Beiträge von KaMaMa

    Hallo,


    ich habe an den Obstbäumen der Umgebung tolle, unterschiedliche Blattflechten entdeckt, bei deren Einodnung ich mich aber schwer tue.

    Gestern hatte es vormittags noch geregnet, eigentlich nicht die richtige Zeit Flechten zu fotografieren.

    Ich bin trotzdem los, denn ich finde, die Farben kommen dann kräftig zur Geltung, auch wenn sie durch die durchscheinenden Algen verfälscht werden, das muss man im Hinterkopf haben.


    Bild 1: Die groteske Flechte mit den vielen kleinen Apothecien habe ich an einem Apfelbaum gefunden und zeigt meiner Meinung nach wohl eine Physcia


    Bild 2 zeigt eine recht kleinlappige Gelbflechte (Massjukiella, Candellaria?) mit Ameise als Maßstab, am Stamm eines Kirschbaums



    Bilder 3-5 zeigen drei ähnliche wirkende, grünlich-graue, eng anliegende, sorediöse Flechten jeweils am Stamm von Zwetschgenbäumen.

    Könnten das angefeuchtete Gelb-Schüsselflechten (Flavoparmelia, Flavopunctelia, ...) sein? Sie wirken aber so zerzaust, zeigen tw. Bortensorale...


    Bild 3:


    Bild 4


    Bild 5



    Auf Bild 6 sind auf einem Apfelbaumast, wie ich denke, zwei Blasenflechten zu sehen. Die linke ist wohl H. physodes; die rechte wirkt anders, seltsam sorediös...



    Die folgenden Bilder (7+8) sind hingegen bei sonniger Witterung aufgenommen worden und zeigen trockene Flechten an Ästen einer umgestürzten Esche:

    Bild 7 mit einer Blattflechte (Physcia?) mit fast flächig Apothecien


    Bild 8 mit einer großen, grauen Punktflechte ohne Bortensorale


    Vielleicht kann jemand einen Tipp geben, in welche Richtung hier jeweils zu denken ist?

    Ich würde mich über jede Rückmeldungen sehr freuen und warte gespannt auf Antwort!


    LG, Martin

    Hall zusammen,


    heute habe ich eine allgemeine Frage zu Krustenflechten.

    Mir fiel neulich eine Stelle an der Flusseinfassung am Neckar auf, wo diverse Krustenflechten (Lecanora, Caloplaca, Candellaria, Circinaria, ...) nebeneineinader wachsen.

    Interessanterweise zeigten viele Flechte einen auffällig hellbraun verfärbten Thallus um die Apothecien, dessen Färbung mit dem Substrat zusammenhängen muss:


    Bild 1 Fundstelle, 1-2m vom Fluss entfernt


    Die Einfassung ist an dieser Stelle sehr steil und nach Osten ausgerichtet, die einzelnen Steine sind miteinander verfugt/vermörtelt.

    Bild 1a Fundstelle


    Nun eine Aufnahmen der Flechten; man erkennt die dicken, bräunlichen Lager (verfärbte Thalli) der Flechten, über alle Gattungen hinweg:


    Bild 2


    Bild 3


    Bild 4


    Bild 5


    Bild 6


    Bild 7


    Bild 8


    Kann eine solche Braunfärbung des Thallus womöglich durch Anreicherungen von Metallenoxiden (Eisen / Mangan) im jeweiligen Vorthallus hervorgerufen werden?


    LG, Martin

    Hallo René


    Tja, da hast du sicher Recht mit deiner Einschätzung der Bestimmungsliteratur im Allgemeinen und den dortigen Standortbeschreibungen und Häufigkeiten im Besonderen einerseits, andererseits mit den Beurteilungen in den Roten Listen. Kein Autor, und sei er noch so sachverständig, kann und wird je alle Flechtenvorkommen kennen können und allgemeingültige Aussagen für große Areale wie Süddeutschland, Hessen oder auch nur den Bayerischen Wald geben zu können. Von Deutschland oder Mitteleuropa etc. ganz zu schweigen... Und dann ist alles im ständigen Fluss, wegen der Klimaänderung, wegen den Entschwefelungsanlagen, bleifreie Benzin und und und...


    Klar ist auch, dass eine Bestimmung mit Fotos alleine zwar gelingen kann, aber natürlich nicht gelingen muss, und das auch nur bei hinreichend guten und ausreichenden Belegen, wenn keine optischen Doppelgänger existieren, etc.


    Ich denke, das erwartet hier auch niemand, ich jedenfalls bestimmt nicht. Natürlich freue ich mich, wenn ein Fund einen Namen bekommt, ganz besonders natürlich, wenn meine eigene Vermutung geteilt bzw. bestätigt wird, aber das heißt ja noch lange nicht, dass diese Zuordnung dann stimmen muss.


    Alleine der Austausch mit anderen, wie dir beispielsweise, zum Thema ist doch schon interessant und anregend, und ich kann eine Menge lernen, auf jeden Fall auch anderes, als in den Büchern steht...


    Also, ich freue mich über jede Antwort. 😃


    LG, Martin

    Hallo René,

    vielen Dank für die Rückmeldung.

    An Parmeliopsis hatte ich (noch) gar nicht gedacht. Ich weiß gar nicht, ob die hier überhaupt vorkommen, sie gelten dich eher als Bergflechten, es ja wird immer auf die Schneegrenze hingewiesen ("Schneepegel-Flechte"). Der Schnee fällt hier nur alle Schaltjahre mal und ist gleich wieder weg. Die Flechten wachsen auch eher in 2m Höhe als bodennah.

    Ich finde, dass H.adglunata zumindest optisch ganz gut passt. Diese Flechte scheint sich wohl auch gerade auszubreiten, wie ich lese.


    LG, Martin

    Hallo miteinander,


    neulich habe ich sehr kleine, sehr dicht an der Borke anliegende Blattflechten entdeckt - ich hätte sie fast übersehen, weil sie so unscheinbar sind.

    Die Flechtlein wachsen an einem Eschenstamm am sonnendurchfluteten Waldesrand:

    Bild 1 morgendliche Fundsituation


    Bild 2


    Bild 3


    Bild 4


    Bild 5


    Aufgrund ihrer Winzigkeit, dem rosettigen Wuchs, den Soralen und dem absolut aufgebügelt-flachen Anliegen an der Borke würde ich an Hyperphyscia adglutinata denken.

    Macht das Sinn?


    LG, Martin

    Hallo Bernd,


    schade, dass sich niemand zu deiner Anfrage äußert - aber wie schon gesagt...


    Peltigera ist für mich sicher gesetzt.

    Leider ähneln sie sich teilweise sehr, bzw. die Variabilität in der Erscheinung gilt als groß.


    Dann versuche ich als Anfänger mal mein Glück mit dem Peltigera-Schlüssel à la Wirth, um die Art einzugrenzen:

    - keine Cephalodien auf dem Thallus / nasser Thallus nicht grün => P.venosa, P.aphthosa, P.leucophlebia scheiden aus!

    - Sorale vorhanden? Bortensorale meine ich, sind nicht vorhanden => P.collina scheidet aus!

    - Flecksorale? Bin mir nicht sicher, ob in Bild 4 eventuell Sorale auf der Oberseite zu sehen sind, könnte sein - das Bild ist etwas unscharf.

    Falls ja, käme eventuell P.didactyla in Betracht:

    P.didactyla s.lat. wäre oberflächlich feinfilzig (Lupenkontrolle, Flechte muss möglichst trocken sein!), ev in Bild 1, 3 &6 als weißliche Bereiche zu erahnen.

    # Die Lappen muschelförmig aufgebogen, kommt hin;

    # Unterseite weißlich-bräunlich (Bild 3+6), passt;

    # weißliche Netzadern sehe ich in Bild 3.

    # Apothecien häufig: ok.

    L# appen 0,5-1,5 cm breit - hmmm, erscheinen mir im Vergleich zum Daumen breiter als 1,5cm, P.didactypa s.lat. würde sonst vielleicht passen...

    Also eher nicht P.didactyla...

    Aus gleichem Grund (Lappenbreite) auch P.extenuata nicht, zudem weist diese Flechte wenig / selten Apothecien auf.


    - Falls die Oberfläche nicht flächig, sondern nur die Ränder feinfilzig sind (sonst wären andere Flechten in Betracht zu ziehen):

    - Thallus größer 2-3cm => keine P.lepidophora

    - Isidien an (Rissen und) Lappenrändern? Nein => keine P.praetextata

    - Unterseite schwammig, fast ohne Rhizinien? Nein => keine P.malacea


    - Unterseite mit Adern, Haarfilz randlich angedrückt? (Lupenkontrolle!) Ich postuliere mal ja...

    - Lappen breiter als 1,5cm?

    - P.praetextata wegen fehlender Isidien ausgeschlossen (sonst noch möglich) => P.canina oder P.mambranacea


    - Thallusoberseite mit Längswülsten über Adern? Sehe ich nirgends. Rhizinien flaschenbürstenartig? Auch nicht! => keine P.membranacea.

    - Oberseite oft mit Längswülsten? Nein. Rhizinen vielgestaltig? Nicht zu erkennen, die Sichtbaren wirken einfach und gleich. Rhizinen büschelig, zottelig? Nein. => wohl uach keine P.canina


    Vielleicht sind die Lappen doch schmaler, dann vielleicht doch P.didactyla??

    Kommt vor u.a. auf "...bemoosten Silikatfelsen, ... an lichtreichen Standorten, meist an gestörten, nährstoffreichen Standorten, .... offenen Böschungen, ... Mauern, ... ephemerer Pionier, oft mit Moosen vergesellschaftet, ... in kalk- und reliefarmen Gebieten selten." (Wirth et al. "Die Flechten Deutschlands", S.829)


    P.didactyla könnte man als Arbeitshypothese verwenden, denke ich.


    LG, Martin


    Mal schauen, ob sich noch jemand anderes zu diesem interessanten Thema meldet...

    Guten Morgen Bernd,


    es handelt sich (natürlich) wieder um eine Peltigera-Art.


    Da sich viele dieser Arten untereinander recht ähneln, wäre m.E. es das Beste, sich mit Probe und Lupe in der Hand durch den Bestimmungsschlüssel zur Zielflechte vorzutasten.


    Leider wachsen hier nur sehr wenige Peltigeren. Ich konnte sie bisher nur an zwei weit entfernten Stellen finden - und das war dann leider die gleiche Art.


    LG, Martin

    Hallo Bernd,


    also, wenn ich als Anfänger ein wenig raten darf, würde ich Peltigera canina vorschlagen, da die weißen, stark verzeigten Rhizinien (die wurzelartigen Haltestrukturen auf der Unterseite) einen so dichten Filz bilden.

    Isidien kann ich keine erkennen (kleine noppen- oder stiftartige Auswüchse an den Rändern oder manchmal auf der Oberseite der Lappen) => die ähnliche P.praetextata schiede dann aus.


    Du kannst ja auch mal Bilder und Beschreibungen mit deinem Fund vergleichen z.B. unter Ways of Enlichenment - Lichens of North America

    Das Gute an dieser Seite ist: Hat man erst einmal die Gattung (hier Peltigera), kann man durch viele Arten scrollen, und anhand einer Menge Fotos direkt vergleichen.

    Leider ist diese Seite ohne erklärenden Text, aber man sieht anhand der vielen Detailfotos, worauf zu achten ist.


    Ansonsten kannst du es auch parallel in dem anderen "Pilzforum" probieren (ich weiß gar nicht ob man sowas hier sagen darf).

    Hier ist tatsächlich - zumindest im Flechtenteil, wie ich auch bemerken muss(te) - zumindest derzeit nicht schrecklich viel los...


    LG, Martin

    Und ja, natürlich kann und darf man mit solchen Ästen spielen! Hab ich auch gemacht als ich klein war...

    Man wäscht sich ja die Hände, bevor man was isst, so habe ich das gelernt.


    Nochmal liebe Grüße, Martin

    Hallo und guten Morgen Kai.2,


    erstmal vorneweg - natürlich gibt es auch giftige Flechten, z.B. die Wolfsflechte.

    Im Normalfall jedoch sind Flechten völlig harmlos, wie das meiste, was uns alltäglich umgibt. Erde etwa. Die sollte man auch nicht einfach essen, das kann nämlich auch ziemlich blöd ausgehen!!


    Auf deinen Bildern erkennt man leider sehr wenig, da sie ziemlich unscharf aufgenommen sind. Ich denke, am Wuchs grünliche Blasenflechten (Hyogymnia) und auch Gelbflechten (Xanthoria) zu erkennen. Diese Flechten sind weit verbreitet und im Normalfall sicher unbedenklich.

    So dicht, wie der Ast bewachsen ist, sind bestimmt viele Flechtengattungen, Blatt- und auch Krustenflechten, darauf zu finden.


    Flechten sind allgegenwärtig und ich habe noch nichts von Vergiftungen durch sie gehört.


    Wenn du deine Kinder einen normalen Umgang mit der Natur beibringst, und dazu gehört natürlich, nicht alles in den Mund zu stecken, oder gar zu essen, und mit ihnen zusammen solche Themen - was wächst da auf dem Ast - erforscht und ihnen näherbringst, werden sicher gesunde und an ihrer Umwelt interessierte, junge Menschen daraus.


    Ich empfehle, ein einfaches Bestimmungsbuch für Fechten zu kaufen, gibt's für weniger als 20€, und wünsche euch viel Spaß beim Entdecken der Lebewesen eures eigenen Gartens!


    Liebe Grüße, Martin


    Bildgruß einer hübschen Krustenflechte (Pertusaria) am Stamm einer Esche:

    Hallo,


    diese Woche war ich einige Tage im Harz und konnte dort die isidientragende Parmelia-Spezies P. saxatalis beobachten, die ich bislang hier am Neckar nicht fand.


    Bild 7 - Parmelia saxatalis


    Bild 8 - Ausschnitt P. saxatalis mit deutlich erkennbaren Isidien


    Da auch P.ernstiae als isidiös gilt (zur isidientragenden Saxatalis-Gruppe gehörig), aber keinerlei Ähnlichkeit der beobachteten Isidien von P. saxatalis zu den Strukturen auf den Thalli der Flechten oben vorhanden ist, muss ich jetzt vermuten, dass es sich bei den Flechten in Bild 1-6 vermutlich doch (nur) um eine stark bereifte Variante von Parmelia sulcata (trägt Sorale, keine Isidien) handelt. Die Blättchen in den Thallusmitten gehen vielleicht auf Reaktionen nach Verletzungen zurück: die Flechten in Bild 1-6 wurden an Ahornstämmen in der unmittelbaren Nähe eines Park-/Rastplatzes aufgenommen. Vielleicht klopfen die Leute dort ihre Näpfe o.ä. am Baumstamm aus?


    Laut "Die Flechten Deutschlands" (Wirth-Hauck-Schultz) kommt P. ernstiae auch schwerpunktmäßig eher in Norddeutschland vor als hier im Süden - kommt wohl noch in Franken, auch in der Rhön, im Spessart, Odenwald und Schwarzwald vor, was alles nicht sehr weit entfernt ist, aber zum Ausgleich etwas höher liegt.


    LG, Martin

    Hallo miteinander,


    bei folgender Flechte bin ich verunsichert, um welche Art es sich wohl handelt. Ichdenk, es könnte sich um Parmelia ernstiae handeln. Ich finde, dass der Habitus und die ausgeprägte Bereifung passen würden.

    Ob sich an den aufbrechenden Pseudocyphellen nun tatsächlich Isidien bilden, traue ich mich nicht zu beurteilen. Doch die Anordnung der Thallusläppchen, insbesondere die vielen kleinen Läppchen, die am Rand der alten Lappen entstehen (besonders gut in Bild 4-6 erkennbar), scheint mir für diese Flechte typisch zu sein.


    Liege ich hier mit P. ernstiae richtig?


    Bild 1


    Bild 2


    Bild 3


    Bild 4


    Bild 5


    Bild 6


    Liege ich hier mit P. ernstiae richtig?


    LG, Martin

    Ich kann dir leider damit nicht wirklich helfen. Ich würde aber eher im pilzforum.eu unter der Rubrik Pulzvergiftungen nachfragen. Oder gleich die hausärztliche Notdienst besuchen, wenn's richtig übel wird auch den Notarzt rufen!

    LG Martin

    Oh je,


    ich fürchte die Aufnahmen sind wohl zu schlecht oder als Bilder alleine nicht ausreichend, um ohne Chemie und Sporenanalyse diese Flechten etwas einzukreisen.

    Schade, dass niemand dazu was weiß...


    Ich bleibe am Thema Flechten weiter dran!


    LG, Martin

    Ich war heute nochmal vor Ort am bewussten Sandstein, der dick verkrustet bewachsen ist...


    ... habe einige Proben geholt und unter der Stereolupe aufgenommen, damit etwas mehr Details erkennbar werden.


    Von der weißen Flechte:

    Bild W1


    Bild W2


    Bild W3


    Bild W4


    ... und von der braunen Flechte:

    Bild B1


    Bild B2


    Bild B3


    Vielleicht hilft das ein wenig mehr, die Sorte einzukreisen.

    Die Grau-Weiße könnte vielleicht Catapyrenium vf. cinereum sein, aber was ist die Braune?


    LG, Martin

    Hallo,


    ich habe neulich in Heilbronn am Neckar auf Wegbegrenzungssteinen nahe den Sportplätzen Schuppenflechten entdeckt, die ich zuvor noch nicht gesehen hatte.

    Auf etwa jedem zweiten der Steine war mit einer dicken Wurst aus Losung verziert! Hab ich so noch nicht gesehen. Füchse machen so etwas, glaube ich.

    Falls das Methode hat, ist für Düngung auf den Steinen jedenfalls bestens gesorgt!


    Bild 1 : Fundort, offen und sonnig


    Bild 2: Flechtengesellschaft auf einem der Sandsteine. Die schwarzen Apothecien mit weißem Rand gehören m.E. nicht zu der weißen Flechte mit den vielen schwarzen Pünktchen (Pyknidien?), sonden vermutlich zu einer Lecanora-Art, die ein Stück weiter in größeren Beständen auftritt und nur aus Apothecien zubestehen scheint (z.B L. dispersa).


    Ein paar Tage später kam ich mit Vorsatzlinse zurück, um die weißen Flechtenklumpen genauer erkennen zu können.


    Neben der weißen Schuppenflechte befanden sich noch ähnlich wirkende, braune Flechtenklumpen. Eine verwandte Sorte? Sie ist in Bild 3 unten rechts zu erkennen.

    Auf Bild 4 und 8 deutlich besser erkennbar. Wenn man's weiß, ist sie bereits auf Bild 2 am rechten Bildrand zu finden.

    Bild 3


    Beide Sorten, etwas größer:

    Bild 4: Neben den weißen, schuppigen Klumpen gibt es auch auch eine braune Variante.


    Bild 5


    Bild 6: Die weiße Flechte besitzt eventuell Pyknidien und Perithecien.


    Bild 7


    Bild 8: Die braune Variante wirkt sehr ähnlich.


    Die Freihand-Bilder sind sicher nicht perfekt, aber ich hoffe man kann wichtige Details erkennen.


    Handelt es sich hier um zwei eventuell unterschiedliche Flechten - oder sind das nur unterschiedlich gefärbte Varianten der gleichen Sorte?

    Wenn ich raten darf, würde auf Lederflechten (Catapyrenium) tippen.

    Weiß vielleicht jemand hierzu etwas?


    LG, Martin

    Hallo René,


    oh, da hast wohl recht! Der Vorthallus der Flechte in Bild 2 schiebt sich viele weiter nach links unten und rechts oben als die Flecken, die ich voreilig mit "unabhängiger Initiale" beschriftet habe, vom Flechtenzentrum entfernt liegen.

    Wenn ich den Kontrast anhebe, erkennt man sogar deutlich eine Verbindung der Flecken untereinander.


    Danke für dein scharfes Auge und die Richtigstellung!


    LG, Martin

    Hallo René,


    ich habe eine Schneckenhausscherbe mit den gleichen schwarzen Initialen von Verrucaria nigrescens gefunden.

    Diesmal habe ich die Scherbe mit genommen und unter die Stereolupe plaziert.



    Das sich schon richtige kleine Flechten mit Thallus und Vorthallus.


    Wenn ich das richtig verstanden habe, keimt der Pilz aus der Spore (sagt man so?) und sucht einen Algenpartner.

    Algen liegen offenbar dicht an dicht auf vielen Oberflächen vor und wenn er Glück hat, muss der Pilz nicht lange suchen und findet seine Alge solange seine Energievorräte zum Wachsen reichen.

    Wenn er keinen Algenpartner findet geht der Pilz unter.

    Findet er einen inkompatiblen Algenpartner, kann er zwar weiterwachsen, aber sich nicht richtig entwickeln.

    Findet er (s)einen kompatiblen Algenpartner, kann er die "Symbiose" eingehen, bezieht Energie und Nährstoffe, kann einen Thallus ausbilden und richtig loslegen.


    Neben der Flechte auf Bild 2, die bereits einen Thallus entwickeln konnte, sehe ich oberhalb vom Vorthallus Strukturen, von denen ich meinen möchte, dass sie andere, weniger weit entwickelte Individuen sind als die größere Flechte (unabhängige Initiale).

    Die weiter entwickelte Flechte wächst weiter und fusioniert irgendwann mit den kleineren Individuen in der Nähe.

    Die Flechte besteht dann aus mehreren genetisch unterschiedlichen Pilzindividuen.

    Womöglich besteht bereits die größere Flechteninitale mit Thallus aus mehreren derartig fusionierten Flechten-Initialen.

    Bild 2


    Faszinierend!


    LG, Martin

    Hallo, ich bin's nochmal.


    In der Bestimmungsliteratur wird als Unterscheidung zwischen P.aipolia und P.stellaris natürlich die Färbung des Marks als eindeutiger Nachweis angeführt.


    Wenn man nicht unbedingt mit der Chemie hantieren möchte, werden zur Unterscheidungshilfe bei Wirth auch optische Eigenschaften der Flechten erwähnt.

    P.aipolia zeichne sich durch kleine, weiße Flecken aus, die bei P.stellaris, wenn überhaupt, nur undeutlich vorkämen.

    Auch der Grad der Bereifung der Apothecien sei tendentiell unterschiedlich: Aipolia wäre tendentiell eher bereift als Stellaris; die Randläppchen bei Aipolia eher glatt-anliegend, bei Stellaris oft gewölbt.


    Was mich nun interessiert sind die weißen Pünktchen, da man hier nur Wasser anwenden muss. Ich lese an anderer Stelle, es handele sich bei den weißen Strukturen um Pseudocyphellen.

    Also habe ich eine Flechte, die ich für P.aipolia halten würde, eingeweicht und unter der Stereolupe kontrolliert.

    Und tatsächlich: Es lassen sich dicht an dicht kleine weiße Strukturen erkennen. Womöglich handelt es sich also hier um eine P.aipolia? Stehen Pseudocyphellen tatsächlich derartig dicht?



    Apropos Wasser:


    Nocheinmal zurück zu Flechte "B" vom Anfang.

    Ich habe bei bei lichenmaritimes.org unter Physica biziana folgendes gefunden (Lichens marins Dort heißt es unter anderem

    " ... dull whitish when dry, greenish when moist (or turning green when sprayed with water - rather specific trait) ... Cf.: Physcia stellaris of which the thallus is smaller, not turning greenish when moisten, and Physcia aipolia with an upper surface dotted with pseudocyphellae and medulla K+ yellow ... "


    Die dort abgebildeten Fotos und der beschreibende Text stimmen meiner Meinung nach fast zu gut mit Flechte B überein.

    Eindrucksvolle Beispielbilder, u.a. auch der nassen Flechte im Vergleich zu einer nassen P.stellaris, werden dort gezeigt.


    Ich habe die Flechte an ihrem Baum nochmals aufgesucht und sie sowie die benachbarte Flechtengruppe A kräftig benetzt.

    Die Wirkung war frappant: während sich die nassen Flechten bei A leicht grünlich verfärbten, wurde Flechte B in der gleichen Zeit kräftig grün, mit der Tendenz nach bläulich-grün - ganz wie bei lichensmaritimes.org beschrieben und gezeigt.



    Das Verfärben dieser nassen Flechte finde ich sehr beeindruckend, was für Farben!! Vielleicht habe ich ja tatsächlich eine dieser wärmeliebenden P.bizianae hier gefunden?


    LG Martin

    Aha, vielen Dank, René, für deine Einschätzung!


    Pyknidien also - wieder eine der vielen alternativen Vermehrungsmethoden der Flechten, neben Apothecien, Isidien, Soredien also nun auch noch Pyknidien.


    Ich habe mir jetzt mal die Flechten-Biologie von Nash dem III zugelegt: Ich hoffe nach der Lekture einen tieferen Einblick ins geheime Wesen unser kleinen Freunde zu bekommen. Für den Anfang liest es sich recht spannend. Wenn ich das richtig versanden habe, stellt offenbar in vielen Flechten nicht ein Pilz-Individuum alleine den Myko-Partner sondern u.U. eine ganze Anzahl von ihnen gemeninsam. Damit bilden sie wohl sowas wie eine Chimäre?! Das würde mir jedenfalls erklären helfen, mit wem eine Flechte sich eigentlich sexuell vermehrt und Apothecien bzw. Pyknidien bildet - vielleicht mit den anderen Pilzen, die mehr oder minder zufällig im gleichen Flechten-Haus mit ihren Algen leben. Und wenn man alleine wohnt, gibt's ja noch die asexuelle Vermehrung (Isidien, Soredien, ...). Clever das!

    Danke schön René, für deine eingrenzende Vermutung!


    Ich möchte gerne noch eine Frage bzgl. Initialstadium stellen: Die Flechten auf dem Schneckenhaus wirken, abgesehen von der Färbung, ein wenig unterschiedlich:

    Die größere Variante wirkt auch kompakt, wie man es für Flechten erwarten würde:


    Andere wirken sehr mycelartig. Meinst du das mit Initialstadium?


    Ist dies das erste Stadium der Flechtenbildung: der Pilz noch ohne Algenpartner?


    Liebe Grüße, Martin

    Hallo,


    ich habe eine Anfrage bezüglich schwarzer (vermutlich) Flechten auf einem alten Weinbergschneckenhaus, das auf einer Weinbergsmauer ungeschützt in der Sonne lag.

    Leider habe ich keine bessere Aufnahme, eigentlich hat mit das Schneckenhaus per se interessiert, die Flechten kommen deshalb nicht optimal heraus.


    Vielleicht hat trotzdem irgendjemand eine Ahnung, um was für einen Bewuchs es sich hier handeln könnte? Ich würde mich über eine Antwort freuen!


    Liebe Grüße, Martin

    Nachtrag:


    hängt die weiße Bereifung der Apothecien vielleicht auch mit deren Reifung zusammen?

    Bei der Flechte (B) mit den sehr weißen Apothecien, löst sich bereits teilweise der Inhalt (Sporen) heraus...


    Hängt das damit zusammen?


    LG Martin