Beiträge von KaMaMa

    Uiuiui!


    Jetzt bin ich aber von den Socken!


    Das wäre, glaube ich, mein erster Pilz, den ich vollkommen alleine erschlüsselt hätte, nur wissend, es ist ein Porling.


    Lange, inkrustierte Hyphen (die Enden waren abgetrennt und offen, ev. von Pressen unter den Deckglas) hatte ich gefunden, aber nicht erwähnt. Vielleicht sind das ja die vermissten Pseudozystiden. Ich wollte nicht zuviel schreiben, sonst liest das eh keiner, dachte ich...


    Vielen Dank für deine Mühe, sogar das Thema ein zweites Mal aufzugreifen und zu überprüfen! Toll!!


    Die Überschrift ändere ich gerne noch ein weiteres Mal, damit sie zum Fund passt.


    LG, Martin

    Hallo Uwe,


    für mich Neuling sieht der Pilz eher wuchtig-wulstig aus.

    Was spricht denn hier gegen Ganoderma adspersum, den wulstigen Lackporling - bei dem man die Kruste ausdrücklich nicht eindrücken kann?


    LG, Martin

    Hallo Pablo,


    vielen Dank für deine Zeilen!


    Leider lag ich wohl mit keinem der Pilze richtig, oj!


    Die Zuordnung zu Trichaptum abietinum hätte ich mich nie getraut, da ich hier violette Poren erwartet hätte.

    Schade eigentlich, dass mein erster Trichaptum ein Weißling sein muss!

    Immerhin kam ich in die Nähe von Antrodia, wo Cartilosoma früher mal einsortiert war.


    Mittlerweile habe ich einen umfangreicheren Schlüssel über Porlinge ("Polypores in British Columbia ") entdeckt, der mehr Porlinge schlüsselt als der oben zitierte und auch Gattungsschlüssel.

    Cartilosoma rene-hentic ist auch dort nicht enthalten.


    Die Beschreibung zu Cartilosoma rene-hentic, die du erstellt hast, ist klasse!

    Jetzt kann ich prima mit meinem Fund vergleichen, da ich weiß, um was es sich handelt.

    Umgedreht ist das leider sehr viel schwieriger, überhaupt in die Nähe des richtigen Porlings zu gelangen.


    Merke: Farbung des Pilzes kann bei der Bestimmung helfen, aber leider auch - so wie hier - in die Irre führen!


    LG, Martin

    Hallo,


    ich habe nach geforscht und einen allgemeinen Porlings-Schlüssel gefunden, der eventuell weiterhilft.

    "Roy Cain's Field Key To Polypores" führt mich zu


    Pilz 1 - eventuell einer jungen Cerrena unicolor, einem Aschgrauer Wirrling


    und bei Pilz 2 zu Irpex lacteus, den Milchweißen Eggenpilz


    Der Schlüssel führt schrittweise über

    einjähriger Pilz - verworrene, krumme Poren - weißes Fleisch - (auch) auf Nadelholz - Porenoberfläche weiß oder cremefarben (nicht lila) - Poren 2-3/mm meist auf Laubholz

    zu Antrodia albida, der Weißlichen Braunfäuletramete, ... passt gar nicht, die hätte auch VIEL größere Sporen (10-13 x 5-7)!


    oder über:

    einjähriger Pilz - verworrene, krumme Poren - weißes Fleisch; NUR auf Laubholz - flaumig behaart - nie Lamellen - Poren 3-4/mm

    zu Cerrena unicolor, dem Aschgrauen Wirrling


    C. unicolor hat passende Sporenmaße (5-7 x 2,5-4)!

    Das Porenmuster passt mMn sehr gut, allerdings soll C. unicolor eher graue Poren haben.

    Vielleicht ist der gefundene Pilz noch ganz jung und deshalb noch cremefarben (in meinem Buch gilt er als mehrjährig)?


    Als makroskopischer Doppelgänger bei jungen Exemplaren soll Irpex lacteus, der Milchweiße Eggenpilz, gelten.

    Irpex lacteus hat lt. Buch (Fungi of temperate Europe)

    - ein labyrinthisches (!) bis zahnartiges Hymenophor

    - lange, am Ende kristallbesetzte Lamprozystiden (genau so bei Pilz 2 gefunden)

    - ferner dimitisches Fleisch mit Skeletthyphen (dünn- und dickwandige Hyphen bei Pilz 2 gefunden)

    - keine Schnallen (passt zu Pilz 2)

    - Sporen 5-6 x 2-3 (passt perfekt)

    - kommt auf Stubben oder gefallenen Ästen vor - gut, hier ist es ein gestürzter Stamm

    - gilt zudem als häufiger Pilz


    Könnten Cerrena unicolor und Irpex lacteus stimmen?

    Kennt jemand einen oder gar beide Pilze aus eigener Anschauung und kann meine Vermutung bestätigen oder entkräften?

    Vielen Dank für's d'rüberschauen!


    LG, Martin

    Hallo miteinander!


    Gestern im Laubwald fand ich zwei hübsche, weiße Porlinge mit auffällig labyrinthischen Poren, die auf den ersten Blick ähnlich wirkten.

    Noch nach dem Sporenabwurf hoffte ich es wäre der gleiche Pilz:

    - gleiche Porenmuster (labyrinthisch)

    - gleiche Porengröße (2-3/mm)

    - gleiche Sporenform (würtchenförmig = allanthoid)

    - gleiche Sporenmaße (etwa 6,5-7 x 2,5 µm²)


    Dann stellt sich mikroskopisch heraus, dass sie sich deutlich unterschieden.


    Ich habe leider gar keine Ahnung, wo ich die beiden unterschiedlichen Pilze einordnen könnte.

    Ich hatte zuerst gehofft es wäre der gleiche Pilz - Pustekuchen! Problem verdoppelt!


    Wahrscheinlich suche ich ganz falsch.

    Sind labyrinthische Poren überhaupt ein vernünftiges Bestimmungsmerkmal?

    Bei der Schmetterlingstramete (Trametes versicolor) ist ja beides möglich.


    Vielleicht hat jemand Antworten?

    Ich würde mich darüber sehr freuen!


    LG, Martin


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    1. PILZ


    Der erste weiße Porling wuchs an der Unterseite von kleineren Ästen, die auf dem Waldboden - aber ohne Bodenkontakt - lagen.

    Die Poren sind auffällig labyrinthisch.

    Porendichte 2-3/mm.

    Dicke etwa 1mm, davon 3/4 Poren.

    Der Geruch ist angenehm und intensiv champignongartig (zuhause im Warmen).


    Die Größe der inamyloiden Sporen beträgt 5,3-7,2 x 2,0-2,5 µm² (N=4), die Sporenausbeute war sehr mager.

    Der Pilz scheint (fast) steril.


    Der Porenquerschnitt zeigt sehr luft-locker gepackte Hyphen, wie das Makro schon erkannen ließ.

    Ich erkenne dünn- und dickwandige Hyphen.

    Basidien sind nicht zu finden.

    Schnallen sind nirgends zu erkennen.

    Es gibt auffällige kristall-besetzte Zystiden (Meruloide).


    Bild A1 von unten


    Bild A2 von der Seite

    Bild A3 von oben


    Bild A4 von der Seite, kopfüber


    Bild A5 Querschnitt


    Bild A6 Querschnitt in verdünntem Kongorot gefärbt


    Bild A7 Kristalltragende Zystide


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    2.PILZ


    Einige Meter weiter habe ich eine weitere Probe von einem auf den ersten Blick ähnlichen Pilz genommen:


    Er wuchs unter der Borke eines liegenden Baumstammes hervor, zeigt ebenfalls etwas labyrinthische Poren.

    Porengröße: etwa 2-3/mm.

    Probendicke bis etwa 2mm, Hutfleisch wieder sehr dünn; etwa 90% machen die Poren aus.

    Der Geruch ist auch hier würzig pilzig, wie oben.


    Die Größe der inamyloiden Sporen beträgt 6,2-7,8 x 2,3-2,7 µm² (N=10).

    Hier war die Ausbeute recht ergiebig, der Pilz ist fertil!


    Die Probe schneidet sich korkig, mikroskopisch sind die Hyphen sehr dicht gepackt.

    Fleisch ist weiß, unter dem weißen Hymenium eine dünne transparente Schicht, die sich auch weniger gut einfärben lässt.

    Es lassen sich Schnallen erkennen. Es sind keine Zystiden erkennbar.

    Die Basidien sind 4-sporig, mit wenigen Kristalliten besetzt.


    Bild B1 Fund B


    Bild B2 von oben


    Bild B3 von unten


    Bild B4 Querschnitt zeigt transparenten Bereich unter Hymenium


    Bild B5 Porenquerschnitt nach Kongorot (Skalp)


    Bild B6 1000x Ölimmersion in Kongorot

    Hallo Andy,


    ich bin ja eigentlich der Meinung, dass der grüne Pilz ebenso striegelig ist, wie die weißen Exemplare.


    Vgl. mit Bild 3a, einen vergrößerter Ausschnitt zeigend und die hummelige Bepelzung der Hutoberfläche. Dazu vielleicht am besten auch das Bild in Originalgröße anschauen.


    LG, Martin

    Vielen Dank, Andy und Pablo für eure Analysen!


    Ich nehme mal das Wissen mit, künftig möglichst immer einen Schnitz herausschneiden und mitnehmen.

    Dann sehe ich das Innere des Pilzes und kann später auch einen Sporenabwurf probieren!



    Wegen der Unklarheiten habe ich nochmal gründlich das Bildarchiv durchwühlt und noch folgendes gefunden, was helfen könnte:


    1) Die Stämme, auf denen der Pilz wuchs, haben glatte Rinde (Bild B1)

    2) Viele Rotbuchen und nur wenig Eiche steht auf der Wiese herum, und auch im angrenzenden Wald dominiert die Rotbuche (Bild B2)

    => Vermutlich handelt es sich also eher um Rotbuche beim Substrat.


    Bild B1


    Bild B2: Im Wald


    Die Schwäbische Alb liegt zwar im Süden Baden-Württembergs, aber dort gilt der Satz, "Auf der Schwäbischen Alb ist es immer einen Kittel kälter" als im Tal,

    was wärmeliebende Arten vielleicht nicht ganz so wahrscheinlich erscheinen lässt.

    Da bin ich also vom falschen Substrat ausgegangen und wusste nichts vom Wärmebedürfnis von Fuscopora torulosa.


    Auch hatte ich gehofft, es gibt nicht sooo viele stiegelige, große Porlinge - und da zählt Fuscopora torulosa wahrscheinlich gar nicht dazu.

    Ich hatte mich verleiten, lassen nur unter den mehrjährigen Pilzen mit braunen Poren zu suchen.

    Aber mit dem rotporigen Feuerschwamm lag ich wohl voll daneben!

    Bild B3


    Weiter ist mir unter den Fotos auch noch folgendes aufgefallen:


    3) Ähnlich wulsig-striegelige, weiß-braune Pilze sind am gleichen Stamm oder an einem der Nachbarstämme im Holzhaufen zu finden.

    Die Farbgebung wirkt - auf den ersten Blick - anders, aber vielleicht gehören diese Pilze doch zusammen?

    Die ganz jungen Exemplare im Bild B4 sind ganz braun und filzig, das ältere Exemplar ist in der Fläche weiß, hat aber einen braunen Rand.

    Wenn man Bild B3 genau betrachtet, haben die Pilze auch einen zumindest schmalen braunen Rand, sind weiter innnen weiß - dann grün (durch Algen).

    Alle diese Pilze haben ringförmige Zonen mit langen Haaren!


    Nebenan also folgende Pilze:

    Bild B4 Striegelige Tramete?


    Hiervon ein Stück abgebrrochen und auf der Porenseite fotografiert, zeigt teils bräunlich-graue Poren - und weiße Hyphen im Hutfleisch:

    Bild B5


    Von den jüngeren, braun-filzigen Exemplaren, die auf Bild B4 zu sehen sind, habe ich auch einen gepflückt und umgedreht.

    Hier finden sich weiße Poren:

    Bild B6 Junges Exemplar


    Bild B7: Poren des jungen Exemplars


    Bei den Pilzen in den Bildern B3-7 vermute ich die gute alte, striegelige Tramete (T. hirsuta):

    Sie hat eine striegelige Oberfläche, kann wulsig-zoniert wachsen, wird gerne von Algen besiedelt - und kommt hierzulande definitiv vor.

    Kann sie aber so dunkelbraun werden?


    Ich hatte die Pilze für unterschiedlich gehalten, langsam kommen mir aber zumindest leichte Zweifel daran.

    Könnte der Pilz meiner ursprünglichen Anfrage oben womöglich der gleiche Pilz wie die braun-weißen Pilze in einem späteren Entwicklungsstadium sein??


    Dann hättest du Recht gehabt mit deiner Trameten-Ahnung, Andy!


    LG, Martin

    Hallo!


    Letzten Sommer fand ich auf der schwäbischen Kalk-Alb, auf einem großen Stapel Baumstämmen (Eiche?) einen konsolenartig wachsenden Porling.

    Die wulstige Oberseite ist fein filzig behaart und im Zentrum vermutlich durch Algen grün gefärbt. Der Hutrand ist wulstig und weiß.

    Die Unterseite zeigt bräunliche Poren bis zum Rand.

    Könnte es sich um den Rotporigen Feuerschwamm (Fuscopora torulosa) handeln?


    LG, Martin


    Stapel mit Baumstämmen in der Bildmitte


    Bilck von oben


    Blick von unten

    Hallo Ringo,


    sehr interessant, worauf du da hinweist!


    Offenbar sieht man am Bildrand die bei sehr morschen Stämmen häufig beobachtbare, dünne, schwarze Kruste.


    Ich frage mich seit einiger Zeit, wodurch die papierdünnen, kohleschwarzen Überzüge an manchen finalmorschen Ästen und Stubben entstehen.

    Wenn ich dich richtig verstehe, scheinst du jetzt hier einen möglichen Verantwortlichen zu nennen: Bjerkendera adusta.

    Ich dachte, sein Name rühre von den aschgrauen Poren oder dem Schwärzen auf Druck her. Scheinbar besiedelt er auch gerne vom Blitz geschädigte Bäume.


    Dein Hinweis zu diesem Zusammenhang wirft ein neues Licht auf die Namensgebung.


    Hast du eventuell einen Link, wo ich mehr darüber erfahren kann?


    LG, Martin

    Hallo Salvia,


    schlag doch mal Ascocoryne sarcoides (zugehörige Hauptfruchtform) nach. Den Pilz findest du bestimmt, auch unter Angabe und Abbildung der zugehörigen Nebenfruchtform.


    LG, Martin

    Hallo Gabriele!


    Vorsicht: Ich habe nicht gesagt, dass die Rhizomorphe wahrscheinlich zu Hallimasch gehören, sondern nur, dass Hallimasch in Frage käme.

    Ich kann nicht beurteilen, von welcher Pilzgruppe diese Rhizomorphen stammen, vielleicht kann das jemand anderes mit der entsprechenden Erfahrung - wobei ich glaube, dass das zudem nur anhand eines Bildes schwierig sein wird.

    Ich kann dir nur sagen, dass auf deinem Bild vermutlich kein Pilz-Fruchtkörper, sondern für mich "nur" Rhizomorphe zu sehen sind.

    Aber das ist ja auch schon interessant.

    Wenn du also das nächste Mal dort vorbeikommst, schau mal, ob du in der Nähe Fruchkörper entdeckst, am besten direkt am gleichen Baumstamm...


    Oder schau die die Dinger Mal auch der Nähe an.

    Ich habe z.B. vor kurzem auch einige schöne Rhizomorpe fotographiert, die an einem gefallenem Baum unter der Borke entlangliefen:

    Bild R1


    Bild R2


    LG, Martin

    Hallo Bernd,


    ich kann mit C. digitata keine flasche Zuordnung erkennen:

    dichtstehende, große Grundschuppen, fingerartige nach außen gerichtete Fortsätze auf den Podetien, rote Apothecien. Podetien sorediös bis beschuppt, in Form variabel stiftförmig, hornförmig, mit Bechern etc.

    C. digitata soll auch (bes. an der Basis) orange gefärbte Thallusunterseiten besitzen. In Bild 2 könnte man meinen, solches zu erkennen.


    LG, Martin

    Hallo Emil,


    danke für dein Interesse. Wie du siehst, lehrt uns die Zeit anderes.


    Ich denke schon, dass es so ist, dass die Thalli durch Aufnahme von Metalloxiden (meist Eisenoxid) verfärbt werden. Das kennt man z.B. teilweise von Flechten der Gattung Rhizocarpon, Lecidea etc., wenn auf eisenreichen Silikatgesteinen wachsend, sie einen (rost)braunen Thallus bekommen.

    Das wird hier vermutlich auch so sein.


    LG, Martin

    Hallo,


    ich habe an den Obstbäumen der Umgebung tolle, unterschiedliche Blattflechten entdeckt, bei deren Einodnung ich mich aber schwer tue.

    Gestern hatte es vormittags noch geregnet, eigentlich nicht die richtige Zeit Flechten zu fotografieren.

    Ich bin trotzdem los, denn ich finde, die Farben kommen dann kräftig zur Geltung, auch wenn sie durch die durchscheinenden Algen verfälscht werden, das muss man im Hinterkopf haben.


    Bild 1: Die groteske Flechte mit den vielen kleinen Apothecien habe ich an einem Apfelbaum gefunden und zeigt meiner Meinung nach wohl eine Physcia


    Bild 2 zeigt eine recht kleinlappige Gelbflechte (Massjukiella, Candellaria?) mit Ameise als Maßstab, am Stamm eines Kirschbaums



    Bilder 3-5 zeigen drei ähnliche wirkende, grünlich-graue, eng anliegende, sorediöse Flechten jeweils am Stamm von Zwetschgenbäumen.

    Könnten das angefeuchtete Gelb-Schüsselflechten (Flavoparmelia, Flavopunctelia, ...) sein? Sie wirken aber so zerzaust, zeigen tw. Bortensorale...


    Bild 3:


    Bild 4


    Bild 5



    Auf Bild 6 sind auf einem Apfelbaumast, wie ich denke, zwei Blasenflechten zu sehen. Die linke ist wohl H. physodes; die rechte wirkt anders, seltsam sorediös...



    Die folgenden Bilder (7+8) sind hingegen bei sonniger Witterung aufgenommen worden und zeigen trockene Flechten an Ästen einer umgestürzten Esche:

    Bild 7 mit einer Blattflechte (Physcia?) mit fast flächig Apothecien


    Bild 8 mit einer großen, grauen Punktflechte ohne Bortensorale


    Vielleicht kann jemand einen Tipp geben, in welche Richtung hier jeweils zu denken ist?

    Ich würde mich über jede Rückmeldungen sehr freuen und warte gespannt auf Antwort!


    LG, Martin

    Hall zusammen,


    heute habe ich eine allgemeine Frage zu Krustenflechten.

    Mir fiel neulich eine Stelle an der Flusseinfassung am Neckar auf, wo diverse Krustenflechten (Lecanora, Caloplaca, Candellaria, Circinaria, ...) nebeneineinader wachsen.

    Interessanterweise zeigten viele Flechte einen auffällig hellbraun verfärbten Thallus um die Apothecien, dessen Färbung mit dem Substrat zusammenhängen muss:


    Bild 1 Fundstelle, 1-2m vom Fluss entfernt


    Die Einfassung ist an dieser Stelle sehr steil und nach Osten ausgerichtet, die einzelnen Steine sind miteinander verfugt/vermörtelt.

    Bild 1a Fundstelle


    Nun eine Aufnahmen der Flechten; man erkennt die dicken, bräunlichen Lager (verfärbte Thalli) der Flechten, über alle Gattungen hinweg:


    Bild 2


    Bild 3


    Bild 4


    Bild 5


    Bild 6


    Bild 7


    Bild 8


    Kann eine solche Braunfärbung des Thallus womöglich durch Anreicherungen von Metallenoxiden (Eisen / Mangan) im jeweiligen Vorthallus hervorgerufen werden?


    LG, Martin

    Hallo René


    Tja, da hast du sicher Recht mit deiner Einschätzung der Bestimmungsliteratur im Allgemeinen und den dortigen Standortbeschreibungen und Häufigkeiten im Besonderen einerseits, andererseits mit den Beurteilungen in den Roten Listen. Kein Autor, und sei er noch so sachverständig, kann und wird je alle Flechtenvorkommen kennen können und allgemeingültige Aussagen für große Areale wie Süddeutschland, Hessen oder auch nur den Bayerischen Wald geben zu können. Von Deutschland oder Mitteleuropa etc. ganz zu schweigen... Und dann ist alles im ständigen Fluss, wegen der Klimaänderung, wegen den Entschwefelungsanlagen, bleifreie Benzin und und und...


    Klar ist auch, dass eine Bestimmung mit Fotos alleine zwar gelingen kann, aber natürlich nicht gelingen muss, und das auch nur bei hinreichend guten und ausreichenden Belegen, wenn keine optischen Doppelgänger existieren, etc.


    Ich denke, das erwartet hier auch niemand, ich jedenfalls bestimmt nicht. Natürlich freue ich mich, wenn ein Fund einen Namen bekommt, ganz besonders natürlich, wenn meine eigene Vermutung geteilt bzw. bestätigt wird, aber das heißt ja noch lange nicht, dass diese Zuordnung dann stimmen muss.


    Alleine der Austausch mit anderen, wie dir beispielsweise, zum Thema ist doch schon interessant und anregend, und ich kann eine Menge lernen, auf jeden Fall auch anderes, als in den Büchern steht...


    Also, ich freue mich über jede Antwort. 😃


    LG, Martin

    Hallo René,

    vielen Dank für die Rückmeldung.

    An Parmeliopsis hatte ich (noch) gar nicht gedacht. Ich weiß gar nicht, ob die hier überhaupt vorkommen, sie gelten dich eher als Bergflechten, es ja wird immer auf die Schneegrenze hingewiesen ("Schneepegel-Flechte"). Der Schnee fällt hier nur alle Schaltjahre mal und ist gleich wieder weg. Die Flechten wachsen auch eher in 2m Höhe als bodennah.

    Ich finde, dass H.adglunata zumindest optisch ganz gut passt. Diese Flechte scheint sich wohl auch gerade auszubreiten, wie ich lese.


    LG, Martin

    Hallo miteinander,


    neulich habe ich sehr kleine, sehr dicht an der Borke anliegende Blattflechten entdeckt - ich hätte sie fast übersehen, weil sie so unscheinbar sind.

    Die Flechtlein wachsen an einem Eschenstamm am sonnendurchfluteten Waldesrand:

    Bild 1 morgendliche Fundsituation


    Bild 2


    Bild 3


    Bild 4


    Bild 5


    Aufgrund ihrer Winzigkeit, dem rosettigen Wuchs, den Soralen und dem absolut aufgebügelt-flachen Anliegen an der Borke würde ich an Hyperphyscia adglutinata denken.

    Macht das Sinn?


    LG, Martin

    Hallo Bernd,


    schade, dass sich niemand zu deiner Anfrage äußert - aber wie schon gesagt...


    Peltigera ist für mich sicher gesetzt.

    Leider ähneln sie sich teilweise sehr, bzw. die Variabilität in der Erscheinung gilt als groß.


    Dann versuche ich als Anfänger mal mein Glück mit dem Peltigera-Schlüssel à la Wirth, um die Art einzugrenzen:

    - keine Cephalodien auf dem Thallus / nasser Thallus nicht grün => P.venosa, P.aphthosa, P.leucophlebia scheiden aus!

    - Sorale vorhanden? Bortensorale meine ich, sind nicht vorhanden => P.collina scheidet aus!

    - Flecksorale? Bin mir nicht sicher, ob in Bild 4 eventuell Sorale auf der Oberseite zu sehen sind, könnte sein - das Bild ist etwas unscharf.

    Falls ja, käme eventuell P.didactyla in Betracht:

    P.didactyla s.lat. wäre oberflächlich feinfilzig (Lupenkontrolle, Flechte muss möglichst trocken sein!), ev in Bild 1, 3 &6 als weißliche Bereiche zu erahnen.

    # Die Lappen muschelförmig aufgebogen, kommt hin;

    # Unterseite weißlich-bräunlich (Bild 3+6), passt;

    # weißliche Netzadern sehe ich in Bild 3.

    # Apothecien häufig: ok.

    L# appen 0,5-1,5 cm breit - hmmm, erscheinen mir im Vergleich zum Daumen breiter als 1,5cm, P.didactypa s.lat. würde sonst vielleicht passen...

    Also eher nicht P.didactyla...

    Aus gleichem Grund (Lappenbreite) auch P.extenuata nicht, zudem weist diese Flechte wenig / selten Apothecien auf.


    - Falls die Oberfläche nicht flächig, sondern nur die Ränder feinfilzig sind (sonst wären andere Flechten in Betracht zu ziehen):

    - Thallus größer 2-3cm => keine P.lepidophora

    - Isidien an (Rissen und) Lappenrändern? Nein => keine P.praetextata

    - Unterseite schwammig, fast ohne Rhizinien? Nein => keine P.malacea


    - Unterseite mit Adern, Haarfilz randlich angedrückt? (Lupenkontrolle!) Ich postuliere mal ja...

    - Lappen breiter als 1,5cm?

    - P.praetextata wegen fehlender Isidien ausgeschlossen (sonst noch möglich) => P.canina oder P.mambranacea


    - Thallusoberseite mit Längswülsten über Adern? Sehe ich nirgends. Rhizinien flaschenbürstenartig? Auch nicht! => keine P.membranacea.

    - Oberseite oft mit Längswülsten? Nein. Rhizinen vielgestaltig? Nicht zu erkennen, die Sichtbaren wirken einfach und gleich. Rhizinen büschelig, zottelig? Nein. => wohl uach keine P.canina


    Vielleicht sind die Lappen doch schmaler, dann vielleicht doch P.didactyla??

    Kommt vor u.a. auf "...bemoosten Silikatfelsen, ... an lichtreichen Standorten, meist an gestörten, nährstoffreichen Standorten, .... offenen Böschungen, ... Mauern, ... ephemerer Pionier, oft mit Moosen vergesellschaftet, ... in kalk- und reliefarmen Gebieten selten." (Wirth et al. "Die Flechten Deutschlands", S.829)


    P.didactyla könnte man als Arbeitshypothese verwenden, denke ich.


    LG, Martin


    Mal schauen, ob sich noch jemand anderes zu diesem interessanten Thema meldet...