Welche beiden Lamellen-Pilzarten sind das?

Es gibt 13 Antworten in diesem Thema, welches 983 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag (19. November 2023 um 20:50) ist von Perlhuhnbarbel.

  • Hallo zusammen, ich benötige Hilfe beim Bestimmen dieser beiden Pilzarten hier. Gefunden gestern, im Streekermoor. Dieser Wald besteht zum Großteil aus Kiefern mit einigen Eichen, Erlen, etc... ich denke der Boden ist eher sauer... nord-westdeutsche Tiefebene. Und es war in dieser Woche, wie auch an diesem Morgen relativ kalt, so 2 bis 10 Grad.


    Pilz Nummer 1

    Ein mittelgroßer Pilz, der Durchmesser der trichterförmigen Hüte war im Schnitt ungefähr 10 cm. Die Lamellen waren wie der gesamte Pilz dunkelbraun und die jüngeren Exemplare rostbraun/rotbraun. Der Stil auch braun und brüchig/faserig. Keine Milch oder Verfärbung bei Druck/Verletzung des Fruchtfleisches.


    Pilz Nummer 2

    Ein kleiner bis mittelgroßer Pilz, der Durchmesser der Hüte war im Schnitt ungefähr 6 bis 10 cm. Die Hüte der noch jüngeren Exemplare waren richtig schön halbkugelförmig, die älteren dann eher so schirmförmig und verdünnten sich zum Hutrand hin sichtlich so dass der Saum ganz zart und hell war. Die Lamellen waren wie der gesamte Pilz hellbraun/ocker und die jüngeren Exemplare richtig schön goldgelb. Der Stil bei den älteren Exemplaren war ausgeblichen, fast schon weißlich. Sie haben mich sehr an Schwefelköpfe erinnert, aber von Schwefelköpfen kenne ich es, dass diese direkt auf Totholz wachsen und dann auch immer in Massen. Diese hier wuchsen überall verstreut auf dem Waldboden. Es war aber auch viel Totholz überall. Keine Milch oder Verfärbung bei Druck/Verletzung des Fruchftleisches.

  • Hi, bei nummer 1 denke ich an den kaffebraunen gabeltrichterling, wenn sie so wie beschrieben recht braun waren (sieht man auf den fotos nicht gut). sie müsste alle in der mitte einen buckel haben.

    viele Fruchtkörper sind schon durch und schwer bestimmbar per bild.

    bei nummer 2 würd ich einen flämmling vermuten. aber die wachsen an holz. daher nicht sicher.

    Lg Martin

  • Liebe Barbel


    Nr. 2 würde ich mal mit dem gemeinen Trompetenschnitzling/ Tubaria furfuracea vergleichen.


    Bei Nr. 1 dache auch an einen Milchling. Du scheinst aber, es wäre keine Milch zu erkennen, vielleicht durch die Kälte?


    Mal sehen, was die Experten noch meinen.

    Beste Grüsse

    Corinne

    Edit: da war mir Martin während des Schreibens gerade zuvorgekommen. Danke Martin

    Hinweis: Mit meinen Beiträgen und Kommentaren kann ich keine Tipps/Empfehlungen zum Verzehr abgeben.
    Zur Pilzbestimmung für Speisezwecke den Pilzsachverständigen vor Ort konsultieren. Vielen Dank.

  • Hallo Perlhuhnbarbel,

    Pilz Nr.1 halte ich für einen Milchling, auch wenn du keinen Milchsaft wahrgenommen hast. Die Milch kann bei den überalterten Fruchkörpern vielleicht schon eingetrocknet sein.

    Pilz Nr. 2 ist für mich ganz klar der Geflecktblättrige Flämmling (Gymopilus penetrans). Die haben im Jungzustand gelbe Lamellen, die im Alter zunehmend rostbraun fleckend werden. Bei ganz alten Exemplaren sind die Lamellen durchgehend rostbraun. Bei dem vorletzten Bild rechts (Nahaufnahme Hutunterseite) kann man die teilweise bereits rostbraun gefärben Lamellen gut erkennen. Die braungelben Hüte und dieses charakteristische Lamellenbild sind typisch für die Art.

    VG Sepp

    Eine Verzehrsfreigabe gibt es nur beim Pilzsachverständigen vor Ort

    Einmal editiert, zuletzt von Sepp (19. November 2023 um 19:59)

  • Das geht ja schnell hier - vielen Dank für die zeitnahe Rückmeldung, Corinne, Sepp & Martin. :thumbup:

    Also ich bin sonst regelmäßig in diesem Waldgebiet und wollte jetzt mal schauen, welche Pilz im November bei Temperaten knapp über dem Gefrierpunkt dort noch wachsen. Der erste Pilz (kaffebrauner Gabeltrichterling?/Milchling?) wächst dort wirklich in Massen das ganze Jahr über. Gestern war er wohl aufgrund der Kälte etwas ausgeblichen, normalerweise hat er eine tiefbraune Farbe, auch die Lamellen und der Stil.

    Den zweiten Pilz (Flämmling?, Trompetenschnitzling?) habe ich vorher dort noch nie so präsent wahrgenommen. Er wuchs wirklich überall im Wald - vereinzelt, gelegentlich an Totholz aber auch alleinstehend oder auch in kleinen Gruppen. Die jüngeren Exemplare hatten eine hübsche glockenförmige/kugelrunde Hutform. Ich habe eine Geruchsprobe genommen und er roch holzig-bitter.

  • Liebe Beteiligte


    Ich sehe es auch wie Martin und würde es auch als Milch wahrnehmen auf dem Bild.


    Beste Grüsse

    Corinne

    Hinweis: Mit meinen Beiträgen und Kommentaren kann ich keine Tipps/Empfehlungen zum Verzehr abgeben.
    Zur Pilzbestimmung für Speisezwecke den Pilzsachverständigen vor Ort konsultieren. Vielen Dank.

  • Hallo,

    ich bin mir ziemlich sicher, dass es sich bei dem unter #1 gezeigte Pilz um den Leberbraunen Milchling Lactarius hepaticus handelt.
    Zielführend bei der Bestimmung sind die sehr dunkel gefärbten jungen Fruchtkörper auf dem zuletzt gezeigten Foto in Beitrag 8, die glatte Hutoberfläche und das Habitat (Nadelwald des Flachlandes unter Kiefern spät in der Saison). Dieser hätte eine auf einem Zipfel Taschentuch gilbende Milch. Probier das doch mal aus, wenn du wieder über ihn stolperst.

    #2 Geflecktblättriger Flämmling Gymnopilus penetrans halte ich auch für sicher.

    VG Thiemo

    Bestimmungsvorschläge anhand von Fotos sind immer unter Vorbehalt und mit Restrisiko!

    Eine Freigabe zum Verzehr können nur Pilzsachverständige vor Ort geben! -> Pilzsachverständige finden

  • Hallo,

    ich bin mir ziemlich sicher, dass es sich bei dem unter #1 gezeigte Pilz um den Leberbraunen Milchling Lactarius hepaticus handelt.
    Zielführend bei der Bestimmung sind die sehr dunkel gefärbten jungen Fruchtkörper auf dem zuletzt gezeigten Foto in Beitrag 8, die glatte Hutoberfläche und das Habitat (Nadelwald des Flachlandes unter Kiefern spät in der Saison). Dieser hätte eine auf einem Zipfel Taschentuch gilbende Milch. Probier das doch mal aus, wenn du wieder über ihn stolperst.

    #2 Geflecktblättriger Flämmling Gymnopilus penetrans halte ich auch für sicher.

    VG Thiemo

    Klasse, dankeschön. Ihr habt mir prima weitergeholfen. Dankeschön.

    Den Lactarius hepaticus hatte ich auch schon im Verdacht. Ich werde das mit der Milch noch mal prüfen, wenn ich das nächste Mal im Wald bin und diesen Pilz finde.