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Radioaktive Belastung von Waldprodukten

  • Hallo, liebe Pilzfreunde,


    ich möchte gerne hier mitmischen, dies ist mein erster Post.
    Seit meiner Jugend bin ich leidenschaftlicher Pilzesammler, kenne einige Arten...


    Mich interessiert sehr, wie viel radioaktive Belastung in unseren Lebensmitteln von diversen GAU's (A-Bomben, H-Bomben, Tchernobyl, Fukushima), sowie den alltäglichen "kleinen Schweinereien" rund um die Kernenergie vorhanden ist.


    Als Soft- und Hardwareentwickler habe ich seit 2011 ein preiswertes tragbares Gamma-Spektrometer entwickelt/in Entwicklung, auch um den Cäsiumgehalt von den herbstlichen Pilzernten zu überprüfen.
    Doch wie das energetisch eichen? 137Cs strahlt Gamma bei 662 keV, würde sich gut eignen, doch Prüfstrahler schwer zu bekommen.


    Meine Strategie war, in der Nähe einen Tchernobyl-Hotspot ausfindig zu machen, und dann dort Maronen und deren Unterarten zu sammeln, die als K / Cs-Sammler ihrerseits recht bekannt sind (gelb-brauner Hutfarbstoff).


    Eine Fallout-Karte zu Tchernobyl gibt's bei der EU, und danach war der einzige nahgelegene Hotspot mit seinerzeit mehr als 20kBq/m2 137Cs westlich von Rathenow zwischen Havel und Elbe, so etwa auf und rund um den dortigen Truppenübungsplatz.
    Davon sollten heute, nach einer Halbwertszeit, noch 10.000 Bq/m2 vorhanden sein.


    Die Ernte eines Sammelausflugs Okt 2015 waren ca 1 kg Maronen von 2 dortigen Standorten, die mit dem Beta-Counter in etwa auch die gleiche Zähl-Rate zeigten, beide bereits als voluminöse Rohware deutlich 30% über dem Hintergrund.
    Die wurden getrocknet, und dann auf einem Elektro-Grill auf einen Rückstand von 8 g eingeäschert.


    Die 8g / 14 ml Pilzasche-Probe zeigt im PIN-Szintillationszähler 200 cpm (count per minute) gegenüber einer Nullrate von 75 cpm. Rückgerechnet mit Sensorempfindlichkeit, Sensor- und Probengeometrie auf die Original-Aktivität der Kilo-Probe Maronen kommt man auf etwa 2000 Bequerel 137Cs pro Kilo Frischpilz.
    Das ist definitiv über dem Grenzwert für zugelassene Lebensmittel (Verkehrsware) und eignet sich hervorragend, das Gammaspektrometer zu eichen (Spektrum der Pilzprobe siehe Anhang.)


    Aber große Fragezeichen bekomme ich in die Augen, wenn ich die viel geringeren Aktivitäten, die das oben vom threadstarter erwähnte Umweltinstitut.org aus München (http://www.umweltinstitut.org) aus der direkten Nachbarschaft meiner beiden Sammelstellen veröffentlicht. Ich habe das 5-Fache an Aktivität in den Maronen gemessen. In genau jener Gegend westlich Rathenows.
    Schönt das http://www.umweltinstitut.org / München eventuell seine Daten? Wird da unzulässig gemittelt?
    Die Frage stellt sich mir Angesichts meiner eigenen Messergebnisse schon. Bin übrigens promovierter Chemiker...


    ruhige Weihnachten und guten Rutsch


    J

  • Hallo Heisystec,


    Herzlich willkommen im Forum.



    Das was du da erzählst ist nicht gerade beruhigend. Dass Daten geschönt werden, kann ich mir gut vostellen. Eigentlich ist der Tschernobyl-Skandal durch private Messungen in Frankreich erst so richtig ins Rollen gekommen. Als dann plötzlich "die Wolke", die es gar nicht hätte geben durfte, von Privatleuten entdeckt wurde. Nachdem Wissenschafter in Österreich und D schon ihre Beobachtungen gemacht hatten. Am schlimmsten hat es Korsika getroffen, die wurden am wenigsten informiert. Soviel zur Geschichte.
    Dass also offizielle Stellen via Medien eher beruhigend wirken, kann ich mir gut vorstellen, auch heute noch. Das hat auch viel mit systematischer Verdrängung zu tun. Der Wald als deutsche heile Märchenwelt usw.


    Ich bin kein Hysteriker, aber z. B. kürzlich in der Wildhandlung, => Smalltalk über Messungen von Wildfleisch. "Nein, regelmäßig kontrolliert werde nicht mehr, nur noch stichprobenartig". Prost, Mahlzeit. D. h. die machen ab und an, je nach Laune mal eine Messung. Standard ist die Überprüfung nicht mehr.
    Ich persönlich halte es so, dass ich mich durchaus zurückhalte bei Pilzen aus dem Wald, wie Maronen. Soviel sammle ich nicht. Und so ganz traue ich der offiziellen Darstellung nicht. Ich denke mir: Die Dosis macht das Gift.


    Da ich in einer durchaus belasteten Gegend lebe, habe ich mir mal einen kleinen Geigerzähler gekauft, so ein typisches Anfänger-Gerät um ca. 150 Euro oder so. OMG, das konnte gar nichts. Das hat immer nur gesagt, alles ok ^^. Also hab ich das mit den Messungen wieder gelassen, weil ich eben auch das Problem hatte, dass du andeutest, dass ich keine Referenzwerte hatte. Das Gerät hat auch nicht auf einzelne Objekte reagiert, man konnte damit keine einzelnen Objekte messen.


    Überhaupt war da nicht viel zum Einstellen oder Abgleichen.
    Wenn du mehr über deine Erfindung sagen möchtest, also mich interessiert das schon. Soweit das mit Forumsrichtlinien und Werbung usw. vereinbar ist. Weiß ich jetzt nicht.


    LG Fred

  • Wow, und das gerade jetzt???


    bin gerade dabei den Wildschweinrücken vorzubereiten. Hab ich vom Jäger - Gegend Chorin. Die machen Kontrollen (Stichproben), muss man jedes Tier untersuchen? Nein, sie leben alle in einem Gebiet. Will die ganze Sache mit Pilzpulver und getrockneten bzw. gefrorenen und derzeit gefundenen Winterpilzen veredeln. Totentrompeten aus Meck-Pomm. Pilzpulver aus verschiedenen Pilzen - gesammelt aus Niedersachsen - Brandenburg - Berlin - Meck pomm usw.


    Hinweis: Schick deine Sammelergebnisse nach München. Ist übrigends für alle kostenfrei. Soll Heissen Sammelergebniss hinschicken, bekommst nach ein paar Tagen die Ergebnisse. Porto musst du schon investieren.


    Ich mag solche Verschwörungstheorien nicht. Schon gar nicht von jemanden, der hier darlegt er habe etwas Neues entwickelt, und die Frage stellt: Schönt das Institut die Ergebnisse?


    Und zudem noch um seine "Theorie" zu untermauern dazu schreibt, das er Chemiker sei. Wow, unbedingt absolut sachlich. Aber trotzdem noch ruhige Weihnacht und .... wünscht.


    Mag sein, das ich mich mal wieder in die Nesseln setze, aber solche Beiträge in dieser Form mag ich nicht.


    Heinz

  • Hi, Fred,


    Ich habe im Zusammenhang mit der Suche nach einer 137 Cs Eichquelle für mein Low-Cost-Gammaspektrometer im nördlichen Berliner Grunewald Riesenboviste gesammelt, getrocknet und eingeäschert, die haben kaum nachweisbares 137Cs, da kommt einfach nichts.


    Ebenso alle möglichen Täublingsarten am Tchernobyl-Hotspot westlich Rathenows (Speitäubling, Grünling, violetter Täubling aka Frauentäubling) wovon der Grünling unter den Lamellenpilzen wiederum als besonders aktiver Cs/K-Sammler bekannt sein soll. Diese Proben nach Trocknung / Veraschung lieferte jedoch auch keine signifikant aufkonzentrierte 137Cs-Probe.


    Nur die im gleichen Gebiet gesammelten Maronen waren sofort auch bereits in der Rohware mit einem BPW34-PIN-Dioden Betacounter als höher aktiv sichtbar (Messdauer: 5 min), 30% mehr Aktivität als Hintergrund.


    Und das jetzt mit einem FET-Servo in der TIA-Eingangsstufe dank Hilfestellung aus dem Microcontroller-Forum verfeinerte Gammaspektrometer in Briefmarkengröße liefert eine Peak-Halbwertsbreite von nur 90 keV mit einem 8x8 mm Szintillationskristall vor einer großflächigen PIN-Diode von First Sensor (X-100-8).


    Ich hab aktuell verbesserte Schaltpläne für Testplatinen in der Mache, mit dem FET-Servo, danach verschick ich auch an interessierte Bastler, die es selber zusammenlöten:
    Weil die Platinenherstellung eben im 10er-Pack günstiger ist.


    Frag einfach alles, was du en Detail wissen willst, darüber.


    Lieben Gruß


    J

  • Zitat von heisystec pid='28205' dateline='1450897794'


    Schönt das http://www.umweltinstitut.org / München eventuell seine Daten?


    Das kann ich mir nicht vorstellen. Das Umweltinstitut München ist sehr kritisch und arbeitet seit Jahren (nicht nur) gegen die Nutzung der Kernenergie. Wenn du ihre Angaben anzweifelst, würde ich dich bitten, mit ihnen direkt Kontakt aufzunehmen!

  • hi, Heinz,


    Danke für Deinen kritischen Post - den ich sehr gut nach vollziehen kann.
    Die Basis für meine Berechnungen lege ich gerne hier auf Nachfrage en Detail dar.
    Es kann immer sein, dass ich mich verrechnet habe. Oder ein Messfehler in der
    Apparatur ist.


    Aber der relevante Excerpt meines Beitrags ist der:
    Ein Kilo Maronen westlich Rathenows gesammelt zwischen Havel und Elbe, eingeäschert auf ein Volumen von 8g / 14 ml ergibt eine Zählrate, die ca 3-4 mal über dem Hintergrund (70 cpm) liegt,
    wobei die Einfangwahrscheinlichkeit des Sensors @660 keV laut Datenblatt bei 14% liegt und seine Raumwinkelabdeckung gegenüber der Probenausdehnung und - Abstand bei 0.12%.


    Und eine klare Energie-"Eichlinie" nebst Compton-Spektrum liefert.


    Und ich stelle ja nur fest, dass ich eine Diskrepanz zwischen den Daten der oben genannten Masstelle für Pilzproben vom Nachbar-Standort meiner Probennahme mit Faktor fünf sehe.
    Dass ich die Frage stelle, ob die anderen Daten ggf. geschönt wurden, erklärt sich nur aus der Höhe der Diskrepanz. Faktor 5 Unterschied. Ok, ist gegenüber der genannten anerkannten Institution (Träger=?) schon etwas frech und provokativ - sollte man unterlassen.


    Vielleicht regt es ja den ein oder andern an, dort mal Proben zu sammeln, um weitere Ergebnisse für diesen Ort zu gewinnen. Und mit weiteren unabhängigen Messungen so Sicherheit zu erhalten. Ich würde dann auch gerne zugeben wollen, dass meine Hochrechnung auf die Bq/kg Frischpilze im Zweifelsfall fehlerhaft war. Bin ich mir selber als Wissenschaftler schuldig. Ein Irrtum ist nichts ehrenrühriges.


    Wer will, bekommt die 10m-genauen GPS-Koordinaten meiner beiden Fund- und Sammelstellen.


    Joern

  • Hallo Heinz :)


    ich wollte dir wirklich nicht den Appetit verderben. Ich bin da teilweise recht makaber. Ich ess das Wild genauso und auch die Pilze. Gerade beim Fleisch denke ich mir weniger, bei den Pilzen gehe ich davon aus, dass sie mehr Radioaktivität ansammeln, je nach Boden, z. B. in einem Nadelholzboden. Aber ich ess selten ein Kilo Maronen, also hab ich keine Panik! :cool:


    Ne, du hast schon recht, man muss das alles gegenchecken, und man kann nicht aufgrund der Vermutung eines Users auf eine allgemeine Verschwörungstheorie basteln, umgekehrt sehe ich auch keine Grund darin, einzelen Beobachtungen zu negieren. Mehr zu wissen ist immer besser als weniger zu wissen.


    Und damit @ Heisytec, ich bin absolut kein Fachmann und kann die Qualität deiner Messungen nicht beurteilen. Ich fang auch mit der ganzen Elektronik nichts an. Mich interessiert das einfach nur und ich brauche ein "Endergebnis". Ich finde auch den Link interessant. Und kann so sein, dass das Umweltinstitut durchaus offen ist für neue Messungen und eigene Messungen darauf hin überprüft. Oder auch nicht (!) So eine Situation ist immer komplex. Es kann auch sein, dass deine Messung fehlerhaft ist. Ich verhalte mich in solchen Fällen immer so, dass ich möglichst viele "Kommunikationsschnittstellen" gezielt suche und auf die Details achte, die bei der Konfrontation passieren. Oft zeichnen sich sehr schnell interessante Widersprüche ab, die den Weg anzeigen.



    LG Fred

  • Und auch ich,


    Lieber Heinz,


    bereite gerne eine heimische Wildschweinkeule zu.
    Falls frisch erwerbbar.
    auf Gemüsebeet im Backofen geschmort
    Auf rote Beete mit Rotkohl.
    Aber davor halt ich an der Kühltheke des Jägers dochmal den Zähler für ne Minute ran.


    Joern

  • Lieber Joern,


    das ist nicht verkehrt. Zeugt von kritischem Geist. Auch ich habe eine wissenschaftliche Ausbildung hinter mir, so wie einige Andere hier im Forum auch.
    Die Begriffe, die du hier gebrauchst hast, sind Fachspezifisch. Das Thema: Radioaktive Belastung der Nahrung aus den Wäldern: Pilze, Kräuter, Wild und Fisch usw. ist sicherlich ein interessantes Thema. Der Umgang mit diesem Thema und die verschiedenen Begrifflichkeiten, so wie du sie verwendest ist nicht jedem geläufig. Von daher: Weniger ist mehr.


    Wenn ich das richtig verstanden habe, ist das Sammelgebiet deiner Maronen eng gefasst. Also doch nicht Repräsentativ, sondern nur Gültig für dein Sammelgebiet. Und so weiter....


    LG. Heinz

  • Hallo Jörn,


    ich noch mal.
    Hab mich grad weiter in deine Forenbeiträge vertieft. Faszinierend. Sowohl die Tiefe in der Entwicklung als auch so Plattitüden, wie, es passiert, die Frage ist nicht ob, sondern: wann.


    Sehe ich genauso. Deshalb sind für mich Leute wie du genauso wichtig, wie es hier im Forum Leute gibt, die es sich zur Aufgabe machen Coprinus, Coprinella oder Psathyrella neu zu ordnen. Weil alte Zuordnungen nicht mehr passen.


    Man merkt es mir nicht an, aber ich hab eine wissenschaftliche Ausbildung und war immer interdisziplinär eingestellt.
    Und ich hoffe, dass du mir erhalten bleibst mit deinen Einsichten, auch wenn dein Forschungsgebiet jetzt nicht das "Kerngebiet" von einem Pilzforum ist.


    LG Fred.

  • Hey, danke, Fred.


    Die Ur-Motivation hier reinzukommen ist das Pilzesammeln.
    Um sie zu essen.
    Das verbindet , glaube ich alle hier.
    Nur erst Tchernobyl hat uns echt einen richtigen Strich durch die Pilzrechnung gemacht.
    Der heute immer noch wirkt.
    Und das als Otto-Normal-Erdenbüger messbar zu machen, wieviel "Strich"
    da in der Ernte drinnen ist hab ich mir zur Herausforderung und Teil-Lebensaufgabe gemacht.
    Obwohl die "offiziellen" nur noch mit Stichproben hier und da mal einen überhöhten Radioaktivitätswert feststellen wollen.


    Ich bin für Bürger-Geigerzähler, die akkurat messen!


    Lieben Gruß


    Joern

  • Zitat von Kowalski pid='28228' dateline='1450911394'

    Dem ist nichts hinzuzufügen! Lg


    :blush: doch.
    Pilz-Proben nächsten Herbst westlich von Rathenow, untersucht in irgendeinem Gammaspektroskopie/Umweltlabor.
    Mit Veröffentlichung der erhaltenen Daten in diesem Trööt.
    Die Koordinaten meiner beiden Probennahmen sind:


    52°34'405'N 012°12.544E Umkreis 300 m
    sowie
    52°40.989'N 012°8.202'E Umkreis 500 m


    Jeweils ca 0.5 kg Maronen


    Joern


    Und meine Messung sagt dort ca 2000 1700 Bq 137Cs/ kg Frisch-Maronen.
    Damit eher ungenießbar.
    ich lasse mich gerne eines besseren belehren.

  • Zitat

    Die Basis für meine Berechnungen lege ich gerne hier auf Nachfrage en Detail dar.
    Es kann immer sein, dass ich mich verrechnet habe. Oder ein Messfehler in der
    Apparatur ist.


    Es ist doch ganz einfach. Mache eine Messung und schicke die selbe (!) Probe dann an das Umweltinstitut in München . Wenn die Werte weitestgehend identisch ausfallen (Toleranzen) dann passt alles. Dann sollte man den Werten weiter nachgehen. Wenn nicht musst Du wohl Geld in die Hand nehmen und ein neutrales Institut beauftragen. Wenn die etwas anderes herausfinden, als das Umweltinstitut (was ich nicht erwarte), dann wird es spannend.
    Wie hast Du generell Dein Gerät getestet und kalibriert. Abgleich mit einem Gerät aus dem Handel?

    Bestimmungsvorschläge sind immer unter Vorbehalt. Auf keinen Fall sind eine Freigabe zum Verzehr.

  • Zitat von ThomasL pid='28233' dateline='1450949414'
    Zitat

    Die Basis für meine Berechnungen lege ich gerne hier auf Nachfrage en Detail dar.
    Es kann immer sein, dass ich mich verrechnet habe. Oder ein Messfehler in der
    Apparatur ist.


    Es ist doch ganz einfach. Mache eine Messung und schicke die selbe (!) Probe dann an das Umweltinstitut in München . Wenn die Werte weitestgehend identisch ausfallen (Toleranzen) dann passt alles. Dann sollte man den Werten weiter nachgehen. Wenn nicht musst Du wohl Geld in die Hand nehmen und ein neutrales Institut beauftragen. Wenn die etwas anderes herausfinden, als das Umweltinstitut (was ich nicht erwarte), dann wird es spannend.
    Wie hast Du generell Dein Gerät getestet und kalibriert. Abgleich mit einem Gerät aus dem Handel?


    Tja. Meine Probe aus jenem Gebiet stellt sich als ein schwarzes Pulver in einer 10ml-Einwegspritze dar.
    Falls Ihr meine Posts gelesen habt: Das ist Pilzasche, genauer: Maronen-Asche, eingeäschert im Freien auf dem Holzkohlengrill auf einer Alu-Folie.
    Glaubt Ihr etwa, dass das Umweltinistitut München irgendeine Einwegspritze mit einem Asche-Pulver drinnen untersucht und dann sagt, ja das sind Maronen die sind soundso belastet?
    Könnt ja jeder kommen. Mit irgendwas zusammengepanschtem.
    Ausserdem brauche ich diese Probe selber, zum eichen meiner Gammaspektrometer.
    Die 137Cs-Linie darin ist wirklich phänomenal klar und deutlich.
    Ohne irgendwelche Uran- oder Thorium- Zerfallsreihe-Artefakte.
    Maronen sind halt Cäsium-Sammler.
    Die sammeln das übrigens im gelb-braunen Hutfarbstoff besonders gern.


    Die Koordinaten der beiden Fundorte habe ich oben bekanntgegeben,
    Muss man nur in GoogleEarth eingeben, weiß man wo das genau war.
    kann jemand anderes gelegentlich dort sammeln und gegenprüfen.
    Die Maronen wurden zum Teil dort gesammelt, wo Senken waren, also, wo sich das Wasser sammelt. Ist per se ein Platz zur Anreicherung von Fallout per Regen..


    ThomasL:
    Testung und Kalibrierung meines Gerätes:
    A) Die ODL-(Ortsdosisleistungs-)Karte des Bundesamtes für Strahlenschutz. Für die Nullrate.
    B) Das Datenblatt des Sensorherstellers First Sensor bezüglich count / min per uSv/h bei der 137-Cs-Energie von 661,7 keV nebst energiespezifischer Empfindlichkeitskorrekturkurve aus dem Datenblatt des Herstellers.
    C) Bin Radio-Chemiker von der universitären Ausbildung her...


    Übrigens: Mein Dauer-Counter, permanent am PC mitlaufend, verzeichnet für den 29.12.2015 13:12 am Standort Kolberg/Polen eine für die Dauer von 15 min ca auf das dreifache ansteigende Ortsdosisleistung. Hat wohl mal wieder irgend ein KKW was abgeblasen....
    Kleines Wölkchen aus SW. Macht ja nix, verdünnt sich rasch.
    Danach war für Stunden wieder alles ok bei ca 0.075 µSv/h.
    Also nicht die Batterie alle.


    Joern


    Habe hinzuufügen, der 15-minütige Anstieg der ODL auf das dreifache des Durchschnittswertes an Gammastrahlung kann durchaus auch auf einen kosmischen Gammablitz zurückzuführen sein. Solche Ereignisse (frag den Lesch) liegen zeitlich auch in so einem Bereich.

  • Hallo Joern!


    Schön wieder von dir zu hören. Du merkst ja sicherlich, wie hier die Stimmung im Forum so ist. Einerseits versteht niemand so genau etwas von der Messung der radioaktiven Strahlung. Ich auch nicht. (>>meine kümmerlichen Messungen mit einem Billiggerät)


    aber:
    Ich kann auch gut nachvollziehen, dass ein Institut keinen großen Ehrgeiz entwickeln wird, deine Probe zu überprüfen.


    Aus deinem jüngsten Post entnehme ich, dass du nur eine Probe in Form einer Einwegspritze hast? Sorry, es ist schon spät und ich bin ein bisschen schwer von Begriff. Wie soll das gehen? Du brauchst natürlich schon mehrere Proben, um deine Testergebnisse für verschiedene Institute oder Wissenschafter nachvollziehbar zu machen. Das muss ich jetzt wohl nicht extra erklären warum. Sonst wird das wirklich so eine Geschichte, die auf der Ebene einer Verschwörungstheorie hängen bleibt. Das interessiert jetzt eigentlich wenig, ob du die (einzige) Probe brauchst, um deinen Gamma-Spektrometer zu eichen. :shy: Dann musst du eben im nächsten Sommer noch mehr von den Proben produzieren.


    Falls ich was falsch verstanden habe, sorry. LG Fred



  • Hi, Fred, danke für die Antwort.
    1. Die Koordinaten meiner Proben sind oben öffentlich gemacht worden.
    2. Damit kann jeder das Nachsammeln im nächsten Herbst, und dazu seine eigenen Messungen machen lassen...
    3. Na klar habe ich mein Kilo Maronen, gesammelt extra an einem der beiden üerhaupt bekannten Tchernobyl-Hotspots Norddeutschlands in der Nähe von Berlin zwischen Havel und Elbe, westlich Rathenows, die Maronen von dort erst getrocknet, dann eingeäschert:
    so sieht das aus (1 kg zu 8g bzw 12 ml schwarzer Asche):


    4. Die EU-Karten verzeichnen in jenem Gebiet annno 1989 ca 20 kBq / m2 137-CsAktivität, weil es diese radioaktive Wolke seinerzeit dort runtergeregnet hat.
    5. Davon sind heute durchschnittlich noch 10 kBc / m2 vorhanden. Erst eine 137Cs-Halbwertszeit ist seitdem vorbei.
    6. Die Maronen sammeln diese Cs in ihrem gelb-braunem Hutfarbstoff. Weiss der Geier wofür.

    Joern



    [/quote]

  • Zitat von .. pid='28337' dateline='1451434796'

    [quote pid='28335' dateline='1451432967']3. Na klar habe ich mein Kilo Maronen, gesammelt extra an einem der beiden üerhaupt bekannten Tchernobyl-Hotspots Norddeutschlands in der Nähe von Berlin zwischen Havel und Elbe, westlich Rathenows, die Maronen von dort erst getrocknet, dann eingeäschert.
    4. Die EU-Karten verzeichnen in jenem Gebiet annno 1989 ca 20 kBq / m2 137-CsAktivität, weil es diese radioaktive Wolke seinerzeit dort runtergeregnet hat.
    5. Davon sind heute durchschnittlich noch 10 kBc / m2 vorhanden. Erst eine 137Cs-Halbwertszeit ist seitdem vorbei.
    6. Die Maronen sammeln diese Cs in ihrem gelb-braunem Hutfarbstoff. Weiss der Geier wofür.

    Joern


    [/quote]



    Hallo Joern,


    Zu 3.: ich seh das so: Klar will kein offizielles Instititut großen Ärger vom Zaun brechen. Es verhält sich diplomatisch oder anders: es sucht den Durchschnitt und eben nicht den Hotspot.
    D. h. die werden sich kaum in den Hotspot reinsetzen und dort extra kontaminierte Proben ziehen.


    zu 4: >>mir<< ist klar, dass die 137Cs.-Halbwertszeit erst zur Hälfte vor bei ist. Aber da bin ich wieder bei dem "Verdrängungsthema". Die Masse der Leute, auch Wissenschafter wollen das nicht wissen.
    Da kannst du gerne die GPS-Daten angeben, es wird wenige bis niemanden geben, die das überprüfen. Und schon gar nicht bei den Pilzesammlern. Wer wird die Studie nachvollziehen???


    Zu 6: Das ist wirklich interessant. Sammelt sich das wirklich in dem Hutfarbstoff. Muss eine chemische Ursache haben. Aber welche? :)
    So habe ich das noch nie gesehen.


    Mir tut das irgendwie so leid, dass hier keiner ist, der sich für das interessiert, bzw. das Fachwissen hat, (genauso wie ich) und dass ich dir nicht weiter helfen kann. Das tut mir am meisten leid. Weil ich weiß, dass du voerst nur gegen verschlossene Türen laufen wirst. Und wie du aufkriegst, weiß ich nicht. Außer: Rütteln!!! Mach weiter :agree:
    Die bösen Kritiken zeigen dir den Weg!


    LG Fred!

  • Hallo Joern,


    Zitat

    Tja. Meine Probe aus jenem Gebiet stellt sich als ein schwarzes Pulver in einer 10ml-Einwegspritze dar.
    Falls Ihr meine Posts gelesen habt: Das ist Pilzasche, genauer: Maronen-Asche, eingeäschert im Freien auf dem Holzkohlengrill auf einer Alu-Folie.


    Schon gelesen, es ging mir darum was man in der nächsten Saison machen kann.


    Zitat

    ThomasL:
    Testung und Kalibrierung meines Gerätes:
    A) Die ODL-(Ortsdosisleistungs-)Karte des Bundesamtes für Strahlenschutz. Für die Nullrate.
    B) Das Datenblatt des Sensorherstellers First Sensor bezüglich count / min per uSv/h bei der 137-Cs-Energie von 661,7 keV nebst energiespezifischer Empfindlichkeitskorrekturkurve aus dem Datenblatt des Herstellers.
    C) Bin Radio-Chemiker von der universitären Ausbildung her...


    Sorry aber das ist für mich (!) aber noch keine hinreichende Kalibrierung bzw. kein hinreichender Test für ein selbst gebautes Gerät. Ich würde einen Abgleich mit bereits geprüften Produkten machen (besser, durch ein unabhängiges Testlabor machen lassen).
    Deine Angaben hier sind durchaus interessant, ich gabe aber offen zu bezüglich dieser spezifischen Messaufgabe (Radioaktivität) zu wenig Hintergrundwissen zu haben um Deinen Aussagen komplett zu folgen/prüfen (dazu könnte/müsste ich mich einarbeiten, da fehlt mir aber die Zeit).
    Achja, mein Hintergrund da hier ja durchaus relevant (bzgl. Testen von technischen Produkten) :
    Ausbildung und Praxiserfahrung:
    Elektroniker, Fachrichtung Anlagenbau
    Dipl.Ing.(FH) Elektro und Informationstechnik, Schwerpunkt Automatisierungstechnik


    Ich finde Deine Ergebnisse wirklich sehr interessant und halte es absolut für möglich, dass es solche Hotspots gibt. Aber um damit in eine öffentliche Diskussion zu treten müssen diese Messungen eben von einer zweiten, unabhänigen Instanz bestätigt werden. Das hat nichts mit Misstrauen zu tun sondern dient lediglich der Absicherung der Ergebnisse.


    Zitat

    Zu 3.: ich seh das so: Klar will kein offizielles Instititut großen Ärger vom Zaun brechen. Es verhält sich diplomatisch oder anders: es sucht den Durchschnitt und eben nicht den Hotspot.


    Hast Du Dir mal die Umweltseite des hier verlinkten Umweltinstituts München angesehen? Falls nicht, dann einfach mal dem Link folgen. Damit sollte sich diese Vermutung dann erledigt haben.


    Generell ist es so, der Durchschnitt ergibt sich naturgemäß aus Messungen mit höheren und niedrigeren Werten. Als erstes wäre hier also zu prüfen welche Minima und Maxima vom Umweltinstitut gemessen wurden. Einfach mal nachfragen.


    Generell würde ich empfehlen den Kontakt mit dem Institut zu suchen und das Thema weiter zu verfolgen. Wenn dort eine überdurchschnittliche Radioaktivität auftritt sollte dies mit Bodenproben jederzeit nachweisbar sein. Dann wäre es interessant der Ursache auf den Grund zu gehen (Tschernobyl oder eine andere Quelle?).


    Bitte halte uns hier weiter auf dem laufenden und bleib dran!
    Ein wichtiges Thema!


    Viele Grüße
    Thomas

    Bestimmungsvorschläge sind immer unter Vorbehalt. Auf keinen Fall sind eine Freigabe zum Verzehr.

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