Antworten in diesem Thema, welches 1.407 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag (13. September 2022 um 14:09) ist von Beorn.

  • Letztes Jahr genau um diese Zeit hatten wir von diesem Pilz eine Vergiftung... heftigen Brechdurchfall und sogar etwas Fieber... einige von uns 2 Tage lang.

    Selber Standort... Park mit Laubbäumen...

    Ich dachte es sei kein Satanspilz da er ausgesprochen wohlriechend war/ist.... auch die älteren Exemplare. Hat auch sehr gut geschmeckt... wie Steinpilze.

    Zusatzinfo....Meine Freundin hat die Pilze nur kurz gebraten statt sie so wie ich normalerweise lange und gut durchzubraten....

    Wäre um Klärung sehr dankbar.

    Lg Angelika aus Österreich

    • Offizieller Beitrag

    Hallo, Angelika!


    Geruch und Geschmack haben absolut nichts mit der Genießbarkeit von Pilzfruchtkörpern für Menschen zu tun.
    Amanita phalloides (Grüner Knollenblätterpilz) riecht und schmeckt ausgezeichnet, enthält aber chemische Verbindungen, die bei Menschen (und einigen weiteren Säugetierarten) die Leber nachhaltig zerstören.

    Das hier ist schon ein Satansröhrling (wunderschöner, seltener und biologisch wertvoller Pilz, nur halt für Menschen unbekömmlich). Normalerweise stinkt der nach Aas bzw. nach drei Wochen nicht entleertem Windeleimer, aber dieser Geruch ist nicht konstant. Der Geschmack ist mild und durchaus angenehm (wenn man sich die Nase dabei zuhält).


    LG; Pablo.

  • Hi,

    solange ihr den nicht über 1 Stunde gebraten oder gekocht habt, wird das Gift Bolesatin des Satanröhrlings zu mehreren Tagen Magen-Darm Vergiftungen mit z.T. blutigen Brechdurchfall führen.
    Pablo hat es schon erwähnt. der Pilz ist schützenswert für die Natur. Erfreut euch das nächste mal am Anblick, den Pilz findet keineswegs jeder.

    Ergänzung: Das soll theroretisch (Auskunft Dr. L.Krieglsteiner) bei diesem Gift klappen - nicht bei anderen! Der Grüne Knollenblätterpilz wäre auch nach 6 Stunden kochen noch tödlich!


    LG Thiemo

    Bestimmungsvorschläge anhand von Fotos sind immer unter Vorbehalt und mit Restrisiko!

    Eine Freigabe zum Verzehr können nur Pilzsachverständige vor Ort geben! -> Pilzsachverständige finden

    Einmal editiert, zuletzt von Steigerwaldpilzchen (11. September 2022 um 18:37) aus folgendem Grund: Konkretisierung Gift

  • Hallo zusammen,

    ich weiß nicht, wer das aufgebracht hat, dass der Satanspilz nach Aas oder nach Bahnhofstoilette stinken soll - das tun nur Satane, die schon längst über den Zenith und matschig sind (wie etliche andere Boleten auch). Trotzdem liest man das immer wieder in Pilzbüchern, so dass Leute, die einen jungen Satanspilz vor sich haben, womöglich denken, das sei keiner, weil er nicht stinke. Fakt ist, dass ein frischer Satanspilz leicht zichorien- bzw. maggi- oder kräuterteeartig riecht mit einem schwachen urinösen Anklang. Dieser Geruch wirkt auf etliche Menschen keineswegs stinkend, sondern gewürzartig angenehm. Wie hier durchaus glaubwürdig angemerkt wurde, wird der Satanspilz auch zubereitet als wohlschmeckend empfunden und schreit in keiner Weise nach Nasezuhalten.

    FG

    StephanW

    Für meine hier gemachten Aussagen zu Pilzen übernehme ich keinerlei Haftung, es sind insbesondere keine Essfreigaben.

  • Hallo,


    Ich kann Stephans Beobachtung nur bestätigen. Kürzlich hab ich auch an einem frischen Satan gerochen, eindeutig maggiartig mit leicht unangenehmer Komponente. Nach dem Ernten und im Alter stinkt er zunehmend unangenehm, wie ich aus Erfahrung weis.


    LG Thiemo

    Bestimmungsvorschläge anhand von Fotos sind immer unter Vorbehalt und mit Restrisiko!

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  • Danke für eure Antworten.

    Die Pilze letztes Jahr hatten nicht so eindeutige Attribute wie dieser. Ich habe viel nachgelesen und ihn dann doch wegen der Anmerkungen über den Geruch als flockenstieligen Hexenröhrling abgetan - der etwas eigen ist.. ... heuer sind die Pilz jünger und deutlicher erkennbar... . wie gesagt... in den Büchern und Online stand das mit dem Urin- oder Aasgeruch. Daher habe ich es riskiert... ihr könnt das gerne verurteilen... aber so war es eben.

    Übrigens riecht er eher wie Steinpilz als nach Maggie. Hab meine Familie riechen lassen.. . Keiner riecht Urin.

    Vielleicht liegt es am Standort... eine Variante...

    Und es stehen übrigens noch viele Satans Pilze dort, ich habe nur den einen zur Klärung mitgenommen...

    Liebe Grüße Angelika

    • Offizieller Beitrag

    Hallo, Lika!

    Stephan hat es ja nochmal klar gemacht: Der penetrante Geruch taucht normalerweise erst im Alter auf.
    Man sollte sich ohnehin niemals nur auf den geruch verlassen, wenn man Pilze zu Speisezwecken sammelt. Da gibt es viel zu viele Unwägbarkeiten. Wichtig ist es, die Pilze morphologisch zu erkennen, oder soweit einordnen zu können, daß man den geruch allenfalls noch als Hilfsmittel nutzt, um zwisdchen zwei oder drei nahe verwandten Arten zu unterscheiden. Da spielt allerdings die Genießbarkeit keine Rolle mehr, sondern es geht nur noch um Details bei der Bestimmung.


    LG; Pablo.