Flechten Ober Werde.

Es gibt 17 Antworten in diesem Thema, welches 1.083 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag (30. August 2023 um 19:14) ist von Bemoeh.

  • Hallo KaMaMa ,

    Hallo Martin,

    jetzt geht es weiter mit den Krustenflechten der Felslandschaft an der Klosterruine Ober Werde. Als Erste ein paar Infos über die Felsbeschaffenheit und die dort vorkommenden Krustenflechten, ich hoffe einige davon noch zu entdecken, bin im Oktober wieder vor Ort.

    Diese schöne Krustenflechte habe ich in einer regengeschützten trockenen Felsnische entdeckt. Kräftig grüngelb leuchtend, gelbliche Punkte, mehlig, pulverig körnig, Struktur gut vom Fels-Substrat abzukratzen, rötlicher Untergrund (Foto). Konnte keine Fruchtkörper entdecken. Flechte steril, alle Tests negativ, nur unter UV+ Flechte deutlich orange.

    Meine Vermutung geht zu: Psilolechia lucida - Gelbfrüchtige Schwefelflechte!?:hmmm:

    Was meinst du zu der Flechte?

    LG

    Bernd

    0a-nsg-ober werbe flechten.pdf

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    1d rötlicher Untergrund

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    4 gelbe P unkte im Lager verteilt

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    6 UV+ deutlich orange

    7 UV+ deutlich orange


  • Hallo Bernd,

    leider erkenne ich leider nur so lepröses Zeug, zudem eher grün als gelb.

    Das könnte alles mögliche sein, fürchte ich.

    Wenn du gelbe Apothecien im Thallus gefunden hättest...

    Deinem beigefügtem PDF (0a-nsg-ober werbe flechten.pdf) entnehme ich, dass dort u.a. Bunte Erdflechtengesellschaften vorkommen!!

    Darauf würde ich mein Auge richten und diese hübschen Flechten (Toninia, Squamarina, Psora etc.) suchen!

    Auch Gyalecta jenensis kommt dort vor, die ist auch recht hübsch.

    Die Gattung ist recht eindeutig im Habitus erkennbar!

    Also viele interessante Flechtengattungen in deinem Wanderareal - Flechten von denen ich gerne etwas finden würde!

    Sie sind hier eher Mangelware, oder ich bin blind oder sie fliehen mich, wer weiß...

    Viel Erfolg beim Finden wünsche ich!

    LG, Martin

  • Hallo Martin,

    haken wir das alles Mögliche ab, manches geht auch mal daneben.

    Aber weiter mit einer neuen Krustenflechte.

    War ganz schön schwierig diese tolle Krustenflechte auch aus der Felslandschaft Ober Werbe.

    Was habe ich herausgefunden, Flechtenrand Lappen gelb bis orange, ca. o,5 - 2,5 mm, abgerundet, gefurcht, an den Enden abgeflacht? Zum rissigen Centrum viele kleine Apothecien ca. 0,5 - 1 mm Ø, Scheibe orange/bräunlich mit schmalen gelblichen Rand.

    Tüpfeltest K+ sofort Lila/dunkellila, C-, P-.

    Meine Vermutung geht in Richtung Caloplaca-Art, ev. C.aurantia? Da würde auch das Substrat passen?:blush:

    Ist die Flechte auf dem Foto 5 identisch zu den Foto 2-3? Ist ein anderer Felsbrocken.

    Bin auf deine Meinung gespannt!

    LG

    Bernd

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  • Hallo Bernd!

    Das könnte schon sehr gut Variospora aurantia sein. :thumbup:

    Natürlich K+ purpurrot!

    Auf kalkigem Grund, schön geplättete, mit dicht schließenden Randläppchen.

    Große gelb-orangene Thalli in der prallen Sonne, z.B. auf trockenen Felsen im Trockenrasen - wie hier!

    Sie liebt Trockenheit, Wärme, Licht!

    Bei mir hier im Neckarraum deshalb und in den anderen Weinanbaugebieten gar nicht so selten - ansonsten in D wohl eine seltene bis sehr seltene Flechte!

    Glückwunsch und so schöne Exemplare!

    LG, Martin

  • Hallo Martin,

    noch eine schöne orangrote Flechte auf einem Nachbarfelsen leider ohne Probe ( nicht immer zu erreichen ).

    Auf Grund des Aussehens gehe ich Richtung C.pusilla, was meinst du?:smilec:

    Und noch ein Teilfoto von dem flechten bewachsenen Langen-Stein.

    Jetzt habe ich noch ein paar grauweiße, dunkle Krustenflechten von dort, mal sehen was ich erreichen kann, leider nur Fotos.

    LG

    Bernd

    1 Langer-Stein

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  • Hallo Martin,

    noch eine tolle Flechte an der Felswand Langen Stein.

    Großflächig, schwarzbraun, areoliert, rissig, eckig, usw. umgeben von vielen anderen Flechten, nur Fotos.

    Ich tippe mal auf Verrucaria nigrecens - Schwärzl. Warzenflechte?:omg:

    Bin hoffentlich nicht lästig aber es ist so spannend.;)

    LG

    Bernd

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  • Hallo Bernd,

    ich kann dich beruhigen, du bist nicht lästig.

    Im Gegenteil - ich warte nach deinen Ankündigungen oft gespannt, was du wohl zeigen wirst.

    Zudem lernt ich selbst viel dabei, da ich normalerweise immer recherchiere und gegenprüfe.

    Zur Caloplaca s.lat.: Grundsätzlich würde ich erwarten, das es sich eher um die gleiche Flechtenart handelt, wie in der ersten Anfrage des Beitrags, um V. aurantia.

    Große, unbereifte Thalli mit flachen Randläppchen. Wirklich sicher ist man erst nach dem Mikroskopieren der rhombischen Sporen und der Cortexdicke, um gegen die ähnliche V. flavescens zu unterscheiden.

    Calogaya pusilla ist enger mit C.decipiens verwandt, was man auch in einem anderen Habitus im Vergleich zu den V.en erkennen kann. Der Thallus bleibt klein (<2cm), oft stark bereift, Farbe eher ins (lachs)rötliche tendierend, Sporen ellipsoid.

    LG, Martin

  • ...Verrucaria sollte die dunklebraune Kruste sein, aber zu mehr Aussagen lasse ich mich lieber nicht hinreißen.

    Die gelb-roten Caloplacen sind schon makroskopisch nicht wirklich zu bestimmen, die Verrucarien gar nicht.

    Der Verrucaria-Schlüssel erstreckt sich über 16 Seiten in "DFD", der Caloplaca-Schlüssel über 24 Seiten (gut einige Bilder dazwischen) da kommst du ohne Mikroskopie nicht weiter - leider!

    Jedenfalls ich nicht.

    Du kannst es ja mal hier im italienischen Online-Verrucariaceen-Schlüssel selbst probieren (V. nigrescens ist enthalten!).

    Für Caloplaca s. lat. und andere krustige Verwandte Teloschistaceen ist der entsprechende italienische Online-Teloschistaceen-Schlüssel hier. Die genannten Flechtenarten sind alle enthalten.

    ;)

    LG, Martin

  • Hallo Martin,

    es freut mich das ich dir weiterhin meine Flechtenfunde zur Beurteilung zeigen kann:), es gibt kaum Hilfe auf dem Gebiet und ich lerne viel dadurch ( Fernschulung );).

    Ja, ich habe mir deine Links genauer angeschaut + abgespeichert, hoch interessant. Es gibt ja Unmengen Verrucaria + Caloplaca-Arten, sehr schwierig einzugrenzen und für mich mit meinen Möglichkeiten nicht zu machen. Aber ich kann wenigstens die Flechten in die entsprechende Artengruppe einordnen.

    Habe auch V. nigrescens in deinem Link gefunden, sieht meiner Flechte sehr ähnlich, auch mit den Beiflechten auf dem Substrat.

    Alles Dank deiner Hilfe.

    LG

    Bernd

    Zwei grauweiße Flechten kommen noch dann ist Ober Werde bis Oktober erledigt.

  • Hallo KaMaMa

    Hallo Martin,

    diese beiden letzten Krustenflechten dürften recht schwierig sein, keine Ahnung welche Richtung. Bin auch nicht näher an die Flechte gekommen also nur Fotos.

    Zur Flechte 1a-1d habe ich eine ähnliche gefunden: dirina-massiliensis, könnte auch Unsinn sein!?( Foto 0 Musterfoto )

    Lager mosaikartig, graubräunlich, areodiert, gewölbt rissig, mit kleinen dunklen punktförmigen Hügelchen:smilec:.

    Flechte 2a-2d absolut keine Ahnung!:angry: sieht aus wie eine Mondlandschaft.

    Ja, Martin kannst du etwas beisteuern?

    LG

    Bernd

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  • Hallo Bernd,

    über die Gattung Dirina musste ich erstmal nachlesen, ist mir gänzlich unbekannt.

    Ihre Arten kommen in Meernähe vor in warmen Gegenden vor und besitzen Apothecien.

    Wirth nennt nur die in kalkärmeren Gegenden sehr seltene D. stenhammerii als in D vorkommend.

    D. massiliensis kann ich mir nicht vorstellen!

    Die Fotos sind leider ziemlich pixelig - komprimierst du die Fotos eigentlich vor dem Hochladen?

    Ich würde hier eher Perithecien vermuten, in dem Fall würde ich zuerst eher bei Verrucaria suchen - das Thema hatten wir kürzlich...

    Um eine Sporenanalyse und FK-Querschnitt kommt man leider nicht herum, schon alleine um die Gattung zu bestimmen.

    Die zweite Flechte ist noch schwieriger, da sie noch nicht einmal Fruchtkörper auszubilden scheint.

    Ich habe leider keine Ahnung, sorry! :confused:

    Wenn du mehr Flechten bestimmen können möchtest, kommst du über kurz oder lang nicht um ein Mikroskop herum.

    Gerade für Krustenflechten eigentlich unabdingbar.

    LG, Martin

  • Hallo Martin,

    ich habe schon vermutet nur mit den Fotos kommt man nicht weiter, aber wenn man die Flechte so unerreichbar vor sich sieht müssen ein paar Fotos sein.

    Die Perithecien als Fruchtkörper ( statt Apothecien ) sind für mich auch eine neue Erkenntnis. Sind ja eher Birnen/tropfenförmig und ohne Scheibe.

    Dann geht die Nr1 doch eher in Richtung Verrucaria-Art, werde dort noch ein wenig vergleichen.

    Ja, ich komprimiere die Fotos um kleinere Dateien zum Versenden zu bekommen.

    Nun zum Mikroskop, ich habe keine Ahnung vom Mikroskop geschweige denn vom Mikroskopieren, das könnte eine Nummer zu groß für mich sein und recht kostspielig!?:whistling:

    Trotz aller Hindernisse, die Suche nach Flechten geht weiter.:shy:

    Es warten noch andere Funde auf Ergebnisse.

    LG

    Bernd

  • Hallo Bernd,

    das habe ich schon vermutet, das du die Bilder irgendwie komprimiert, die Qualität ist allerdings dadurch manchmal sehr beeinträchtigt. Ich glaube, die Originalbilder sind bestimmt deutlich besser in der Qualität.

    Ist deine Uploadgeschwindigkeit so niedrig, dass du die Datenmenge reduzieren musst?

    Ich glaube, wenn ich wählen müsste, würde ich eher auf die Lupe verzichten, als auf das Mikroskop!

    Ich habe mir kein teueres gekauft, da ich anfangs ja nicht wusste, ob ich dabei bleibe oder nicht. Mehr als 350€ habe ich nicht ausgegeben und mit dem S...t 380T (will ja keine Schleichwerbung machen) bisher nur gute Erfahrungen gemacht (ja, die Lichtquelle dürfte gerne heller sein!).

    Und so schwierig, wie du vielleicht glaubst, ist das wirklich nicht! Man muss ja keine Fotos in Hochglanzmagazin-Qualität erzeugen können, sondern genug erkennen können.

    D'runterlegen, Scharfstellen, Beleuchtung optimieren. Mehr geht bei einfachen Mikroskopen eh nicht. Außerdem gibt es ja auch noch Foren zum Lernen und Austauschen. ;)

    Natürlich braucht man noch Verbrauchsmaterial wie Öl, Objektträger und Deckplättchen, davon ist aber bei den Mikroskopen erstmal mit dabei (?) und die sind wirklich nicht teuer.

    Es tut sich eine ganz neue Welt auf - vergiss die Lupe im Vergleich!

    Die Bücher sind in Summe letztlich teurer...

    LG, Martin

    P.S. Nicht umsonst gibt es auch Mikrokopie-Unterforen hier und besonders im Schwesterforum! Da kannst du einiges zum Thema lernen und das gleich mit Bezug zur Pilz- resp. Flechtenmikroskopie (sind ja auch nur Pilze).

  • Hallo Martin,

    schön das du mir Mut zum Mikroskopieren machst, das muss nun erstmal in mir wachsen, muss ja auch mein fortgeschrittenes Alter Bedenken.||

    Werde mir mal Infos über Mikroskope besorgen ( ev. auch gebraucht?), die Lupe ist ja von der Fa.Bresser.

    Mal schauen was ich so entdecke, werde dich informieren.

    So, jetzt geht es erstmal ab in den Stuckenberg ( ist unser Hausberg ), meine Frau drängelt schon.:)

    LG

    Bernd

  • Hallo Bernd,

    ich weiß nicht, wie alt du bist oder dich fühlst - aber wenn du dauernd auf Wanderschaft bist und Flechten sammelst und bestimmst, bist du nicht wirklich alt und hältst dich sogar jung.

    Immer weiter lernen hält zudem frisch und jung!

    Ich dachte bisher, du wärst ein junger Hüpfer.

    Um Mikroskopieren zu lernen ist man nicht zu alt, höchstens zu bequem geworden, hihi.

    (Nichts für ungut! ;))

    Außerdem braucht man im Alter sowieso immer mehr Sehhilfen.

    VG, Martin

  • Hallo Martin,

    das ist die perfekte Reaktion auf meine Zweifel, geh mal von Mitte 70 aus. Reaktion meiner Frau: jetzt haste dein Fett weg:/. Aber der Anreiz zum Mikroskopieren ist doch sehr groß, darum habe ich zwei Anbieter gefunden.

    SWIFT SW380T Trinokulares Durchlicht Mikroskop 40X-2500X

    BRESSER Researcher Bino Mikroskop Kompaktes, gut ausgestattetes biologisches Mikroskop.

    Meine Tendenz geht nach allen Beschreibungen zum Bressermikroskop, liegen beide so bei 350 €.

    Scheint qualitativ auch besser zu sein!?

    Schau doch bitte beide Anbieter mal an, deine Erfahrung + Meinung wäre für mich schon sehr hilfreich.

    LG

    Bernd

  • Hallo Bernd,

    na, da bist du doch mitten in der 2. Jugend, oder?

    Lebenserfahrung vorhanden, Rentenalter erreicht und kannst dich voll Ehefrau und Hobby zuwenden.

    So weit bin ich noch nicht, hab noch etwa 10 Jahre Arbeit vor mit.

    Ich denke, die beiden Anbieter, die du nennst, sind wahrscheinlich vergleichbar.

    Wichtig war mir:

    1) preiswert, da ich nicht wusste, wie lange ich das machen werde

    2) ein Trinokular, um nicht dauernd, wie bei meiner Stereolupe, nur ein Okular verwenden zu können, weil das andere von der Smartphon-Halterung belegt ist (ja, ich habe zwei).

    3) Köhlersche Beleuchtung

    4) Netzbetrieb (ohne Batterien)

    5) Tisch mit X-Y-Trieb

    6) Objektivrevolver mit mind. 4 Vergrößerungen bis 100x für Ölimmersion (wichtig!)

    7) Okular mit Strichplatte (muss man aber normalerweise nachkaufen), um messen zu können

    Ein drittes Okular ist bei diesen Trinos sowieso nicht dabei!

    Aber man hat die Möglichkeit, eines nachzukaufen und mit einem Smartphone zu verwenden, oder einen C-Mount für eine Kamera anzuschließen, oder eine teure Mik.-Kamera hineinzustecken etc.!

    Super wäre natürlich ein Mikroskop mit größeren, lichtstärkeren Objektiven, mit Phasenkontrast, mit besserer Lichtquelle, Ergokeil zum Kippen des Einblickwinkels - aber das hat alles seinen Preis.

    Da ist man schnell 1000-3000€ los!

    Ich hatte mich letztlich für das (chin.?) Swift 380T entscheiden, da es zu dem Zeitpunkt (vermeintlich) reduziert war.

    Bresser ist hingegen ein deutscher Anbieter, der lässt aber vielleicht auch in Fernost fertigen.

    Preislich kaum Unterschied!, das fällt doch auf!

    Dem Bresser sagen manche Leute eine etwas höher Qualität nach - ob' stimmt, weiß ich nicht, leigt vielleicht einfach am dt. Namen.

    So: da steht das Mikroskop (S.380T) seit geraumer Zeit und bereitet seit dem viel Freude:

    Es ist auch schwer und steht deshalb stabil.

    Sehr ordentlich verarbeitet.

    Nur der Tisch hat an einer Stelle etwas Schlupf, was mich aber nicht stört - die Stelle verwende ich halt nicht.

    Na ja, lass das mal in dir reifen, schön darüber schlafen!

    À propos Vergrößerung 2500x: Das heißt ein 100x Ölimmersions-Objektiv mit 25er Okularen.

    Ich verwende nur die 10er Okulare, das Bild ist einfach besser (1000x Vergrößerung langt).

    Die mitgelieferten 25er Okulare liegen im Schubfach, braucht man eigentlich nicht.

    Zum Einsteigen schlägst du meiner Meinung nach die richtigen Mikroskop-Klasse vor.

    Echt nicht schlecht, da kann man wirklich was mit anfangen und gleich richtig loslegen!

    Ich bin gespannt, wie du dich entscheidest!

    LG, Martin