(Erst-)Bestimmungsversuch: Rauchblättriger Schwefelkopf

Es gibt 8 Antworten in diesem Thema, welches 455 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag (4. November 2023 um 11:57) ist von MarciMarc.

  • Hallo zusammen, nachdem bei uns die Grünblättrigen Schwefelköpfe massenweise wachsen, wollte ich mal als Vergleich ein paar schöne Exemplare von Rauchblättrigen Schwefelköpfen in den Händen halten.


    Ich habe gestern folgende Exemplare in einem Nadelwald gefunden. Alle Funde waren an einem vermoderten Nadelbaumstamm. Allerdings bin ich etwas unsicher bei den jüngeren Exemplaren (siehe Bild 1 bis 3), ob es hier tatsächlich um den Rauchblättrigen Schwefelkopf handelt.

    Vielen Dank für Eure Unterstützung!

  • Ich würde auf den ersten drei Bildern den Graublättrigen (Hypholoma Capnoides) und auf den anderen Bildern den Grünblättrigen (Hypholoma Fasciculare) vermuten. Das ist aber bei Bildern alleine ziemlich schwierig sicher zu sagen. Hier sind sich manchmal nicht einmal die Experten hier einig:

    Graublättriger Schwefelkopf oder doch der giftige?

    Wenn die Gattung ohne Restzweifel erkannt wurde bringt eine Geschmacksprobe Sicherheit. Der Grünblättrige (H. Fasciculare) schmeckt sehr bitter, der Graublättrige (H. Capnoides) schmeckt mild.

    Alle meine Aussagen in diesem Forum sind nur als Bestimmungshilfen und keinesfalls als Verzehrfreigabe zu verstehen.

  • Stimmt, die letzten drei Bilder werden die Grünblättrigen Schwefelköpfe sein. Der Stiel zum Hut hin hat eine deutliche (neon-)gelbe Farbe. Die Lamellenfarbe passt für diese älteren Exemplare auch.

    Bei Bild 4 bis 6 bin ich nicht mehr so sicher. Für mich fehlen die grünlichen Töne. Hier ein paar Bilder von Grünblättrigen Schwefelköpfen als Vergleich.

    Mal was ganz Anderes: Mit Hilfe von welchen Bestimmungsmerkmalen bestimmt man am besten diese Gattung?

  • Hallo Filuscii

    Ich sehe es wie Mister X: Fotos 1-3 scheinen Rauchblättrige zu sein (keinerlei Neontöne). Bei den Fotos 4-6 bin ich mir nicht sicher, ich tippe jedoch auf Grünblättrige, da auf Bild 6 Neontöne am Hutrand und am Stiel, speziell Stielspitze zu erahnen sind. 7-9 sind dann deutlich Grünblättrige, da Foto Nr. 9 klar Neontöne zeigt.

    Ich versuche mich in den letzten Wochen auch intensiver im möglichst sicheren Auseinanderhalten der Schwefelköpfe und finde es (ohne Geschmacksprobe) noch immer ziemlich tricky - auf Fotos erst recht!

    Viel Erfolg beim Bestimmen!

    LG Endo

  • Hallo

    Mal was ganz Anderes: Mit Hilfe von welchen Bestimmungsmerkmalen bestimmt man am besten diese Gattung?

    Ich denke das sind einige gut Merkmale:

    Grösse: eher klein bis mittelgross.

    Hut: lebendige Gelb und Brauntöne, trocken, auch nass nur schwach schmierig, gegen den Hutrand sind oft Velumreste ersichtlich.

    Lamellen: gelblich bis gräulich, im Alter durch das dunkle violettbraune Sporenpulver dunkler gefärbt.

    Stiel: ziemlich schlank, Farbe etwa wie der Hut mit einem Farbverlauf von oben nach unten, nie beringt.

    Sporenpulver: dunkel violettbraun bis violettschwarz

    LG

    Benjamin

    Mit meinen Beiträgen gebe ich lediglich meine persönliche Einschätzung/Meinung ab. Sie sind nur als Vorschläge zu werten und es gibt damit insbesondere keine Verzehrsfreigaben meinerseits. Eine sichere Bestimmung sowie Verzehrsfreigabe kann nur der Pilzkontrolleur bzw. Pilzsachverständige vor Ort geben.

  • Danke an alle für die ausführlichen Antworten. Zusammengefasst lassen sich folgende Aussagen treffen:


    - Bild 1-3: Rauchblättriger Schwefelkopf

    - Bild 4-6: Grünblättriger Schwefelkopf

    - Bild 7-9: Grünblättriger Schwefelkopf


    Allerdings müsste man beim Exemplar auf Bild 4 bis 6 am besten eine Geschmacksprobe vornehmen, um sicherzustellen, dass es sich um den Grünblättrigen Schwefelkopf handelt.

    Obligatorische Warnung an dieser Stelle: Es sollten niemals Folgezersetzer probiert werden, die entweder nicht zweifelsfrei als Schwefelkopf identifiziert werden können, siehe Gattungsmerkmale, oder bräunliche Lamellen aufweisen.

  • Grösse: eher klein bis mittelgross.

    Hut: lebendige Gelb und Brauntöne, trocken, auch nass nur schwach schmierig, gegen den Hutrand sind oft Velumreste ersichtlich.

    Lamellen: gelblich bis gräulich, im Alter durch das dunkle violettbraune Sporenpulver dunkler gefärbt.

    Stiel: ziemlich schlank, Farbe etwa wie der Hut mit einem Farbverlauf von oben nach unten, nie beringt.

    Sporenpulver: dunkel violettbraun bis violettschwarz

    Dem könnte man vielleicht noch hinzufügen:

    *Junge Exemplare mit Schleier/Cortina

    *Oft büschelig wachsend, meist in großen Gruppen
    *Schwefelköpfe wachsen auf Holz, das kann aber auf vergrabenem Totholz sein und so aussehen, als ob er auf dem Boden wächst. Falls man Rauchblättrige für Speisezwecke bestimmen möchte, kann man sich ja auf FK beschränken, die eindeutig direkt auf Holz wachsen, dann ist es ein gutes Merkmal

    Alle meine Aussagen in diesem Forum sind nur als Bestimmungshilfen und keinesfalls als Verzehrfreigabe zu verstehen.

  • Apropos, ich las bisher nur in einem Buch etwas über seidig glänzende Stiele, was ich bei mir auch als Merkmal bei den Rauchblättrigen bestätigen kann. Warum ist das nicht so verbreitet als Bestimmungsmerkmal?