Welcher Schleimkopf ist das?

Es gibt 13 Antworten in diesem Thema, welches 993 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag (22. November 2023 um 11:00) ist von Schwammerlsuppe.

  • Hallo Zusammen,


    ich habe vor kurzem einen Schleimkopf gefunden, der mir einige Probleme bei der Bestimmung macht. Vielleicht können mir die Experten unter Euch hier eine Orientierung geben.


    Habitat: Buchenwald mit angrenzendem Fichten- und Kiefernaltbestand.

    Stiel weiß, mit bräunlichen Schleierresten auf dem Stiel verteilt, an der Basis stark verdickt.

    Fleisch weiß mit wenigen gelblichen bis hellbräunlichen Stellen im Bereich Stielbasis und oberer Huthälfte.


    Lamellen: Farbe lilarosa, mit gesägter Schneide, ausgebuchtet angewachsen, Zwischenlamellen. .


    Hutfarbe: Gelblich – Ocker, mittig dunklere Zone mit schuppenartigen Flecken. Oberfläche sehr schleimig.


    Geruch neutral bis leicht pilzig.


    Meine erste Überlegung ist der Ziegelgelbe Schleimkopf. Was mich etwas irritiert, ist die fleckige Hutoberfläche, die beim Ziegelgelben überall mit glatt angegeben wird und die stark verteilten Schleierreste auf dem Stiel, die nicht wie in der Literatur mehrfach angegeben, sich ringförmig konzentrieren.


    Auf eure Antworten freue ich mich.


    Servus Ingo

  • Hallo Ingo,

    schau dir doch bitte mal die knollig verdickte Stielbasis an. Haarschleierlinge mit einer solchen Stielbasis gehören nicht zu den Schleimköpfen, sondern zu den Klumpfüßen. Mit dieser ockergelben Hutfarbe und den rosalila Lamellen und dem Vorkommen im Buchenwald dürfte es hier um den Amethystblättrigen Klumpfuß (Cortinarius calochrous s.l.) oder einen nahen Verwandten handeln. Die bräunlichen Schüppchen im Bereich der Hutmitte sind auch typisch für die Art.

    VG Sepp

    Eine Verzehrsfreigabe gibt es nur beim Pilzsachverständigen vor Ort

    Einmal editiert, zuletzt von Sepp (8. November 2023 um 11:36)

  • Servus Sepp,

    vielen Dank für deine Ausführungen. Nachdem ich die mir zur Verfügung stehende Literatur, hinsichtlich des von dir genannten Klumpfußes eingesehen habe ,

    denke ich, du liegt vollkommen richtig mit deiner Bestimmung.

    Ich habe Anfang November, an einem völlig anderen Standort, noch einen Schleierling gefunden, den ich für einen Ziegelgelben Schleimkopf halte. Habe die Bilder aber bisher nicht ins Forum eingestellt,

    da ich die Bildqualität als relativ schlecht empfinde. Allerdings sieht man die wesentlichen Merkmale doch noch, ich hoffe ausreichend.

    Habitat: Fichtenaltholz mit wenigen Laubbäumen, z. B. Erlen.

    Die Lamellen sind lila, falls auf dem Foto nicht gut sichtbar und angewachsen.

    Es wäre schön, wenn du oder ein anderes Forummitglied auch zu diesem Exemplar eine Meinung abgeben würde.

    VG Ingo

  • Hallo

    Das kann jetzt auch etwas ganz anders sein -> bzw. schon von der Gattung Cortinarius. Aber so kann man leider die Art nicht festhalten, jedenfalls ich nicht weil es schon eine Kollektion benötigt plus eine geordnete Herangehensweise. Hier kannst du lesen was es mind. benötigt um in die Subsektion zu gelangen:

    Ist das ein bitterer Schleimkopf? - Pilzbestimmung - 123Pilzforum (123pilze.de)

    BG Andy

  • Hallo Ingo,

    ich sehe es grundsätzlich so wie Andy. Das ist schon auch ein Haarschleierling und wie es scheint, im Gegensatz zum erstangefragten Fund auch ein Schleimkopf. Für den Ziegelgelben Schleimkopf, den ich an und für sich auch gut aus eigener Anschauung kenne, kann ich in diesem Fall aber nicht die Hand ins Feuer legen, dafür ist mir die Fotoqualität leider auch nicht ausreichend.

    VG Sepp

    Eine Verzehrsfreigabe gibt es nur beim Pilzsachverständigen vor Ort

  • den ich für einen Ziegelgelben Schleimkopf halte.

    Für den Ziegelgelben Schleimkopf wären folgende Merkmale zu prüfen:

    - Stielbasis zylindrisch oder allenfalls leicht übergangslos verdickt, nicht mit abgesetzter zwiebelförmiger Knolle

    - Hut schleimig, Stiel nicht schleimig (Hut kann aber austrocknen)

    - Bei Abtrennen des Hutes und der Lamellen bleibt violette Linie am Stiel zurück

    - Weißfleischig, keinesfalls gelbfleischig (gefährliche andere Schleierlinge sind gelbfleischig!)

    - Mit KOH 20-40% im Fleisch gelb bis orange

    - Vorkommen im Nadelwald, gerne Kalkboden

    Es gibt viele ähnliche Schleierlinge, die leicht mit ihm verwechselt werden können.

    Alle meine Aussagen in diesem Forum sind nur als Bestimmungshilfen und keinesfalls als Verzehrfreigabe zu verstehen.

  • Hallo Mister X,

    vielen Dank für deine super Bestimmungshilfe.

    Handelt es sich bei der violetten Linie um die Rückstände der ehemals dort angewachsenen (violetten/lila) Lamellen?

    Oder um eine natürlich und immer vorhandene Verfärbung des Stielfleisches in diesem Bereich?

    VG Ingo

  • vielen Dank für deine super Bestimmungshilfe.


    Handelt es sich bei der violetten Linie um die Rückstände der ehemals dort angewachsenen (violetten/lila) Lamellen?

    Oder um eine natürlich und immer vorhandene Verfärbung des Stielfleisches in diesem Bereich?

    Gerne geschehen!

    Ich muss sagen, ich weiß jetzt gar nicht woher das kommt. Ich vermute, dass sich die violetten Lamellen in der frühen Phase der Aufschirmung wenn der Pilz noch geschlossen ist und die Lamellen sehr gedrängt sind, an der Stielspitze an den Stiel andrücken und so eine violette Linie hinterlassen. So entsteht auch die Riefung des Rings bei bestimmten Amanita-Arten. Dass der Stiel sich genau an der Stelle aus irgendeinem Grund lila verfärbt und oben und unten von dieser dünnen Linie weiß bleibt würde ich für unwahrscheinlich halten. Dafür spricht auch, dass sie glaube ich bei älteren Fruchtkörpern manchmal nicht mehr so deutlich zu sehen ist. Das ist aber nur Spekulation. Wissen kann man das glaube ich nicht.

    Wie die Linie entsteht ist eigentlich auch weniger wichtig. Das Wichtigste ist, dass sie ein wichtiges Merkmal dieses Pilzes ist und zuverlässig immer oder zumindest fast immer zu sehen ist.

    Alle meine Aussagen in diesem Forum sind nur als Bestimmungshilfen und keinesfalls als Verzehrfreigabe zu verstehen.

  • Hier sieht man die LInie übrigens gut (11:19):

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  • Hab ihn heute gefunden und dachte ich zeige nochmal die violette Linie, die hier besonders deutlich zu sehen war. Bestimmung abgesichert mit KOH (rechts 5%, links 40%, funktioniert offenbar beides).

    VG

    Mr. X

    Alle meine Aussagen in diesem Forum sind nur als Bestimmungshilfen und keinesfalls als Verzehrfreigabe zu verstehen.